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TOP-KLETTERKÜNSTLER, KEIN ÖKO


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 07.10.2021

Jeep Wrangler Unlimited Rubicon 4xe 71 000 Euro

Artikelbild für den Artikel "TOP-KLETTERKÜNSTLER, KEIN ÖKO" aus der Ausgabe 11/2021 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Breitschultrig-maskuliner Auftritt mit MT-Reifen von BF Goodrich: Niemand erwartet hier Hybridtechnik

J A, SIE FALLEN AUF MIT DIESEM OFFROADER: maskuline Erscheinung mit breiten Schultern, Stollenreifen und muskulös ausgeformte Motorhaube, fixiert mit kräftigen Schnappern. Und ständig schimmert der Stammbaum durch, zurückgehend bis zum Willys-Klassiker der 40er-Jahre.

Beim Einsteigen wirkt der Wrangler vertraut, die Sitzposition – volle 30 Zentimeter über dem Fahrzeugboden – kennen und mögen wir. Weniger gewohnt: dieses schabend-klagende Warngeräusch beim Losfahren. Es ertönt auch dann, wenn wir nicht elektrisch und damit fußgängergefährdend leise, sondern benzingetrieben losfahren – sicherheitsbewusst, aber muss das unbedingt so klingen?

Hat sich außer der Preisanhebung wirklich ...

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... etwas getan gegenüber dem Vorgänger JK? Klares Ja. Kein geringer Vorzug der aktuellen JL-Baureihe: Schluss mit Postkutschen-Feeling; die Federung spricht ungleich feiner an – ein Eindruck, den die hochflankigen MT-Reifen und das durch den Akku naturgemäß gestiegene Gewicht verstärken.

Die MT-Reifen sind ernsthafte Geländeausstattung, mit Nachteilen im Alltag. Fahrer, die vom Alltags-SUV kommen, werden sie den Reiz der Langsamkeit entdecken lassen: Bei 50 km/h machen sie sich bereits akustisch bemerkbar, 120 km/h klingen schwer nach startendem Flugzeug. Und die Bremswege von 100 km/h bis zum Stillstand legen gewissenhaftes Abstandhalten nahe: mehr als 45 Meter warm.

Der Heckantriebsmodus spart kaum Sprit, aber bei Nässe rutschen die MT-bereiften Hinterräder in der Kurve schnell aus der Spur und müssen mit Gegenlenken eingefangen werden – im Auto-Modus fährt sich’s sicherer. Wir bewegen hier schließlich ein Fahrzeug mit 637 Nm System- Drehmoment.

Wie beim Standard-Benziner sitzt unter der Haube ein unamerikanisch hochdrehender 2,0-Liter-Turbo, bei dem der rote Bereich erst bei 6000/min beginnt – arg sportlich für diese Sorte Auto. Testfahrer-Kollege und Wrangler-Fan Stephan Mallach n otiert im Fahrtenbuch: „Der Antrieb macht Spaß, hat aber keinen Sinn. Katapultartige Beschleunigung beim Wrangler – wozu? Der braucht bei 140 km/h 16 Liter auf 100 km – da könnten sie ja gleich die alten V6 oder V8 einbauen!“

Neben dem empfindlich gestiegenen Preis bringt die Hybridisierung zwei Nachteile: Zum einen darf der Plug-in nur 1587 Kilogramm ziehen – 908 weniger als der nicht mehr bestellbare Normal-2.0T, den die Händler jetzt abverkaufen. Und: Nicht zuletzt wegen des dicken Akkus unter der Fondbank wiegt der Neue 160 Kilogramm mehr als der Vorgänger mit Diesel. Oder 330 mehr als der 2.0T ohne Stecker. Weitere Nachteile sind nicht erkennbar; die Wattiefe etwa bleibt gleich.

Zum Faszinosum wird der Jeep abseits des Asphalts: Die unübertroffen kurze Geländeuntersetzung (4,0:1) einlegen, Vorderachs-Stabilisator per „Sway bar“- Taste ausklinken – und genießen, wie er flexibel achsverschränkend noch so wild gewellten Untergründen folgt. Die Vorderachse scheint sich seitwärts zu bewegen, rupft an der Lenkung, der Aufbau schunkelt – so muss es sich anfühlen, einen beschwipsten Elefant zu reiten. Das und die kurze Geländereduktion machen den Rubicon zum konsequentesten Geländewagen, den man heute im Laden kaufen kann. Wie beim Vorgänger klinkt sich der Vorderachs-Stabi ab 30 km/h wieder ein, aus Sicherheitsgründen.

Rein elektrisch – das hält er bis etwa 130 km/h durch – sind wir mit dem netto 14,5 kWh fassenden Akku 41 Kilometer weit gekommen. Macht bei 41 Cent/kWh an der öffentlichen Ladesäule 14,50 Euro Kraftstoffkosten auf 100 km – dafür macht’s der Benziner nicht. Mit häufigem Laden lassen sich die heftigen Stadtverbräuche also senken. Wer die Plug-in-Technik ablehnt, muss zum kurzen Rubicon greifen, den gibt es noch ohne. Aber auch er darf nur knapp 1,5 Tonnen ziehen.

FAZIT

ROLF KLEIN DENNIS HEINEMANN

Die Hybridisierung macht den Wrangler teurer und schwerer – alles zweitrangig: Freuen wir uns, dass wir einen so einmalig konsequenten Kletterkünstler noch heute neu kaufen können.

URTEIL ★★★★☆