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Titelgeschichte: Gracia von Monaco Der rätselhafte Tod der schönen Fürstin


die aktuelle Krimi - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 08.02.2020
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Bildquelle: die aktuelle Krimi, Ausgabe 7/2020

Sie war eine der schönsten Frauen der Welt in einem der schönsten Länder der Welt: Fürstin Gracia Patricia von Monaco starb mit 52 Jahren unter mysteriösen Umständen


Mit Cary Grant im Film „Über den Dächern von Nizza” – gedreht auf der späteren Todesstrecke!


Sieben Kilometer von Monte Carlo entfernt: In einer Haarnadelkurve in den französischen Bergen verlor Fürstin Gracia die Kontrolle über ihren Rover 3500


Am Morgen des 13. September 1982 war der Himmel über Monaco strahlend blau – und die Sonne schien so kräftig, dass man von bestem Grace-Kelly-Wetter sprechen konnte, wie die Monegassen liebevoll solche ...

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... Tage zu Ehren ihrer Fürstin nannten. Kaum etwas an diesem Montag deutete darauf hin, dass sich nur wenige Stunden später ein fürchterliches Todes-Drama ereignen würde … Fürstin Gracia Patricia hatte sich an jenem verhängnisvollen Tag früh wecken lassen, da sie gegen 10 Uhr zurück nach Monte Carlo fahren wollte. Sie war an diesem Wochenende mit ihrem Sorgenkind, Prinzessin Stephanie, auf dem romantischen Grimaldi-Landsitz Roc Agel, um mit ihr über die Zukunft zu sprechen.

Über den Inhalt des Gesprächs ist nichts bekannt. Man weiß nur so viel: Gracia Patricia hatte in ihrer letzten Nacht sehr unruhig geschlafen, weil sie wieder einmal von heftigen Kopfschmerzen geplagt worden war. Chauffeur Thomas Domingo verstaute gerade die Koffer in dem zehn Jahre alten Rover 3500, als die Fürstin in der Haustür erschien. Über ihrem ausgestreckten Arm lag ein Ballkleid: eine weiße, zart in sich gestreifte, knöchellange Seidenrobe.

Das Dior-Kleid hatte die Fürstin am 31. Juli beim Rotkreuzball getragen. Warum sie ausgerechnet dieses Abendkleid nach Roc Agel mitgenommen hatte, kann sich niemand erklären.

Ebenso wenig die Tatsache, weshalb sie es ausgerechnet an diesem Tag wieder mit nach Hause nehmen wollte. Schließlich war allgemein bekannt, dass Gracia Patricia all ihre Ballkleider nur ein einziges Mal trug. Nur in diesem Kleid sollte man sie fatalerweise noch ein zweites Mal zu sehen bekommen – es wurde ihr Totenkleid! Die Fürstin ging zum Auto und beugte sich dann über den Rücksitz, der extra zur Ladefläche umgebaut worden war, damit man eine Abendrobe transportieren konnte, ohne sie zu zerknittern. Fast zärtlich fuhr Gracia mit der Hand über den seidigen Stoff, während sich ihr Chauffeur bereithielt und auf ein Zeichen zum Aufbruch wartete. Zu seiner großen Verblüffung hatte die Fürstin jedoch beschlossen, selbst zu fahren. Wegen des Kleides auf dem Rücksitz gäbe es in dem Auto sowieso nur noch Platz für zwei Personen: für sie und Stephanie.

Als Grace Kelly eroberte sie Hollywood. Drehte mit Hitchcock „Das Fenster zum Hof”, spielte mit Sinatra in „Die oberen Zehntausend”. Als Gracia Patricia eroberte sie Monaco – an der Seite von Fürst Rainier, der Liebe ihres Lebens. Was adelte diese Frau, was war ihr Zauber, der sie unsterblich machte? Diesen strahlenden Engel. Diese Lichtgestalt. Umso dunkler sind bis heute die Verschwörungstheorien, die sich um ihr schreckliches Ende ranken. War es ein Unfall? Oder war es Mord?!

Fürstin Gracia: Wie bei einer Verfolgungsjagd … In einer Haarnadelkurve stürzte ihr Wagen 40 Meter in die Tiefe!

Fürstin Gracia und ihre Tochter Stephanie: Im Sarg trug die Fürstin dieses weiße Ballkleid


Mittlerweile war es 9.50 Uhr. Mutter und Tochter saßen schweigend nebeneinander, während Gracia Patricia in flottem Tempo die kurvenreiche Straße den Berg hinunterfuhr, den Blick dabei starr geradeaus. Es war wenig los an diesem Montagmorgen – das dachte sich der Lkw-Fahrer Yves Phily, als er den Rover vor sich auf der Straße erblickte.

Plötzlich wunderte er sich, weil das Auto vor ihm viel zu weit auf die Gegenfahrbahn geriet – und für einen Moment drohte sein Herz auszusetzen … Dann kam der Rover ins Schlingern und Yves Phily drückte wie wild auf die Hupe.

Kurz sah es so aus, als könnte er aufatmen, als der Rover wieder auf die Spur zurückfand. Doch dann nahm das Schicksal urplötzlich seinen Lauf: Der Rover beschleunigte und näherte sich in rasendem Tempo einer äußerst engen Haarnadelkurve. „Meine Güte! Das ist ja der reinste Irrsinn! Wie eine Verfolgungsjagd”, schoss es Phily durch den Kopf. Und er musste hilflos mit ansehen, wie der Wagen vor ihm, ohne zu bremsen, seine halsbrecherische Fahrt fortsetzte. Philys Faust hämmerte nun permanent auf die Hupe. Er rechnete augenblicklich mit einer Katastrophe für den Wagen vor sich. Doch es gab nichts, was er hätte tun können, um sie zu verhindern.

Dann flog der Rover aus der Kurve und überschlug sich mehrere Male, bevor er einen Abhang hinunterkrachte und nach 40 Metern in der Tiefe aufschlug! Der Bauer Sestio Lequio glaubte im ersten Moment, ein Flugzeug wäre in seinen Garten gekracht. Doch dann entdeckte er das Auto, das auf der Seite lag. Als er die Flammen sah, holte er in panischer Eile einen Feuerlöscher und schaffte es in kurzer Zeit, die Flammen zu ersticken.

Danach riss Sestio Lequio die Wagentür auf und zog ein junges Mädchen aus dem Auto. Es blutete aus etlichen Schürfwunden. Jetzt war auch Yves Phily, der Lastwagenfahrer, beim Wrack angekommen. Und die beiden Männer erkannten in dem völlig aufgelösten Mädchen verblüfft Prinzessin Stephanie wieder.

Sie weinte und rief immer und immer wieder nach ihrer Mutter. „Was ist passiert?” Da schauten sich die Männer nach der Fürstin um, die immer noch in ihrem Wagen eingeklemmt war, das Gesicht vom Haar bedeckt. Sie bewegte sich nicht. „Können Sie mich hören?”, schrie Yves Phily wiederholt.

„Hören Sie mich?” Aber die Fürstin antwortete nicht. Kurz darauf trafen mehrere Rettungswagen am Unfallort ein, dazu Polizei, Feuerwehr, Ärzte und Sanitäter. Die Männer mussten das Autowrack aufschneiden, um die bewusstlose, schwer verletzte Fürstin zu befreien. Sie wurde sofort nach Monaco gebracht, in das Krankenhaus, das ihren Namen trägt. Auch die verletzte Prinzessin Stephanie wurde ins Princesse-Grace-Hospital eingeliefert … Von nun an wurde das Schreckens-Szenario dieses Tages zum Nährboden für unheimliche Fantastereien, Spekulationen, Vermutungen, Halbwahrheiten und Eitelkeiten. Das schier unfassbare Grauen verselbstständigte sich. Der einzige Mensch, der das alles hätte unterbinden können, war Prinzessin Stephanie, denn nur sie wusste, was wirklich geschehen war. Doch sie schwieg und äußerte sich auch nicht, nachdem sie aus der Klinik entlassen worden war. Und genau deshalb schien sich Stephanie verdächtig zu machen, glaubten damals die Reporter.

Denn das Schweigen der Prinzessin war wie Öl aufs Feuer der immer wilder kursierenden Gerüchte. Stephanie war nie von der französischen Polizei verhört worden, die für die Aufklärung des Unfalls zuständig war. Das hatte einen besonderen Grund: Es gab zwischen Monaco und Frankreich eine vertragliche Regelung, die besagte, dass die französische Polizei gegen Mitglieder des Fürstenhauses nicht ermitteln durfte. Auch das war natürlich Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker – und schon bald hieß es, dass nicht die Fürstin am Steuer des Unfallwagens gesessen hätte, sondern die 17-jährige Stephanie. Das jedoch stimmt nicht! Norbert Loh, Hofberichterstatter von die aktuelle, ist im Besitz von zwei offiziellen Briefen aus dem Grimaldi-Palast. Einen davon hat Prinzessin Stephanie verfasst und darin heißt es: „Ich möchte hiermit offiziell bestätigen, dass ich während des Unfalls vom 13. September 1982 auf keinen Fall selbst gefahren bin.” Der Brief trägt die Unterschrift Stephanie de Monaco. Der andere Brief stammt von ihrem Vater, und darin bekräftigt Fürst Rainier III. von Monaco mit seiner Unterschrift, dass das Schreiben seiner Tochter eine beglaubigte Erklärung sei.

Was so idyllisch aussieht, wurde für Fürstin Gracia zum Verhängnis: die Todeskurve in den französischen Bergen


In dem Auto, das Gracia liebte, starb sie: der eigentlich als sicher geltende Rover 3500


Das furchtbare Ende einer Fahrt: Zertrümmert blieb Gracias Wagen am Fuße des Berges liegen


Sie war eine Filmgöttin, der die Männer auf der ganzen Welt zu Füßen lagen: Grace Kelly 1956 in „Die oberen Zehntausend”


Sie stand viele Monate unter Schock: Stephanie erlitt Wirbelbrüche, trug eine Halskrause


Sie bekam, was sie wollte: vom Oscar bis zur Fürstenkrone

Höhepunkt ihrer Karriere: 1955 bekam Grace Kelly einen Oscar für „Ein Mädchen vom Lande”


Sie stand auf der Sonnenseite des Lebens – und ihr Glück schien unerschöpflich …

Unter dem Sternzeichen Skorpion wurde Grace Patricia Kelly am 12. November 1929 in Philadelphia geboren. Sie war das dritte von vier Kindern des US-amerikanischen Bauunternehmers John Kelly und seiner aus Deutschland stammenden Ehefrau Margaret Majer. Die kleine Grace wollte unbedingt Schauspielerin werden – und Papa Kelly unterstützte sie von ganzem Herzen. Mit Erfolg: Grace sollte tatsächlich eine erstaunliche Karriere machen. 1949 erhielt sie am Broadway eine Rolle in Strindbergs „Vater”. Ein Stück, bei dem offenbar Talentsucher im Publikum saßen, denn schon bald schaffte sie den Sprung nach Hollywood – mit dem großen Western „Zwölf Uhr mittags”. Grace war eine der wenigen, die einen Siebenjahresvertrag bei MGM bekamen. 1953 feierte sie einen riesigen Erfolg mit Clark Gable in „Mogambo”, für den sie ein Jahr später den Golden Globe als beste Nebendarstellerin erhielt. Die Charakterrolle der Georgie Elgin im Filmdrama „Ein Mädchen vom Lande” brachte ihr 1955 den Oscar als beste Hauptdarstellerin ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere hatte Grace Kelly zudem Hauptrollen in drei Spielfilmen unter der Regie von Alfred Hitchcock, von denen der 1954 gedrehte Thriller „Das Fenster zum Hof” mit James Stewart zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte zählt. Darüber hinaus trat sie in mehr als 40 Fernsehproduktionen auf. 1956 beendete Grace mit dem Musikfilm „Die oberen Zehntausend” ihre Schauspielkarriere und heiratete Fürst Rainier III. von Monaco, den sie ein Jahr zuvor anlässlich der Filmfestspiele in Cannes kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor – Prinzessin Caroline, der heutige Fürst Albert und Prinzessin Stephanie. Gracia war eine gute Fürstin, aber in Gedanken oft in Hollywood. Das American Film Institute wählte sie auf Platz 13 der 25 größten weiblichen US-Filmstars aller Zeiten …

Sie waren eine Bilderbuchfamilie: Rainier und Gracia mit ihren drei Kindern Caroline (links), Albert und Stephanie


Was ist wirklich passiert? Waren es Mafia-Schüsse oder steckte eine geheime Sekte dahinter?

Aufregende Dreharbeiten in Afrika: Grace Kelly und Clark Gable im Film „Mogambo”. Das Liebes-Drama zählte 1953 zu den erfolgreichsten Hollywood- Produktionen


Große Gefühle im Kino: Grace Kelly und Bing Crosby albern verliebt in „Die oberen Zehntausend” von 1956


Ein ganz großer Western- Klassiker: „Zwölf Uhr mittags” (1952) mit Grace Kelly und Gary Cooper


Nach dem Unfall kamen Informationen von der Pressestelle des Hofes so spärlich, dass die Weltpresse mehr oder weniger auf Mutmaßungen angewiesen war. Im dichten Nebel der Verschleierung tauchten sogenannte gute Freunde auf, die alles ganz genau wissen wollten.

Da war zum Beispiel die Rede davon, dass Fürstin Gracia Alkoholprobleme gehabt haben soll. Das wurde teilweise sogar als Unfallursache gehandelt. Aber Personen, die Gracia gut kannten, wiesen das von der Hand. Auch von einer schrecklichen Krankheit wurde gesprochen.

Das war schon weniger abwegig, denn die Fürstin könnte am Steuer einen leichten Schlaganfall erlitten haben. Die schockierendste Version des Vorfalls kam aus Italien. Ganz offen wurde dort darüber spekuliert, dass Fürstin Gracia vom Organisierten Verbrechen erschossen worden sei. Scharfschützen hätten sie aus dem Weg geräumt, weil sie der Mafia, die sich in Monaco einnisten wollte, ein Dorn im Auge war. Belegt wurde das mit der Behauptung, die Mafia würde das Spielcasino in Monte Carlo kontrollieren und interessiere sich jetzt auch für Immobilien. Gracia hätte den Einfluss der Mafia zu verhindern versucht und sei deswegen umgebracht worden. Dieser Verdacht ließ sich nicht erhärten. Und der Fürstenhof äußerte sich merkwürdigerweise nicht dazu … Hinter vorgehaltener Hand wurde sogar davon gesprochen, dass Fürstin Gracia kurz vor ihrem Unfalltod der Sekte der Sonnentempler beigetreten sein könnte. Einer international aktiven Geheimgesellschaft, die später durch kollektive, rituelle Mord- und Suizid-Handlungen in die Schlagzeilen geriet.

Hatte dieser umstrittene Orden Gracias Tod vielleicht vorausgesagt? Oder ihn womöglich sogar begünstigt? Dramatisch waren auch die Behauptungen des sowjetischen Autoren Mikael Baklanow.

Der war der Überzeugung, die Fürstin wäre vom Geheimbund Propaganda Due (P 2) ermordet worden. Das Motiv: Gracia wusste zu viel von den krummen Millionen-Deals der früheren Freimaurerloge um den italienischen Faschisten Licio Gelli, der im Verdacht stand, in die Ermordung des Mailänder Bankiers Roberto Calvi (des sogenannten Bankiers Gottes) verwickelt zu sein. „An den Bremsen des Autos der Fürstin ist herummanipuliert worden”, behauptete Baklanow. Untersucht wurde dies nie.

Als gemeine Verleumdung erwies sich dagegen die Behauptung, Fürstin Gracia und Fürst Rainier hätten Eheprobleme gehabt.

Nach einem heftigen Streit sei sie wutentbrannt ins Auto gestiegen – und dann wäre der Unfall passiert. Diese Aussagen gelten als absurd.

Denn der Fürst war an diesem Wochenende gar nicht in Roc Agel. Dort befanden sich nur Gracia und Stephanie. Der Fürst stand stets über den Dingen und dementierte solche Ehegerüchte gar nicht erst. Ihn plagten ganz andere Sorgen. Er hatte seine Frau verloren und die Kinder ihre Mutter. Die unsagbare Trauer wurde zudem noch von einem weiteren Schicksalsschlag belastet: Die Familie machte sich quälende Sorgen um Prinzessin Stephanie. Sie hatte schwerste Verletzungen am Halswirbel. Gott sei Dank schwebte sie aber nicht in Lebensgefahr.

Gracias Bruder sprach von Mord – und starb selbst mysteriös

Eine vollendete Film-Diva: Grace Kelly im Februar 1955 auf dem Weg zur glanzvollen Oscar-Verleihung


Zwei Jahre nach Fürstin Gracias Tod soll ihr Bruder Jack Kelly (Foto) der italienischen Zeitschrift „Novella 2000” ein Interview gegeben haben. Darin sagte er: „Es war kein Autounfall! Die Mafia hat meine Schwester durch einen gezielten Kopfschuss aus dem Hinterhalt ermordet!” Deshalb hätte nach dem „angeblichen Autounfall” niemand das Gesicht seiner Schwester gesehen.

Es war die ganze Zeit verhüllt. Sie wäre später für die Aufbahrung im offenen Sarg geschminkt worden. Natürlich ist das heute nicht mehr hundertprozentig nachzuprüfen. Seltsam ist nur: Am 2. März 1985 sank auf einer Straße in Philadelphia ein Mann im blaugrauen Trainingsanzug zu Boden und starb. Es war Jack Kelly. Der Bruder von Fürstin Gracia brach beim Joggen zusammen. Er wurde nur 57 Jahre alt. „Das geheimnisvolle Sterben eines Prominenten”, schrieb damals die „Bild am Sonntag” – und wunderte sich: „Er war ein sportlich durchtrainierter Mann.

Da wird man stutzig, wenn man die Todesursache Herzinfarkt hört.” Die Gerüchte, Jack Kelly wurde von der Mafia zum Schweigen gebracht, halten sich bis heute …

Die umstrittene Sekte der Sonnentempler: In diesem Haus in Villié-Morgon im Burgund soll Fürstin Gracia kurz vor ihrem Tod gewesen sein. Der Palast dementierte


Die Stunde, in der es um Leben und Tod ging Warum wurde diebewusstlose Fürstin nachts durch Monaco kutschiert?

Princesse-Grace-Hospital in Monte Carlo: In der Klinik, die ihren Namen trägt, starb Fürstin Gracia am 14. September 1982 um 22.30 Uhr


Der schwerste Gang für den Witwer Fürst Rainier und seine trauernde Familie: Fürstin Gracia auf ihrem letzten Weg. Eine Fahne mit Fürstenwappen bedeckte ihren Sarg


Hier beten viele Verehrer der unvergessenen Fürstin: In der Todeskurve wurde eine Gedenktafel angebracht


Anders als die Fürstin … Normalerweise werden Unfall-Patienten sofort mit einem Computertomografen untersucht. Es sind Minuten, in denen es um Leben und Tod geht.

Das Princesse-Grace-Hospital befand sich allerdings gerade in einer Umbauphase und hatte den CAT-Scanner ausgelagert. Deshalb wurde die bewusstlose Fürstin stundenlang nachts durch Monaco gefahren, um eine geeignete Privatklinik zu finden. Dort angekommen, ergaben die Untersuchungen, dass die Fürstin durch den Unfall eine massive Gehirnblutung erlitten hatte. Außerdem wurde eine zweite (davon unabhängige) Blutung an einer Arterie im Inneren des Gehirns festgestellt.

Dadurch waren sich die Ärzte sicher, dass Gracia vor ihrem Unfall einen leichten Gehirnschlag erlitten hätte. Was als Ursache des Unglücks infrage käme. Nach dem Scan wurde die Fürstin wieder ins Hospital zurücktransportiert.

Aber es gab keine Hoffnung mehr … Fürst Rainier traf schließlich eine Entscheidung, die unmenschlich anmutete, aber deren Motiv die reine Liebe war. „Geben Sie meiner Frau den Frieden”, wies er mit fester Stimme den Arzt an. Und damit war beschlossen, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden. Gracia wurde nur 52 Jahre alt.

In ihrem weißen Ballkleid und mit einem Rosenkranz in den gefalteten Händen war die Fürstin in den Sarg gebettet worden. Selbst dem Tod war es nicht gelungen, ihrem Gesicht die engelhafte Schönheit zu nehmen. Gracia Patricia sah so friedlich aus, als würde sie schlafen.

Als würde sie friedlich schlafen: Fürstin Gracia wurde in der Palast-Kapelle im offenen Sarg aufgebahrt. Sie trug ihr weißes Abendkleid vom letzten Rotkreuzball


14. September 1982: Der Tod der Fürstin hat alles verändert. Eine tiefe Trauer überzog das Land. Monegassen sagten weinend: „Wir haben unsere Beschützerin verloren!”


Am 18. September 1982, Punkt 10.30 Uhr kündigten die Glocken der Kathedrale die Trauerfeier an. Fürst Rainier schämte sich seiner Tränen nicht, als der Erzbischof am Grab sagte: „Gracia Patricia, mögen Engel dich in den Himmel geleiten …”


Fotos: action press, Agentur Focus/Magnum Fotos/Philippe Halsmann, akg-images/Heritage Images, ddp images, dpa/picture-alliance, F1 Online, Insight Media, iStock, Getty Images, Keystone, LightPics, Rex Features/Forum Press, SZ Photo, ullstein bild