Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TOP 25: Nachfrage so groß wie noch nie


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 13.07.2018

Erstmals in der Geschichte des Luftverkehrs haben die Fluggesellschaften weltweit mehr als vier Milliarden Passagiere befördert. Und laut World Air Transport Statistics (WATS) der IATA kommen die drei größten Carrier abermals aus den USA: Southwest Airlines, Delta Air Lines und American Airlines


Artikelbild für den Artikel "TOP 25: Nachfrage so groß wie noch nie" aus der Ausgabe 80/2018 von Aero International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Aero International, Ausgabe 80/2018

Wer die größte Passagierfluggesellschaft der Welt sucht, wird einmal mehr in den USA fündig. Laut der jüngsten Erhebung der International Air Transport Association (IATA), zu finden in ihrer pünktlich zur Generalversammlung Anfang Juni herausgegebenen World Air Transport Statistics (WATS), führt erneut Southwest ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Aero International. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 80/2018 von BILD DES MONATS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BILD DES MONATS
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von NEWS: DEUTSCHLAND. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: DEUTSCHLAND
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von NEWS: ÖSTERREICH. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: ÖSTERREICH
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von NEWS: SCHWEIZ. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: SCHWEIZ
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von SIEBEN RATEN BIS ZUR ÜBERNAHME. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SIEBEN RATEN BIS ZUR ÜBERNAHME
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von INNERE WERTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INNERE WERTE
Vorheriger Artikel
NEWS: SCHWEIZ
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel SIEBEN RATEN BIS ZUR ÜBERNAHME
aus dieser Ausgabe

... Airlines mit insgesamt 157,7 Millionen beförderten Passagieren die Rangliste an. Anhand der für 2017 an den Dachverband der Airlineindustrie gemeldeten Zahlen folgen dem in Dallas, Texas, ansässigen Low-Costler auf den weiteren Plätzen Delta Air Lines mit 145,9 Millionen und American Airlines mit 144,9 Millionen Fluggästen.

Im Cargo-Bereich heißt die klare Nummer eins Federal Express. 7,355 Millionen Tonnen Fracht sprechen hier eine klare Sprache, denn die Zweitplatzierte, UPS, zählte doch gerade einmal 4,912 Millionen Tonnen. Platz drei ging wie im Vorjahr an Emirates, die 2,646 Millionen Tonnen transportiert hat.
Nichts neues also an den Spitze. Sowohl unter den Cargo- als auch bei den Passagierairlines. Die üblichen Verdächtigen lassen sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Doch zumindest im Fluggast verkehr schickt sich eine Europäerin an, dem schier übermächtig wirkenden, vor ihr liegenden Trio das Wasser abzugraben: Ryanair ist mit inzwischen 128,9 Millionen Passagieren auf Platz vier gelistet. Derweil sich ein bislang doch stets so hochgehandelter Aspirant auf die vorderen Plätze aus der Top-5-Liga wieder verabschiedete: China Southern Airlines musste der starken Konkurrenz im eigenen Land Tribut zollen. Wurden 2016 im Firmensitz in Guangzhou noch etwa 114,5 Millionen Passagiere gezählt, standen 2017 unterm Strich lediglich rund 92 Millionen Passagiere, was im IATA-Ranking den Abstieg auf Platz sechs bedeutete.

Wer nun allerdings glaubt, China schwächelt, sieht sich getäuscht. Nach wie vor ist der Inlandsmarkt im Reich der Mitte der wachstumsstärkste in der internationalen Luftverkehrsbranche. Allein innerhalb der Landesgrenze der Volksrepublik wurden 2017 gegenüber 2016 rund 14,6 Prozent mehr Passagiere, in absoluten Zahlen 59 Millionen Fluggäste, gezählt – insgesamt fast 500 Millionen. Zum Vergleich: Der US-amerikanische Inlandsmarkt, mit 751 Millionen Fluggästen immerhin der größte weltweit, legte um 25 Millionen Passagiere zu (+ 4,7 Prozent).

Noch größer ist die Bedeutung der US-Carrier im internationalen Verkehr – vor allem auf den Nordatlantikstrecken, auf denen die Nachfrage weltweit mit am größten ist. Geht man nur nach den Passagierkilometern (Revenue Passenger Kilometers RPK), eine Maßeinheit für die Transportleistung eines Unternehmens, haben American Airlines (323,968 Millionen), Delta Air Lines (316,378 Millionen) und United Airlines (310,859 Millionen) im IATA-Ranking die Nase vorn. Sogar Nahost-Carrier Emirates (288,886 Millionen) platziert sich hier noch vor dem Billigheimer Southwest (207,672 Millionen).

ANGEBOT HÄLT NICHT SCHRITT

Generell stellte die IATA fest, dass die Nachfrage 2017 global betrachtet überdurchschnittlich stark war – mit einem Plus von 8,1 Prozent (RPK) sogar so stark wie seit 2005 nicht mehr. Unterstützt worden sei dies unter anderem dank der in weiten Teilen der Welt florierenden Volkswirtschaften und der niedrigen Ticketpreise, was vor allem zu Beginn des Jahres den Konsum ankurbelte.

Allerdings: Das Angebot konnte mit der Nachfrage nicht ganz Schritt halten. Der Parameter „Available Seat Kilometers“ (ASK), also die angebotenen Sitzplatzkilometer, stiegen im selben Zeitraum nur um 6,7 Prozent. Was wiederum gut für den Sitzladefaktor war, der 2017 um einen Prozentpunkt auf die Rekordhöhe von 81,5 Prozent kletterte.

Die hohe Nachfrage und eine überwiegend gesunde weltweite Wirtschaftslage resultierte für die Branche schließlich auch in einem rekordhohen Gewinn nach Steuern in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 34,2 Milliarden US-Dollar). Allein 18,4 Milliarden US-Dollar wurden in Nordamerika erwirtschaftet, 10,1 Milliarden US-Dollar im asiatisch-pazifischen Raum.

Die europäischen Fluggesellschaften können immerhin noch mit 8,1 Milliarden US-Dollar zum Gesamtergebnis beitragen, doch dann wird’s schon eng: Während sich die Ergebnisse im Nahen Osten noch auf eine Milliarde US-Dollar Plus summierten, notierten die Airlines in Lateinamerika lediglich einen gemeinschaftlichen Profit von rund 500 Millionen US-Dollar. Afrikas Fluggesellschaften sind mit einem kollektiven Minus von 100 Millionen US-Dollar erneut Verlustbringer.

Doch trotz des erneuten Gewinns kommt die IATA nicht umhin, einen Wermutstropfen klar zu benennen: Die operativen Margen sinken seit 2015. Liegt der industrieweite Durchschnitt bei 7,5 Prozent (Vorjahr 8,5 Prozent), wurden in Nordamerika Gewinnmargen von elf Prozent registriert.

Das robuste Wachstum des Frachtgeschäfts führte außerdem zu einer guten Finanzentwicklung der Airlines aus dem asiatischpazifischen Raum. Gelitten habe laut Airline-Dachverband dagegen die finanzielle Situation der Nahostcarrier, die beispielsweise aufgrund des Verbots der Mitnahme von elektronischen Geräten an Bord auf Flügen von ausgewählten Airports in die USA oder nach Großbritannien sowie durch die politisch motivierte Sperrung von Lufträumen und Flughäfen, so im Fall von Qatar Airways, arg gebeutelt wurden.

Belastet wurde die Luftverkehrsbranche zudem von wieder steigenden Ölpreisen. 2017 lasse sich, so die IATA, in zwei Hälften einteilen: In den ersten sechs Monaten sanken die Rohöl- und Kerosinpreise, doch dieser Trend verkehrte sich in der zweiten Jahreshälfte ins Gegenteil. Am Ende lag der durchschnittliche Preis etwa 20 Prozent über dem von Anfang 2017.

VIER MILLIARDEN PASSAGIERE

Insgesamt wurden 2017 etwa 61,9 Millionen Tonnen Fracht, ein Plus von 7,9 Prozent, und erstmals mehr als vier Milliarden Passagiere befördert. 4 093 769 000 Fluggäste bedeuten ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber 2016. 1,7 Milliarden (+ 8,3 Prozent) waren im internationalen Verkehr und 2,4 Milliarden Fluggäste (+ 6,7 Prozent) auf Inlandsverbindungen unterwegs. Und an der Tatsache, dass die Musik abermals im Osten spielte, so aus der Warte europäischer Airlines gesehen, hat sich nichts geändert. Das größte Stück vom Kuchen halten die asiatisch-pazifischen Fluggesellschaften in ihren Händen. Ihr Marktanteil liegt global betrachtet bei 33,8 Prozent. Europas Carrier kommen auf 26,2 Prozent, die nordamerikanischen Airlines auf 22,7 Prozent. Betrachtet man nur den Passagierverkehr, dann liegt der Anteil der Low-Cost-Fluggesellschaften weltweit bei 21 Prozent.

Und in diesem Zusammenhang hält die IATA besonders einen Trend für bemerkenswert: Das Low-Cost-Langstreckengeschäft gewinnt weiter an Fahrt, insbesondere auf den Nordatlantikverbindungen. Einige Netzwerkcarrier haben inzwischen eigens auf Interkont gepolte Billigtöchter gegründet. Mehr noch: Low-Cost-Carrier, die doch einst den Full-Service-Airlines gezeigt haben, wie man kostengünstig erfolgreich wirtschaften kann, schauen sich von den Netzwerkfluggesellschaften immer mehr Produkte und Dienstleistungen ab, beispielsweise Kundenbindungsprogramme oder Umsteige- beziehungsweise Zubringer-Angebote. Folge: Die Geschäftsmodelle verschmelzen mehr und mehr.

Ein weiteres Thema sei laut Airlineverband außerdem der Ausbau der Streckennetze, vorrangig durch die Gründung von kartellrechtlich unbedenklichen Joint Ventures auf bestimmten, eher nachfrageschwächeren Verbindungen, was Risiken minimiert, aber Zugang zu dennoch wichtigen oder aufstrebenden Märkten ermöglicht.

Dass 2017 so viele Städte wie noch nie zuvor angeflogen wurden, ist ein weiteres Ergebnis der Analysen. Im Angebot standen mehr als 20 000 Verbindungen allein im Linienverkehr – 1351 mehr als noch 2016 und doppelt so viele wie 1995. Noch im Jahr 2000 flog der durchschnittliche Erdbewohner laut Berechnung des Airlineverbandes etwa alle 43 Monate einmal. Heute sei es fast alle 22 Monate.

AUSBLICK: DURCHWACHSEN

Der IATA-Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2018 ist ein eher durchwachsener: Zwar dürfte die Zahl der Fluggäste um etwa sieben Prozent und die der Fracht um vier Prozent ansteigen, doch trotz des Wachstums werden die Airlines voraussichtlich nur noch 33,8 Milliarden US-Dollar erwirtschaften, also deutlich weniger als noch 2017.

15 Milliarden US-Dollar davon werden für die nordamerikanischen Fluggesellschaften prognostiziert, 8,6 Milliarden US-Dollar für die europäischen Airlines. Alexandre de Juniac, CEO der IATA, mahnt allerdings zur Vorsicht: „Es ist eine herausfordernde Industrie, in der wir arbeiten: hohe Steuern und Gebühren, teure und planlose Regulierungen, infrastrukturelle Kapazitätsengpässe, sich verschiebende Märkte und Forderungen der Arbeitnehmer.“ Low-Cost-Langstreckenangebote seien für die Konsumenten großartig, „doch wir erleben damit eine neue Dimension des Wettbewerbs“.

Mehr noch: „Staatlicher Protektionismus könnte erfolgreiche internationale Joint Ventures zum Entgleisen bringen. Und außerdem erwarten wir noch Kerosinpreise, die um 25 Prozent über denen im Jahr 2017 liegen.“ Jedoch: „Wir werden uns diesen Herausforderungen stellen.“ Luftfahrt bringe Menschen über Grenzen hinweg zusammen. „170 000 Tonnen Fracht, die wir täglich fliegen, beweisen die Energie, mit der wir die globale Wirtschaft voranbringen.“ De Juniac ist sich sicher: Luftfahrt sorge für Wohlstand. Und: „Luftfahrt ist eine Friedensindustrie.“

FOTO: BASTIAN DING, AIRTEAMIMAGES


FOTO: ADRIAN JACK, AIRTEAMIMAGES