Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

TITELSTORY


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 77/2019 vom 04.09.2019
Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

Regie: Andrés Muschietti / USA 2019 / 165 Min.Darsteller: James McAvoy, Jessica Chastain, Bill Hader, Jay Ryan, James Ransone, Isaiah Mustafa, Bill Skarsgård, Sophia LillisProduktion: Marty P. Ewing, Seth Grahame-Smith, David Katzenberg u. a.Freigabe: FSK 16Verleih: Warner Bros.Start: 05.09.2019

Nachdem Andy Muschiettis Verfilmung von ES sowohl bei Kritikern als auch bei eingefleischten Stephen-King-Fans gut bis sehr gut ankam, war die Fortsetzung der Adaption eines der wichtigsten Werke der modernen Horrorliteratur nur eine Frage der Zeit. Behandelte der erste Teil »lediglich« die Geschichte des jugendlichen »Clubs der Loser«, dürfen wir nun erleben, wie die erwachsenen Figuren die finale Konfrontation mit dem personifizierten Bösen in der Gestalt des Horrorclowns Pennywise (Bill Skarsgård ) antreten. Es geht in ES KAPITEL 2 nun also vor allem darum, das (Papier- )Schiff nach Hause zu bringen. Nachdem die Kinderdarsteller in Teil eins durchweg überzeugen konnten, mussten nun also die entsprechenden Darsteller zu den bereits etablierten Figuren passen, und es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass die Besetzung der erwachsenen Loser schlichtweg kongenial ist. Nicht nur die Ähnlichkeit ist frappierend (bis vielleicht auf Bill, gespielt von James McAvoy ), es ist geradezu unheim-lich, wie die Schauspieler den Stil ihrer Vorgänger adaptieren und dabei auch noch völlig glaubwürdig bleiben und nicht ins Karikatureske kippen.

Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

Jessica Chastain sieht einfach aus wie die ältere Sophia Lillis, und auch Jay Ryan nimmt man den ehemaligen übergewichtigen Ben (Jeremy Ray Taylor ) absolut ab. Aber es sind vor allem Bill Hader und James Ransone, welche mit ihrem »Eddie und Richie«-Double-Act nicht nur für die nötigen Comic-Relief-Momente sorgen, sondern vor allem beim Finale die emotionale Gewichtung in einem doch etwas CGI-lastigen Finale schaffen. »Ich mochte das Ende nicht!« ist ein Satz, welcher in diesem Film einige Male wiederholt wird und natürlich sowohl auf die literarische Vorlage als auch auf die berühmt-berüchtigte Fernsehverfilmung aus dem Jahre 1990 anspielt. Damals war der Endkampf mit dem mutierten Pennywise tricktechnisch eine herbe Enttäuschung, was wohl dem Budget wie auch der zu dieser Zeit noch nicht entsprechenden Tricktechnik zuzuschreiben ist. Und selbst 2019 scheint es so, als ob alle Computer dieser Welt nicht mit Stephen Kings Imagination mithalten können, denn auch hier wirkt das Ende visuell etwas zu gewollt und digital überlastet. Was schade ist, denn der Rest des Filmes ist einfach nur wunderschön. Natürlich gibt es die üblichen bekannten und erwartbaren Jump-Scares, aber Muschietti ist nun mal ein cleveres Kerlchen und versteht es, auf etwas Neues zu setzen. So sind die großartigen visuellen Übergänge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart (und damit zwischen jungen und alten »Losern« ) nicht nur das narrative Herz der Geschichte, sondern bilden in ihrer cineastischen Einfachheit geradezu einen Kontrapunkt zu sehr viel digitalem Effektgeschwurbel, an welchem der Film gerade im letzten Akt etwas leidet. Glücklicherweise reduziert der Film die im Buch etwas langatmige Origin-Story von Pennywise und deutet bestimmte Dinge nur an (man achte auf die Schildkröte auf dem Lehrertisch ), und auch die berüchtigte kontroverse Stelle, in welcher Beverly sich »opfert«, findet dankenswerterweise nicht statt (Kenner des Buches wissen, was gemeint ist ).

Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

Für Fans gibt es viele Easter-Eggs, für einige vielleicht etwas zu viele, ob es das SHINING-Zitat gebraucht hätte, sei hier mal dahingestellt. Schön sind, und da möchte man eigentlich gar nicht spoilern, zwei Gastauftritte der besonderen Art, und wer genau hinsieht, kann auch den Regisseur selbst in einer Szene entdecken, und er hat sich diesen Hitchcock-Moment redlich verdient. Mancher wird bemängeln, dass ES KAPITEL 2 zu wenig Pennywise-Momente hat, und tatsächlich sind die Auftritte von Bill Skarsgård im Verhältnis zum ersten Teil eher rar, aber man muss ein Monster ja nicht immer sehen, um sich vor ihm zu fürchten. Muschietti trifft wieder genau den Ton des Buches, und die Entscheidung, die Verwobenheit der beiden Handlungsebenen auf zwei Filme zu verteilen, war genau die richtige. Das Zusammenspiel der alten und neuen Loser ist geradezu magisch, und auch wenn die Schreckmomente oftmals redundant sind, vergehen die knapp drei Stunden Spielzeit wie im Flug.

Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

DIE KONGENIALE VERFILMUNG EINES DER MEISTGELIEBTEN ROMANE DER FANTASTISCHEN LITERATUR. PERFEKT UMGESETZT UND GENIAL BESETZT. ICH MOCHTE DAS ENDE!

Artikelbild für den Artikel "TITELSTORY" aus der Ausgabe 77/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 77/2019

@@REVIEW VON HENNES BENDER

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 77/2019 von PERSÖNLICHES FÜRWORT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PERSÖNLICHES FÜRWORT
Titelbild der Ausgabe 77/2019 von GONOGO!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GONOGO!
Titelbild der Ausgabe 77/2019 von IM INTERVIEW MIT: JAMES McAVOY. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IM INTERVIEW MIT: JAMES McAVOY
Titelbild der Ausgabe 77/2019 von IM INTERVIEW MIT: SOPHIA LILLIS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IM INTERVIEW MIT: SOPHIA LILLIS
Titelbild der Ausgabe 77/2019 von IM INTERVIEW MIT: JACK DYLAN GRAZER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IM INTERVIEW MIT: JACK DYLAN GRAZER
Titelbild der Ausgabe 77/2019 von IM INTERVIEW MIT: ISAIAH MUSTAFA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IM INTERVIEW MIT: ISAIAH MUSTAFA
Vorheriger Artikel
GONOGO!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel IM INTERVIEW MIT: JAMES McAVOY
aus dieser Ausgabe