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TOP-STARS: KuroKy: „Rückschläge helfen mir “


eSport - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 12.06.2018

Der deutsche „Dota 2“-Spieler ist der Preisgeld-König. Er spricht über die Sucht zu gewinnen, den ständigen Kampf mit dem Jetlag und darüber, wie er sich um sein Team kümmert.


Artikelbild für den Artikel "TOP-STARS: KuroKy: „Rückschläge helfen mir “" aus der Ausgabe 1/2018 von eSport. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: eSport, Ausgabe 1/2018

EMOTIONEN
Bei den Spielen ist KuroKy emotional. Privat ist der Deutsche eher ruhig und zurückhaltend.


Kuro Salehi Takhasomi, unter Ihrem Künstlernamen KuroKy sorgen Sie bei „Dota 2“ für Furore. Und mit knapp drei Millionen Euro haben Sie mehr verdient als jeder anderer eSportler auf der Welt.
KURO „KUROKY“ SALEHI TAKHASOMI (25): Aber Geld ist nicht meine Motivation. Ich will einfach nur „Dota 2“ spielen.
Sie standen als einer von ...

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... Das war überwältigend und surreal. Aber ich war schon immer überzeugt, dass ich dieses Turnier gewinnen kann. Daran habe ich nicht eine Sekunde gezweifelt. In den Wochen danach hat mich aber eine Leere überkommen. Ich habe mich vorher nie damit beschäftigt, was nach dem Triumph kommen könnte. Ich musste mich entscheiden, wie es mit meinem Leben weitergehen soll. Ich will den Titel verteidigen. Und das Jahr darauf erneut. Etwas Größeres als die Aegis gibt es nicht. Legende oder nicht – ich will einfach nur spielen und Spaß an meiner Karriere haben. Jeder Mensch hat ein Potenzial, das man aus meiner Sicht nutzen muss. Ich will die Erwartungshaltung, die ich an mich selbst habe, erfüllen. Ich will der beste Spieler der Welt sein und mit meinem Team gegen die Konkurrenz bestehen. Es ist ein 24-Stunden-Job – aber einer der Spaß macht. Am wichtigsten war es, die kulturellen Barrieren zu überwinden. Denn dort gibt es Unterschiede, die zum Problem werden können. Wichtig ist, dass jeder weiß, dass das Team immer über dem Individuum steht. Denn ein Finne ist dreimal so introvertiert wie ein Deutscher. Und ein Bulgare ist dreimal so extrovertiert wie ein Deutscher. Da musst du als Kapitän neben dem Zocken Termine koordinieren, die Taktik analysieren und auch noch Therapeut sein. Nicht wirklich. Die Erfahrungen, die man in der Praxis sammelt, sind unersetzlich – da helfen auch Rückschläge. Aus meiner Sicht ist eine Niederlage immer ein zweischneidiges Schwert. Im ersten Moment tut es natürlich weh, aber du lernst daraus. Auch die Lebenserfahrung von den vielen Reisen und die Expertise aus meiner Karriere sind sehr hilfreich. Ich versuche ein ganz normales Leben zu führen. Wenn ich Zeit habe, lese ich gern – besonders Politikund Philosophie-Bücher. Daraus gucke ich mir Sachen für meinen Führungsstil ab. Sie hatten für mich vorgesehen, dass ich Arzt oder Anwalt werde. ESport war Neuland und beängstigend für sie, denn sie haben keine Zukunft in meiner Tätigkeit gesehen. Ich hatte als Kind eine Beinkrankheit und konnte nicht richtig laufen. Aber wenn man klein ist, hat man halt viel Energie – und die habe ich dann in „Dota“ gesteckt. Mit zwölf Jahren habe ich richtig angefangen. Ich habe es schon immer geliebt zu spielen. Aber eine Szene wie heute gab es damals noch nicht. Wir haben für nichts gespielt. Ich bin die erste Generation Profi-eSportler. Mindestens zwei Jahre. Solange es mir noch Spaß macht und ich noch gut bin, spiele ich noch. Aber ich muss auf meine Gesundheit achten. Eine zu besessene Einstellung kann schnell giftig für den Körper sein. Zudem habe ich Probleme mit dem Karpaltunnelsyndrom, sprich im Handgelenk. Ich mache viele Stretch-Übungen vor und nach den Spielen. Das hilft. Aber viel schlimmer als die Handgelenke ist mein ständiger Kampf mit dem Jetlag. Manchmal bin ich für zehn Tage in China, dann in Amerika, dann in Polen. Wenn ich alle meine Reisen pro Jahr hochrechne, bin ich mindestens fünf Monate auf Tour. Mein Hauptwohnsitz ist zwar in Kairo, aber meine zweite Heimat sind Hotelzimmer.

TRIUMPH
KuroKy (M.) gewann mit „Team Liquid“ im August 2017 „The International“. Für ihn war es der erste Sieg im siebten Versuch.


„Ich will der beste Spieler der Welt sein und trotzdem täglich noch besser werden.“

Das ist „KuroKy“

Der Profi heißt mit bürgerlichem Namen Kuro Salehi Takhasomi. Er wurde am 29. Oktober 1992 im Iran geboren, ist in Berlin aufgewachsen. Kuroky spielte u. a. bei „Virtus. Pro“ und „Team Secret“, bis er „5Jungz“ gründete. 2015 schloss sich der Clan „Team Liquid“ an, an dem Ex-Basketballstar Magic Johnson beteiligt ist.


FOTOS: ESL, Twitter