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TITELGESCHICHTE: Kim Fisher: 50? Ich fühle mich granatenmäßig!


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 16/2019 vom 11.04.2019

Am 17. April feiert die Moderatorin und Sängerin ihren 50. Geburtstag. Kurz zuvor nahmen wir sie ins „Kreuzverhör“.Kim Fisher über Kachelmann, Kinder und ihren Körper


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Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 16/2019

Seit Januar sind Kim Fisher und Jörg Kachelmann die Gastgeber auf dem „Riverboat“ (MDR). Von 1999 bis 2004 (er) und 2005 (sie) moderierten sie die Show mit Jan Hofer


Von Aufregung keine Spur! 50 ist doch bloß eine Zahl, findet Kim Fisher, die wir anlässlich ihres bevorstehenden Geburtstags treffen. Lässig und mit sich im Reinen – so wirkt die Moderatorin, die seit 2019 jeden Freitagabend Talkshowgäste auf dem „Riverboat“ (MDR) begrüßt. ...

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Kim, seit 4. Januar moderieren Sie mit Jörg Kachelmann das ‚Riverboat‘. Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit? Sind Sie eingespielt?
Ja, es ging natürlich sehr viel schneller als bei Menschen, die sich zum ersten Mal begegnen, denn wir waren beide ja schon mal Gastgeber der Show. Warum es gut läuft? Wir hören einander zu, was der andere braucht oder eben auch nicht. Vor und nach der Sendung. In der Show funktionierte es relativ schnell mit uns: Als Matze Knop zu Gast war, haben wir uns angeschaut und gemeinsam Tränen gelacht.

Sind Sie mit Jörg Kachelmann befreundet?
Wir waren tatsächlich noch nie miteinander befreundet. Als wir schon einmal das Riverboat zusammen moderierten, war ich sehr jung und unbedarft, hatte keine persönliche Beziehung zu Jörg. Heute sind wir beide erwachsener, hören uns mehr zu, verstehen uns gut und sind interessiert aneinander. Wir sehen uns jede Woche und haben großes Interesse daran, eine gute Zeit miteinander zu verbringen.

Die Quoten sind gut. Wie wichtig ist Ihnen das?
Der MDR ist zufrieden, man hat uns ein gutes Feedback gegeben. Es hat sich gelohnt, dieses Abenteuer einzugehen. Der Sender sieht, dass wir unterschiedliche Farben und Temperamente haben und dass diese Mischung in ei- ner Unterhaltungssendung wunderbar funktioniert.

Kim, die letzten Tage Ihrer 40er-Jahre laufen gerade. Möchten Sie die Zeit anhalten?
Nö! Überhaupt nicht. Ich habe zumindest jetzt noch keine Angst vor meinem runden Geburtstag. Ich fand es immer eher doof, wenn man mir zum 25. Geburtstag gratuliert hat, statt zum 45. Das ist eine Verleugnung von einem Stück Leben. Ich finde es granatenmäßig, dass mein Körper mich seit 50 Jahren so gut durchs Leben trägt und dass ich gesund bin. Ich bin zufrieden mit mir. Klar gibt’s auch mal Tage, an denen mir nichts an mir gefällt. Aber man ist nun mal so, wie man ist, und ich kann mich mittlerweile ganz gut annehmen! Ohne mich vom Chirurgen aufpimpen zu lassen …

Haben Sie sich im Laufe der Jahre mehr gefunden?
Tatsächlich! Ich glaube, dass ich früher eher eine Art Gemischtwarenladen war. Der Zuschauer wusste, dass ich eine Menge zu bieten habe, aber nicht, wofür ich stehe, worauf ich spezialisiert bin, man konnte mich nicht greifen. Heute sehe ich das sehr viel klarer definiert. Je älter man wird, desto besser kann man die Frage, wie man einmal sein möchte, beantworten. Ich werde mir immer bewusster, wie ich sein will und finde, dass ich auf einem guten Weg zu diesem Ziel bin. Früher habe ich zum Beispiel gedacht, ich müsste zu jedem Thema eine persönliche Haltung haben, eine, die ich gern mitgeteilt habe – ob sie populär war oder nicht. Manchmal bin ich dabei übers Ziel hinausgeschossen … Jetzt habe ich nicht mehr das Bedürfnis, jedem meine Meinung zu sagen, wichtig ist mir nur, dass ich ernst genommen werde. Wenn ich das Gefühl nicht habe, werde ich sehr klar. Und wenn dadurch eine Stimmung kippt, habe ich manchmal noch ein schlechtes Gewissen, aber ich kann das immer besser annehmen.

Beine hoch und beste Laune: Kim Fisher beim SUPERillu-Fotoshooting im Interiorladen „Coroto“ am Strausberger Platz


Mit dem Unternehmer und Filmproduzenten Lars Dittrich ist Kim Fisher seit vier Jahren glücklich, hier bei der Henne 2015


„Ich habe nie mit meiner Kinderlosigkeit gehadert oder mich unvollständig gefühlt“


Sie sagten kürzlich, Sie seien erwachsener geworden. Wie meinen Sie das?
Ich habe beispielsweise einem Produzenten gesagt, dass ich wieder singen will. Der lud mich gleich ein. Und dem bin ich gefolgt. Denn die Musik war immer meine erste Liebe! Ich erlebe regelmäßig, dass Frauencliquen auf mich zukommen, die mich toll finden. Weil ich eine Frau für Frauen bin, eine, der nichts Menschliches fremd ist, die ein offenes Ohr und ein offenes Herz hat, die auch schon Narben hat, Verletzungen kennt – und das Leben liebt. Mit diesen Mädels will ich mit meiner Musik feiern. Wir feiern das Leben.

Wie feiern Sie Ihren 50.?
Ich werde mehrere Feste geben, denn ich möchte von meinen Partys auch was haben: Zum einen schmeiße ich eine Party mit Karaoke-DJ und Freunden wie Smudo aus der SWR-Sendung „Sag die Wahrheit“. Wir tanzen aus meinen 40ern raus und in die 50er rein. Und dann mache ich in Berlin ein Fest.

Mögen Sie, was Sie sehen, wenn Sie in den Spiegel gucken?
Das kommt auf die Uhrzeit an. Ich mag es sehr, faul zu sein und nichts zu machen, es macht mir aber auch Spaß, mich zu pflegen: innen wie außen. Ich ernähre mich gern gesund und pflege meine Haut. Ich merke, dass man was machen kann. Zu einem großen Teil sind es aber auch Gene und die Lebenseinstellung! Das Leben meint es gut mit mir und ich gehe gut damit um. Mir ist aber auch bewusst, dass das Leben sehr ungerecht sein kann. Ich erlebe meines als eine sehr große Freiheit. Das heißt zwar nicht, dass ich keine Abhängigkeiten habe, aber ich mache mich freier davon.

Wie halten Sie sich in Form? Mit Superfood oder eher Hausmannskost?
Letztens hatten wir auf dem ‚Riverboat‘ Anastasia Zampounidis zu Gast, die ein Buch darüber geschrieben hat, dass sie keinen Zucker mehr isst. Ich war zuckersüchtig, habe gern genascht, litt aber oft unter migräneartigen Kopfschmerzen. Nun verzichte ich seit zwei Monaten weitgehend auf Zucker und habe keine Kopfschmerzen mehr. Ich vermute einen Zusammenhang. Inzwischen mache ich auch Yoga - seit ein paar Monaten.

Wann hat Ihnen zuletzt jemand einen Heiratsantrag gemacht?
Vor 43 Jahren! In meiner Schule haben wir geheiratet. Der Vater eines Mitschülers war Pfarrer und hat daraus eine Spiel- und Erklärstunde gemacht und uns getraut. Ich trug einen Schleier und wir bekamen sogar Hochzeitsgeschenke. Leider waren wir in der ersten Pause schon geschieden und mussten alles zurückgeben …(lacht)

Und wenn Sie heute der Richtige fragen würde?
Darüber rede ich nicht … Aber ich bin sehr glücklich mit meinem Lebensgefährten.

Haben Sie sich bewusst gegen Kinder entschieden?
Die Entscheidung, keine Kinder zu bekommen, habe ich nicht selbst für mich getroffen, sondern die Natur. Andererseits fühlte ich mich aber auch nicht in der Lage, ein Baby in die Welt zu setzen. Ich war viel zu ängstlich, um ein Kind durchs Leben zu begleiten. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, den man Frauen gern vorwirft. Den Männern im Übrigen nicht! Vom Kopf her und mit ganzem Herzen wäre ich jetzt erst so weit. Aber nein, ich werde in meinem Alter keine Kinder mehr bekommen! Ich habe aber auch nie mit meiner Kinderlosigkeit gehadert oder mich unvollständig gefühlt.

Welches war die glücklichste Entscheidung in Ihrem Leben?
„Nein!“ zum Referendariat im Lehrerstudium gesagt zu haben und „Ja!“ zum Journalismus. Sonst wäre ich jetzt Lehrerin. Aber ich habe mich für ein Praktikum bei einem lokalen TV-Sender entschieden – und habe denen gleich erzählt, dass ich schon Kaffee kochen kann und lieber was lernen möchte. Dann habe ich denen ein Volontariat vorgeschlagen. Das hört sich zwar jetzt nach großem Selbstbewusstsein an, aber ich habe nur gekläfft. Erst jetzt weiß ich, was ich kann. Früher war ich viel lauter, heute bin ich empathischer und auch stiller.

Und welche Entscheidung war definitiv schlecht?
Alle Entscheidungen haben mich zu dem gemacht, was ich bin. Eine Sache hätte ich aber anders gemacht: Ich habe mit 18 Jahren meine Hüften operieren lassen, litt unter Hüftgelenks-Dysplasie. Das war die härteste und schlimmste Zeit in meinem Leben, seitdem weiß ich, was Schmerzen und Ängste sind. Damals war ich weder bei der Krankengymnastik, noch habe ich mir eine Zweitmeinung eingeholt. Das war auch eine große Weiche in meinem Leben.

Haben Sie Wünsche, etwa ein besonderes Reiseziel?
Nein, das setzt mich ein bisschen unter Zugzwang und ist nicht so meine Sache. Ich denke, es gibt einen Grund, weshalb man etwas noch nicht getan hat. Und ich bin keine Freundin von sogenannten Bucketlisten. Ich mag es sehr, Zeit dort zu verbringen, wo ich gerne bin, Menschen zu treffen, die ich mag. Es muss nicht immer was Neues sein. Doch: Wer sich nicht bewegt, lernt auch nichts Neues kennen. Aber ich bin eher jemand, der den Alltag liebt, weil er sehr beruhigend ist.

Kim kann komisch – und sexy: Zweimal fragte der „Playboy“. Kim sagte „Nein!“, fühlte sich aber geschmeichelt …


FOTOS: Paulina Hildesheim für SUPERillu, MDR/Kirsten Nijhof

FOTOS: Paulina Hildesheim für SUPERillu (4), A-way