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Titelthema: Cool bleiben – 45 geniale Sommer-Tipps


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 26.06.2020

Während wir das sommerleichte Leben genießen, kommen Tiere ganz schön außer Puste. Wir zeigen, wie Ihre Lieblinge unbeschadet und glücklich durch die heißen Wochen des Jahres kommen


Artikelbild für den Artikel "Titelthema: Cool bleiben – 45 geniale Sommer-Tipps" aus der Ausgabe 7/2020 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 7/2020

Ice, Ice, Baby Eiswürfel können eine Wohltat sein und eingewickelt in Tücher für Abkühlung sorgen


So schön der Sommer ist: Die Hitze macht unseren tierischen Freunden häufig zu schaffen. Da lautet das Motto: Cool bleiben. Doch wie? Jedes Lebewesen hat seine ganz eigenen Strategien, um an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren. Pferde und Menschenaffen können wie wir Menschen schwitzen. Dabei geben Schweißdrüsen, die am ...

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... ganzen Körper verteilt sind, Wasser ab. Indem die Schweißperlen verdunsten, kühlen sie die Haut und regulieren die Körpertemperatur. Der Nachteil der Methode: Der Wasserverlust ist sehr groß. Zum Ausgleich muss man viel trinken. Die meisten Tiere wie Hunde, Kleintiere, Vögel und Katzen können nicht schwitzen. Da Fell und Federn wenig geeignet sind, um Hitze abzuleiten, verschaffen sie sich Abhilfe über andere clevere Kühlungstricks.

Strategien gegen Hitze

„Hecheln ist die bekannteste körpereigene Klimaanlage, die von Hunden, Katzen, aber auch von Vögeln genutzt wird“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Kleintiere beim Deutschen Tierschutzbund, „ähnlich wie beim Schwitzen über die Haut verdunstet auf ihrer Zunge sowie den Schleimhäuten im Maul Flüssigkeit, welche die angestaute Wärme davonträgt.“ Dabei erhöht sich die Anzahl der Atemzüge pro Minute bei den Tieren um ein Vielfaches. Richtige Schweißdrüsen besitzen Hunde und Katzen lediglich an den Pfoten. Katzen lecken sich häufig auch vermehrt das Fell, um den Körper etwas abzukühlen. Zur Kühlung des ganzen Organismus reichen diese aber bei Weitem nicht aus. Kühe haben einen weniger anstrengenden Trick gegen zu viel Hitze: Sie nutzen einfach ihre Hörner als Hitzeableiter. Diese können stark durchblutet werden, wodurch die Körperwärme abgestrahlt wird. Das gekühlte Blut fließt dann in den Körper zurück.

Ähnlich setzen auch Feldhasen auf eingebaute Wärmeableiter: Über ihre langen, wenig behaarten Löffel können die Nager Körperwärme an die Umgebung abgeben. „Ansonsten machen sie es bei warmen Temperaturen ähnlich wie Fuchs und Reh – sie halten eine lange Siesta und ruhen in schattigen, kühlen Verstecken“, so die Expertin. Lediglich in den kühleren Abendund Morgenstunden werden die Tiere aktiv, jagen und gehen auf Futtersuche. „Wildschweine setzen bei Hitze vor allem auf Bäder und kühlende Schlammpackungen. Sie suchen sich Wasserstellen und schlammige Gruben, um sich ordentlich darin zu suhlen“, so Dr. Gerlach. Da treffen sich ganze Familien zum gemeinsamen Badespaß – das können schon mal bis zu 30 Tiere sein.

Sonnenanbeterin Um Katzen muss man sich kaum sorgen. Sie wissen selbst, wie viel Wärme ihnen gut tut


Ventilatoren und Sonnenschutz

Während das Wasser in erster Linie für Abkühlung sorgt, hat der Schlamm einen weiteren nützlichen Effekt: Die braune Maske hält lästige Insekten fern und schützt die Haut vor dem Austrocknen. Auch Insekten müssen sich gegen die Hitze wappnen. Viele Hummelarten müssen bei extremen Temperaturen vor allem ihren Nachwuchs vor dem Austrocknen schützen. Dazu bleiben die Tiere am Nest und setzen ihre Flügel als Ventilatoren ein. Honigbienen fächeln an heißen Tagen ebenfalls mithilfe ihrer Flügel warme Luft aus dem Stock oder bilden zum Schutz ihrer Brut einen „Bienenbart“: In einer dichten Traube hängen sich die Insekten vor das Flugloch des Stockes, um den Stock vor dem Überhitzen zu bewahren.

Frischluft Hummeln nutzen ihre Flügel als Ventilatoren, um ihre Brut zu schützen


Tiere mit langem Fell und kurzen Nasen brauchen eine besondere Schonung”


Hitzefrei für Hund und Pferd

Insbesondere Tiere mit langem Fell leiden im Sommer. „Daher sollten wir unseren tierischen Mitbewohnern helfen, die Hitze erträglicher zu machen“, betont die Expertin. Um Katzen muss man sich normalerweise keine Sorgen machen. Stubentiger wissen in aller Regel selbst am besten, wie sie sich bei hohen Temperaturen richtig verhalten. Vorsicht ist allerdings bei sehr alten Tieren geboten: Sie sind mitunter nicht mehr in der Lage, Situationen richtig einzuschätzen und bleiben in der Sonne liegen, obwohl sie längst überhitzt sind. Auch junge oder sehr spielfreudige Hunde oder auch mal ziemlich aktive Besitzer finden oft nicht das richtige Maß.

„Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten machen Hund und Herrchen am besten morgens oder abends. Auch die Bewegung ihres Pferdes sollten Halter in kühlere Morgenund Abendstunden legen, um Kreislaufprobleme und Hitzschläge bei Mensch und Tier zu vermeiden“, empfiehlt Dr. Gerlach. „Gerade kurznasige Hunderassen brauchen eine besondere Schonung, da sie in ihrer Thermoregulation ohnehin eingeschränkt sind. Starke Hitze bedeutet für diese Tiere schnell Lebensgefahr“, ergänzt sie.

Für angenehme Gassistunden sorgt zudem das Befeuchten des Fells. Ein wenig Wasser mit feuchten Händen oder einem angefeuchteten Tuch oder Waschlappen immer wieder über das Fell des Tieres streichen – auch für viele Katzen eine Wohltat. Wenn Straßen unumgänglich sind, empfiehlt Dr. Gerlach, die Temperatur des Asphalts zu prüfen: „Drücken Sie Ihren Handrücken auf den Straßenbelag. Wenn Sie dabei nicht in aller Ruhe bis Zehn zählen können, ist der Boden für Ihren Hund zu heiß.“ Der Vierbeiner kann sich an den Pfoten schwere Verbrennungen zuziehen. Am besten weichen Sie auf grüne Wald- und Wiesenwege aus oder nutzen (falls vorhanden) den Seitenstreifen.

Hitzefrei Sport und Gassigänge sollten in die Morgen- und Abendstunden verlegt werden


Sommerfrisur und Sonnenbrand

Hunden und älteren Pferden, die ihr Winterfell nicht mehr richtig verlieren, kann man mit dem Kürzen des langen Fells Linderung verschaffen. Dabei sollten Sie jedoch bedenken, dass Deckhaar zugleich als Regen- und Sonnenschutz dient und gerade helle Haut vor Sonnenbränden schützt. Ja, richtig gelesen: Vor diesen bleiben unsere Lieblinge nicht verschont! „Wenig fellbewachsene oder gar nicht behaarte Stellen, wie Ohren, Bauch oder Nüsternregion beim Pferd, können daher mit einer tiergeeigneten Sonnencreme geschützt werden“, rät Dr. Moira Gerlach.

Samtpfoten, Kleintiere und Vögel müssen mit vollem Fell und Federkleid durch die Sommermonate. Einen großen Gefallen tun Sie Ihren Schützlingen, wenn diese selbst entscheiden dürfen, wo sie ein kühles Plätzchen aufsuchen. Katzen, die Freigang genießen oder den Balkon nutzen, sollten immer die Möglichkeit haben, in die Wohnung zu gelangen. Drinnen schenken Keller, kühle Fließen oder ein abgedunkelter Raum Erholung vom Sonnenschein. Vorsicht: Gekippte Fenster sollten niemals unbeobachtet sein – Katzen können sich darin einklemmen und schlimmstenfalls ersticken oder sich das Genick brechen. „Auch Zugluft verursacht eher gesundheitliche Schäden wie Bindehautentzündungen oder Erkältungen als Nutzen. Um die Wohnungstemperatur herunterzuregulieren, können Sie feuchte Handtücher aufhängen oder Ihrem Liebling eine Kühlmatte anbieten“, so die Expertin. Für Hunde gibt es im Handel sogar Geschirre, Halsbänder und Westen mit Kühlungseffekt. „Solche Artikel sollten jedoch nur unter Beobachtung angeboten werden, da das Kühlmaterial giftig sein kann, wenn es angenagt wird“, warnt sie.

Auch Kühlspielzeug erfreut sich unter den Vierbeinern großer Beliebtheit. Die Kunststoff-Bälle, -Knochen oder -Eistüten lassen sich mit Wasser befüllen und ins Gefrierfach legen. Ganz leicht selbst gemacht ist ein Ball aus Eis: Dafür füllen Sie einen Luftballon mit Wasser und legen diesen über Nacht in den Gefrierschrank. Am nächsten Tag das Plastik entfernen – fertig! Am besten legen Sie den etwa handgroßen Ball in ein Planschbecken oder eine mit Wasser gefüllte Schale. Durch den Kontakt mit dem normal temperierten Wasser umgehen Sie die Gefahr, dass Ihr Tier beim direkten Kontakt mit dem Eis mit seiner Zunge dran kleben bleibt.

Ab an den Strand

Ein eigener Pool sorgt bei Pferden, Hunden, Reptilien und Vögeln nicht nur für Abkühlung, sondern auch für Sommer- Spaß! Achten Sie darauf, dass der Wasserpegel nie so hoch ist, dass Ihr Haustier darin ertrinken könnte. Haben Sie die Möglichkeit, mit Ihrem Hund oder Pferd einen See oder Strand zu besuchen, erkundigen Sie sich, ob das gemeinsame Baden mit den Fellträgern erlaubt ist. Bei tieferen Gewässern empfiehlt sich für Hunde eine spezielle Schwimmweste. „Um einen Kälteschock zu vermeiden, sollten die Tiere selbst aussuchen, wie schnell – beziehungsweise ob – sie in das kühle Nass springen möchten“, so die Tierärztin, „wasserscheue Vierbeiner bitte keinesfalls zum Baden zwingen!“ Ungewollte Erlebnisse mit dem nassen Element können nachhaltige Spuren in der psychischen und körperlichen Gesundheit des Tieres hinterlassen. Katzen können Sie eine Schale mit Eiswürfeln oder Blüten anbieten. Einige kleine Tiger lieben es, mit ihren Pfoten die Gegenstände herauszufischen.

ECHT CLEVER Wildtiere wirken mit Bädern, Schlammpackungen und viel Ruhe der Hitze entgegen


Hitzschlag erkennen

Sind Tiere längere Zeit dem direkten Sonnenlicht oder hohen Temperaturen ausgesetzt, sollten Halter sie gut beobachten, um Veränderungen im Verhalten feststellen zu können. Eine flache Atmung, starkes Hecheln, Speicheln, Unruhe, stark gerötete Schleimhäute, verlangsamte Reaktionen, apathisches Verhalten, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen, Zittern oder gar Bewusstlosigkeit können laut Dr. Gerlach Anzeichen für einen Hitzschlag sein, also eine Überwärmung des Körpers mit Schock und im schlimmsten Fall mit Multiorganversagen. Das bedeutet: Lebensgefahr! Als Erste-Hilfe- Maßnahme sollte Ihr Schützling noch vor der Fahrt zum Tierarzt mit kaltem, aber nicht eiskaltem, fließenden Wasser gekühlt wardenbeginnend bei den Pfoten und Gliedmaßen. Ist das Tier bei Bewusstsein und bereit zu trinken, kühlt handwarmes Wasser von innen. Offene Autofenster (ohne Gegenzug) oder eine Klimaanlage auf der Fahrt in die Praxis sorgen in Kombination mit dem nassen Fell für eine besonders effektive Kühlung. „Doch Vorsicht“, warnt Dr. Gerlach, „wenn Sie Ihr Tier in nasse Tücher wickeln, müssen diese oft gewechselt werden, denn darunter kann wiederum Wärme entstehen.“ Auch Hundeboxen erzeugen in Kombination mit dem nassen Fell eine gefährliche Saunawärme. Es empfiehlt sich, die Klinik oder Praxis vorab über den Notfall zu informieren.

KOCHEND HEISS Hunde gehen barfuß. Bei glühendem Straßenbelag können sie sich schlimme Verbrennungen zuziehen


Bei Anzeichen eines Hitzschlags muss man blitzschnell handeln”


Todesfalle Auto

Kleintiere haben ein extrem schlechtes Temperaturausgleichsvermögen. Bei über 25 Grad im Schatten wird es für Kaninchen kritisch. Ein eindeutiges Alarmzeichen ist ein Tier in Seitenlage mit spei chelnassem Fell an Kinn und Brust. Als Erste-Hilfe-Maßnahme rät die Expertin, die Kaninchen auf ein feuchtes Tuch zu legen. Hunde spüren die körperlichen Auswirkungen von Hitze meist schon ab 22 Grad. Daher: Lassen Sie ein Tier niemals alleine im Auto zurück! Nur kurz ist schnell zu lang! Selbst im Schatten, bei bewölktem Himmel oder einer hellen Autofarbe wird das Auto rasch zur Todesfalle. Die Sonne wandert. Und: Schon bei moderaten Außentemperaturen von nur 20 °C steigt die Temperatur im Auto binnen einer Stunde so stark, dass ein Hund sterben kann.

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„Wie gefährlich das ist, wird oft unterschätzt. Kaum einer weiß, dass die Innentemperatur in nur 30 Minuten um 16 °C ansteigt. Aus 24 °C werden schnell 40 °C“, so die Expertin vom Deutschen Tierschutzbund. Die ersten Grade können viele Tiere noch durch ihr eigenes Kühlungssystem kompensieren. Ihr gesamter Organismus arbeitet dabei auf Hochtouren, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Das Hecheln und die Feuchtigkeitsabgabe des Vierbeiners erzeugen einen Treibhauseffekt. Die Arbeit des Körpers geht mit einem hohen Energieverlust einher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Aufgeheizte Flächen können darüber hinaus zu bösen Verbrennungen führen.

Übrigens reicht es nicht aus, das Fenster einen Spalt offen zu lassen, weil die Temperatur im Wagen dadurch nur wenig sinkt. Ausreichend Luft zirkuliert erst, wenn die Fenster weit geöffnet sind. Studien zeigen, dass dies der Fall ist, wenn die Scheiben mindestens 20 cm weit heruntergelassen werden. Und selbst das verzögert das Aufheizen auf gefährliche Temperaturen höchstens um wenige Minuten.

BADESPASS Katzen lieben es, mit ihren Pfoten einen Wasserstrahl zu fangen oder Blüten aus Wasserschalen zu fischen


Rettung In Letzter Sekunde

Lassen Besitzer ihren Schützling in den Sommermonaten im Auto zurück, verstößt dies gegen die Tierschutzhundeverordnung. Für das unverantwortliche Verhalten kann der Tierhalter nach §17 Tierschutzgesetz zur Rechenschaft gezogen und bestraft werden – mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe und einem lebenslangen Tierhaltungsverbot. Auch in minderschweren Fällen hat der Tierhalter in jedem Fall die Kosten für einen Rettungseinsatz zu tragen. Die Expertin rät: „Wenn Sie einen leidenden Hund in einem Auto sehen, versuchen Sie zuerst den Besitzer ausfindig zu machen, indem sie ihn z. B. im Supermarkt ausrufen lassen. Ist das nicht möglich, rufen Sie die Polizei.“ Diese kann gemeinsam mit der Feuerwehr das Fahrzeug öffnen. Allerdings muss nachweislich nach ihm gesucht werden. Passanten und die Feuerwehr haben per Gesetz nicht die gleiche Befugnis, das Auto zu öffnen, wie die Polizei. Droht jedoch akute Lebensgefahr, können Sie als letztes Mittel die Scheibe einschlagen. „Doch Vorsicht: Dies ist nach dem Strafgesetzbuch eine Sachbeschädigung. Dokumentieren Sie einen solchen Vorfall vorab unbedingt mit Videos und Zeugen“, rät Dr. Gerlach. Lange Autofahrten mit Haus- und Nutztieren sollten an heißen Tagen in die frühen Morgenoder späten Abendstunden verlegt oder vermieden werden.

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Es sollte jederzeit ein Schattenplatz zur Verfügung Stehen”


(K)EIN PLATZ AN DER SONNE

Während sich wild lebende Kaninchen in ihre kühlen Gänge zurückziehen können und Meerschweinchen in ihrer südamerikanischen Heimat in kühlen Bergregionen leben, sind die hitzeempfindlichen Fellfreunde als Haustiere auf uns angewiesen. Käfige, Aquarien und Terrarien dürfen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Auch hier gilt es zu berücksichtigen, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages verändert. Wo morgens noch kühler Schatten ist, herrscht nachmittags womöglich glühende Hitze. „Bei Außenvolieren unbedingt darauf achten, dass es ausreichend Schattenplätze für die Tiere gibt“, empfiehlt Dr. Gerlach. Ein frischer Wind bringt zwar ein wenig Abkühlung, doch sollten Käfige und Volieren niemals im Durchzug stehen. Wer Kaninchen keine Möglichkeit bieten kann, im Garten eigene Gänge zu graben, sollte die Tiere bei hohen Temperaturen tagsüber besser drinnen halten und in den frühen Morgen- und späten Abendstunden für Freilauf sorgen. Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten und Co., die in Freigehegen leben, müssen jederzeit die Möglichkeit haben, sich in Gebüsch oder sonnengeschützte Verstecke zurückzuziehen.

MEERLI-SIESTA Meerlis, Kaninchen & Co. brauchen im Freigehege sonnensichere Verstecke


Häuschen, bäder und Duschen

„Zusätzlich können Schatten spendende Häuschen aus Holz oder Keramik, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher, die über das Gehege gelegt werden, helfen“, so die Tierärztin. Manche Ratten lieben ein Wasserbad in einer flachen Schale. Eiswürfel oder in ein Handtuch gewickelte Kühlakkus sorgen für zusätzliche Kühlung. Extra-Tipp: Bieten Sie Kleintieren oder Vögeln einen Sandplatz an. Einfach Sand im Kühlschrank herunterkühlen und in eine Schale geben. Sandbäder sind übrigens auch eine perfekte Fell-pflege! Prüfen Sie bei Kaninchen, Meerschweinchen und Federträgern in regelmäßigen Abständen die Haut auf Milben- oder Madenbefall. Gerade in der Aftergegend nisten sich gerne Fliegenlarven ein, die die Tierhaut angreifen können. Wenn Wellis, Papageien & Co. eine Bademöglichkeit zur Verfügung gestellt wird, sollte man darauf achten, das Wasser häufig zu wechseln. Einige Vögel, die keine Badehäuschen nutzen, lieben es, mit Wasser benetzt zu werden. Sie können versuchen, Ihre Lieblinge vorsichtig mit Pumpsprühern für Blumen zu besprühen, oder nasse Salatblätter in die Voliere hängen.

Das Wasser im Aquarium kann sich für Fische lebensbedrohlich aufheizen. „Notfalls sollte man das Wasser durch kühleres austauschen, um das Schlimmste zu verhindern. Halter sollten im Vorfeld aber lieber dafür sorgen, dass das Wasser durch das Abdunkeln des Raums, das Abheben von Abdeckungen und Luft-zirkulation kühl bleibt“, rät Dr. Moira Gerlach. Außerdem ist es sinnvoll, häufige Teilwasserwechsel zu machen. Für eine gute Sauerstoffversorgung des Aquariums sorgen zusätzliche Pumpen, die das Wasser stark umwälzen.

OPTISCHE TÄUSCHUNG Pferdedecken mit Zebrastreifen halten Blutsauger fern


Unterstände Auf Der Weide

„Rinder, Schafe und Pferde, die auf der Weide gehalten werden, benötigen nicht nur ausreichend frisches Wasser, sondern auch einen tierschutzgerechten Witterungsschutz“, so die Expertin. Dieser kann aus Hecken und Bäumen oder künstlichen Einrichtungen wie einem Offenstall oder Unterstand bestehen. Da ein Sonnenschutz nicht ausdrücklich gesetzlich festgeschrieben, sondern lediglich in Empfehlungen des Europarates und der einzelner Bundesländer aufgeführt ist, wird leider allzu häufig darauf verzichtet. Daneben sorgt Fliegenschutz für unbeschwerte Weidegänge. In Scharen fallen blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen oder Kriebelmücken über Huftiere her und beißen, als ob es kein Morgen gäbe. Schutzmasken oder Fliegendecken geben den summenden Plagegeistern keine Chance. Wer in Sommertagen schon mal ein Zebra entdeckt, hat keinen Hitzschlag … Manche Pferdebesitzer schwören auf Decken oder Bemalungen aus Wasser und Mehl in Zebra-Optik zur Abwehr von Blutsaugern. Was für den ein oder anderen seltsam klingen mag, ist wissenschaftlich belegt: Biologen aus Ungarn und Schweden fanden heraus, dass Zebras das Streifenmuster offensichtlich als Schutz vor Insekten dient. Diese würden ihre Opfer schlechter erkennen, da das Fell in ihren Mosaikaugen flimmern würde – je enger die Streifen, desto wirkungsvoller.

EISGEKÜHLT Spielspaß und Kühlung schenkt das hunde- Spielzeug von AniOne für je 2, 99 €,


HER DAMIT! Etwas Frischkost wie saftiges Obst schenkt wertvolle zusätzliche Flüssigkeit


Leichtes Sommer-Buffet

Einige Vierbeiner haben bei steigenden Temperaturen kaum Appetit. Es wird weniger gefressen und dafür umso mehr getrunken. Keine Sorge, das ist ganz normal! Sicher kennen Sie es, dass es uns bei Hitze nach leichter Kost wie Salaten und Obst gelüstet. Die Nahrung dient unter anderem dem Aufrechterhalten der Körpertemperatur. Das bedeutet, dass in den kalten Wintermonaten mehr gegessen wird. In den warmen Sommermonaten braucht der Körper schlichtweg nicht so viele Brennstoffe. Grundsätzlich ist dies eine natürliche Reaktion des Körpers, damit der Organismus nicht zu sehr belastet wird. Deshalb sollten Sie für den Sommer eine leichtere Ernährung für Ihren Schützling wählen. „Hunde und Katzen können in den frühen Morgen- und späten Abendstunden gefüttert werden. Noch besser sind viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt“, empfiehlt die Expertin. Frischkost wie Obst und Gemüse, z. B. Gurken und Melonen, sorgt für zusätzliche Flüssigkeit. Vögel und Kleintiere freuen sich immer über saftiges Grünfutter. Da dieses bei hohen Temperaturen schnell verwelkt, die Portionen am besten klein halten und dafür öfter anbieten. Nahrungsreste sollten an heißen Tagen generell schnell entsorgt werden, denn vergammelte Lebensmittel können Krankheiten verursachen. Auch Vorräte des Trocken- und Nassfutters sollten stets kühl, trocken und abgeschlossen gelagert werden. Tipp: Füllen Sie das Trockenfutter von Katze, Hund, Pferd & Co. in wiederverschließbare, luftdichte Aufbewahrungsboxen.

IMMER FRISCH Katzen können mit einem Brunnen zum Trinken animiert werden, z. B. Pet Fountain von Drinkwell®, 86,99 €, www.futterplatz.de


Viel Wasser und leckeres Eis

Hunde und Katzen sind dankbar für jede wohltuende Erfrischung. Was eignet sich da besser als leckere, selbst gemachte Eiscreme? Gerade für Hunde und Katzen, die so gut wie keine Schweißdrüsen besitzen und sich über Zunge und Atmung abkühlen, wird das kalt servierte Leckerli ein purer Genuss sein. Speiseeis für Menschen eignet sich wegen des hohen Zuckergehalts jedoch nicht. Eis können Sie aber ganz leicht selbst herstellen! In kleinen Portionen dosiert, kann zuckerfrei zubereitetes Eis von Ihrem vierbeinigen Liebling problemlos verzehrt werden. Auch ein Kong, der zuvor an der Unterseite verschlossen wird, kann mit der Eismasse befüllt ins Eisfach gelegt werden. So lässt sich später der Verzehr des kühlen Leckerlis mit Spielspaß verbinden. Vorsicht: Die Leckerei nicht eiskalt, sondern stets angetaut servieren. Auch sollten nur kleine Mengen gereicht werden (1–2 x/Woche 1 Portion). Zu viel Eis kann Ihrem Liebling auf den Magen schlagen!

Das Allerwichtigste bei steigenden Temperaturen: Viel trinken! Stellen Sie Ihrem Liebling jederzeit zugänglich ausreichend Wasser zur Verfügung. Dieses sollte nicht zu kalt sein und regelmäßig gewechselt werden. Für unterwegs können Hundehalter Wasser in einer Flasche mitnehmen, das sie ihrem Hund immer wieder anbieten können. Da bei Hitze viel Wasser verdunstet und die Tiere mehr trinken, sollte man die Wasserbehälter regelmäßig kontrollieren. „Trinkfaule Katzen können Sie mit unterschiedlichen Wasserangeboten zum vermehrten Trinken animieren: Dabei können Trinkbrunnen, mehrere Näpfe an unterschiedlichen Orten oder auch Eiswürfel hilfreich sein. Mit Wasser angereichertes Feuchtfutter kann die Flüssigkeitsaufnahme ebenso erhöhen“, erklärt Dr. Gerlach.

Oasen für wilde Besucher

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Wildtiere etwas zu trinken bekommen, wenn keine natürliche Wasserquelle in der Nähe ist? Greifen Sie Vögeln und Insekten unter die Flügel! Wildtieren können Sie in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon kleine Oasen schenken. Das können Teiche oder fertige Vogeltränken sein, die Sie in Baumärkten oder Gartenzentren bekommen. Zweibeiner, die gerne basteln, haben zauberhafte Tränken im Handumdrehen selbst hergestellt. „Füllen Sie eine flache Schale mit Wasser, Steinen und Moos. Letztere sichern nicht nur die Standfestigkeit des Behälters, sondern bieten Insekten einen sicheren Landeplatz“, erklärt Dr. Moira Gerlach. „Indem Sie eine solch tierfreundliche Wasserschale aufstellen, helfen Sie nicht nur den Vögeln, sondern löschen womöglich auch den Durst von Igeln, Eichhörnchen, herumstreunenden Katzen und anderen Tieren.“

Unsere Expertin

Dr. med. vet. Moira Gerlach … ist Tierärztin und Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Das Ziel des Deutschen Tierschutzbundes ist es, dass jedes Tier ein artgerechtes Leben führen kann – sei es im Privathaushalt, in der Landwirtschaft oder in der Forschung. Infos: www.tierschutzbund.de

Hitzefalle Auto

Lebensgefahr binnen kürzester Zeit – selbst bei mäßigen Außentemperaturen

Mmh, lecker!

Huhn-Eisgenuss für Stubentiger

Sie brauchen:
• 1 Dose Katzenfutter mit Huhn
• etwas Wasser
• Bierhefeflocken (optional)

Fruchtbombe für Hunde

Sie brauchen:
• 2 EL Obstmus (z. B. Banane, Beeren, Apfelmus, Melone)
• 2 EL Quark (40 % Fett)

Zubereitung: Alle Zutaten vermengen und pürieren. Je nach gewünschter Konsistenz eventuell etwas Wasser hinzugeben. Anschließend wird die Masse in Formen gefüllt und ins Gefrierfach gelegt. Wichtig: Vor dem Füttern das Eis unbedingt antauen lassen.


Fotos: Adobe Stock (2), istockphoto.com (4), Shutterstock (8)