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Top-Tipps vom Barsch-Profi


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Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 40/2022 vom 11.03.2022

BARSCH

Artikelbild für den Artikel "Top-Tipps vom Barsch-Profi" aus der Ausgabe 40/2022 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 40/2022

Barsch-Spezialist Johannes Dietel hat im Laufe der Zeit alle möglichen bewährten Köder und Systeme für Barsch getestet. Hier erklärt er fünf seiner Geheimwaffen für seinen Lieblingsfisch.

Chebu Larve: Zickige Barsche entlarven!

An manchen Tagen geben sich die Barsche richtig zickig. Auf die bewährten Gummis am Jigkopf wollen sie dann nur phasenweise beißen. So war es auch bei einem meiner letzten Barschraubzüge. Anschieber hier und da sowie ein abgebissener Schaufelteller deuteten aber Barsch-Präsenz an. Ein Fest für mich. Wenn ich weiß, dass Fisch am Platz ist, laufe ich zur Höchstform auf und versuche alles, um sie irgendwie doch aus der Reserve zu locken.

Und ich habe einen Weg gefunden: Häufig hilft an solchen Tagen Cheburashka und Larve. Ganz langsam und mit Pausen über den Boden gezupft. In den seltensten Fällen hat das richtige Tocks gebracht. Dennoch lief es wie am Schnürchen. Die Kollegen haben sich einfach eingehängt und hingen am Haken, wenn ich mein Libellenlarven-Imitat – mit kleinen Rüttlern aus der Rutenspitze – ein paar Zentimeter weiterbewegt habe. Das Ganze ...

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... ist ein bisschen tricky. Damit es funktioniert, kommt es auf Details an. Das fängt mit der Kombo an und hört beim Fixieren auf den Haken auf.

Für einen direkten Köderkontakt braucht es eine dünne Schnur (0,06er), für die langsame Führung eine kleine Rolle (1000er Größe). Damit die Barsche keinen Widerstand bei der Köderaufnahme spüren und die Larve nicht zu hektisch über den Grund flitzt, muss die Rute ein bisschen mitgehen und darf nicht zu hart sein.

An Gewichten fische ich am liebsten Tungsten Chebus. Die sind bei gleichem Gewicht kleiner und damit unauffälliger als solche aus Blei. Damit sich die Barsche einklinken können, montiere ich einen offenen Haken und ziehe den Gummiköder einfach auf. Um ihn zu fixieren, kommt zum Schluss noch eine Gummiperle auf den Haken. Alternativ tut’s auch ein Stück Fahrradschlauch. Damit die Hechte den Köder nicht klauen können, schalte ich noch eine zehn Zentimeter lange Titanspitze zwischen Fluorocarbon-Vorfach und Köder.

Probiert es aus! Ganz langsam. Ihr werdet sehen, dass das funktioniert! Chebu und Larve können auch zickige Barsche hungrig machen und zupacken lassen.

Tipp 1

Tipp 2

Jig-Spinner: Die Barsch-Suchmaschine

Eigentlich kann man gar nichts falsch machen, wenn man sich so ein Teil in den Karabiner hängt. Jig-Spinner fangen, wenn man sie durchkurbelt, wenn man sie jiggt – und sie ziehen die Barsche sogar schon in der ersten Absinkphase nach dem Auswerfen magnetisch an. Also unbedingt an straffer Schnur sinken lassen, wenn ihr in großen Tiefen fischt! Sind die Barsche im Mittelwasser verstreut, lasse ich den Köder fallen – entweder bis zum Grund oder bis auf die Tiefe, auf der mir mein Echolot Fischkonzentrationen angezeigt hat. Die ersten Interessenten machen sich meistens durch kurze Anticker bemerkbar. Sobald man einen Fehlbiss registriert, muss man den Tauchgang natürlich abbrechen und den Köder ein bisschen höher kurbeln. Am besten hektisch. Er muss den Barschen schließlich ein flüchtendes Kleinfischchen vorgaukeln. Wenn nichts passiert, bis der Köder die gewünschte Tiefe erreicht hat, jigge ich den Spin-Jig erst einmal in derselben Tiefe. Erfolgt kein Biss, scanne ich die Wassersäule ab. Dabei sind drei verschiedene Herangehensweisen möglich: a) Das einfache Durchkurbeln auf einer geraden Diagonalen, b) eine wellenförmige Präsentation, bei der ich Spinnstops in den Kurbelprozess einbaue und c) eine hektische Sägezahnmuster-Präsentation, bei der ich den Köder auf seinem Weg nach oben immer wieder mit der Rute animiere, um ihn dann kurz frei fallen zu lassen.

Stehen die Fische über Grund, führe ich den Jig-Spinner wie einen überbleiten Gummifisch. Je wärmer es ist, desto ruppiger kann man diese Köder behandeln. Ich fische diese Blechköder ausschließlich mit der Stationärrolle. Die unten sitzende Rolle erleichtert die aggressive Köderführung. Wichtig ist auch eine nicht zu harte Rute. Eine etwas weichere Spitze vermindert die Fehlbissrate und sorgt auch dafür, dass die Fische den schweren und oft frei vorm Maul baumelnden Köder nicht so leicht abschütteln können.

Jig-Spinner-Tipp

Ich bevorzuge Modelle mit einem länglichen Spinnerblatt. So wirkt der an sich kompakte Köder größer und zieht dementsprechend größere Fische an. Das schlanke Blatt hat außerdem einen geringeren Widerstand als ein rundes Blatt, wodurch der Köder schneller sinkt. Außerdem fischt sich auf lange Sicht deutlich angenehmer.

Ein schlankes Blatt, das sofort anspringt. Tolle Farben, perfekte Lackierung, krasse Augen, scharfe und stabile Haken, aerodynamischer Körperbau mit klarem Schwerpunkt: Jig-Spinner mit einem Willow Leaf-Blatt funktionieren häufig echt gut!

Tipp 3

Free-Rig: Im freien Fall zum Barsch

Es gibt inzwischen so viele Finesse-Montagen, dass man kaum mehr hinterherkommt, wenn man sich keine 200 Barsch-Tage im Jahr geben kann oder will. Eines von den neueren Rigs sollten Sie aber auf jeden Fall auf dem Schirm haben – das Free-Rig. In der Basisversion kommt ein Birnen-oder Stabblei auf das Vorfach und wird von einem Offsethaken gebremst. Wenn man dieses System über den Boden springen lässt, saust die Birne senkrecht runter.

Der Köder (meistens ein Krebs) rieselt langsam und schwerelos hinterher, so dass ihn die Barsche lange begutachten können, bevor sie ihn dann am Grund einsammeln.

Es gibt aber auch spezielle Free-Rig-Haken mit einem Ring im Öhr. Dieser Ring sorgt für ein noch agileres Köderspiel. Es gibt Menschen, die eine Perle zwischen Haken und Blei schalten. Sie dient als Knotenschutz und optischer Zusatzreiz. Lärm geht von der Perle aber nicht aus. Sie prallt ja nur gegen das Öhr des Bleis und nicht wie beim Texas-Rig gegen das Blei selbst. Ich verzichte meistens auf die Perle und checke den Knoten regelmäßig. Wichtig ist mir, dass Blei-und Ködergröße in einem guten Verhältnis stehen. Bevor ich das Blei aufs 25er Vorfach ziehe, schiebe ich einen Gummistopper auf, der verhindert, dass die Montage zu weit durchrutscht. Der Abstand zum Haken beträgt 30 Zentimeter.

Den großen Vorteil der Montage spielen Sie nur aus, wenn Sie das Rig mit der Rute anlupfen, also nicht über die Rolle bewegen, sondern aus der Rutenspitze animieren. Nach jedem Zupfer lege ich dann eine kleine Pause ein, in der der Köder zum Grund taumelt und dort dann kurz liegen bleibt. Viele – auch heftige – Bisse kommen in der Phase, in der die Barsche den Krebs aufsammeln können.

Wie immer beim Barschangeln kommt es auf ausgewogenes Gerät an. Ich fische das Free-Rig an einer knapp zwei Meter langen Rute (WG bis 14 Gramm). Dazu passt eine 1000er Rolle mit 0,06er geflochtener Schnur. Das gut einen Meter lange Vorfach aus Fluorocarbon ist 0,20 bis 0,30 Millimeter dick – je nach Muschelbeziehungsweise Steinaufkommen.

Tipp 4

Ned-Rig: Heiße Würmer für kalte Tage

Das Ned-Rig ist eigentlich kein Rig im eigentlichen Sinne. Bedeutet: Man muss nicht großartig basteln, sondern einfach einen entsprechenden Jig-Kopf mit dem richtigen Gummiwurm garnieren. In den USA hat die Kombination aus einem Tip-Up-Jig mit Auflagefläche und einem auftreibenden Gummiwurm mit Fransen voll eingeschlagen.

Schwarzbarsche und Angler fahren total ab auf das senkrecht am Grund stehende Würstchen mit den kleinen Fransen. Die gute Nachricht: Unsere Flussbarsche gehen auch steil auf diese Präsentation – vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn sie ihre träge gewordene Beute einfach vom Grund aufsammeln und nicht auf schnelle Präsentationen reagieren. Zum Montieren nehme ich also einen Tip-Up-Jig und stecke einen Gummiwurm mit Fransen sauber auf den Haken. Das Ganze in einen unauffälligen Karabiner klinken. Und fertig!

Der Vorteil der Montage ist, dass der abgeflachte Jig-Kopf den schwimmenden Köder senkrecht stehen lässt. Die Barsche nehmen ihn so einfacher wahr und können ihn direkt vom Grund wegsaugen. Heißt: Wir warten auf den Biss in der Ablage. Die Bewegung aus der Rutenspitze dient primär dazu, den Köder fortzubewegen. Das kann man mit kleinen Hüpfern machen (kurz mit der Rutenspitze anzupfen und die freie Schnur aufnehmen) oder auch durch ein Ziehen über den Grund. So oder so wird sich der Köder aufrichten, sobald wir stillhalten und auf die Abnehmer lauern. Man fischt zwar sehr langsam, dennoch kommen die Bisse oft als deutlich spürbarer Tock. Jeder Biss ist ein Event für sich.

Das Ned-Rig bietet man am besten mit einer leichten Spinnrute um zwei Meter mit einem Wurfgewicht bis 10 Gramm an. Dazu passt eine 2500er Rolle und ganz dünne Geflochtene. Da man oft nur kleine Bereiche ausfischt, nehme ich gern die 2500er Rolle. Damit ist der Köder schneller „daheim“. Außerdem fliegt er ein bisschen weiter als an einer 1000er Rolle mit kleinerer Spule.

Video-Tipp

Auf seinem Youtube-Kanal stellt Johannes das Ned-Rig am Wasser noch einmal genauer vor.

Tipp 5

Rubber-Jig: Fransen machen Barsche böse!

Sie schauen sich diese Jigs mit den Fransen an und fragen sich, weshalb Sie doppelt bis viermal soviel für einen Jig mit Gewusel auf den Tisch legen sollen anstelle eines normalen Jigs ohne Schnörkel und Tamtam? Willkommen im Club. So war ich auch mal drauf. ‚Kann man ja gleich ein bisschen Kraut um den Jig wickeln. Sieht auch nicht anders aus.‘, habe ich mir gedacht. Inzwischen sind Rubber-, Fransenoder Skirted-Jigs zu meinen zuverlässigsten Dickbarsch-Lieferanten aufgestiegen. Ich liebe die Kombination aus Fransen-Jig und Gummi – und vor allem liebe ich die harten Bisse der Krebsvernichter. Die Fische scheppern nämlich häufig mit voller Wucht auf diese Köder rauf.

Es gibt Rubber-Jigs in allen möglichen Formen. Für uns, die wir die Köder ja am liebsten entspannt über den Grund schleifen, bieten sich Football-Jigs und Stand- \Up-Modelle an. Bei beiden ist gewährleistet, dass der Haken nach oben zeigt, so dass beide Scheren des Krebses schön spielen können und die maximale Anzahl an Bissen verwertet wird.

Noch mehr über Barsche lernen!

Foren sind alte Reste des Internet-Urknalls? Nicht alle! Barschalarm.de ist ein Paradebeispiel für ein modernes Forum mit frischen Inhalten. Unsere Empfehlung für alle, die tief in eine fesselnde und raffinierte Materie eintauchen wollen. Übrigens ist das Forum nicht nur für Barschangler interessant; auch Zander, Hecht & Co. werden dort thematisiert. www.barschalarm.de

Man fischt Rubber-Jigs übrigens niemals blanko, sondern immer mit einem Gummiköder als Trailer. Sie würde ja auch nicht einen normalen Jig einfach ohne Gummifisch angeln. Die Flusen verstärken das Köderspiel, halten den Jig auch dann in Bewegung, wenn nur ein Luftzug durch die Schnur geht. Die eigentliche Köderaktion erzielen wir mit Würmern, Krebsen, Creatures oder Shads. Merken Sie sich: Je voluminöser der Köder, desto langsamer der Fall. Falls Sie Schwierigkeiten haben, sich für einen Trailer zu entscheiden, können Sie sich aber sicher sein, dass Sie mit einem Krebs am Rubber-Jig fast immer auf der sicheren Seite sind! Aber der Trailer sollte von der Größe schon zum Skirted-Jig passen. Ich angle gern Jigs mit relativ kurzen Haken, sodass der Köder viel Spiel hat und nachwippt, wenn ich ihn absetze. Ich fische die Rubber-Jigs sehr gern an einer Baitcast-Kombo mit einem maximalen WG von 21 Gramm. Dazu eine 13er Geflochtene und 30er Fluorocarbon.

Im Winter angelt man die Jigs sehr langsam. Man schleift sie durch Ziehen der Rute ganz langsam über den Grund, setzt kurz ab. Wartet. Lässt den Jig ein paar Zentimeter hüpfen. Wartet. Zieht. Wartet. Zieht. Ein kleiner Hüpfer. Wartepause. Die Bisse kommen entweder im Stillstand (und dann durchaus knackig), oder in den kurzen Absinkphasen. Rubber-Jigs können sehr effektiv sein und sind dazu noch eine echte Geheimwaffe für kapitale Barsche.