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Top geschützt auf die Piste


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Skimagazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 24.09.2021

PROTEKTOREN

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Bildquelle: Skimagazin, Ausgabe 4/2021

Zu schwer, zu unbequem, ich fahre eh nicht so schnell – die Argumente, keinen Rückenprotektor zu tragen, sind grundsätzlich immer ähnlich“, sagt Sven Taube, CEO & Global Sales Director bei Flaxta. Das junge Unternehmen aus Schweden mit Sitz in Salzburg/Österreich bietet seit 2018 hochwertige Schutzbekleidung an, darunter auch moderne Helme und Rückenprotektoren. „Dabei gibt es heute dank hochwertiger Materialien und moderner Schnitte bei der Passform kein wirkliches Argument, das gegen einen Rückenschutz spricht.“

Wahrscheinlich kennt jeder in seinem Umfeld den einen oder anderen Skifahrer, der aus den oben genannten Gründen auf einen Rückenprotektor verzichtet. Und das, obwohl heutzutage aufgrund innovativer Technologien die alten Vorurteile gegen den Rückenschutz nicht mehr gelten, wie Bobby Krapp, Geschäftsführer der Sportbörse in Aalen, bestätigt: „Die Zeit der harten ...

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... Schildkrötenpanzer ist vorbei. Bei der Entwicklung hat sich extrem viel getan. Heutige Protektoren sind bezüglich Gewicht, Tragekomfort und Beweglichkeit deutlich besser geworden.“

Das ist beim Protektorenkauf zu beachten

Die Größe muss stimmen! Der Protektor muss vom Halswirbelbereich bis zum Steiß die Wirbelsäule schützen, denn das sind die neuralgischen Punkte, die am wenigsten durch Muskeln geschützt sind. Am besten im Fachhandel beraten lassen.

Ein Zertifikat und eine Norm bedeuten nicht zwingend, dass man einen guten Protektor bekommt. Bei der Größe der Schutzzone gibt es etwa gravierende Unterschiede (siehe Grafik oben), zumal für eine Zertifizierung nur eine recht kleine Zone die Werte erfüllen muss.

Wärme und Feuchtigkeit können die Funktionalität eines Protektors stark beeinflussen.

Es gibt unterschiedliche Protektorensysteme mit unterschiedlichen Schwachpunkten.

Die selbst entwickelten „Cross“- und „Cross Flex“-Produkte von Komperdell sind die einzigen ganzheitlich entwickelten Produkte – und das Nonplusultra der Branche, das zeigen die Schlagtestwerte.

UNFÄLLE SIND OFT UNVERMEIDBAR

„Ein sportlich fahrender Skifahrer schaut eher auf seine Sicherheit“, ergänzt der Equipment-Experte und lang jährige SkiMAGAZIN-Testfahrer. „Wer schneller unterwegs ist, trägt nach meinen Erfahrungen auch öfter einen Protektor.“ Dabei darf man nicht vergessen, dass viele Unfälle und Verletzungen gar nicht durch Stürze, sondern durch Kollisionen mit anderen Fahrern entstehen. Wenn man auf der Piste an- oder umgefahren wird, kann man noch so vorsichtig und langsam fahren, ein von einem anderen verursachter Zusammenstoß ist oft nicht zu vermeiden. „Schon allein aufgrund der oft sehr vollen Hänge ergibt das Tragen eines Protektors für Pistenfahrer oft mehr Sinn als bei Freeridern im Gelände, da man nicht immer die Kontrolle über sich und seine Umgebung hat“, führt Krapp weiter aus. Daher ist das Argument, dass man stets vorsichtig fährt, kein Grund, auf einen Protektor zu verzichten. „Komischerweise denken viele Skifahrer eher an ihre Kinder und kaufen für sie einen Protektor, für sich selbst aber keinen“, schildert Bobby Krapp seine Erfahrungen.

„Aber wer sich selbst schützen will, kommt an einem Protektor nicht vorbei!“

Dabei ist es wichtig, dass der Protektor richtig passt. Denn wenn der Schutz unbequem ist oder gar beim Fahren stört, wird er nicht angezogen. Zudem muss man darauf achten, dass auch das Steißbein geschützt wird, wobei letztendlich gilt: Ein Protektor ist besser als kein Protektor! Der Schutz sollte fest sitzen und nicht rutschen. Beim Kauf muss man beachten, dass man auf der Piste nie aufrecht steht, sondern immer eine gewisse Vorlage hat. Wenn der Protektor beim Anprobieren im Stehen also ein wenig Falten schlägt, ist das normal. Er muss nur in der Skifahr-Position gut anliegen.

VORBILD HELM

Helme haben sich in der Ski-Community endgültig durchgesetzt. Nachdem sie anfangs schwer, unbequem und unpraktisch waren, sind aktuelle Modelle leicht und sitzen perfekt. Dementsprechend tragen rund 90 Prozent aller Skifahrer einen Kopfschutz. Bei den Rückenprotektoren sind wir von solch löblichen Zahlen weit entfernt. Dabei ist die Wirbelsäule fast ebenso gefährdet wie der Kopf. Tatsächlich war 2016/17 der Rumpf mit rund neun Prozent nach Knie- (44 % bei Frauen/23 % bei Männern), Schulter- (20 %) und Kopfverletzungen (11 %) die vierthäufigste Verletzung beim Wintersport. In Anbetracht der möglichen Auswirkungen einer Rückenverletzung, ist es nicht nachvollziehbar, warum noch so viele ohne Protektoren fahren!

Für Sven Taube ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis das Tragen eines Protektors völlig normal ist. „Wir merken, dass die Nachfrage nach flexiblen, leichten und atmungsaktiven Protektoren immer größer wird.

Das Sicherheitsbewusstsein nimmt bei den Wintersportlern immer mehr zu.“ Entsprechend wollten wir selbst sehen, wie gut sich die neuen Produkte auf der Piste machen und ob es stimmt, dass die neuen Protektoren wie eine zweite Haut sitzen und trotzdem vor Rückenverletzungen schützen.

Zertifizierung bei Rückenprotektoren

Protektoren sind in zwei Schutzklassen unterteilt, gestaffelt nach der Restenergie, die der Protektor bei einem Aufprall an den Körper weitergibt.

* 1 Kilonewton (kN) entspricht etwa der Gewichtskraft, die auf eine Masse von 100 kg wirkt.

Zu Beginn ist der Protektor etwas steif, sobald er Körpertemperatur hat, passt er sich sehr gut an den Körper an und wird beim Fahren beinahe wie ein Second Layer. Als Produkt aus Wolle funktioniert die Thermoregulation wunderbar, er wärmt bei kalten Temperaturen, ist aber atmungsaktiv, wenn es etwas wärmer wird.

* Schutzfläche: Höhe x Breite; Größe L

Wer ein stabiles Gefühl für Sicherheit möchte, findet mit dem Evoc-Protektor einen deutlich härteren Vertreter unter den Protektorenwesten. Die Rückenplatte absorbiert auch harte Stöße und überzeugt durch ihr geringes Gewicht. Vorsicht ist hier aber geboten, da die Platte brechen kann, wenn man sie zu stark biegt.

Schon wenn man ihn in die Hand nimmt, fließt der Protektor wie ein Stofff über die Haut. Egal ob im Lift oder beim Fahren, der Rückenschutz passt sich perfekt an, ohne zu verrutschen, und kann auch beim Autofahren getragen werden, ohne zu stören. Nur zum Waschen lässt sich der Protektor nicht aus der Weste nehmen.

SO HABEN WIR GETESTET

Unser Test gliederte sich in zwei Teile. Zunächst haben wir im Rahmen unseres großen SkiMAGAZIN-Supertests mit den Testern im Gletscherskigebiet Sulden einen ersten Eindruck gesammelt. Da die Protektoren durch die Kälte erst recht steif sind und erst durch Körperwärme flexibel werden, haben die Tester einen Protektor über einen kompletten Skitag getragen. Um gleiche Bedingungen für alle Samples zu gewährleisten, haben wir Ende August mit einem kleinen Redaktionsteam im Alpenpark Neuss (www.alpenpark-neuss.de) noch einmal alle am Test beteiligten Protektoren bei mehreren Abfahrten getragen. Sitz und Tragekomfort konnten wir hier beim Fahren und im Sessellift überprüfen. Für den Test wurden uns von den teilnehmenden Firmen die Protektoren kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Durch die mehreren, vergleichsweise dünnen Layer passt sich der Protektor perfekt an und gibt ein angenehmes Tragegefühl. Die Pro Vest hat die größte Schutzfläche aller getesteten Protektoren, verfügt über einen zusätzlichen Nackenschutz. Ohne Hüftgurt sollte man die Weste besser unter dem Second Layer tragen.

Wer einen Protektor möchte, der gut sitzt und den Rücken schützt, findet mit der Map Vest Men ein passendes Exemplar. Durch die Bauweise aus mehreren Lagen passt sich der Protektor dem Körper an und verrutscht weder beim Fahren noch beim Liften. Der lange Protektor verleiht auch dem Steißbein mehr Schutz.

Eine große Platte im Rücken sorgt für umfassenden Schutz. Der Protektor ist dennoch bequem beim Tragen. Durch das grobmaschigere Mesh schwitzt man wenig.

Wenn es kälter wird, braucht die Platte etwas, bis sie warm und weich genug ist, um sich dem Körper anzupassen.

Insgesamt fällt der POC-Protektor etwas größer aus.

Zu guter Letzt noch eine Info, derer sich viele nicht bewusst sind: Neben den Protektorwesten gibt es auch Rucksäcke, die über einen integrierten Protektor verfügen und so vor schlimmen Verletzungen der Wirbelsäule schützen. Diese Modelle eignen sich speziell für Fahrer, die ohnehin fast immer mit einem Rucksack unterwegs sind. Beim Skifahren im Gelände (Freeriden & Tourengehen) ist eine Lawinen- Ausrüstung ein Muss – also warum nicht dann direkt zu einem Backpack mit Protektor greifen? Schwer und unbequem sind die nicht.

Deshalb ist ein Protektor so wichtig

Nur wenige Skifahrer sind konditionell fit für einen kompletten Tag am Berg. Wenn die Kraft schwindet, wird man weniger achtsam. Es steigt das Verletzungs- und Sturzrisiko.

Oft ist ein Sturz gar nicht das Problem. Viele Verletzungen am Rumpf passieren auf der Piste bei Zusammenstößen mit anderen Skifahrern, die meist zu schnell unterwegs sind.

Moderne Protektoren sind vom Tragekomfort her wie ein normales Kleidungsstück, etwa ein Second Layer.

Verletzungen an der Wirbelsäule können verheerende Auswirkungen (bis hin zu Querschnittslähmungen) nach sich ziehen! Deshalb schützen Sie sich bitte vernünftig beim Skifahren.

* Schutzfläche: Höhe x Breite; Größe L

Die Salomon Flexcell Pro Vest ist sehr weich und anschmiegsam durch ihre Wabenbauweise, auch bei kälteren Temperaturen. So passt sie sich beim Fahren gut an den Körper an. Durch ihr geringes Gewicht fällt sie kaum auf, und durch das grobe Mesh ist sie sehr luftig, sodass man nicht ins Schwitzen kommt.

Vorsicht bei niedrigen Temperaturen: Der Airflex Protector wird an der kalten Luft schnell hart. Aber erst einmal auf Körpertemperatur gebracht, passt er sich ideal an den Körper an und wird zum fast unsichtbaren Schutzengel auf der Piste. Sehr atmungsaktiv und guter Schutz über den gesamten Rücken bis zum Steißbein.

Ein sehr bequemer und warmer Protektor, der trotzdem auf der Piste schützt. Das Hoody Shirt ist ein wahrer Hybrid, der beide Aufgaben voll erfüllt. Das weiche Fleece sorgt für ein angenehmes Tragegefühl, der integrierte Rückenprotektor bewahrt vor jedem Schaden.

Nichts verrutscht: Es gibt zusätzlich einen Hüftgurt.

AUF DEM WEG ZUR DIN-NORM

Um die entsprechende Norm (siehe Kasten Seite 60: „Zertifizierung von Rückenprotektoren“) zu bekommen, wird jeder Protektor zunächst an möglichen Schwachstellen wie Nähten, Aussparungen oder Verbindungsstellen untersucht.

Danach folgt ein Sturztest, bei dem ein 5-kg-Gewicht aus einem Meter Höhe auf den Protektor fallen gelassen wird. Das Gewicht ist pyramidenförmig und wird mit der Spitze nach unten verwendet. Dadurch lässt sich ein Skistock oder ein spitzer Stein etwas besser simulieren. Beim Test rauscht das Gewicht dann fünfmal aus verschiedenen Winkeln auf den Rückenschutz. Der Protektor liegt währenddessen auf einer Messplatte, die in Kilonewton (kN) die Restkraft misst, die durch die Schutzkleidung ankommt. Geprüft wird nach der DIN-Norm CE EN 1621, wobei man die Protektoren noch in zwei Level unterteilt. Bei Level-1-Protektoren muss die ankommende Kraft im Schnitt unter 18 kN liegen. Für Level 2 muss der Durchschnitt unter 9 kN liegen, nur ein Versuch darf diesen Wert übersteigen. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Alligator hat eine Bisskraft von ungefähr 9 kN, 100 kN entsprechen der Kraft, die bei einem Autounfall bei 100 km/h durch Airbag und Sicherheitsgurt auf die Insassen trifft. Sämtliche Protektoren im Test haben die angegebene Norm-Zertifizierung erhalten.

Angenehm zu tragender Rucksack mit vielen Taschen und Schleifen für jeden Abenteurer im Backcountry. Zusätzliche Polster am Rücken verhindern, dass die Platte drückt. Das Body-Hugging-System der Hüftgurte sorgt für einen guten Sitz ohne Wackeln und Verrutschen des Rucksacks.

Liegt auch mit dem Protektor angenehm am Rücken an. Die Platte lässt sich einfach in den Rucksack integrieren und wieder entfernen. Dank seitlicher Gurtbänder lässt sich der Rucksack einfach auf ein Minimum zusammenfalten, und die gepolsterten Tragegurte verhindern ein Einschneiden.

Einfacher und stabiler Rucksack fürs Backcountry mit entsprechenden Fächern für die Lawinenausrüstung.

Der Rückenprotektor ist integriert und lässt sich nicht entfernen. Er bietet einen einfachen Zugang zu allen Fächern. Die Träger sind ungepolstert, was bei einer dünnen Jacke etwas unkomfortabel werden kann.