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TOPFBAND Das Scharnier für alle Fälle


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selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 04.02.2022

ALLES ÜBER TOPFBANDSCHARNIERE

Artikelbild für den Artikel "TOPFBAND Das Scharnier für alle Fälle" aus der Ausgabe 3/2022 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 3/2022

Mit Forstnerbohrer und Schablone können Sie Topfbänder selbst anbringen

„Die Scharniere sind stabil, günstig und DIY-tauglich - ideal für viele Selbstbau-Projekte.“

Bernhard Eder, Autor und Werkzeugtester für selber machen

Topfbänder sind die idealen Scharniere für Ihr Selbstbauprojekt, bei dem Schranktüren und Korpus zueinander finden sollen. Die Scharniere bestehen aus einem Topf, einer Montageplatte und einem Bandarm, der die beiden Teile miteinander verbindet. Es gibt sie in zwei Größen: mit 35-mm-Topf oder einem kleineren 26-mm-Topf. 35 mm sind der Standard, die 26-mm-Scharniere werden für Schränkchen mit kleinen, leichten Türen bis zu einer Breite von 50 cm eingesetzt. Der Topf und das Scharnier bestehen aus Stahl, nur beim Glas-Topfscharnier ist der Topf aus Kunststoff.

Bei den einfachsten Modellen werden Topfband und Montageplatte mit einer Schraube verbunden. Diese gibt es schon ab 1,50 Euro pro Stück in jedem Baumarkt. Modelle mit ...

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... einer Klickverbindung sind deutlich praktischer und kosten etwa drei bis vier Euro. Mit integrierter Dämpfung gehen die Preise bei etwa fünf Euro pro Stück los. Türdämpfer kann man auch ab etwa 2 Euro nachrüsten.

Gut reparierbar

Die Stahlscharniere sind sehr robust. Wenn etwas kaputt geht, bricht meistens das Material an der Tür oder am Korpus. Aber keine Sorge, in beiden Fällen kann man ganz gut selbst reparieren (ab Seite 38) und die Scharniere weiter verwenden.

TOPFBAND MONTIEREN

Auch ohne vorgebohrte Lochreihen lassen sich Topfbänder gut selbst anbringen. Das wichtigste Werkzeug ist eine kleine Schablone. Bohrlöcher werden angestochen, damit der Bohrer später nicht verrutscht.

1 Zuerst legen Sie den Abstand der Scharniere von Boden und Deckel fest. In unserem Fall sind es 60 mm.

2 Schablone mit der 35-mm-Lochbohrung oben am Korpus anlegen, die Bohrstellen markieren.

SCHABLONE HILFT!

TIPP

Kein umständliches Messen: Zum Anrei- ßen der Bohrlöcher von Topfscharnieren gibt es eine prakische Schablone. Sie wird an der gewünschten Stelle angehalten. Durch die Löcher werden die Bohrstellen mit dem Bleistift oder einer Ahle markiert. Es gibt eine Seite für die üblichen 35-mm-und 26-mm-Topfscharniere. Die Schablone kostet 3 Euro im Baumarkt (von Hettich, Wolfcraft, etc).

3 Bohren Sie die zwei Löcher mit einem 5-mm-Bohrer nur wenige Millimeter tief an (Klebeband als Tiefenanzeiger).

4 Stecken Sie die Schablone in die angebohr- ten Löcher. Die Tür ausgemittelt vor den Korpus legen. Das Bohrloch an der 35-mm-Position anstechen.

PROJEKTLISTE

FÜR EINSTEIGER

► Aufwand 20 Minuten pro Scharnier

► Material

Korpus und Tür, Stärke mindestens 16 mm

Topfbandscharniere 35 mm

► Werkzeuge Bohrschrauber | Ankörner/Ahle oder Bleistift | Hammer | Meterstab | Forstnerbohrer 35 mm | Schreinerwinkel | Schablone für Topfbandscharniere |Schraubendreher | Zwingen

► Kosten ab circa 3 – 5 Euro pro Scharnier

5 Bohren Sie mit dem 35-mm-Forstnerbohrer ein ca. 13 mm tiefes Loch. Das ist etwa so tief, dass der Kopf des Bohrers genau eintaucht.

5 Den Topf in die Lochbohrung pressen und überprüfen, ob er richtig sitzt. Gegebenenfalls nachbohren.

6 Der Topf wird an einem Schreinerwinkel rechtwinklig ausgerichtet. Dann wieder die Punkte für die Schrauben markieren.

7 Das Topfband wird mit Schrauben fixiert. Es gibt auch Modelle zum werkzeuglosen Anklipsen an die Tür.

8 Am Korpus die Kreuzmontageplatte auf den vorgebohrten Löchern platzieren und festschrauben.

„Bis 90 cm Türhöhe reichen zwei Scharniere. Bis 160 cm sollten drei, darüber vier eingebaut werden.“

9 Bei diesem Modell wird der Scharnierarm aufgesteckt, bei anderen festgeschraubt. Anschließend justieren.

Türdämpfer gibt es zum Nachrüsten oder wie hier gleich ins Scharnier integriert (Hettich).

ÖFFNUNGS- WINKEL

TIPP

Normale Scharniere haben einen Öffnungswinkel von etwa 95° (A), die Tür steht dabei nahezu rechtwinklig vom Korpus ab. Sie werden in den meisten Schränken standardmäßig verbaut. Bei Küchen findet man häufig 110°. Bei einem Fernsehschrank reicht das nicht aus, die Türen sollen schließlich nicht das Bild verdecken. In solchen Fällen sollten Sie unbedingt Weitwinkelscharniere (B) verwenden.

TIPP: RICHTIG JUSTIEREN

Nach der Montage muss jede Tür auf Fehlstellungen geprüft und justiert werden. Das geht bei Topfbändern ganz leicht, sie sind auch im eingebauten Zustand in alle Richtungen verstellbar. Man benötigt nur einen Schraubendreher.

Damit die Türen gerade auf dem Korpus aufliegen und ein gleichmäßiges Fugenbild entsteht, brauchen die Türen eine Feineinstellung. Bei dem Justieren der Scharniere geht man immer so vor: Zuerst wird die Höhe angepasst, dann die Tiefe und zum Schluss die Schräge. Dazu werden nur das oberste und unterste Topfband genutzt. Wenn dazwischen weitere liegen, werden diese einfach gelöst und nach dem Justieren wieder festgezogen.

Bei der Höhenverstellung ist man am besten zu zweit, da man die Tür in der richtigen Höhe halten und gleichzeitig festschrauben muss. Die Tiefenverstellung und die Schrägen- bzw. Auflagenverstellung bekommt man hingegen problemlos allein hin. Man muss nur die Schrauben wie unten dargestellt drehen und immer wieder zwischendurch kontrollieren, ob die Tür richtig sitzt.

Tür nach rechts und links einstellen: Korpus und Tür werden deckungsgleich.

Tür-Abstand zum Korpus wird mit der Exzenterschraube vergrößert oder verkleinert.

Tür vertikal justieren: Schrauben an der Montageplatte lösen und Tür heben/senken. Festziehen.

GEKRÖPFTE BÄNDER

Es gibt drei Scharnierformate für außen, innen und mittig schließende Türen. Beim innenliegenden Anschlag schließen die Türen innerhalb des Korpus, der Topf ist 16 mm nach innen versetzt (gekröpft“). Beim außenliegenden Anschlag braucht es hingegen keine Kröpfung.

Bei dem innenliegenden Anschlag befinden sich die Türen innerhalb des Korpus (Kröpfung 16 mm).

Beim Mittelwandanschlag teilen sich die Türen die Auflagefläche auf der Korpusseite. Die Kröpfung beträgt 9,5 mm.

Beim außenliegenden Anschlag liegen die Türen komplett auf den Seitenwänden auf (keine Kröpfung).

AUSGEBROCHENER TOPF

Ein Ausriss an der Topfbandbohrung ist auf den ersten Blick durchaus heikel. Aber werfen Sie die Tür nicht gleich weg, denn wenn Sie in diesem Fall Zwei-Komponenten-Epoxy-Kitt verwenden, lässt sich der Schaden einwandfrei beheben.

1 Klassischer Schaden: Die Tür wurde zu weit aufgedrückt und der Topf ist an der Seite ausgerissen.

REPARATURKNETE

TIPP

Die Reparaturmasse Epoxy Kitt von UHU klebt, füllt und dichtet ab. Die Materialmasse besteht aus zwei Komponenten, die miteinander verknetet nach einigen Minuten steinhart werden. Außerdem ist der Kitt sowohl bohr-als auch schleif-und überstreichbar. Das Material eignet sich für viele Werkstoffe: Stein, Metall, Keramik, Holz und mehr. Heimwerker können damit Rohre abdich-ten, Astlöcher füllen oder eben Scharnie- re ankleben. Preis: etwa 4,50 Euro für 56 g. www.uhu.de

2 Je nach dem, wie viel Material ausgebrochen ist, schneiden Sie ein passendes Stück von der Reparaturknete ab.

3 Den Epoxy-Kitt mit Handschuhen gut durchkneten, damit sich die zwei Komponenten verbinden.

4 In die ausgerissenen Bohrlöcher können Sie kleine Kugeln des Kitts eindrücken und glattstreichen.

5 Mit einer Wulst der Knete formen Sie den ausgebrochenen Bereich um den Topf herum nach.

6 Den Topf fest in die noch weiche Masse eindrücken, bis er wieder eben auf der Tür aufliegt.

7 Bevor die Masse ganz aushärtet, können sie große Materialüberstände abschneiden, später bei Bedarf noch schleifen.

Text Bernhard Eder

AUSRISS AM KORPUS

Statt mit Kitt lassen sich augerissene Kreuzplatten am Korpus gut mit Holzplättchen und Leim reparieren. Es reichen nur wenige gezielte Eingriffe aus, um den Schaden zu reparieren.

1 Die Kreuzmontageplatte am Korpus ist ausgerissen. Das ist schnell behoben und die Tür nach einem Tag wieder einsetzbar.

2 Die Schadstellen mit einem Forstnerbohrer (15 oder 20 mm) ausbohren. Die Schablone verhindert Verrutschen.

3 Die Querholzdübel mit passendem Durchmesser (15 oder 20 mm) einleimen und mit Zwingen fixieren.

4 In die neu eingesetzten Holzstücke kann man vorbohren oder die Montageplatte direkt wieder festschrauben.