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Titelthema: Gassi? Genial!: Training, Spiel und Spaß für unterwegs


Mein Hund & Ich - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 17.04.2019

Schluss mit Langeweile beim täglichen Spaziergang! Wenn Sie das Gassigehen richtig nutzen, können Sie mit kleinen Übungen und Spielen die Bindung und die Beziehung zu Ihrem Hund extrem verbessern. Und außerdem macht das Gassigehen so viel mehr Spaß


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Bildquelle: Mein Hund & Ich, Ausgabe 3/2019

Mensch starrt auf das Handy, Hund schnüffelt und geht seiner Wege und beide laufen sie irgendwie in dieselbe Richtung – nur nicht zusammen. Wenn der tägliche Spaziergang mit Ihrem Hund so aussieht, dann haben Sie ein Problem. Ihr Vierbeiner langweilt sich zu Tode und wird sich bald ein spannenderes Betätigungsfeld suchen, sei es jagen, buddeln oder andere ...

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... Hunde bzw. Menschen anbellen – wenn es schlecht läuft, auch alles zusammen. Und Sie? Mal ganz ehrlich, so richtig Spaß haben Sie doch auch nicht. Dann wird es Zeit, das zu ändern. Also weg mit dem Handy und los geht’s!

Wenn Sie etwas Neues ausprobieren und trainieren möchten, wählen Sie als Erstes eine Gassiroute ohne viel Reize und Ablenkungen, damit sich der Hund auf die neue Übung besser konzentrieren kann. Später, wenn er das Kommando beherrscht, können die Reize dann nach und nach größer werden, schließlich sollen Rückruf, Leinenführigkeit und andere Übungen ja in jeder Situation sicher funktionieren. Als Faustregel gilt: Ihr Trainingslevel passt, wenn der Hund vier von fünf Übungen richtig ausführt. Hunde lernen in Bildern, also muss das Training Schritt für Schritt aufgebaut werden. Und wenn Sie beim letzten Mal links vom Hund standen und jetzt rechts stehen, dann ist das für Ihren Vierbeiner eine komplett neue Situation, in der er das Kommando von Grund auf neu lernen muss. Transferleistung beim Hund? Fehlanzeige.

Entspannt gemeinsam unterwegs – und wo es geht, am liebsten ohne Leine. So macht das Gassigehen Hunden und Menschen am meisten Spaß


Das Rückruf-Training: erst muss die Bindung stimmen

Dazu sollte der Hund im ersten Schritt erst einmal lernen, mit Ihnen Blickkontakt aufzunehmen. Dieses Verhalten lässt sich wunderbar mit einem Clicker formen. Falls Ihr Hund den Clicker noch nicht kennt, müssen Sie ihn erst mal darauf konditionieren. Das bedeutet: Klicken und sofort Leckerchen geben, und das Ganze so lange, bis Ihr Hund verstanden hat, dass ein Klick wie ein Versprechen auf eine Belohnung ist. Das Klicken funktioniert viel schneller als ein mündliches Lob, und Sie können dem Hund unmittelbar ein Feedback geben, dass er etwas richtig gemacht hat. Wenn er den Clicker kennt und Sie unaufgefordert anschaut, gleich klicken und belohnen. Und das immer wieder, wenn er unaufgefordert Ihren Blick sucht. Wenn der Hund gelernt hat: Mein Frauchen oder Herrchen findet es klasse, wenn ich sie anschaue, dann können Sie gerne auch die Umgebungsreize erhöhen.

Als nächsten Schritt verstecken Sie sich doch einfach mal und lassen sich vom Hund suchen. Dazu brauchen Sie einen Helfer, der den Hund hält. Anfangs darf ihr Vierbeiner noch zuschauen, wenn Sie sich in die Büsche schlagen, später dann nicht mehr. Dieses klei- ne Suchspiel stärkt die Bindung und gleichzeitig das Selbstvertrauen Ihres Hundes. Zur Sicherheit sollte der Hund aber an eine Schleppleine gehängt werden, an der sich entweder die zweite Person führen lässt (ja, der Hund darf diesmal ziehen), dann sollte der Hund aber ein Geschirr tragen. Oder der Hund schleppt die Leine beim Suchen am Boden hinter sich her. Wenn die Suchdistanz immer größer geworden ist und der Hund seiner Nase folgen muss, um Sie zu finden, dann können Sie später im weiteren Verlauf auch die Leine weglassen.

Balancieren auf der Mauer fördert den Gleichgewichtssinn


Das große Ziel ist ja immer noch der sichere Rückruf. Das funktioniert aber nur zuverlässig, wenn die Bindung stimmt. Gehen Sie mit Ihrem Hund zur Abwechslung doch mal in einem unübersichtlichen Gebiet spazieren, das er nicht kennt, mit vielen Wegen und Pfaden. Wenn er mal wieder vorausläuft, biegen Sie an einer Wegkreuzung einfach kommentarlos in die andere Richtung ab. Kommt er hinterher, wird er gerufen und belohnt. Wenn die anderen Reize größer sind, dann erst mal nur mit Schleppleine trainieren.

Steigern Sie Ihre Attraktivität, indem Sie ihn eine Weile nur aus der Hand füttern oder er sein Lieblingsspielzeug nur in dieser Situation bekommt. Leinen Sie ihn nicht gleich nach dem Ankommen an, sondern spielen Sie erst ein bisschen mit ihm. Sie können ihn auch zum Beispiel an einer Leberwursttube schlecken lassen und so die Zeit des Belohnens ausdehnen und das längere Dableiben fördern.

Gassi-Knigge – 5 Goldene Regeln

Bei Hundebegegnungen gilt:

1 Wenn beide Hunde an der Leine sind und sich nicht kennen, sollten Sie lieber Abstand halten. Angeleint reagieren viele Hunde eher gestresst auf einen Artgenossen. Außerdem muss nicht jeder Hundekollege, den man auf dem Ausflug trifft, beschnüffelt werden. Sie begrüßen ja auch nicht jeden Passanten mit Handschlag, der Ihren Weg kreuzt.

2 Wenn Ihr Hund im Freilauf ist und der entgegenkommende Hund an der Leine, dann leinen Sie Ihren Hund ebenfalls an. Oder nehmen ihn, wenn er wirklich zuverlässig hört – und nur dann – ins Kommando „Fuß“. Es wird einen Grund haben, warum der andere Hund angeleint ist, und auch wenn Ihr Hund kein Rabauke ist, sollte er das Gegenüber an der Leine nicht bedrängen.

3 Im umgekehrten Fall, wenn Ihr Hund angeleint ist und der Entgegenkommende frei laufend, dann leinen Sie wenn möglich Ihren Hund auch ab. So verlaufen Begegnungen von normal sozialisierten Hunden am stressfreisten. Wenn Sie Ihren Hund nicht ableinen möchten, scheuen Sie sich nicht, den Halter des anderen Hundes zu bitten, den seinen ebenfalls anzuleinen. Wenn Sie an einen Sturkopf geraten, ist eine kleine Notlüge erlaubt. Der Spruch: „Mein Hund hat eine ansteckende Krankheit“ funktioniert meistens super.

4 Sind beide Hunde, Ihrer und auch der entgegenkommende, ohne Leine unterwegs, dann achten Sie nicht nur auf die Körpersprache des fremden Hundes, sondern auch auf die des Halters. Wird er hektisch, sollten auch Sie Ihren Hund zu sich rufen, hinter sich bringen und zügig weitergehen. Er wird seine Gründe haben. Wenn Sie aus der Körpersprache des anderen Hundes nicht recht schlau werden, achten Sie darauf, wie Ihr Hund reagiert. Möchte er freudig auf sein Gegenüber zulaufen oder lieber einen Bogen machen?

5 Wenn sich Ihnen ein Hund mit leuchtend gelbem Halstuch oder einer gelben Schleife an der Leine nähert, dann bedeutet das: Dieser Hund möchte keine anderen Hundekontakte. Das sollten Sie akzeptieren und Rücksicht darauf nehmen.

Ein geworfenes Spielzeug motiviert viele Hunde zum schnellen Herankommen


Rückruf mit Hör- und sichtzeichen: auf das signal kommt es an

Jetzt erst kommen Hör- und Sichtzeichen dazu. Wenn Sie das „Hier“ früher schon erfolglos als Rückrufsignal verwendet haben, müssen Sie sich jetzt ein anderes Signal ausdenken, zum Beispiel „Zu mir“ oder „Kommen“. Als Sichtzeichen dient der nach oben ausgestreckte Arm. Zunächst trainieren Sie mit einem Helfer, der sich in etwa 6 Meter Abstand mit ihrem Hund an der Schleppleine aufstellt. Sie gehen in die Hocke, heizen Ihren Hund richtig an, indem Sie mehrfach seinen Namen rufen und sich auf den Oberschenkel klopfen. Dann rufen Sie Ihr Rückrufsignal und heben den Arm. Der Helfer lässt gleichzeitig die Schleppleine los und Ihr Hund wird aller Wahrscheinlichkeit nach freudig zu Ihnen sprinten. Belohnen Sie ihn mit einem Superleckerli, an dem er möglichst 5 Sekunden lang aus Ihrer Hand frisst.

Wenn das auch unter Ablenkung und auf größere Entfernung funktioniert, probieren Sie, Ihren Hund mal zu rufen, wenn er beim Gassi die Schleppleine hinter sich herzieht. Sollte er sich umdrehen und zu Ihnen laufen – Jackpot. Im weiteren Verlauf des Trainings können Sie dann die Schleppleine immer wöchentlich um 50 Zentimeter kürzen und sie dann später ganz weglassen.

Wenn Sie eine Pfeife für den Rückruf verwenden möchten, müssen Sie den Hund darauf wie auf den Clicker konditionieren. Für das Training selber brauchen Sie zwei gleiche Spielzeuge, die Ihr Hund toll findet. Heizen Sie ihn ein bisschen mit Spielzeug eins an, und wenn er Sie nicht anspringt oder bellt, dann pfeifen Sie und werfen das Spielzeug hinter sich. Läuft der Hund zum Objekt der Begierde, wird Spielzeug Nummer zwei gezückt. Das zeigen Sie ihm, und wenn er das erste fallen lässt, pfeifen und Spielzeug zwei hinter sich werfen. Später wird der Hund dann nach dem Pfeifen und bevor Sie das zweite Spielzeug rausholen, mit Schleppleine angeleint und dann spielen Sie mit schleifender Leine weiter.

Kommando „einparken“ und Kommando „schau“

Manchen Hunden, die unsicher oder ängstlich sind, kann das „Einparken“ zwischen den Beinen des Halters helfen, in vermeintlich bedrohlichen Situationen gelassener zu bleiben. Dazu stellen Sie sich vor den Hund, grätschen die Beine und locken ihn mit einem Leckerli dazwischen. Dehnen Sie die Zeit, bis er seine Belohnung bekommt, immer weiter aus. Später bekommt er sein Leckerchen nur, wenn er sitzt. Freigabe mit „Lauf“ erfolgt, nachdem Sie wieder über ihn weggestiegen sind. Er soll die Position nicht selbstständig verlassen. Das Hör- zeichen „Einparken“ wird eingeführt, bevor Sie die Beine grätschen. Den Belohnungszeitraum können Sie variieren. Beim Kommando „Schau“ geht es darum, dass der Hund auf ein Zeichen hin seinen Menschen anschaut und diesen Blickkontakt auch bei Ablenkung hält. Dazu nehmen Sie ein Leckerchen in die Hand und lassen Ihren Vierbeiner daran schnüffeln. Dann heben Sie die geschlossene Faust auf Höhe Ihres Gesichtes, und wenn der Hund der Hand mit den Augen folgt, klickern Sie und geben ihm das Leckerchen aus der Hand.

Wenn Sie das ein paar Mal wiederholt haben, dann verlängern Sie den Zeitraum, in dem er Sie anschauen muss. Die Belohnung gibt es nur, wenn er nicht wegschaut. Führen Sie das Hörzeichen „Schau“ ein, und zwar bevor Sie die Leckerli-Hand in Richtung Gesicht führen. Damit er auch wirklich Sie und nicht nur die Hand anschaut, nehmen Sie nun beide Hände nach hinten. Das Leckerli bekommt er nur, wenn er ins Gesicht schaut. Sobald er Blickkontakt aufnimmt, sagen Sie „Schau“ und belohnen ihn. Später verlängern Sie dann den Zeitraum bis zur Belohnung.

Halten Sie nun beide Hände seitlich vom Körper und sagen „Schau“, sobald sein Blick Ihr Gesicht streift. Richtig begriffen hat er es, wenn Sie ihm die Hände vor die Nase halten und er Ihnen bei „Schau“ ins Gesicht blickt. „Schau“- Profis wenden sich im späteren Training nach dem Kommando auch von einem Leckerchen ab, das am Boden liegt, und sehen Sie an. Je häufiger Ihr Hund Sie durch diesen Blickkontakt quasi um Erlaubnis fragt, umso besser ist er in Alltagssituationen, wie über die Straße gehen oder Freigeben des Napfes, lenkbar.

Die gelbe Schleife signalisiert: Kontakt zu anderen Hunden unerwünscht


Beim Rückruf dient der nach oben gestreckte Arm als Sichtzeichen


Wichtige Lektion: „Ziehen an der Leine bringt mich nicht weiter“

Hier soll der Hund lernen, dass er durch Ziehen an der Leine nicht vorankommt, sondern sich bei Erreichen des Leinenendes zum Menschen orientiert.

Wenn er also an der Führleine zieht, bleiben Sie abrupt stehen und gehen einen kleinen Schritt rückwärts. Wenn er sich umwendet: Klick und Belohnung. Im zweiten Schritt treten Sie neben ihn, wenn er sich umgeschaut hat, und belohnen ihn, wenn er in Geradeaus-Position neben Ihnen steht und nicht gleich weiter zieht. Variieren Sie die Momente, in denen Sie belohnen. Mal direkt nach dem Umschauen, mal wenn er ein kurzes Stück an lockerer Leine gelaufen ist.

Dann stellen Sie ihn auf die Probe und gehen mit möglichst lockerer Leine mit einigem Abstand an Spielzeug oder Leckerchen vorbei. Wenn die Übung geklappt hat, darf er das Objekt der Begierde auf das Signal „Nimm’s“ haben. Die Übung verfeinern Sie, wenn Sie in typischen Situationen, in denen er normalerweise zieht, das Leinenende in die vom Hund abgewandte Hand nehmen und mit der anderen Hand die Leine nahe am Halsband kontrollieren. Halten Sie sie neben oder sogar hinter Ihrem Bein fest, auf keinen Fall aber ruckartig daran ziehen. Dann gehen Sie mit ihm ein paar Schritte und lassen locker. Zieht er wieder, begrenzen Sie ihn erneut.

„Bei Fuß gehen“: eine der wichtigsten Übungen

Nehmen Sie Leinenende und Clicker in die vom Hund abgewendete Hand. In der anderen Hand halten Sie ein Leckerli und locken den Hund im Gehen, so dass er sich parallel zum Bein ausrichtet. Gehen Sie ein paar Schritte und belohnen Sie ihn, wenn er nicht springt. Dann nehmen Sie noch ein Leckerchen und winkeln den Arm an. Das ist das Sichtzeichen für „Fuß“. Jetzt bekommt er sein Leckerchen, wenn er diesem Zeichen mit dem Blick folgt.Die Übung lösen Sie mit „Lauf“ auf.

Wenn der Hund das Sichtzeichen verstanden hat, können Sie das Hörzeichen „Fuß“ einführen, wenn der Hund Ihnen beim Losgehen zuverlässig folgt. Wichtig: den Hund für längeres Hinschauen zum angewinkelten Arm belohnen. Er soll aber nicht wissen, wann die Belohnung kommt. Später bekommt er sein Leckerchen nicht mehr aus der Hand mit abgewinkeltem Arm, sondern aus einer Leckerlitasche.

Funktioniert die Übung mit Leine zuverlässig, können Sie sie auch mal mit schleifender Leine und später ganz ohne Leine probieren. Dabei die Ablenkungen durch Umweltreize langsam steigern. Wenn der Hund die Übung frühzeitig selbst beendet, dann versuchen Sie ihn erstens mehr zu motivieren, und zweitens beenden Sie die Übung mit einem „Sitz“, bevor er dann frei laufen darf.

Gassi-Zubehör

Halsband
Das Halsband sollte aus einem möglichst weichen aber stabilen Material sein, gerne ein wenig breiter, damit es nicht einschneidet, wenn der Hund doch ab und zu an der Leine zieht. Wichtig: Zwei Finger breit Platz sollte zwischen Hals und Halsband sein, es weiter zu machen, ist nicht sinnvoll, damit sich der Hund nicht herauswinden kann.

Geschirr
Hier gibt es die verschiedensten Variationen. Wichtig ist nur, dass es richtig sitzt und keine Schnallen im vorderen Ellbogenbereich hat, die den Hund beim Laufen stören. Manche Hundehalter verwenden generell lieber ein Geschirr als ein Halsband. Wenn mit der Schleppleine gearbeitet wird, sollte grundsätzlich ein Geschirr angelegt werden.

Führleine
Der Klassiker, meistens in einer Länge von zwei Metern, die man je nach Bedarf verstellen kann. Führleinen gibt es in den verschiedensten Materialien. Sehr beliebt sind Lederleinen, die geschmeidig in der Hand liegen.

Schleppleine
Eine Trainingsleine, die eine Länge von etwa 8–10 Metern haben sollte, es gibt sie aber auch länger. Sie wird zum Beispiel beim Training für einen sicheren Rückruf verwendet. Da eine solche Leine oft über den Boden schleift, hat sich das Material Biothane bewährt. Es lässt sich leicht reinigen, hat meistens leuchtende Farben, damit man nicht darüberfällt, und kann bei Bedarf auch einfach gekürzt werden.

Clicker
Dieser Knackfrosch ist ein wunderbares Hilfsmittel, um erwünschtes Verhalten punktgenau, eben mit einem Klick, zu bestätigen und zu formen. Der Clicker muss mittels Leckerli konditioniert werden und bedeutet für den Hund ein Versprechen auf eine Belohnung.

Leckerli-Beutel
Super praktisch, denn man hat die Hände frei und trotzdem schnell ein Leckerchen parat, wenn der Hund belohnt werden soll. Die Leckerli-Beutel gibt es natürlich ebenfalls in den verschiedensten Formen und Ausführungen.

Pfeife
Sie wird zum Beispiel für die verschiedensten Signale, wie zum Beispiel Rückruf, eingesetzt. Der Vorteil: Sie ist viel lauter und eindringlicher als die menschliche Stimme und klingt vor allen Dingen immer gleich und drückt daher keine Emotionen aus.

Weniger geeignet: Die Rollleine
Die aufgerollte Leine, die nach Bedarf eingezogen oder aufgerollt werden kann, ist vielen Hundetrainern ein Dorn im Auge, da der Hund damit lernt, dass er durch Zug zum Erfolg kommt. Sie sollte nur bei Hunden verwendet werden, die bereits leinenführig sind. Diese können meist unterscheiden, ob sie an der normaler Führleine oder Stretchleine gehen. Bei Hunden mit ausgeprägtem Jagdverhalten, die nicht abgeleint werden können, wird sie verwendet, um einen größeren Aktionsradius zu ermöglichen.

Das Überspringen der Beine ist ein Element beim Dog Dancing


Machen sie aus ihrer Gassi-strecke einen spontanen spaß-Parcours

Der gemeinsame Spaziergang soll aber nicht nur der Erziehung dienen, sondern vor allem auch beiden, Mensch und Hund, Spaß machen.

Neben den gängigen Spielen wie Apportieren oder Nasenarbeit können Sie je nach Vorlieben Ihres Hundes den Gassiweg auch zu einem kleinen Spaßparcours machen. Irgendwas, über das ihr Hund auf Kommando springen kann oder was er nach Anweisung umrundet, gibt es doch überall. Und wenn gerade nichts anderes da ist, werden eben Sie selbst zum „Sportgerät“.

Die Übung „Drüber“ gibt es auch bei Frisbee oder Dog Dancing

Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden und versuchen Sie den Hund zuerst mit Leckerchen in der gegenüberliegenden Hand herüberzulocken. Loben und belohnen Sie Ihren Hund, sobald er über die Beine steigt oder springt.

Im zweiten Schritt knien Sie sich hin und strecken ein Bein nach vorne. Das Leckerli werfen Sie jetzt für den Hund sichtbar in Höhe des Knies auf die andere Seite. Loben Sie ihn, wenn er darüber- springt, und wechseln dann Seite und Bein. Das Hörzeichen, z.B. „Hopp“, führen Sie erst ein, wenn er sicher springt.

Beim Slalom lernt der Hund mit engem Körperkontakt


ein slalom durch die Beine ist ein super Trick für alle Hunde

Den Slalom durch die Beine trainieren Sie, indem Sie den Hund auf die linke Seite von sich positionieren und dann Ihr rechtes Bein vorstellen.

Locken Sie ihn mit der rechten Hand durch die Beine hindurch und belohnen Sie ihn auf der anderen Seite. Dasselbe dann mit dem linken Bein probieren. Später nehmen Sie dann in jede Hand ein Leckerli, führen die Schritte nacheinander aus und führen ihn in einer leichten Schlängelbewegung durch die Beine. Wenn er beim Grätschen der Beine schon weiß, was Sie von ihm wollen, reduzieren Sie das Locken.

Halten Sie die Leckerchen höher und belohnen Sie erst später nach zwei bis sechs erfolgreichen Durchläufen.

BUCHTIPBUCHTIPP

Gassi-Training
Wenn Sie die Übungen gerne noch mal genauer nachlesen möchten oder noch mehr Ideen, Tipps und Anregungen für Training, Spiel und Spaß unterwegs suchen: Das Buch „Gassi-Training“ von Dr. Sandra Bruns und Anett Seidenstricker erklärt mit vielen Bildern anschaulich und Schritt für Schritt 30 Erziehungsübungen und Beschäftigungstipps. Mehr Gassi-Spaß ist garantiert! Außerdem hilft das Buch Ihnen bei der Erstellung eines Gassi-Tagebuches. „Gassi Training“, Dr. Sandra Bruns/Anett Seidenstricker, Kosmos Verlag, 136 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-440-14294-3


Fotos: istockphoto.com, Kosmos Verlag/Daniela Drews, Shutterstock/Andrej Eremin