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TONY HAWK’S PRO SKATER 1+2


N-Zone - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

Artikelbild für den Artikel "TONY HAWK’S PRO SKATER 1+2" aus der Ausgabe 8/2021 von N-Zone. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: N-Zone, Ausgabe 8/2021

Etwa sechs Jahre ist es nun her, dass das desaströse Tony Hawk’s Pro Skater 5 für PS4 und Xbox One erschien. Der Titel war eine technische Frechheit und ein spielerischer Offenbarungseid. Die Steuerung war ungenau, die Missionsziele schwachsinnig, und zahlreiche Glitches sorgten dafür, dass Fans der Reihe nicht wussten, ob sie lachen oder weinen sollten. Die Wiederbelebung der Marke war gescheitert und alle waren sich einig, dass das Tony-Hawk-Franchise nach diesem Flop wohl endgültig begraben wird. Doch so kann man sich irren, denn im letzten Jahr erschien ein Remake der ersten beiden Serienteile. Verantwortlich für die Entwicklung sind diesmal Vicarious Visions, die bereits mit der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy zeigten, dass sie es verstehen, alte Marken neu aufleben zu lassen. Auch mit THPS 1 + 2 ist dies geglückt. Der Titel vermittelt die gleiche Freude wie die Originale vor 22 und 21 ...

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... Jahren. Gleichzeitig nahmen die Entwickler jedoch auch einige Anpassungen vor. Und das Schönste: Jetzt gibt es den Titel auch endlich für die Nintendo Switch!

Oldschool-Skaten mit Onkel Tony

Schon beim Start des Spiels fällt einem direkt die Vermischung von Altem und Neuem auf. Neben den 13 bereits aus den Originalen bekannten Skatern wie Chad Muska, Bob Burnquist oder eben Tony Hawk stehen stehen auch acht neue echte Skater zur Auswahl. Darunter befinden sich unter anderem Lizzie Armanto, Nyjah Huston und Tony Hawks Sohn Riley. Zudem darf man sich auch bis zu drei eigene Skater erstellen, mit denen wir die Level unsicher machen. Apropos: Sämtliche Areale aus den Originalen sind natürlich auch im Remaster verfügbar. Wir können uns dabei aussuchen, ob wir unsere Sessions im ersten oder zweiten Teil starten. Gesammelte Stat-Punkte, mit denen wir die Fähigkeiten unseres ausgewählten Skaters verbessern, werden vom einen ins andere Spiel und allgemein Modi-übergreifend übernommen. Stat-Punkte lassen sich jedoch nicht auf andere Skater übertragen, sondern können nur für den Rollbrettfahrer eingesetzt werden, der diese auch eingesammelt hat. In den Skate-Sessions haben wir – genau wie früher – zwei Minuten, um die Buchstaben S- K-A-T-E zu sammeln, bestimmte Gaps zu meistern, Highscores zu knacken, das versteckte Tape zu finden oder auch eine Trick-Kombo zu skaten, die eine bestimmte Punktzahl erreicht. Dazu gibt es eben auch noch eine bestimmte Menge an Stat-Punkten zu finden. Wer das alles nicht innerhalb eines Zwei-Minuten-Runs schafft, darf aber natürlich so oft er möchte, eine neue Session starten, um liegengebliebene Aufgaben zu erledigen. Man muss immer eine gewisse Anzahl an Zielen abgehakt haben, um das nächste Level freizuschalten, wo einen dann auch wieder in etwa die gleichen Aufgaben erwarten. Musste man im Hangar noch Pilotenabzeichen sammeln, sind es in der Schule eben Flurpässe. Die zu erreichenden Highscores hingegen werden von Level zu Level natürlich höher. Allerdings gibt es auch Skate- Areale, in denen uns nicht die üblichen Aufgaben gestellt werden, sondern wir innerhalb von drei Runden in einem Wettbewerb gegen andere Skater antreten. Hier müssen wir dann eine Medaille erringen, um das nächste Level freizuschalten. Unseren Kontrahenten begegnen wir jedoch nicht im Skate-Park. Wir sehen nur ihre Namen in der Wertungstabelle. Auch Zuschauer, die sich den Wettbewerb anschauen, sind nirgends zu finden. Genau wie bei den immer gleichen Aufgaben merkt man hier doch eindeutig das Alter der Vorlage. THPS-Veteranen bekommen genau das, was sie von früher kennen, doch jüngere Spieler, welche die Originale nicht gezockt haben, dürften das recht altbacken finden. Selbst wenn man darüber nachdenkt, dass gewisse Dinge nicht mehr so ganz zeitgemäß sind, wird man aber trotzdem nicht gelangweilt abwinken, denn gerade in späteren Abschnitten sind gewisse Aufgaben doch immer noch ganz schon fordernd und der ständige Fortschritt ist motivierend.

Mehr Herausforderung

Wer überhaupt keine Lust auf zweiminütige Sessions hat oder mit dem Druck, in dieser Zeit Aufgaben zu erledigen, nicht umgehen kann, darf sich übrigens freuen. Im Freien Skaten sind bis auf die geheimen Level sämtliche Abschnitte direkt freigeschaltet. Hier kann man dann in aller Ruhe Tricks üben oder geheime Wege aufspüren. Dennoch wird man auch hier mit Fortschritt belohnt. Egal, in welchen Modi wir gerade unterwegs sind, im Hintergrund laufen stets bestimmte Challenges mit. Diese sind teils an den jeweiligen Skater und dessen Fähigkeiten gebunden, teils aber auch völlig offen. Meistern wir beispielsweise eine Kombo, in der wir einen Lip-Trick mit einem Revert und einem Manual verbinden, ploppt eine bestandene Heraus- forderung auf. Andere Challenges hingegen richten sich nach einer bestimmten zu erreichenden Punktzahl oder der Menge an ausgeführten Flip-Tricks. Wählen wir bestandene Challenges aus, erhalten wir Geld, mit dem wir neue Klamotten, Rollen, Griptapes oder Decks im Skate-Shop erwerben können. Zudem erhalten wir aber auch Erfahrungspunkte, durch die wir im Rang aufsteigen. Viele Objekte im Skate-Shop werden nämlich erst bei Erreichen einer bestimmten Stufe freigeschaltet. Je nach Challenge erhalten wir aber auch direkt bestimmte Accessoires, ohne diese noch kaufen zu müssen. Keine Angst übrigens, Mikrotransaktionen gibt es in Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2 nicht. Alles wird ausschließlich mit In-Game-Währung bezahlt.

Die Anfänger-Challenges sind wirklich keine große Herausforderung. Die kann man einfach so nebenbei erledigen. Andere Aufgaben richten sich einfach nur nach der Spielzeit. Echte Kenner und Könner der Reihe werden jedoch in den Veteranen- und Legenden-Challenges aufgehen, die wirklich knackig sind. Wir starteten nach dem Durchspielen immer wieder in bekannte Level, um endlich eine bestimmte Challenge zu meistern und dafür ein spezielles Abzeichen zu verdienen. Schön ist übrigens, dass Vicarious Visions den wohl größten Kritikpunkt, den es an den versionen für PS4 und Xbox One gab, mittlerweile ausgebügelt haben. Zu Release konnte man die Aufgaben in den Levels nämlich nur ein einziges Mal lösen. Nun darf man jedoch frei entscheiden, ob man alle Missionsziele auf einmal abhakt oder sie mit jedem Skater einzeln erfüllen möchte. Das sorgt natürlich für mehr Langzeitmotivation. Zudem schaltet man echte Skate-Videos frei, wenn man mit einem Skater sämtliche 50 Stat-Points einsammelt. Echte Profis dürfen sich außerdem an Speedruns wagen. Hier muss man innerhalb von zwei Minuten alle angegebenen Ziele erfüllen.

Wie nach Hause kommen

Obwohl Vicarious Visions neue Challenges eingebaut hat, merkt man schon an gewissen Punkten, dass der Zahn der Zeit etwas an dem Missionsdesign genagt hat. Trotzdem spielt man aber mit Freude Session um Session, denn das Gameplay ist einfach zeitlos. Man merkt, dass die Entwickler Zugriff auf den Code der damals von Neversoft entwickelten Originale hatten, denn die Skater steuern sich so eingängig und genau wie man es aus den Hochzeiten der Serie kennt. Egal, ob man nun als Kenner der Reihe direkt fette Kombos raushaut oder ob man als Anfänger gerade erst lernt, wie man Flips mit Manuals verbindet – Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2 spielt sich einfach klasse. Vielleicht sogar so gut wie kein anderer Teil zuvor. Vicarious Visions haben das Spielgefühl der ersten beiden THPS-Teile jedoch sinnvoll mit Features aus späteren Teilen erweitert, die man heutzutage nicht missen wollte. Keine Angst, man muss nicht vom Board absteigen und schlechte Auto- Missionen absolvieren wie bei Underground. Auf solche unsinnigen Elemente haben die Entwickler glücklicherweise verzichtet. Stattdessen haben sie Features aus den Teilen 3 und 4 übernommen, die das Gameplay wirklich aufwerten. So darf man nun mit Reverts Vert-Tricks aus der Rampe mit Manuals verbinden, um Kombos zu verlängern. Zudem darf man Double- sowie Triple- Flips ausführen, Manuals mit den Aktionstasten hin zu schwierigeren Tricks verändern und man kann Spine-Transfers ausführen. Also, von einer Half-Pipe in eine dahinterliegende Pipe springen. Das fühlt sich alles gut und richtig an und verleiht dem eigentlich recht rudimentären Gameplay der Originale die nötige Varianz und Tiefe. Gleichzeitig wirken sich die Fähigkeitspunkte aber stärker auf die Skater aus als in den neueren Teilen. Manche Gaps kann man wirklich erst überspringen, wenn man ein paar Stat-Points auf die Punkte Ollie und Geschwindigkeit gelegt hat. Absolute Nostalgiker dürfen aber auch einstellen, dass sie mit dem Gameplay aus dem originalen Teil 1 oder 2 fahren, wo die Kombo-Möglichkeiten noch arg beschränkt waren. Egal, wie man nun lieber skatet, ein weiterer großer Pluspunkt des Spiels ist der geniale Soundtrack mit etlichen bekannten Punk- und Hip-Hop-Tracks. Sämtliche Songs aus den Originalen sind wieder mit an Bord. Wir zerstören Polizeiautos per Grind, während Rage Against the Machines „Guerilla Radio“ läuft, flippen zu Naughty by Natures „Pin the Tail on the Donkey“ über Gaps oder springen zu Goldfingers „Superman“ aus der Pipe. Wie schon damals treibt der Soundtrack an und trägt dazu bei, dass man in den richtigen Flow kommt, um den Highscore zu knacken. Die Songs sind auch nicht auf einen Teil beschränkt. Kenner der Originale dürften sich also anfangs schon mal fragen, was hier eigentlich gerade nicht so recht passt, wenn beispielsweise Millencolins „No Cigar“ spielt, während man gerade durch ein Level von THPS 1 skatet. Das liegt aber einfach an eingebrannten Erinnerungen, der Soundtrack ist allgemein absolut hochwertig und passt hervorragend zum Spielgefühl. Zudem wurde er auch noch um einige neue Songs bekannter Künstler ergänzt. Die neue Musik kann es zwar nicht mit dem Original-Soundtrack aufnehmen, ist aber auch gelungen und stört nicht. Songs, die man gar nicht mag, darf man außerdem auch in der Playlist deaktivieren (und tschüss, Billy Talent).

Auf die Technik kommt’s an

So sehr wir die Neuauflage von Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2 bisher auch gelobt haben, jetzt muss sich das Remaster zum rüstigen Rollbrettfahrer etwas Kritik gefallen lassen, denn technisch ist der Titel nicht ganz sauber. Auf den ersten Blick haben Vicarious Visions es wirklich geschafft, die klassischen Level in die heutige Zeit zu bringen. Man erkennt sämtliche Areale sofort wieder und fühlt sich heimisch. Gleichzeitig gibt es aber auch etliche Feinheiten und Details zu bewundern. Schnell fällt jedoch auch auf, wie leer die Levels sind. Klar, es gibt super viele Rails, Ramps, Pipes und andere Objekte, an denen man rumtricksen kann, und auch die wilden Taxifahrer aus New York oder der nervige Golfkart-Typ aus Schule 2 sind im Spiel, aber ansonsten gibt es keine Leute, die sich ebenfalls in den Arealen tummeln. Es ist schon fast befremdlich, wenn man den kompletten Strandabschnitt von Venice ganz für sich selbst hat. Hier hätten Vicarious Visions wirklich ein paar NPCs einbauen können. Allerdings hatten die Entwickler wohl ohnehin ein paar Probleme und haben deshalb darauf verzichtet. Das sieht man zum Beispiel an den immer wieder deutlich zu spät nachladenden Texturen. Vor allem wenn man sich im Menü durch die Skater und Klamotten klickt, fällt das sehr auf. Auch beim Start eines Levels kommt es durchaus häufiger vor, dass die Texturen noch ein oder zwei Sekunden länger brauchen.

Zudem ruckelt der Splitscreen- Multiplayer auffällig. Das ist richtig schade, denn Modi wie Graffiti, Loser oder Highscore-Jagd machen eigentlich richtig Laune. Die Singleplayer- und Online-Multiplayer-Modi laufen dafür aber konstant mit 30 fps. Hier muss man allerdings auch anmerken, dass die Switch-Version im Vergleich zu den Fassungen für PS4 und Xbox One grafisch ein wenig abgespeckt wurde. Detailgrad und Weitsicht sind nicht so hoch und teilweise kann man Treppchenbildung an Objekträndern beobachten. Im Handheld-Modus wirkt die Optik teilweise sogar ein wenig verwaschen. Doch zum Schluss noch etwas Lob: Der Mach-dir-den-Park-Modus lässt sich super einfach bedienen und sogar Kreationen aus der Community darf man herunterladen. Bei so viel Umfang und genialem Gameplay kann man dann auch über ein paar technische Makel hinwegsehen.

Christian Dörre

MEINUNG Christian Dörre

Einfach ein tolles Spiel mit zeitlosem Gameplay!

Nach dem unterirdischen Tony Hawk’s Pro Skater 5 hätte ich nicht gedacht, dass die von mir damals so heiß geliebte Reihe noch mal wiederkommt. Ich bin aber froh, dass Activision die Serie nicht einfach sterben ließ und Vicarious Visions mit diesem Remaster/Remake beauftragte. Die neuen Entwickler haben das Spielgefühl der alten Skate-Klassiker in die Moderne geholt, das Gameplay jedoch sinnvoll mit genau den richtigen Features aus den Nachfolgern erweitert. Technisch könnte der Titel sicher etwas sauberer sein. Gerade das Geruckel im Splitscreen-Modus ist ärgerlich, aber meistens skatet man ja eh alleine und da ist das Gameplay einfach wunderbar eingängig, präzise, motivierend und spaßig. Als THPS-Fan der ersten Stunde, der wohl kaum eine andere Spielereihe so exzessiv gesuchtet hat, bin ich trotz der erwähnten Mängel sehr zufrieden. Also, Vicarious Visions, macht euch bitte ab sofort an die Arbeit für Tony Hawk’s Pro Skater 3 + 4.