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TOP-10 BALKAN-HIGHLIGHTS: 10 Perlen des Balkan


Alpentourer - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.08.2019

Wer das echte Abenteuer sucht, der wird auf dem Balkan fündig. Naturstraßen, Bergpässe, schlechter Asphalt – das ganze Spektrum an Herausforderungen für Motorradfahrer ist dort in Hülle und Fülle zu finden. Wie diese zehn Beispiele.


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Bildquelle: Alpentourer, Ausgabe 5/2019

Wenn es um Infrastruktur geht, ist der Balkan in manchen Dingen wirklich rückständig. Doch seien wir mal ehrlich: Sind perfekte Straßen echt so erstrebenswert? Oder doch eher langweilig? Was sollten Reisende nach ihrer Rückkehr denn erzählen, wenn nicht Heldenfabeln über ihre Erlebnisse auf wundem Grund?

Wir lieben solche Straßen – nicht zuletzt, weil sie oft von den üblichen ...

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... Verkehrsströmen gemieden werden. So können wir in aller Ruhe unserer Wege gehen, ausprobieren und entdecken, was das gewählte Reiseziel uns so alles zu bieten hat.

Derlei Routen findet man meist nur im „Hinterland“, ein deutscher Begriff übrigens, der in zahlreiche andere Sprachen Einzug gefunden hat, etwa auch ins Kroatische. Ein ganzes Gebiet jenseits des Küstengebirges trägt es dort gar im Namen: Dalmatinske Hinterland.

Mit aller Gelassenheit

Solche Gegenden suchen wir. Möchten sie erobern, uns für sie Zeit nehmen. Denn genau das sollte man unbedingt tun. Statt im üblichen Reiseschnitt, der bei manchen eher ein Rauscheschnitt ist, darf man ruhig mit aller Gelassenheit ins Ziel gehen. Wer es jetzt noch schafft, den Blick vom Navi zu nehmen und der Natur zuzuwenden, der wird sich selbst belohnen mit Eindrücken, die der olle Speicher unter der Schädeldecke sein Restleben lang nicht vergisst.

Als Anregung für solche Erfahrungen haben wir die folgenden zehn Ziele in fünf Ländern zusammengestellt. Je zwei in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Rumänien sowie Serbien sind es geworden. Sie stellen einen Mix aus abenteuerlichen Offroadstrecken, landschaftlichen Höhepunkten und eindrücklichen Fahrerlebnissen dar. Typisch Balkan eben – oder nicht?

SH40Albanien

GPS 41.960890, 20.067040

Die SH40 zählt sicher zu den spektakulärsten Wegen, die man in Albanien nehmen kann. Nicht umsonst hat sie den Beinamen „Höllenpfad“ verliehen bekommen. Nördlich von Milot zweigt die zunächst noch asphaltierte, aber dennoch auch schon ganz nette SH30 ab, die einen ins Herz dieses zentralen Gebirgszuges im albanischen Norden bringt.

Im Weiler Blinisht geht es dann auf die SH40 – und damit hinein ins pure Naturvergnügen. Der Weg ist nur bei guten Wetterbedingungen zu empfehlen, weil er sich bei Nässe in einen Schlammpfad verwandelt. Es gibt keinerlei Randbegrenzungen, dafür aber manchen Abhang, an dem es ein paar hundert Meter in die Tiefe geht. Nichts für Leute mit Höhenangst.

Wer die Südrampe zur Auffahrt wählt, erreicht erst nach knapp drei-viertel des rund 43 Kilometer langen Wegs den Hochpunkt. Der hört sich mit 1160 Metern zwar bescheiden an. Doch wenn es dann die steile und mit zahllosen Spitzkehren auf losem Grund versehene Nordrampe nach Kimëz hinabgeht, weiß man, was einem die Stunde geschlagen hat.

Die SH40 ist sicher nichts für schwache Nerven und sollte keinesfalls allein befahren werden. Im Falle eines Falles zählt jede Hand. Da sich selbst der lokale Verkehr in argen Grenzen hält, kann man sich nicht auf die Unterstützung von Einheimischen verlassen, wenn einem die Maschine auch nur mal wegrutscht.

Wer an seine Ausgangsposition zurückkehren möchte, nimmt dafür die asphaltierte SH30 südwärts.

max. Höhe 1160 Meter
Länge 43 Kilometer

Qafë Shtamë Albanien

GPS 41.52086, 19.89840

Nördlich der albanischen Hauptstadt Tirana führt die Hauptverkehrsader SH1/E762 schnurstracks Richtung Shkodër. Doch die Berge, die sich rechterhand, also im Osten, auftürmen, sind für Motorradfahrer einfach zu verlockend.

Eine wunderbare Alternative ist denn auch der 77 Kilometer messende Abstecher zum Qafë-Shtamë-Pass. Noch vor Kamez biegt die SH53 von der Hauptstraße ab und führt über leichte 40 Kilometer zur Passhöhe. Ein knackiges Kehrenfeuerwerk schließt sich der Befahrung des Staudamms an, der den Liqeni Bovillës-Stausee formt. Die letzten zehn Kilometer überwinden dann noch gute 500 Höhenmeter, wofür 13 Kehren am Berg kleben.

Das Ziel liegt übrigens im Nationalpark Qafë Shtamë, der auch für sein ausgezeichnetes Mineralwasser be-kannt ist. Das wird unter schwierigen Bedingungen in den Bergen abgeschöpft und zu einer Abfüllstation im Flachland gebracht.

An der Passhöhe ist Schluss mit Asphalt. Wer die alte Trasse nach Burrel hinabfahren mag, muss sich auf jede Menge Schotter und Geröll einrichten. Weil kaum noch genutzt, ist der Weg stark verfallen.

Wer stattdessen weiterhin Landschaft und Aussicht genießen möchte, fährt ein Stück zurück und setzt dann seinen Weg auf der nunmehr zur SH38 mutierten Strecke über Krujë in Richtung Adria fort. Dabei lassen sich feine Eindrücke von der albanischen Küste erhaschen, bevor der Abstecher bei Fushë-Krujë wieder in die SH1 mündet.

max. Höhe 1229 Meter
Länge 77 Kilometer

Bjelašnica Bosnien und Herzegowina

GPS 43.70385, 18.25741

Gerade mal 35 Kilometer südlich der Hauptstadt Sarajevo erhebt sich der 2067 Meter hohe Gipfel des Bjelašnica in den Himmel. In dem abgelegenen Gebiet, das über die kurvenreiche R960 erreicht wird, wurden einst eine Wetterstation, eine Funkleitstelle mit Tower und etwas weiter auf dem Rücken dieser Gebirgskette ein Radar errichtet. Entsprechend gerieten dieser Berg im Bosnien-Krieg zwischen die Fronten.

Extensive Aufräumarbeiten haben den Berg aber von Minen befreit, so dass eine Nutzung heute wieder sicher ist – solange man auf dem Weg bleibt. Eine Herausforderung stellt die Anfahrt dennoch dar, denn der Weg ist mit grobem Schotter belegt, der an manchen Stellen zu schweißtreibender Lenkarbeit verhilft.

Vor allem das letzte Stück mit seinen knapp 20 teilweise recht engen Kehren sowie reichlich Steigung ist ziemlich anspuchsvoll. Lohn der Plackerei sind aber sagenhafte Panoramablicke über die umliegenden Gebirgszüge.

Vor einer Befahrung sollte unbedingt das Wetter im Auge behalten werden. In den Bergen um Sarajevo kann es selbst im Sommer zu Wetterschlag mit drastischen Temperaturstürzen und sogar Schneefällen kommen. Wer dann am Bjelašnica hängt, wird kaum noch Spaß haben.

Zum Glück sind es nur zehn Kilometer vom Abzweig an der R 960 bis zum Gipfel. Dabei werden allerdings über 800 Höhenmeter aus dem Šakotetal überwunden. Auch der Rückweg gestaltet sich angesichts des Belags heikel. Also Obacht!

max. Höhe 2067 Meter
Länge 10 Kilometer

Krivaja Schlucht Bosnien und Herzegowina

GPS 44.26015, 18.42308

Nördlich von Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas, breitet sich Ausläufer des weitgehend bewaldeten Mittelgebirges der Dinariden aus. Zwischen den Städten Olovo und Zavidovići hat der Fluss Krivaja eine teilweise sehr enge und tiefe Schlucht geformt, die erfreulicherweise genug Platz für einen spektakulären Straßenverlauf lässt.

Zunächst windet sich die R 404 für knapp 24 Kilometer durch die Region, immer fröhlich dem geschlängelten Verlauf des Flusses folgend. Dann geht sie in die M213 über, die den Schwung mitnimmt und auf den folgenden 47 Kilometern beibehält, bis die Krivaja schließlich als einer der bedeutendsten Zuflüsse in die Bosna mündet. Beide Straßen zusammen werden auch als R 467 bezeichnet, sind aber noch nicht durchgängig so ausgeschildert.

Das Gebiet ist von touristischen Aktivitäten weitgehend unberührt und ein kleines Juwel im Herzen des Landes. Der Fluss ist Heimat zahlreicher Fischarten und gilt als eines der besten Reviere für Fliegenfischer auf dem Balkan. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, das Gewässer beim Rafting oder im Kanu zu erleben, den nötigen Wasserstand vorausgesetzt. Besonders im Frühjahr sind die Stromschnellen der Krivaja eine durchaus „mitreißende“ Erfrischung.

Der beste Motorrad-Abschnitt liegt wohl zwischen den Orten Rijeka und Ribnica. Hier erreicht der Durchbruch im gebirgigen Fels seine größte Tiefe und zeigt dramatische Formationen. Es lohnt, sich für die knapp 15 Kilometer Zeit zu lassen.

max. Höhe 620 Meter
Länge 71 Kilometer

Zabljak-Plužine Montenegro

GPS 43.18841, 19.06018

Ein Abstecher in den Durmitor Nationalpark ist für jeden Montenegro-Besucher ein herausragendes Ereignis. Die meisten allerdings kommen wegen der Tara-Schlucht hierher. Zugegeben, Europas tiefste und längste Schlucht ist ein Spektakel. Aber der Nationalpark hat noch ein paar andere Eisen im Feuer.

So zählt etwa der Ausgangspunkt Žabljak zu den wenigen Orten im Norden des Landes, an dem eine touristische Infrastruktur zu finden ist. Von hier aus führt mit der R-16 zudem eine ganz feine Passstraße hinüber nach Plužine, das am aufgestauten Ufer der Piva liegt. Wer es gerne etwas rauer und noch einsamer mag, der sucht sich den unbeschilderten Weg über die Dörfer des Hochlands. Ziel ist der Gipfel des Veliki Štuoc, der immerhin 2104 Meter auf dem Buckel hat.

Die letzten Meter zum Gipfel sind natürlich Schotter. Nach jüngsten Auskünften soll die Zufahrt auch gesperrt sein. Kein Grund zum Trübsal blasen: Die Strecke ist auch ohne das Gipfelglück ein Hochgenuss, der auf dem Pass immerhin knapp an der 2000-Meter-Marke kratzt.

Hier sind erst zehn der immerhin 62 Gesamtkilometer absolviert. Nach 15 weiteren ist ein Höhenrücken zu überbrücken, was insgesamt 14 Kehren helfen zu bewerkstelligen. Am Sušičko jezero sollte eine Pause eingelegt werden, um der grandiosen Umgebung mehr als einen flüchtigen Augenblick zu widmen.

Zum Abschluss gibt die Strecke noch mal richtig Kurvenfeuer auf dem Weg hinab ans Piva-Ufer.

max. Höhe 1956 Meter
Länge 62 Kilometer

Kotor-Cetinje Montenegro

GPS 42.40933, 18.78652

Wenn es mal eine Prachtstraße für Motorradfahrer in Montenegro gibt, dann ist es die Verbindung über die R-1 von Kotor nach Cetinje. Der Einstieg in die 46 wundervollen Kilometer beginnt fast auf Meereshöhe im Zentrum von Kotor, direkt an der berühmten gleichnamigen Bucht. Wer nicht aufpasst, landet allerdings im Tunnel der M-1 und muss einige Umwege in Kauf nehmen, um zurück auf den rechten Weg zu finden.

21 Kilometer, rund 900 Höhenmeter und 16 teilweise extrem enge Kehren später darf man sich eine Pause gönnen – an einem wohl atemberaubenden Aussichtspunkt. Der Blick auf die Bucht eröffnet dabei eine optische Täuschung. Wer auf den neben der Bucht liegenden „Tafelberg“ schaut und dabei das Gewässer im Auge behält wird denken, die Welt sei schief. Ist sie natürlich nicht, das Auge spielt einem einen Streich. Ein Kuriosum.

Im weiteren Verlauf umrundet die Strecke den Lovćen Nationalpark, in dem sich auch der nur über Schotter erreichbare, rund 1748 Meter hohe Štirovnik-Gipfel erhebt. Zwischen Njeguši und Bukovica sind dann wieder Kehren angesagt, die über die höchste Stelle der Strecke auf ein Hochplateau führen. Hier liegt auch Cetinje, bis heute Sitz des montenegrinischen Königshauses und eine zeitlang Hauptstadt des Landes.

Wer nach Kotor zurückkehren möchte, kann durch den Nationalpark rund um den Gipfel rollen. Für alle anderen geht es weiter nach Budva, den mondänen Badeort.

max. Höhe 1120 Meter
Länge 46 Kilometer

TransBucegi Rumänien

GPS 45.38332, 25.48732

Die beiden großen Bergstraßen Rumäniens, die Transalpina sowie die Transfăgărăşan, sind wohlbekannt und längst beschrieben (siehe ab S. 36). Die erst 2013 eingeweihte TransBucegi hingegen hat sich unter Motorradfahrern noch nicht so herumgesprochen. Es mag auch daran liegen, dass es sich hierbei um eine klassische Stichstraße ins Bucegi-Gebirge handelt.

Doch wie so oft von uns bereits erwähnt: Auch und gerade solche Strecken haben ihren Reiz. Ein- und Ausfahrt bieten – obwohl auf derselben Straße befahren – gänzlich unterschiedliche Eindrücke. Und häufig lockt ein Zielpunkt mit echtem Wow-Effekt.

Im Gegensatz zu ihren großen Geschwistern ist die TransBucegi sogar ganzjährig geöffnet (wenn das Wetter es zulässt). In Sinaia, einem Ort mit einem weithin bekannten, prächtigen Sommerschloss, geht es auf 800 Metern los und zunächst auf die DN71. Neun eng übereinander liegende Kehren verhelfen zu einem Sprung über die 1000-Meter-Marke. Und kurz darauf zweigt die DJ713 als TransBucegi ab.

Keine neun Kilometer später befindet man sich schon auf 1600 Höhenmetern. Die Strecke steigt dabei teilweise ziemlich steil an. Hier ist denn auch das kahle Hochplateau des Bucegi-Gebirges erreicht, über das die Route nunmehr nordwärts verläuft. Sein Ende findet der Weg an der Berghütte Cabana Piatra Arsá auf rund 1950 Metern. Der letzte Kilometer ist geschottert, aber problemlos mit jedem Motorrad zu meistern.

max. Höhe 1950 Meter
Länge 27 Kilometer

TransSemenic Rumänien

GPS 45.2248, 22.07504

Die TransSemenic ist ebenfalls eine der neueren rumänischen Bergstraßen. Erst seit 2014 ist eine durchgängig asphaltierte Befahrung möglich. Dem Charakter der fast 60 Kilometer langen Strecke hat der Belag nichts genommen. Im Gegenteil: Jetzt ist die Tour für jede Art von Motorrad ein Genuss.

Ausgangspunkt ist Reșița, wo auf den ersten knapp zehn Kilometern noch der ursprüngliche Belag des zuvor einzig asphaltierten Abschnitts zu finden ist. Einige Schlaglöcher und Wellen im Geläuf sind die Folge. Danach geht es auf frischem Grund und mit einer fahraktiven Streckenführung weitgehend durch Waldgebiete hinauf zum Văliug-See.

Der mittlere Abschnitt liegt fast durchgängig auf der Höchstlage der Strecke, auch der Scheitel mit seinen gut 1000 Metern gehört zur Etappe nach Trei Ape am gleichnamigen Bergsee. Hier öffnet sich nun auch das Gelände, und zu einigen bemerkenswerten Fahreindrücken gesellen sich zunehmend schöne Aussichten.

Die Abfahrt nach Slatina-Timiș ist aktuell das Highlight einer Tour über die TransSemenic. Der Asphalt ist von guter Qualität, es geht in einem konstanten Gefälle talwärts. Die Kurvenradien sind – mit Ausnahme einer Handvoll engeren Kehren – verlockend weitschweifend angelegt, und mit jedem Richtungswechsel ändern sich auch die Blickwinkel auf eine sehenswerte Mittelgebirgslandschaft.

Das Beste an alledem: Weil die Strecke kaum bekannt ist, zeigt sie sich herrlich verkehrsarm. Rumänien für Wiederholungstäter.

max. Höhe 1000 Meter
Länge 58 Kilometer

Drinatal / Zaovinesee Serbien

GPS 43.8613, 19.36355

Das Tara-Gebirge im Westen Serbiens ist von derartiger Schönheit, dass man den ganzen 220 Quadratkilometer großen Zipfel an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina als Nationalpark 1981 unter Schutz gestellt hat. Doch Berge sind nicht das einzige Merkmal des Parks, das einen Besuch lohnt. Auch die Gewässer bieten ein großartiges Schauspiel

So ist der Zaovine-Stausee mitten im Park absolut eine Umrundung wert. Die schönsten Aussichtspunkte entlang der Route sind allerdings nur per pedes zu erreichen, man sollte also wanderfähiges Schuhwerk an den Füßen haben.

Bester Ausgangspunkt für die insgesamt knapp über 100 Kilometer lange Etappe ist Bajina Basta, der einzig größere Ort. Nach rund 30 Kilometern über eine nicht immer gute Straße ist Mitrovac erreicht, wo die Schleife rund um den Stausee abzweigt. Nach weiteren 35 Kilometern, in deren Verlauf man auch den mit 1190 Metern höchsten Punkt der Route erreicht, ist man zurück am Ausgangspunkt und nimmt nun Kurs auf das Drinatal.

Bei Kilometer 75 gibt es einen Fußaufstieg zu einem Felsplateau, von dem aus sich ein grandioser Blick auf den hier angestauten Grenzfluss eröffnet. Der ist nach zehn Kilometern schließlich erreicht. Der Weg zurück führt immer am Flussufer entlang zum Ausgangsort, der noch mit einer Kuriosität aufwartet: Kućica na Drini. Ein kleines Haus schwebt auf einem Felsen inmitten des Flusses, übrigens gut zu sehen von der Terrasse des Gasthofs Studenac.

max. Höhe 1190 Meter
Länge 102 Kilometer

Jerma Schlucht Serbien

GPS 42.978904, 22.637426

Wo immer Wasser seine Wirkung zeigen kann, hinterlässt es Landschaften, deren Faszination wir gerne erliegen. So auch im Gebiet an und um die Jerma-Schlucht. Ausgangspunkt ist Babusnica, ein Ort unweit der Grenze zu Bulgarien und Kreuzungspunkt der Routen 39 sowie 223. Letztere führt auf den ersten 30 Kilometern durch eine recht einsame, aber nicht uninteressante Landschaft nach Zvonce. Kurz hinter diesem Weiler knicken Fluss und Straße nach Norden ab, und die Dramatik nimmt in Form des Jerma-Durchbruchs Gestalt an.

War der Weg schon zuvor eine klassische Nebenstrecke des Balkan, so bedingt der folgende Abschnitt ein hohes Maß an Konzentration. Wo rechts und links die Felswände schließlich bis zu 200 Meter hoch senkrecht aufsteigen, wurde die Straße im wahrsten Wortsinne aus dem Fels geschlagen. Zum Wasserlauf hin offen, kommt man sich teilweise vor wie bei einer Tunneldurchfahrt, bei der eine Wand fehlt.

Ach ja, Tunnel gibt es auch. Die wurden wohl für Pferdefuhrwerke gemacht. Manch ein überbreiter SUV bekäme hier schon Probleme. Zu achten ist bei allem landschaftlichen Genuss auf die oft und zahlreich vorkommenden kleineren und größeren Brocken, die immer mal wieder aus dem doch recht porösen Fels fallen.

Ein Zwischenstopp bietet sich am Gasthaus Oaza an. Gleich gegenüber liegt eine kleine Kulturattraktion, das Kloster Poganovo aus dem 14. Jahrhundert, das über sehenswerte Fresken und Ikonen verfügt.

max. Höhe 840 Meter
Länge 53 Kilometer


Foto: Creative Commons | Nick Savchenko CC-BY-SA 2.0