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TITELGESCHICHTE : MICK SCHUMACHER : Können seine Siege ihre Tränen trocknen?


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 15/2019 vom 04.04.2019

Der Sohn von Rennfahrer-Legende Michael Schumacher tritt in die Fußstapfen seines Vaters, testet schon Formel-1-Wagen. Unterstützt wird er bei allem von seinerMutter Corinna. Doch ihr Stolz mischt sich womöglich mit Sorge


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Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 15/2019

Eine Einheit: Für Mick ist seine Mama Corinna eine wichtige Ratgeberin. Ihre Mutterliebe treibt ihn an


Das große Glück der Schumachers

Die Geburt des Stammhalters, den sie Mick nennen (l.), macht 1999 das private Glück von Corinna und Michael Schumacher komplett. Tochter Gina-Maria kam bereits zwei Jahre zuvor auf die Welt

Dieses besondere Gefühl ist es wohl, das ihn antreibt – der ...

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... Moment, in dem der Rennwagen beschleunigt, wie ein Pfeil über den Asphalt schießt. Für Mick Schumacher, 20, Sohn der Formel-1-Legende Michael Schumacher, 50, gibt es nichts Schöneres. „Rennfahren ist, wovon ich träume. Es ist das, womit ich mich ständig beschäftige. Es ist anstrengend, es ist schwierig, es ist herausfordernd. Es ist einfach nur super!“, schreibt er auf seiner Homepage.

Die Formel 1 rückt für Mick Schumacher jetzt in greifbare Nähe. Im Januar wurde der Formel-2-Fahrer in die „Ferrari-Akademie“ berufen. Der Rennstall, für den sein Vater von 1996 bis 2006 seine Runden drehte, setzt auf ihn. „Ich kann viel von Ferrari lernen, weil sie so viel Erfahrung haben. Mein erster Eindruck war, dass sie sehr offenherzig sind und mich in eine Familie aufgenommen haben, die immer ein Teil meiner Familie war. Und ja, ich bin sehr glücklich“, gesteht er. Wie ernst es dem „Maranello“-Rennstall mit Mick ist, beweisen die ersten Testfahrten: In Bahrain fuhr er gerade zum ersten Mal einen Formel-1-Rennwagen. Vieles erinnert dabei an den berühmten Papa. Nicht nur das rote Auto.

Der Ehrgeiz, immer der Beste sein zu wollen, liegt bei Mick Schumacher in den Genen. Schon als Kart-Fahrer gehörte er zu den Besten, wurde von seinem Vater Michael und Mama Corinna, 50, unterstützt und gefördert. Sein Papa, dem er verblüffend ähnlich sieht, ist bis heute das große Vorbild des Renntalents. Er ist sein Held.

Auch für ihn will Mick es wohl bis in die Weltspitze schaffen, irgendwann einmal selbst zum Formel-1-Weltmeister gekürt werden. Die Experten sagen dem Sportler eine große Karriere voraus. Welche Leidenschaft in ihm steckt, spürt auch Mama Corinna. Sie ermöglicht ihrem talentierten Sohn alles, unterstützt ihn mental, hält Negatives von ihm fern. Auch wenn die Sorge, dass ihm auf der Jagd nach der Bestzeit etwas zustoßen könnte, sicherlich immer vorhanden ist.

Corinna ist eine Kämpferin, die in den letzten Jahren eine unfassbar schwere Zeit durchmachen musste. 2013 verunglückte ihr Ehemann Michael bei einem dramatischen Ski-Unfall in Frankreich, kämpft sich seither langsam ins Leben zurück. Ein Schicksalsschlag, den Corinna beeindruckend meistert. Sie tut alles, um ihrer Familie einen weitgehend „normalen“ Alltag zu ermöglichen. Denn seit dem folgenschweren Sturz in Méribel fehlt Michael Schumacher in vielen Bereichen.

Wie es ihm wirklich geht, wissen nur die engsten Vertrauten. Nicht nur sie sind beeindruckt von Corinnas Stärke. Bei öffentlichen Auftritten ahnt niemand, was sie durchmachen muss. Sie bewahrt ihre Gefühle für sich. Auch die Ängste um ihren Sohn?

Schon als sie ihren Ehemann Michael bei den Rennen unterstützte, wirkte sie verständnisvoll – trotz des risikoreichen Berufs. „Er braucht seine Herausforderungen, so ist er nun mal. Ich kann ihn gut verstehen und finde das eigentlich klasse.“ Corinna weiß also, wie es ist, mit einem geliebten Menschen in einer gefährlichen Situation mitzufiebern. Auch wenn es gelegentlich schief ging: Ehemann Michael verunfallte in seiner Karriere mehrere Male mit seinem Rennwagen. 1999 brach er sich bei einem Crash in Silverstone das Schien- und das Wadenbein. Er liebte das Adrenalin. Und Corinna hatte dafür immer Verständnis.

Dieselbe Pose: Mick feiert im Oktober den Europameistertitel in der Formel 3. Sein Vater Michael bejubelt 1997 seinen Sieg in Spa (r.)


29. Dezember 2013 Der Tag, der alles veränderte …


Im Ski-Urlaub in den französischen Alpen verunglückte Michael Schumacher auf der Piste schwer. Seitdem wurde er nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen …


Sie war deshalb für ihren Mann bei seinen Rennen stets eine wichtige Stütze. Jetzt will sie das für Sohn Mick ebenfalls sein. Auch wenn es sicherlich nicht einfach ist, die Gefahren auszublenden. Denn die Angst, dass wieder etwas passieren könnte, schwingt womöglich immer mit. Schließlich musste sie schon um ihren Sohn bangen, sah, wie er mit seinem Auto in einen Unfall verwickelt wurde. 2015 brach sich Mick nach einem unverschuldeten Crash die Hand. Die Sekunden, bis er aus dem Auto stieg, waren zermürbend. Auch im vergangenen Jahr konnte er nicht jedes Rennen beenden.

Für Beobachter beweist die zweifache Mutter in solchen Momenten persönliche Stärke. Wie schafft sie das nur? Die Sorge um ihren Ehemann, um ihre Kinder? Sie scheint alles im Griff zu haben. Zu Michael Schumachers 50. Geburtstag am 3. Januar wandte sie sich im Internet an seine Fans. „Ihr könnt euch sicher sein, dass er in den besten Händen ist und wir alles Menschenmögliche tun, um ihm zu helfen.“ Es ist eine sehr schwere Zeit für die ganze Familie, die unter Dauerbeobachtung steht. Trotz allem bewahrt Corinna immer Haltung, ist freundlich und engagiert. Auf ihrer Pferderanch in Givrins (Schweiz) veranstaltet sie regelmäßig Turniere, sitzt selbst beim „Reining“, einer Disziplin im Westernreiten, im Sattel. Sie ist ein Wettkampftyp, wie ihr Sohn.

Trotz aller Gefahr findet Corinna es bemerkenswert, wie Mick sich anschickt seinen Traum zu verwirklichen. Als er im vergangenen Jahr den Europameistertitel in der Formel 3 holte, war seine Mutter sichtlich stolz, stand strahlend am Streckenrand. Sie jubelte wie zuletzt selten. Man hatte den Eindruck, als seien Micks Erfolge Balsam für ihre Seele. Mit Interviews hält sich die „Reining“-Sportlerin jedoch bewusst zurück. Sie will ihren Sohn in Ruhe seinen Weg gehen lassen. Und was ist mit der Angst um ihn? Micks Managerin Sabine Kehm, eine enge Vertraute der Schumachers, beantwortete die Frage bereits 2015. Damals fuhr Mick noch im deutlich langsameren Kart: „Klar sieht sie(Corinna, Anmerkung der Redaktion) die Gefahren, aber sie weiß, dass jeder andere Sport auch gefährlich sein kann. Mit Mick ist das wie mit Michael. Sie vertraut ihm einfach vollkommen.“ Vertrauen ist wohl das Zauberwort.

Stolze Mama – Corinna umarmt ihren Sohn nach dem Formel-2-Rennen in Bahrain.


Mick konnte mit seinem Team den achten Platz und die ersten vier Punkte in der F2 feiern


Das hatte sie in Ehemann Michael in seiner Rennkarriere meistens. Erst als er 2009, zwei Jahre nach dem Ende seiner Karriere, vom Motorrad fliegt und beinahe im Rollstuhl landet, muss er seiner Ehefrau versprechen, dass er keine halsbrecherischen Rennen als „Halbprofi“ auf zwei Rädern mehr fährt. 2010 kehrt er dann noch einmal in einen Rennwagen zurück. Corinna akzeptiert das – aus Liebe. Michael Schumacher sagte einst: „Nach einem Unfall kommt vielleicht mal der Gedanke ans Aufhören. Aber dann ist meist Corinna diejenige, die mich wieder aufbaut, mir Mut macht. Sie weiß genau, dass ich mit meinem Job noch viel zu sehr verbunden bin.“ Diese Verbundenheit zu seinem Sport demonstriert jetzt auch ihr Sohn.

Vergleiche mit seinem Vater nimmt Mick deshalb dankbar an. „Für mich ist der Vergleich mit dem besten Fahrer der Formel-1-Geschichte ein Ziel, das man erreichen will. Ich fühle mich geehrt, wenn ich mit ihm verglichen werde.“ Mick will seine Eltern stolz machen – auch wenn es derzeit nicht so scheint, dass Michael Schumacher in dieser Saison ein Rennen seines Sohnes live verfolgen wird.

Um ihn dennoch bei sich zu haben, trägt Mick einen Helm mit sieben Sternen – sie symbolisieren die Weltmeistertitel seines Vaters. Dabei hatte Michael Schumacher einst einen anderen Berufswunsch für Mick. „Ich hoffe, mein Sohnemann wird Tennisspieler, Golfspieler, irgendetwas - aber nichts, was sein Vater vorher gemacht hat“, sagte er im Jahr 2006. Doch Kinder machen selten, was sich die Eltern wünschen. Und in diesem Fall war es für Mick der richtige Weg. Er hat „Benzin im Blut“. Und die ersten Erfolge geben ihm recht.

Wie ein Profi fokussiert er sich immer auf das nächste Ziel. Für seinen Traum, einmal Formel-1-Weltmeister zu werden, scheint der Rennfahrer alles unterzuordnen, trainiert er hart. Das zahlt sich aus: Sein Körper ist stark wie nie. Zum Start des Formel-2-Zirkus machte Mick sich mit Surfen, Radfahren und spezieller Gymnastik fit. „Ich bin fitnessmäßig bei 110 Prozent“, sagt er. Nach dem Europameistertitel in der Formel 32018 schickt sich der gebürtige Schweizer nun an, in die Formel-1-Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Papa fragte einmal, ob der Rennsport für mich ein Hobby wäre, oder ob ich das als Profi machen wollte. Ich habe ihm ohne Umschweife gesagt, dass ich das beruflich machen wollte. Ich wollte nie etwas anderes machen.“ Das weiß auch Mama Corinna und sicherlich wird sie – egal wie schwer es ihr fallen mag – alles dafür tun, dass ihr Sohn einmal ganz oben auf dem Treppchen steht. Auch wenn es gefühlsmäßig für sie nicht immer einfach sein wird.

Michael und Mick – wie sich die Bilder gleichen …

Ex-Formel-1-Teamchef Jean Todt hatte zu Michael Schumacher eine enge Beziehung, so wie jetzt auch zu dessen Sohn Mick


Die gleiche Kopfhaltung, der gleiche Blick: Die optische Ähnlichkeit von Vater und Sohn ist verblüffend


Wie sein Papa 1987 (l.), startete der „kleine“ Schumi seine Karriere in einem Gokart. Von Anfang an dominierte er seine Altersklasse


2003 jagte Michael bei einem Benefizspiel in Monaco dem Ball hinterher. 2018 streifte sich Mick das Fußballtrikot über


FOTOS: babiradpicture_abp, ASA-Fotoreport/Büro Albers, dpa Picture-Alliance, Allsport/action sport

FOTOS: imago (6), Bulls Press/News International, XPBCC, www.splashnews.com, Gnoni-Press/AT, ATP photo agency