Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 7 Min.

TOP STORY DER WOCHE: FRISCHER FALTER


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.04.2019

Lange wurde davon geredet, jetzt kann jeder mit genug Kleingeld das erste Falt-Handy kaufen. DasSamsung Galaxy Fold im ersten Praxis-Test.


Artikelbild für den Artikel "TOP STORY DER WOCHE: FRISCHER FALTER" aus der Ausgabe 10/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 10/2019

FOLD ZUGEKLAPPT: AUSSEN NUR EIN S10 MINI

Zusammengeklappt sieht das Galaxy Fold eher wie ein veraltetes Smartphone mit 4,6-Zoll-Display aus. Zudem wirkt es ziemlich klobig. Immerhin lässt es sich trotz seines hohen Gewichts gut mit einer Hand halten, wenn auch nicht bedienen – das Tippen von Nachrichten ist auf dem kleinen Display eine ungewohnte Herausforderung.

BASTELN SIE SICH: IHREN EIGENEN FALTER

Sie wollen sich ein Bild davon machen, wie groß das Samsung Galaxy ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Computer Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2019 von Hört Alexa uns alle ab?: Skandal mit alles, bitte!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hört Alexa uns alle ab?: Skandal mit alles, bitte!
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von BILD DER WOCHE: WUNSCH-KENNZEICHEN 2.0. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BILD DER WOCHE: WUNSCH-KENNZEICHEN 2.0
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von WICHTIGE NEWS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WICHTIGE NEWS
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von NEWS DER WOCHE: DYNAMISCHES DUO. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS DER WOCHE: DYNAMISCHES DUO
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von NEWS DER WOCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS DER WOCHE
Titelbild der Ausgabe 10/2019 von NEWS DER WOCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS DER WOCHE
Vorheriger Artikel
REPORT DER WOCHE: JETZT WIRD’S ENG!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel REPORT DER WOCHE:ALLE ENDSPIELE IN ALLEN WETTBEWERBEN: END SPURT
aus dieser Ausgabe

... Fold in natura ist? Kein Problem: COMPUTER BILD hat das Handy in Originalgröße zum Ausschneiden abgedruckt. Am einfachsten geht’s, wenn Sie das ausgeklappte Modell auf Seite 26/27 ausschnippeln.

Im aufgeklappten Zustand ist das Galaxy Fold viel breiter und etwas länger als das Samsung Galaxy S10 Plus.


Das erste Handy mit Kamera, Apples genialer iPhone-Coup oder das erste MacBook Air, das Steve Jobs aus einem Briefumschlag zauberte: Es gibt nicht viele Momente in der Technik-Welt, die im Gedächtnis bleiben, weil mit ihnen die nächste Revolution begann. Erleben wir jetzt wieder so einen Moment? Jedenfalls startet am 3. Mai der Verkauf des Samsung Galaxy Fold – des ersten Smartphones mit faltbarem Display. Ob es eine Sternstunde wird oder ob es als sündhaft teure Sternschnuppe verglüht, hängt vor allem von einer Frage ab: Überzeugt Samsungs erstes Falt-Handy im harten Alltag? COMPUTER BILD hat das Galaxy Fold vor dem Marktstart ausprobiert.

Zugeklappt konservativ & dick …

Samsungs Galaxy Fold sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Smartphone, mit 160,9 x 62,9 Millimetern hat es die üblichen Maße. Eher antiquiert wirkt seine Dicke von 1,7 Zentimetern. Damit ist es so dick wie ein Sandwich aus zwei normalen Smartphones. Obendrauf liegt ein kleines 4,6-Zoll-AMOLEDDisplay im 21:9-Format mit einer Auflösung von nicht gerade rekordverdächtigen 1960 x 840 Pixeln. Auch die großzügigen Displayränder oben und unten passen nicht so ganz in den aktuellen Design-Trend mit hauchdünnen Rahmenflächen.

… aufgeklappt ein Spektakel

Wer aber zum ersten Mal das Galaxy Fold mit einem kleinen, aber fühlbaren Widerstand wie ein Buch aufklappt, sieht es vor sich, das Smartphone aus der Zukunft: Vor dem staunenden Auge des Betrachters entfaltet sich ein 7,3 Zoll großes AMOLED-Display. 7,3 Zoll – das klingt in Zeiten von XXL-Handys etwas ernüchternd, aber mit ihrem 4,2:3-Bildformat ist die Fläche riesig und erinnert eher an Apples neu aufgelegtes iPad mini 5 mit seinen 7,9 Zoll als an ein Smartphone. Dementsprechend gut liegt das Fold als ausgeklapptes Tablet mit den Gardemaßen 160,9 x 117,9 x 6,9 Millimeter in den Händen.

Dicke Beule in der Hosentasche

Wer das prächtige Display vor sich hat, vergisst allzu leicht, dass der FaltMechanismus das Galaxy Fold zwar kleiner, aber damit auch dicker macht (siehe Bilder links): Es passt zwar gerade noch so in die Hosentasche, aber unter der dadurch entstehenden Beule vermuten die Mitmenschen eher ein antikes Mobiltelefon.

Auch wenn das zugeklappte Fold eher altbacken und klobig aussieht sowie mit 263 Gramm recht schwer geraten ist, kann es der stolze Besitzer immerhin mit einer Hand komplett umschließen. Wenn er moderne Displays mit großer Diagonale gewohnt ist, bekommt er aber Schwierigkeiten beim Tippen auf dem kleinen FrontDisplay. Für die einhändige Bedienung ist der Bildschirm einfach zu hoch angesetzt, Samsung hätte ihn besser weiter unten platziert. Das dicke Gehäuse hat immerhin einen Vorteil – der Fingerabdruckscanner befindet sich gut erreichbar auf der Seite, wo üblicherweise der Daumen das Smartphone hält. Darüber sitzen der Einschaltknopf und die Lautstärketasten.

DICKER VERGLEICH: BREITES KREUZ

Falter mit kräftigem Rücken: Das Galaxy Fold ist breiter als die beiden aufeinander gestapelten Top-Smart phones Samsung Galaxy S10 und Apple iPhone XS Max.

SO KLAPPT’S: WIE FALTE ICH RICHTIG?

Das Samsung Galaxy Fold lässt sich wie ein Buch aufklappen. Damit das nicht unfreiwillig passiert, gibt es einen kleinen Widerstand, der das Fold zusammen- und auch aufgeklappt sicher fixiert. Laut Samsung soll das Gerät gut zweihunderttausend Faltvorgänge unbeschadet überstehen.

Zusammengeklappt sieht das Fold wie zwei Smartphones übereinander aus.


Auf der Frontseite sitzt das kleinere Display mit 4,6-Zoll-Diagonale.


Ist der kleine Widerstand überwunden, entfaltet sich das ungewöhnliche Gerät.


Das kleine Display verschwindet, der große Bildschirm kommt zum Vorschein.


Fertig: Nun lässt sich das Galaxy Fold wie ein handliches Tablet verwenden.


FILMGUCKEN FLOP, GAMING TOP!

Das ausgeklappte Display bietet 7,3 Zoll Platz in der Diagonale. Wer sich einen Kinofilm im Breitbildformat ansieht, kann den Bildschirm nur teilweise nutzen: Die Aussparung für die Kameralinsen frisst Platz, oben und unten bleiben schwarze Balken. Beim Gaming aber entfaltet sich buchstäblich der Nutzen – dann bietet das fast quadratische Seitenverhältnis ordentlich Spielraum zum Zocken!

Unsichtbare Edel-Mechanik

Aber wie klappt die Handy-Falterei auf Dauer? Zuerst mal fasziniert sie nur: Wer das Fold zum ersten Mal zwischen den Fingern hat, will es immer wieder auf- und zuklappen. Die filigrane Mechanik verschwindet unsichtbar unter einem aus Edelstahl bestehenden Scharnier. Obwohl zum Aufklappen beide Hände nötig sind, fühlt sich der Mechanismus absolut solide an. Laut Samsung übersteht er zweihunderttausend Faltvorgänge.
Die Technik des Falt-Displays nennt Samsung „Infinity Flex Display” – das steckt dahinter:
Plastik statt Glas: Das Display besteht aus flexiblem Kunststoff.
Dünneres Display: Die einzelnen Schichten des Bildschirms sind nur noch halb so dünn wie bei den bisherigen Galaxy-Smartphones.
Flexible Display-Schichten: Beim Schließen und Aufklappen des Fold verschieben sich die einzelnen Displayschichten dank neuartigem Klebstoff gegeneinander.

Ein Knick in der Optik?

Der Rahmen um das Display ist im ausgeklappten Zustand vergleichsweise schmal, in der rechten oberen Bildhälfte befindet sich allerdings eine größere Aussparung für die beiden Selfie-Kameras. Bei der Filmwiedergabe ist der große Einschnitt gut sichtbar und anfangs ungewohnt, doch daran wird man sich wohl nach einiger Zeit gewöhnen. Für Hollywood-Blockbuster im breiten 21:9-Kinoformat ist das Seitenverhältnis ohnehin nur bedingt geeignet. Durch die schwarzen Balken geht viel Fläche verloren, was an antiquierte Röhrenfernseher erinnert. Schon besser kommen YouTube-Videos oder TV-Serien im 16:9-Format zur Geltung.

Wobei die Schärfe nicht unter dem Klapp-Mechanismus leidet: Die Auflösung von 2152 x 1352 Pixeln sorgt für eine ordentliche Bildschärfe von 362 Pixeln pro Zoll – das ist etwas besser als die Pixeldichte des Mini-iPad mit 324 Pixeln pro Zoll.

Einen nicht ganz unerwarteten Schwachpunkt hat der Falter der ersten Generation aber doch: Der Falt-Knick in der Mitte des Bildschirms stört zwar nicht, er ist aber gerade bei hellen Hintergründen sichtbar. Die Kerbe lässt sich auch eindeutig erfühlen, wer das makellos glatte Display etwa eines iPads gewohnt ist, muss sich daran gewöhnen– oder auf das Falt-Phone verzichten. Schaut man jedoch frontal auf das Display, fällt der Knick nicht weiter auf.


„Handy oder Tablet? Das Fold ist ein vielversprechender Ver- wandlungskünstler.”
Christian Just Leitung TK & Internet


FENSTER IM GRIFF

Das Doppel-Display bietet neue Möglichkeiten, um mit mehre1ren Apps parallel zu arbeiten. Der Bildschirm lässt sich für maximal drei Apps nutzen. Der Nutzer kann die Größe der Fenster ximal ändern und so selbst bestimmen, wie viel Platz die einzelnen Apps einnehmen sollen. Eine Möglichkeit sehen Sie hier:

GOOGLE MAPS: EIN AUGE SCHIELT IN DIE HEIMAT

Wie weit ist es nach Hause? Google Maps belegt in diesem Beispiel mehr als die Hälfte des Displays und gibt damit einen perfekten Überblick.

YOUTUBE: NEBENBEI EIN VIDEO SCHAUEN

Hier läuft auf einem kleinen Teil des Bildschirms ein You-Tube-Video – zufällig ist es der Clip mit der Präsentation des Galaxy Fold auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona.

INSTAGRAM: WAS MACHEN DIE SOZIALEN MEDIEN?

In den sozialen Netzen lassen sich Posts von Freunden, Bekannten und Medien verfolgen und Kommentare auch im Multitasking-Modus versenden.

Das Fold ist deutlich schmaler als eine herkömmliche Hemdtasche.


Trotz der wuchtigen Dicke passt das Galaxy Fold noch gut in die Hosentasche.


Der goldene Rücken sieht edel aus und entlastet durch die Wölbung das Display.


Fliegender Display-Wechsel

Aber Filme gucken ist die Kür, Apps sind die Pflicht. Und zum Glück hat Samsung die meisten vorab installierten Apps bereits an das ungewöhnliche Format des Ausklapp-Displays angepasst. So kann der Nutzer zum Beispiel Google Maps zur Fußgänger-Navigation auf dem kleinen Cover-Display im zugeklappten Modus starten. Klappt er danach etwa in der U-Bahn das Fold auf, wird Google Maps auf dem XXL-Display automatisch im Vollbildmodus nahtlos an derselben Stelle fortgesetzt. Samsung nennt das „App Continuity”, und beim Wechsel ist keine Denkpause zu sehen. Ähnlich gut funktioniert das auch beim Fotografieren, keine andere Handy-Kamera bietet so eine gigantische Vorschau aufs Motiv.

In einigen Fällen vergrößert sich nicht nur die Fläche, die Apps wechseln auch das Layout: So erscheinen E-Mail-Programm oder Kalender im Großformat nach Drehen des Geräts ins Breitbildformat wie am PC mit mehrspaltiger Ansicht. Der Nutzer kann auf dem großen Display auch drei Apps gleichzeitig darstellen. Dazu wischt er von rechts außen übers Display und zieht eine der dort aufgelisteten Apps auf die Anzeigefläche. Neben starr nebeneinander angeordneten Fenstern lassen sich Apps auch in einem schwebenden Mini-Fenster anzeigen – praktisch ist das etwa beim Taschenrechner.

Premiere unter der Fold-Haube

Damit auch drei Apps gleichzeitig geschmeidig laufen, hat Samsung dem Galaxy Fold 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und Qualcomms aktuellen Snapdragon 855 spendiert – diesen Top-Prozessor gab’s in deutschen Galaxys bislang nicht. Damit überholt das Fold sogar das frische Galaxy S10 Plus und ist Samsungs schnellstes Smartphone. Der Gerätespeicher ist mit 512 Gigabyte zwar sehr üppig, allerdings nicht erweiterbar. Für genug Ausdauer sorgen zwei Akkus mit zusammen 4380 Milliamperestunden, die fein ausbalanciert im Gehäuse verteilt sind und so zum angenehmen Handling beitragen. Der Sound wurde in Kooperation mit AKG optimiert, beim ersten Probehören klangen die Stereo-Lautsprecher richtig gut.[cj/rob]

FAZIT

Das Galaxy Fold ist ein beeindruckendes Stück High-End-Hardware. Es liegt trotz der enormen Dicke gut in der Hand, ist hochwertig verarbeitet und ein luxuriöser Hingucker. Der Klapp-Mechanismus beeindruckt und offenbart ein hervorragendes AMOLED-Display in iPad-mini-Größe. Doch einige Details verraten, dass der frische Falter in der ersten Generation nur den Beginn einer Entwicklung markiert: Das Außendisplay ist einfach zu klein, das Gerät zu wuchtig und dick, der Knick im Display sichtbar. Doch der Anfang ist gemacht, wenn mit 2000 Euro auch ein zugegeben sündhaft teurer.

Die sechs Kameras vom Galaxy Fold im Überblick: Auf der Rückseite (rechts) sitzt die Hauptkamera, die ähnlich gute Fotos wie das im Test überzeugende S10 schießt.


LINSENSUPPE: SECHS KAMERAS?!

Das Galaxy Fold hat gleich sechs Kameras an Bord – so viele Linsen gab’s in einem handelsüblichen Smartphone noch nie! Der Fokus liegt auf der Triple-Kamera auf der Rückseite: 16 Megapixel für Ultra-Weitwinkel mit 123 Grad, zweimal 12 Megapixel mit einer normalen Linse und doppeltem Tele-Zoom. Die Technik ist also wohl vergleichbar gut wie beim S10. Dazu kommen eine Front-Dualkamera in der seitlichen Notch im Hauptdisplay (8 und 10 Megapixel für bessere Bokeh-Effekte und Selfies) und eine Frontkamera auf dem Außendisplay (10 Megapixel). Dank der vielseitigen Multitasking-Fähigkeiten ist es auch möglich, während eines Videoanrufs andere Apps parallel zu nutzen.


Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD

Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD

Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD