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TOP-STORY Samsung XXL-Interview: Zur Sache, Samsung


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 16/2019 vom 19.07.2019

Im Interview spricht Samsung-Chef DJ Koh über Fehler beim Fold und dieSmartphone-Zukunft .


Artikelbild für den Artikel "TOP-STORY Samsung XXL-Interview: Zur Sache, Samsung" aus der Ausgabe 16/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 16/2019

Blick auf den Samsung-Campus im Herzen von Seoul: Hier wird an den Smartphones der Zukunft gearbeitet.


Mehr als 300 000 Mitarbeiter, 191 Milliarden Euro Umsatz, 292 Millionen verkaufte Smart phones: Samsung ist nach wie vor ein Gigant. Doch neben Erfolgen wie dem ersten 5GHandy, der innovativen A Serie und einer frischen Galaxy Watch gibt’s auch Probleme: Konstruktionsfehler verzögern den Start des Falt Smartphones Galaxy Fold, Konkurrent Huawei eroberte erstmals Platz 1 der Smartphone Bestenliste.

Offene Antworten ...

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... von DJ Koh

Was plant Samsung jetzt? Machen günstige Modelle die teuren Smartphones der S Serie überflüssig? Wie sehen die Smartphones im 5GZeitalter aus? Und was bedeuten Huaweis Probleme für Samsung? Um das zu erfahren, reiste COMPUTER BILD Ressortleiter Christian Just nach Südkorea in die Samsung Zentrale, wo Samsung Chef „DJ Koh“ erstaunlich offene Antworten gab.

Er ist wohl der mächtigste Mann der Smartphone-Welt: Samsungs Smartphon-hef Dong Jin Koh, kurz „DJ Koh“ (links), sprach mit Christian Just.


Es war wohletwas früh…


Zum Galaxy Fold

Wie geht’s weiter mit dem Fal-andy „Galaxy Fold“?

In den vergangenen Wochen haben wir alle Probleme, die von den Vorab-Testern moniert wurden, identifiziert. Derzeit werden mehr als 2000 Geräte auf alle möglichen Punkte getestet. Wenn wir damit fertig sind, werden wir unsere weiteren Pläne ankündigen. Gebt uns noch ein wenig Zeit! Ich denke aber, es wird nicht mehr allzu lange dauern.

Ist die Technik ausgereift?

Das faltbare Smartphone ist eine völlig neue Geräteart. Faltbare Displays haben wir zwar schon vor neun Jahren gebaut, aber erst mit ausgefeilten Mechanismen im Inneren und einem Schutz gegen Schäden durch Bedienfehler funktioniert es zuverlässig. Ich bin überzeugt: Kein Produkt wird jemals zu 100 Prozent perfekt sein. Schließlich kann einem das Handy mit seinem zerbrechlichen Bildschirm mal herunterfallen. Auch bei einem faltbaren Smartphone kann unsachgemäße Benutzung in bestimmten Fällen zu Schäden führen, auch wenn wir alle Vorkehrungen treffen, um es sicher und den Nutzer glücklich zu machen. Aber im Laufe der Zeit werden faltbare Smartphones ebenso robust wie die aktuellen Handys sein. Schließlich sind unsere aktuellen Top-Smartphones wasserdicht, staubdicht und damit perfekt für den täglichen Gebrauch. Vielleicht wird auch ein faltbares Smartphone so sein, innerhalb des nächsten Jahres – hoffentlich.

Kurz vor dem geplanten Marktstart probierte COMPUTER BILD das Galaxy Fold aus. Schon damals fiel die Lücke im Scharnier auf, ein Einfallstor für Fremdkörper.


Kam der Marktstart zu früh?

Ich muss zugeben: Es war wohl etwas früh. Ich gebe auch zu, dass es etwas mit dem Druck der Konkurrenz zu tun hatte. Dass Fremdkörper ins Gehäuse gelangen können, haben wir übersehen, darauf waren wir nicht perfekt vorbereitet. Das passierte aber nur bei Vorab-Testern und nicht erst nach dem Verkaufsstart. Da haben wir Glück gehabt. Auch wenn es Zeit kostet, wollen wir das richtig machen. Dieser Fall ist auch für uns eine Lehrstunde.

Wozu überhaupt Falt-Smartphones?

Wir haben den faltbaren Bildschirm vor neun Jahren entwickelt, damit Sie den größtmöglichen Bildschirm in der Hand halten können. Derzeit liegt das Maximum eines Smartphone-Displays bei etwa 6,7 Zoll. Für mehr Größe muss es faltbar sein. Das faltbare Handy wird daher eine Zukunft haben. Aber was ist der nächste Schritt? Es gibt viele Möglichkeiten, vielleicht bestimmen Wearables die Entwicklung, vielleicht wird die komplette Smartphone-Technik ins Auto integriert – wir sollten uns auf eine Vielzahl smarter Geräte einstellen, nicht nur auf Smartphones.

Zur Zukunft des Mobilfunks

5G-Antennen in den Samsung-Labors. In Korea gibt es 5G seit April, jetzt startet es auch in Deutschland (siehe Seite 14).


Wie schnell wird sich die 5G-Technik durchsetzen?

Innerhalb von 80 Tagen hat Samsung eine Million Exemplare des Galaxy S10 5G in Korea verkauft. Das ist ein starkes Signal. Die Kunden wollen 5G-Geräte. Ich bin sicher, das nächste Jahr wird vielversprechend für 5G. Jetzt, 2019, beginnt das 5G-Zeitalter, und das liegt vor allem an den Vorteilen der neuen Technik. Das 5G-Netz kann schneller reagieren, es bietet mehr Download-Tempo, und mehr Teilnehmer können es gleichzeitig nutzen. Aber das ist nicht alles. Um die Auswirkungen von 5G wirklich zu begreifen, müssen wir verstehen, welche technologischen Veränderungen in den nächsten zehn Jahren auf uns zukommen. Die vergangenen zehn Jahre waren die LTE-Ära, also 4G. Dabei stand das Smartphone im Zentrum. 2019 beginnt eine neue Ära, in der wichtige Innovationen zusammenkommen: Internet der Dinge, 5G und Künstliche Intelligenz (AI).

Setzt Samsung künftig auf Software oder Dienste statt nur auf Hardware?

Samsung hat in den vergangenen zehn Jahren viel in Software, Sicherheit und Apps investiert – Samsung Pay, Samsung Pass und mehr. Aber warum soll ich eigene Video-Dienste aufbauen? Ich kann mit Netflix, Amazon oder anderen zusammenarbeiten. Muss ich einen eigenen Musikdienst aufziehen? Nein, wir arbeiten mit Spotify zusammen. Das ist es, was ich als offene Innovation definiere: offene Partnerschaften. Und das ist auch der Grund, warum Google unser strategischer Partner ist, ich aber gleichzeitig mit Microsoft, Amazon und anderen zusammenarbeite. Man muss nicht alles selbst erfinden.


2019 beginnt das5G-Zeitalter.


In Korea konnte COMPUTER BILD 5G schon testen. Das Galaxy S10 5G lieferte dabei teils irres Tempo: bis zu 1000 Mbps!


Zum Internet der Dinge

Wie wichtig wird das Internet der Dinge?

In den vergangenen Jahren haben alle über Internet of Things (IoT) geredet, aber es ist nichts passiert. IoT bedeutet, dass Menschen und alle Geräte immer miteinander und dem Internet verbunden sind: zu Hause, im Büro, in der Fabrik. Statt auf direkte Befehle von uns zu warten, müssen die Geräte unser Verhalten verstehen, unsere Absichten. Aber wegen der zu hohen Reaktionszeit bei LTE-Verbindungen ließ sich diese Technologie zum Beispiel nicht im Automobil anwenden. Die Latenz von LTE lag über 10 Millisekunden, mit 5G liegt sie unter 1 Millisekunde, so können wir die Technik jetzt endlich direkt im Auto einsetzen. 2019 ist ein Wendepunkt erreicht, ab jetzt dreht sich nicht mehr alles nur ums Smartphone. Denn wir werden von einem Ökosystem aus smarten Geräten umgeben sein. Denken wir an die Landwirtschaft: Wenn man tausend Rinder hat, kann man versuchen, diese Tiere mit Hunden, Pferden oder Fahrzeugen zu kontrollieren. Aber mit IoT weiß man jederzeit, wo sich jede einzelne Kuh gerade aufhält, wann und was sie frisst, alles. Nur 5G ermöglicht so eine Umgebung.

Wie lässt sich Sicherheit im Internet der Dinge garantieren?

Durch mehrere Ebenen von Sicherheit im Smartphone, inklusive spezieller Hardware. Zum Beispiel persönliche Daten wie Kreditkartennummern: Mit unserem Samsung Pass kann niemand diese Daten einsehen, selbst wenn das Smartphone verloren geht. Aber Sicherheit darf sich nicht nur auf das Smartphone beschränken. Die Cloud ist überall. Samsungs Sicherheitsumgebung Knox wird daher in vielen Firmen, aber auch Regierungsabteilungen genutzt.

Die Teilnahme an der Reise nach Korea wurde von Samsung unterstützt. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

Zum US-Streit mit Huawei


Ich möchte die Situationnicht ausnutzen.


Was bedeuten die Lizenz-Probleme von Huawei für Samsung?

Das ist die Folge eines Handelskriegs zwischen zwei Staaten. Als ich die Nachricht davon während einer Geschäftsreise hörte, habe ich meinen Führungskräften sofort mitgeteilt: Nutzt die Situation nicht aus! Wir müssen unseren eigenen Weg gehen, so wie wir es geplant haben. Ich weiß nicht, was der nächste Schritt im Handelskrieg sein wird. Es kann vieles passieren. Ich konzentriere mich auf unseren eigenen Weg. Denn ich habe so viele Dinge vor mir. Ich bin dabei, unser faltbares Handy herauszubringen, das Note 10 wartet auf mich, das Galaxy S11 wartet auf mich. Jeden Tag! Ich bin ein viel beschäftigter Mann. Wenn der Handelskrieg sich gelegt hat, wird sich die Situation wieder ändern, dann kommt die Konkurrenz zurück.

Ressortleiter Christian Just (im Vordergrund rechts) im Interview mit DJ Koh.


Zu günstigen Smartphone0073


Auch bei günstigen Geräten geht es umInnovation.


Die A-Serie zeigt: Die Mittelklasse wird immer besser. Warum dann noch ein High-End-Gerät kaufen?
Das hängt von Region, Land und Alter ab. In Korea gibt es ein Wort, das schwer zu übersetzen ist, es bedeutet: kleines, aber vollkommenes Glück. Das heißt zum Beispiel, dass ein Student mit einem Nebenjob vielleicht 500 oder 1000 Dollar im Monat verdient. Aber er kauft trotzdem ein Flaggschif-martphone. Warum? Weil dieses Smartphone seine Identität widerspiegelt. Das ist nur ein Beispiel aus Korea, ich kann nicht sagen, wie es in anderen Ländern ist. Das ist der Grund, warum Samsung sehr innovative Produkte zu erschwinglichen Preisen baut. Wir fahren zweigleisig: Flaggschiffe findet man in der S-Serie und beim Note, erschwingliche Geräte in der ASerie. Bei der A-Serie geht es nicht nur um einen günstigen Preis, sondern auch um Technologien, die wir bei den Flaggschiffen nicht anbieten. Die drehbare Kamera haben wir zuerst für die A-Serie erfunden, nicht für unser Flaggschiff. Denn viele der Millennials und der Generation Z suchen ein attraktives Gerät zu einem Preis, der für sie erschwinglich ist. Für sie sind Videos und das Teilen von Inhalten besonders wichtig.