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TOOLS UNTER DER LUPE: Perfekte Freisteller


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 06.02.2019

Seit der Einführung des Arbeitsbereiches»Auswählen und Maskieren« in Photoshop 2015.5 buhlen mehrere Auswahl-Werkzeuge mit gleichen oder ähnlichen Namen um die Gunst des Anwenders.Stefan Klein erklärt Ihnen die feinen, aber doch entscheidenden Unterschiede.


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Foto: badinrobert, Jani Riekkinen – Adobe Stock #111 822 933, #153 819498

Die zwei Schnellauswahl-Werkzeuge

Das»Schnellauswahl-Werkzeug« finden Sie sowohl in Photoshops normaler Werkzeugleiste als auch in der des Arbeitsbereiches»Auswählen und Maskieren« . Trotz gleichen Namens und Symbols unterscheiden sie sich allerdings sowohl in der ...

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Das»Schnellauswahl-Werkzeug« finden Sie sowohl in Photoshops normaler Werkzeugleiste als auch in der des Arbeitsbereiches»Auswählen und Maskieren« . Trotz gleichen Namens und Symbols unterscheiden sie sich allerdings sowohl in der Anwendung als auch in der Wirkungsweise.

Standard-Schnellauswahl
Photoshops natives»Schnellauswahl-Werkzeug « bietet den Vorteil, dass Sie es direkt verwenden können, ohne erst in den Arbeitsbereich»Auswählen und Maskieren« wechseln zu müssen. Mit der Option»Automatisch verbessern« des Werkzeugs haben Sie auch einen gewissen Einfluss auf die Qualität der Auswahl. Ist diese Option aktiviert, versucht das»Schnellauswahl-Werkzeug« die Härte der Auswahlkanten an das Objekt anzupassen. Im Vergleich zum Standardmodus (a) wird die Auswahl dadurch in manchen Bereichen härter, in anderen wiederum weicher (b).

Der Parameter»Härte« (c) im Flyout-Menü der Optionsleiste hat meist keinen Einfluss auf das Ergebnis. In Foto: badinrobert, Jani Riekkinen – Adobe Stock #111 822 933, #153 819498 seltenen Fällen kann es bei sehr geringer»Härte« zu unschönen Verläufen an den Maskenkanten kommen. Sinnvoll einsetzen lässt sich dieser Parameter nicht, und es empfiehlt sich, seinen Wert auf 100 % zu belassen. Auch der»Abstand« (d) hat keine praxisrelevante Auswirkung und kann beim Standardwert von 25% bleiben.

Für die Einstellung der»Größe« folgen Sie dem Grundsatz „So groß wie möglich, so klein wie nötig”. Das heißt: Eine kleine Werkzeugspitze ist nur für die Auswahl kleiner Details erforderlich, bei großen Flächen verlangsamt sie die Auswahl unnötig.

Wenig bekannt ist die Lernfähigkeit des»Schnellauswahl-Werkzeugs « : Bei Motiven, deren Konturen das»Schnellauswahl-Werkzeug« aufgrund der Kontrastverhältnisse schwer erkennen kann, werden häufig Partien außerhalb des zu selektierenden Objekts ausgewählt. Um von vornherein eine Auswahl des Hintergrunds zu verhindern, wählen Sie zunächst nur einen kleinen Teil des Objektes aus (e) und überstreichen danach die auszuschließenden Bereiche mit gedrückter»Alt« -Taste (f). Fahren Sie dann mit der Auswahl der restlichen Bereiche des Objektes fort (g).

A&M-Schnellauswahl
Photoshops zweites»Schnellauswahl-Werkzeug « finden Sie im Dialog»Auswahl > Auswählen und Maskieren« (h). Adobe hat hier die für das Werkzeug unnützen Parameter»Härte« und»Abstand« weggelassen. Auch die Option»Automatisch verbessern« ist nicht verfügbar. Ein großer Vorteil sind die verschiedenen»Ansichtsmodi« (i), die Sie entweder über das Flyout-Menü oder per Tastaturkürzel wählen können. Dank ihnen lässt sich eine Auswahl eleganter und präziser kontrollieren.

Interessanterweise unterscheidet sich die Qualität der Auswahlkanten deutlich von denen des nativen»Schnellauswahl-Werkzeugs« (j). Das führt insbesondere bei Objekten, die sich nicht scharf von der Umgebung absetzen, zu unschönen Ergebnissen (k) und erfordert aufwendigere Nachbearbeitungen.

Bei dem»Schnellauswahl-Werkzeug « in»Auswählen und maskieren« ist es außerdem ein Problem, dass Sie sehr kleine Details nicht von einer bestehenden Auswahl abziehen können. Hier reagiert das Werkzeug überhaupt nicht oder es produziert unbrauchbare Artefakte.

Kante verbessern

Das»Kante-verbessern-Pinselwerkzeug « finden Sie in der Werkzeugleiste des Arbeitsbereiches»Auswählen und Maskieren« (a). Falls Sie jedoch bei bereits bestehender Auswahl mit gedrückter»Shift« -Taste im Menü auf»Auswahl > Auswählen und Maskieren « klicken, öffnet sich der „alte”»Kante-verbessern« -Dialog. Das dortige Pendant nennt Adobe»Radiusverbessern-Werkzeug« .

Mit diesen beiden Werkzeugen malen Sie beispielsweise über die Kanten einer mit dem»Schnellauswahl-Werkzeug « erzeugten Auswahl. Innerhalb der übermalten Bereiche versucht Photoshop, die Kante zu verfeinern, Details herauszuarbeiten und Vorderund Hintergrund sauberer zu trennen. Dabei erlaubt das neuere»Kante-verbessern-Pinselwerkzeug« sogar, die»Härte« der Pinselspitze einzustellen (b). Meist ist es besser, eine weiche Pinselspitze zu wählen. Dadurch wird das Ergebnis des Kantenerkennungsalgorithmus weicher mit der ursprünglichen harten Auswahlkante überblendet, was für ein harmonischeres Ergebnis sorgt. Die beiden»Kante-verbessern-Pinselwerkzeuge « lassen sich auch mit dem»Radius« -Regler (c) kombinieren. So können Sie beispielsweise für das komplette Motiv einen geringen»Radius « definieren, im Bereich der Haare jedoch manuell einen erheblich größeren Verbesserungsbereich einmalen. Um den Kantenradius zu visualisieren, aktivieren Sie»Kante anzeigen« (d).

Das neue»Kante-verbessern-Pinselwerkzeug « (ab CC 2015) bietet drei Vorteile: eine Echtzeitvorschau des Ergebnisses schon während des Malens, den zusätzlichen Ansichtsmodus»Zwiebelschichten« , in dem sowohl die aktive Ebene als auch die restlichen Ebenen angezeigt werden, sowie eine variable»Deckkraft« für sämtliche»Ansichtsmodi« .

Seit Einführung von»Auswählen und Maskieren« wurde der Algorithmus des»Kante-verbessern-Pinselwerkzeugs « bereits mehrmals optimiert. Das Ergebnis unterscheidet sich teils deutlich vom alten»Radius-verbessern-Werkzeug « (e). Auch im Bereich des feinen transparenten Stoffs kommen beide Werkzeuge zu unterschiedlichen Ergebnissen. Hier wurde jeweils der komplette Bereich des Stoffes „bemalt” (f). Leider gibt es sogar Unterschiede zwischen der Mac-und PC-Version, was einer der Gründe sein mag, warum Anwender das eine oder andere Werkzeug bevorzugen.

Im Bereich der Haare hat das „alte”»Radius-verbessern-Werkzeug« erheb-lich mehr Probleme mit den Zwischenräumen der einzelnen Haarsträhnen (g). Natürlich können Sie die Maske anschließend noch bearbeiten, beispielsweise mit einem Pinsel im Modus»Ineinanderkopieren« und schwarzer Vordergrundfarbe.

Mancher User bevorzugt den alten»Kante-verbessern« -Dialog auch wegen eines speziellen Ansichtsmodus, den es in dieser Weise in»Auswählen und Maskieren« nicht gibt: Im Ansichtsmodus»Ebenen einblenden« wird der»Radius« , den Sie mit dem»Radius-verbessern-Werkzeug« einmalen, als grünes Overlay angezeigt (h). Das ermöglicht den gezielten Einsatz eines drucksensitiven Grafiktabletts für die fein abgestimmte Kantenverbesserung. Außerdem ist dieser Modus auch auf Computern, die für die Echtzeitvorschau innerhalb»Auswählen und Maskieren « nicht leistungsfähig genug sind, sehr schnell.

Workflow
Für das Beispiel-Composing (i) selektierte ich zunächst die Tänzerin mit Photoshops nativem»Schnellauswahl-Werkzeug« . Anschließend optimierte ich den Bereich um die Haare sowie den transparenten Stoff des Kleides mit dem»Kante-verbessern-Pinselwerkzeug « im Arbeitsbereich»Auswählen und Maskieren« und erzeugte eine Ebenenmaske. Diese verfeinerte ich mit diversen manuellen Techniken. Die Farbdekontamination der Haare erfolgte in einer separaten Ebene. Das Hintergrundbild wurde abschließend in der Weichzeichnergalerie mit einer horizontalen Pfad-Weichzeichnung leicht verwischt und die beiden Ebenen farblich aneinander angeglichen.(og)