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Titelgeschichte: ROMY SCHNEIDER: Das verheimlichte Drama ihres Lebens


Meine Stars von damals - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 09.01.2019

Erschütternde Tonband-Aussagen der großen Schauspielerin wurden 42 Jahre unter Verschluss gehalten und erst jetzt veröffentlicht


Artikelbild für den Artikel "Titelgeschichte: ROMY SCHNEIDER: Das verheimlichte Drama ihres Lebens" aus der Ausgabe 1/2019 von Meine Stars von damals. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Meine Stars von damals, Ausgabe 1/2019

Leuchtende Augen, ein strahlender Blick – alle Welt glaubte, dass Romy Schneider glücklich sein muss


Ihre große Liebe: Romy 1958 mit Alain Delon


Als Kaiserin „Sissi“ mit Karlheinz Böhm wurde die junge Romy über Nacht zum internationalen Star


In Romys Film „Die Halbzarte“ (1958) war Mutter Magda Schneider mit dabei


Romy mit Baby David und Ehemann Harry Meyen und später mit dem Sohn bei Dreharbeiten


Romy und Delon als verliebtes Paar – aber nur in „Der Swimmingpool“ 1969


Sie war für ...

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... uns die ewig süße Prinzessin, die hinreißende Kaiserin „Sissi“, deren Schicksal wir gefühlte tausend Mal in TVWiederholungen erlebten und uns immer wieder Tränen der Rührung in die Augen trieb. Aber wer war Romy Schneider wirklich? Ein treuer Wegbegleiter beschrieb sie kurz nach ihrem frühen Tod mit 43 Jahren 1982 als „leuchtenden Stern, der am Leben zerbrach“. Wie er glaubten viele damals, dass der Unfalltod ihres geliebten Sohnes David (14) im Jahr zuvor ihr alle Kraft genommen habe. Alain Delon, Romys erste große Liebe, die aber schon nach fünf Jahren zerbrach, sagte dagegen erschüttert: „Sie war hoffnungslos einsam. Ich wusste, dass sie einmal an gebrochenem Herzen sterben würde.“

Jetzt, 36 Jahre nach ihrem Tod, sind Tonbänder aufgetaucht, die erklären könnten, was er meinte – und warum sie nie wirklich einem Menschen vertrauen konnte. Die erschüt- ternden Aufzeichnungen stammen aus einem Interview der Schauspielerin 1976 mit ihrer Freundin, der Journalistin Alice Schwarzer (75). Sie hielt das Gespräch 42 Jahre unter Verschluss. Doch nun wäre Romy 80 geworden. Für Alice Schwarzer „ein guter Zeitpunkt“, um zu zeigen, wer Romy Schneider wirklich war. In dem Gespräch geht es auch um das lange von Romy verheimlichte Drama ihrer Jugend, das sie ein Leben lang verfolgte.

Schon als Sechsjähriger wurde ihr offenbar in Berchtesgaden, beim Haus ihrer Mutter, sexuelle Gewalt angetan. „Als die Tiefflieger kamen. Im Nebel auf den Feldern.“ – Alice Schwarzer muss ihr versprechen, nicht zu schreiben, was sie da sagt. „Ich will meine Mutter nicht verletzen.“ Es bleibt offen, was genau geschah. Alice Schwarzer: „Ich glaube, ihr größtes Trauma war ihr Stiefvater. Wörtlich hat sie mir gesagt: ,Er hat versucht, mit mir zu schlafen. Und das nicht nur einmal‘“. Aber Romy, die den ungeliebten Stiefvater Hans Herbert Blatzheim († 63) „Daddy“ nennen musste, wagte nicht, aufzubegehren. Und ihre Mutter Magda Schneider († 87) schützte sie nicht, griff auch nicht ein, als Romy mal mit Filmkollegen flirtete und ihr „Daddy“ vor Eifersucht tobte.

Was macht das aus einem jungen Mädchen, das sich nicht wehren kann? Es könnte der Schlüssel für ihren Seelenschmerz sein, den nie ein Mann heilen konnte. Nicht ihre große Liebe Alain Delon (83), der sie verließ, nicht Kollege Harry Meyen († 55), den sie verließ, und auch nicht Ehemann Nummer zwei, Daniel Biasini (69), von dem sie sich scheiden ließ. Romy selbst bekannte ein- mal: „Im Film gelingt mir alles, im Leben nichts.“ Bis zu fünf Filme drehte sie im Jahr – in Frankreich, Hollywood und in Deutschland. Die meisten wurden hoch gelobt und Romy selbst gefeiert, vor allem in Frankreich. Aber so richtig freuen konnte sie sich nicht. Warum ihr die Franzosen den Titel „Königin der Traurigkeit“ verpassten. Zuletzt war sie ganz allein, bekämpfte gegen den Rat der Ärzte ihren Seelenschmerz mit zu viel Alkohol und Tabletten. Trotz einer schweren Operation, bei der ihr die rechte Niere wegen eines Tumors entfernt werden musste.

Ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes stand Romy wieder vor der Kamera: mit einem Jungen in Davids Alter im Film „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“


Aber da gab es einen Mann, der sie vielleicht doch noch hätte retten können: ihr neuer Lebensgefährte, der Filmproduzent Laurent Pétin (69). Beide hatten sich im März 1982 bereits ein Haus auf dem Lande ausgesucht, um, wie Romy verriet, endlich zur Ruhe zu kommen. Im Monat darauf fand die Premiere zu „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ statt. Romys schauspielerische Leistung wurde als herausragend gefeiert. Schon bei den Dreharbeiten in Berlin, ein Jahr nach dem Tod ihres Sohnes, als sie mit einem gleichaltrigen Jungen spielen musste, wurde sie gefragt,warum sie sich das antue. Und sie antwortete: „Es schmerzt, es tut weh, aber ich muss es tun. Es lenkt mich auch ein bisschen ab.“ Was sie da wohl noch nicht ahnte: Es sollte ihr letzter Film sein, den Kritiker noch heute für ihren wohl besten halten.

Kurz nach der Premiere flog Romy nach Zürich, um ihre Geldangelegenheiten zu regeln und ihr Testament zu machen. Aber von ihrem einstigen Vermögen war kaum noch etwas da. Und dann war noch die Forderung des Finanzamts: sieben Millionen Euro Steuernachzahlung. Im Testament sollten Pétin und Tochter Sarah Biasini (41) alles erben. 18 Tage später, am Abend des 28. Mai 1982, wollte sie in ihrer Pariser Wohnung noch etwas länger aufbleiben, um Musik zu hören. Am nächsten Morgen fand Pétin die Frau, mit der er alt werden wollte, leblos zusammengesunken an ihrem Schreibtisch. Offiziell starb Romy an Herzversagen.

Legendär: Romy in der Talkrunde „Je später der Abend“ (1974) zu Burkhard Driest: „Ich mag Sie, ich mag Sie sehr!“


Romy erklärt, warum sie noch mal „Sissi“ spielt – mit Helmut Berger in „Ludwig II.“ (1972)


Er genoss das Leben auf ihre Kosten: Romy mit ihrem zweiten Ehemann Biasini


Für die Franzosen war Romy eine Filmgöttin, die man tief verehrte. Doch ihr half letztlich auch das nicht


Zur Beerdigung ihres Sohns kam auch ihr Schwiegervater Biasini


Sohn und Mutter sind im gemeinsamen Grab wieder vereint


Haben Sie das gewusst…?

Romy Schneider war 15 Jahre alt, hatte schon in zwei Heimatfilmen mitgespielt, als sie durch ihre Mutter ein Vorstellungsgespräch bei dem berühmten Regisseur Ernst Marischka († 70) vermittelt bekam. Schon auf den ersten Blick war Marischka von der blutjungen Romy so fasziniert, dass er ihr sofort die Hauptrolle für seinen Film „Mädchenjahre einer Königin“ anbot, obwohl er dafür längst eine Schauspielerin verpflichtet hatte. Der Vertrag wurde aufgelöst, Romy bekam die Rolle – und von ihm im Jahr darauf auch die der „Sissi“.