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Tomas Nesnidal


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Traders - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

DIE KUNST DES ALGOTRADINGS

PEOPLE

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 2/2022

Mehr über Tomas Nesnidal erfahren Sie unter https://www.systemsontheroad.com

TRADERS´: Bitte erzählen Sie uns, wie Sie überhaupt zum Trading gekommen sind.

Nesnidal: Tatsächlich komme ich aus einer ganz anderen Branche, der Filmindustrie, und bin sozusagen ein Quereinsteiger ins Trading. Ich war immer ein sehr kreativer Mensch und konnte das als Filmregisseur auch gut ausleben. Allerdings war ich damals, wie es leider bei vielen Künstlern der Fall ist, ständig pleite. Und das war ein Problem, denn ich wollte gern regelmäßig zusammen mit meiner Frau verreisen. Also suchte ich nach Ideen, um nebenher Geld zu verdienen.

TRADERS´: Und ausgerechnet im Trading hat das tatsächlich funktioniert …?

Nesnidal: Nun ja, natürlich nicht sofort. Was mich aber reizte dranzubleiben, war die kreative Komponente. Und ich hatte schließlich auch nicht viel zu verlieren, als ich mit meinem ...

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... 2.500-Dollar-Konto startete. Trotzdem dauerte es etwa drei Jahre, bis ich dauerhaft erfolgreich war.

TRADERS´: Was und wie haben Sie damals getradet?

Nesnidal: Ich war Daytrader und begann mit dem E-Mini-S&P-Future. Ich handelte meist in den ersten zweieinhalb Stunden, also von 15:30 bis 18 Uhr, und machte im Durchschnitt zwei bis drei Trades am Tag. Meine Ansätze waren Momentumtrading und der Handel von Widerstand und Unterstützung. Das waren einfache Standardstrategien, die für mich vor allem auch deshalb funktionierten, weil ich einen strikten Ansatz zur Verwaltung meiner Positionen hatte. Ich fokussierte mich zum einen darauf, ein Chance/Risiko-Verhältnis von 2:1 zu erreichen, also bei meinen Gewinntrades das Doppelte meines Initialrisikos zum definierten Stopp zu verdienen. Zum anderen habe ich ohne Ausnahme immer mit Stopps gehandelt und konnte so meine Verluste von Anfang an begrenzen. Das gab mir aus mathematisch-statistischer Sicht die Überzeugung, dass es auf Dauer möglich sein muss, einen Gewinn zu erzielen. Später handelte ich neben dem E-Mini S&P auch den E-Mini Russell 2000, den E-Mini Dow und den Bund-Future.

TRADERS´: Kann man diese einfachen Ansätze auch heute noch profitabel handeln?

Nesnidal: Das Problem ist die heute viel höhere Volatilität. Man muss also viel größere Stopps setzen und braucht deshalb ein deutlich höheres Startkapital – ich würde sagen, mindestens 20.000 Dollar. Es sei denn, man handelt mit den Micro-Futures, hier reichen wahr- scheinlich nach wie vor 5.000 Dollar. Die mathematisch-statistischen Grundlagen sind aber damals wie heute gleich.

TRADERS´: Wie ging es weiter, als Sie nach etwa drei Jahren regelmäßig Gewinne machten?

Nesnidal: Ich war seitdem nur noch Trader. Ich lebte damals günstig in Prag und brauchte nur etwa 2.000 Euro im Monat, um alle meine Ausgaben zu decken und mir dabei noch etwas zur Seite zu legen. In den Jahren 2005 und 2006 war die allgemeine Volatilität an den Märkten niedrig, weshalb ich mich mit nichtdirektionalen Volatilitätsstrategien wie dem Iron Condor beschäftigte. Aber ich handelte parallel dazu auch direktionale Swingtradingansätze mit Optionen auf den S&P 500 sowie auf relativ ETFs und Futures . Mit der Zeit wurde so meine Er fahrung breiter, was Strategien und Instrumente angeht . tegien von 3.0 00 auf 50.000 Dollar a utomatisieren. Also sc hob ich es lange vor mir her. Doch dann schaf fte es ein befreundeter Trader in Prag, sein Konto mit a utomatisierten Stra-

TRADERS´: Heute handeln Sie automatisiert mit Futures. Wie haben Sie das umgesetzt?

Nesnidal: Anfangs war ich skeptisch, ob es wirklich machbar ist, mein Trading komplett zu hochzuhandeln. Er half mir dabei, es ebenfalls umzusetzen. Auch hier war es wieder der kreative Aspekt, der mich reizte: Denn mithilfe von Algotrading erschien es mir machbar, alle möglichen Ideen parallel zu verwirklichen. Deshalb bezeichne ich es auch als die Kunst des Algotradings. Und daneben hatte ich dann auch mehr Zeit für andere Dinge, was natürlich ein weiterer Vorteil war.

TRADERS´: Können Sie uns verraten, wie die technische Umsetzung aussieht?

Nesnidal: Ich habe einen Account bei TradeStation eröffnet und meine Strategien in Easy Language programmiert. Das Ganze läuft auf einem eigenen Remote-Desktop-Server, sodass ich jederzeit per Smartphone von unterwegs alles überprüfen kann.

TRADERS´: Easy Language ist aber nicht gerade die modernste beziehungsweise am besten entwickelte Sprache. Warum verwenden Sie diese trotzdem?

Nesnidal: Sicherlich ist Easy Language im Vergleich zu den modernsten Sprachen eher mittelmäßig und etwas veraltet, aber trotzdem stellt es im Gesamtpaket die beste Lösung dar. Das liegt daran, dass es auch heute noch ein Standard ist, vor allem in den USA. Sogar Hedgefonds arbeiten nach wie vor damit. Zudem lassen sich viele Sachen relativ einfach umsetzen, ohne erst einen Experten für Programmierung zu beauftragen, der vielleicht wenig oder gar nichts vom Trading versteht, aber dafür einen Haufen Geld kostet. Und auch der verfügbare Support und die Onlineressourcen sind bei Easy Language hervorragend. Man findet also für so ziemlich jedes Problem auch die passende Lösung.

„Im Prinzip funktionieren Volatilitätsausbrüche in rund 90 Prozent aller Futuresmärkte.“

TRADERS´: Unabhängig von der verwendeten Programmiersprache lässt sich aber nicht alles algorithmisch umsetzen, oder?

Nesnidal: Das stimmt. Zum Beispiel sind Widerstände und Unterstützungen extrem schwierig abzubilden, weshalb ich diesen Ansatz nicht mehr nutze. Das macht aber nichts, da ich eine bessere Strategie gefunden habe, und zwar Volatilitätsausbrüche.

TRADERS´: Wie funktioniert dieser Ansatz?

Nesnidal: Zum Beispiel definiere ich eine Spanne von zwei oder drei Average True Ranges (ATRs) ausgehend vom letzten Schlusskurs. Wird dieser Bereich angesteuert, folgt häufig eine Momentumbewegung, die für einige Stunden anhalten kann. Bei einigen Strategien nutze ich zusätzlich das Handelsvolumen sowie den Average Directional Index (ADX) oder den Directional Movement Index (DMI) zur Messung der Trendstärke. Zum Beispiel kann es sinnvoll sein, den Ausbruchstrade nicht umzusetzen, wenn der ADX zu niedrig ist. Im Prinzip funktionieren Volatilitätsausbrüche in der einen oder anderen Form in rund 90 Prozent aller Futuresmärkte, sowohl im Intraday-als auch im Swingtrading.

„Failed Break-outs sind Teil des Spiels. Man kann sie nicht gänzlich vermeiden.“

TRADERS´: Gibt es wie bei klassischen Ausbrüchen auch hier das Problem, dass die Bewegung abbricht und scheitert?

Nesnidal: Failed Break-outs sind Teil des Spiels. Man kann sie nicht gänzlich vermeiden. Man muss mit ihnen leben und die damit verbundenen Verluste akzeptieren, und mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Allerdings lassen sie sich bis zu einem gewissen Grad reduzieren. Dazu untersuche ich, wann beziehungsweise wo statistisch gesehen die meisten dieser Muster auftreten. Eine Möglichkeit ist es dann, zum Beispiel die schlechtesten Wochentage für Long-und Short-Trades zu vermeiden.

TRADERS´: Welche weiteren Ideen sind für Sie hilfreich?

Nesnidal: Was auch gut funktioniert, sind einfache Chartmuster, wie Sie zum Beispiel Larry Williams in seinen Büchern vorgestellt hat. Damit meine ich vor allem Muster, die auf klaren Datenpunkten wie Eröffnungs-und Schlusskursen sowie Hochs und Tiefs beruhen und somit eindeutig definiert werden können. Ich trade diese Muster nicht direkt, aber beziehe einige der Ideen in meine Ausbruchsstrategien ein.

TRADERS´: Müssen Sie Ihre Strategien regelmäßig an die Marktbedingungen anpassen oder sind diese von vornherein adaptiv konstruiert?

Nesnidal: Sowohl als auch. Zum einen sind viele Ansätze autoadaptiv. Das heißt, dass sie sich zum Beispiel an die Volatilität des Marktes anpassen, indem sie sich in ihrer Logik auf die aktuelle ATR des gehandelten Futures beziehen. Trotzdem optimiere ich die meisten Strategien zusätzlich alle sechs bis neun Monate auf die jeweils zurückliegenden zwölf Monate an Daten. Ein Problem, das aber auch dadurch nicht gelöst wird, ist, dass etwa bei den Strategien zu Volatilitätsausbrüchen schon nach rund 18 Monaten die generelle Profitabilität zurückgeht.

TRADERS´: Das heißt also, Sie brauchen regelmäßig Ersatz?

Nesnidal: Ganz genau, ich brauche mit der Zeit neue Strategien.

TRADERS´: Wird es im Lauf der Zeit nicht zunehmend schwieriger, noch neue Strategien zu entdecken?

Nesnidal: Hier kommt wieder meine Kreativität ins Spiel, mit deren Hilfe ich fortlaufend neue Konzepte und Ideen entdecke. Das kann alles Mögliche sein: neue Indikatoren, andere Periodenlängen, veränderte Volatilitätsmaße, zusätzliche Marktbreitefilter, veränderte Kombinationen von bereits bestehenden Komponenten und so weiter. Die grundsätzlichen Modelle sind dabei immer ähnlich, aber bei den vielen Details gibt es praktisch endlose Möglichkeiten. Ich denke also nicht, dass mir auf absehbare Zeit die Ideen ausgehen. Entscheidender ist eine strikte Testund Auswahlmethodik, bei der nur die wirklich robusten Strategien übrig bleiben. An dieser Stelle sind viele Systemhändler zu nachlässig.

TRADERS´: Gibt es besondere Daten, die Sie bei der Erstellung einzelner Strategien einbeziehen?

Nesnidal: Eine oft unterschätzte Sache sind Daten zur Marktbreite wie das Aufwärts-und Abwärtsvolumen aller Aktien an der New York Stock Exchange (NSYE). Interessant ist auch der Tickindex, der die Anzahl steigender und fallender Aktien an der NSYE auf Basis ihrer letzten Ticks vergleicht und auf Sekundenbasis aktualisiert wird. Diese und weitere Market Internals sind eine ideale Ergänzung für klassische Daten zu den Kursen und zum Open Interest. Allerdings sind sie im Rahmen einer Automatisierung auch etwas schwieriger zu implementieren.

„Mein Ziel sind möglichst niedrige Korrelationen über alle Strategien hinweg.“

TRADERS´: Arbeiten Sie immer noch mit der Prämisse, ein Chance/Risiko- Verhältnis von 2:1 zu erreichen?

Nesnidal: Es kommt natürlich auf die jeweilige Strategie an. Entscheidend ist, dass die Höhe der durchschnittlichen Gewinne und Verluste zusammen mit der jeweiligen Trefferquote am Ende einen statistisch positiven Erwartungswert ergibt. Im Durchschnitt sind meine Gewinne etwa zweieinhalbmal so hoch wie die Verluste und meine Trefferquote liegt bei etwa 40 Prozent. Bei den meisten Trades steige ich nach wie vor anhand vordefinierter Kursziele oder bei Erreichen des Stopps aus, beziehungsweise im Daytrading spätestens am Ende des Tages und im Swingtrading am Ende der Woche.

TRADERS´: Sie handeln ein diversifiziertes Portfolio verschiedener Strategien, die sich gegenseitig ergänzen. Wie viele Strategien braucht man aus Ihrer Sicht, um auf diese Weise in den Systemhandel einzusteigen?

Nesnidal: Ich denke, dass fünf gute Ansätze durchaus schon ausreichen. Ideal sind dagegen zwischen zwölf und 20 Stück. Dort liegt der sogenannte Sweet Spot, bis zu dem es einen zusätzlichen Vorteil im Verhältnis zum Aufwand bringt, weitere Strategien hinzuzufügen, zumindest was private Trader angeht. Man muss schließlich auch den Überblick behalten und ab und zu manuelle Anpassungen vornehmen, wenn etwa der Frontkontrakt eines Futures ausläuft.

TRADERS´: Wie sieht Ihr Portfolio an Strategien zurzeit aus?

Nesnidal: Mein Ziel ist es, eine möglichst niedrige Korrelation über alle Strategien hinweg und damit eine möglichst stabile Kapitalkurve zu erreichen. Ganz so, wie es auch etablierte Commodity Trading Advisors (CTAs) anstreben. Momentan handle ich etwa 20 verschiedene Futures aus den Bereichen Aktienindizes, Energie und Agrarrohstoffe, auf die jeweils eine bis zwei Strategien laufen. Das macht insgesamt etwa 30 einzelne Ansätze mit unterschiedlicher Handelslogik oder auf verschiedenen Zeitebenen. Der Vorteil von Futures ist auch, dass sich diese auf verschiedene Märkte beziehen und es damit möglich ist, niedrige Korrelationen abzubilden, die es zum Beispiel am Aktienmarkt kaum noch gibt. Ein wirklich stabiles Tradingeinkommen ist deshalb aus meiner Sicht nur über ein diversifiziertes Futuresportfolio möglich. Positiv ist auch, dass sich die Liquidität in den letzten Jahren insgesamt verbessert hat, sodass fast alle Futures gut handelbar sind, mit wenigen Ausnahmen wie zum Beispiel Bauholz.

TRADERS´: Wie sieht es mit den Kryptomärkten aus, wäre das nicht auch eine gute Quelle für zusätzliche Diversifikation?

Nesnidal: In diesem Markt handle ich gar nichts. Das liegt vor allem daran, dass es nicht genug Daten für umfangreiche Tests gibt und diese stellen eben die Grundlage meiner Strategien dar. Ich möchte mindestens zehn Jahre an Daten über verschiedene Volatilitätsregimes hinweg sehen.

„Drawdowns können das Selbstvertrauen eines Händlers schwer beschädigen.“

TRADERS´: Wie gehen Sie mit schwierigen Tradingphasen um?

Nesnidal: Das ist eine wichtige Frage, die oft vernachlässigt wird. Trading kann sehr stressig sein und die Drawdowns können das Selbstvertrauen eines Händlers schwer beschädigen. Deshalb braucht es Mechanismen, um damit klarzukommen und die emotionale Balance zu wahren. Für mich ist das in erster Linie Meditation, die ich täglich praktiziere, sowie regelmäßiger Sport und vielleicht ein-oder zweimal im Jahr auch Tradingpausen. Die Kombination aus Trading, Meditation und Reisen ist aus meiner Sicht deshalb perfekt.

TRADERS´: Hatten Sie auf Ihren vielen Reisen manchmal Schwierigkeiten, beim Trading den Überblick zu behalten?

Nesnidal: Eigentlich nicht, ganz im Gegenteil. Die wechselnde Umgebung half mir sogar dabei, immer wieder neue, kreative Ideen zu entwickeln, sodass es insgesamt ein positiver Faktor war. Zum Beispiel hatte ich auf einer Kreuzfahrt im Jahr 2016 die Idee, einen eigenen Hedgefonds zu starten, was ich dann auch im kleinen Rahmen für Familie und Freunde umgesetzt habe. Das Reisen ist wahrscheinlich sogar einer meiner Vorteile gegenüber anderen Systementwicklern, da es mich immer wieder auf neue Ideen bringt. Ich brauche diesen Lifestyle einfach, auch um auf Dauer kompetitiv zu bleiben. Seit Corona ist es zwar schwieriger geworden, große Reisen zu machen, aber innerhalb Europas ist vieles möglich und momentan reisen wir oft auch innerhalb von Spanien.

TRADERS´: Haben Sie noch größere Pläne mit Ihrer Hedgefondsidee?

Nesnidal: Ja, tatsächlich ist das momentan mein Hauptprojekt. Ich versuche das Ganze gemeinsam mit meinem Team zu einem Fonds für institutionelle Anleger aufzubauen, was natürlich einen hohen Aufwand und jede Menge Papierkram erfordert. Zudem sind auch weitaus mehr einzelne Strategien notwendig als in meinem privaten Trading, geplant sind 200 bis 300 Stück. Mein Ziel ist es also, damit den nächsten Schritt zu gehen und in Zukunft nicht mehr auf eigene Rechnung zu handeln, sondern nur noch über den Fonds. Durch den damit verbundenen Skaleneffekt ergeben sich natürlich ganz andere Möglichkeiten.

Das Interview führte Marko Gränitz.