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TOPFILM: Die irre Geschichte der: Wonder Woman


TV Digital XXL-Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 04.05.2018

Zur Pay-TV-Premiere von „Wonder Woman“ erklärt TV DIGITAL, was diese Superheldin so außergewöhnlich macht


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Bildquelle: TV Digital XXL-Ausgabe, Ausgabe 10/2018

Erstaunlich fit: Wonder Woman (hier: Gal Gadot) rettet bereits seit rund 77 Jahren die Welt


SO 20.5.

WONDER WOMAN

SKY CINEMA HD 20.15 UHR

ACTION Girlpower und Nervenkitzel mit einer supersexy Amazone
►On Demand

Fesselspiele, Fetische – lesbische Liebe? Als Wonder Woman 1941 im „All Star Comics“-Heft Nummer acht ihr erstes Abenteuer bestritt, mischte sie nicht nur den bis dato männlich dominierten Superheldenkosmos auf. Ihr Lebenswandel und die Tatsache, dass die Amazone obendrein das Matriarchat ...

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Fesselspiele, Fetische – lesbische Liebe? Als Wonder Woman 1941 im „All Star Comics“-Heft Nummer acht ihr erstes Abenteuer bestritt, mischte sie nicht nur den bis dato männlich dominierten Superheldenkosmos auf. Ihr Lebenswandel und die Tatsache, dass die Amazone obendrein das Matriarchat propagierte, machte sie zu einem Albtraum der mächtigen Zensurinstanz National Legion of Decency. Die erste Comicsuperheldin der Welt kann zweifelsohne auf eine der wunderlichsten Entstehungsgeschichten des Groschenheft-Universums zurückblicken – der Schrecken der Sittenwächter mutierte zur Feminismusikone und ist seit 2016 sogar UN-Sonderbotschafterin für die Stärkung von Mädchen.
Ihr Schöpfe r Dr. William Moulton Marston (1893–1947) ist in der Geschichtsschreibung irgendwo zwischen Visionär und Quacksalber verortet. Er war Psychologe, selbsternannter Feminist – und Fesselspiel-Aficionado. Nebenbei erfanden er und Gattin Elizabeth „Sadie“ Holloway den Polygrafen, einen Vorläufer des Lügendetektors. Schlagzeilen allerdings machte vor allem das wilde Liebesleben des Harvard-Absolventen, die Sadomaso-Dreiecksbeziehung zwischen ihm, seiner Frau und der Assistentin Olive Byrne schaffte es 2017 in dem Biopic „Professor Marston and the Wonder Women“ mit Luke Evans sogar ins Kino (s. Foto rechts). Nicht erstaunlich also, dass Marstons „Wonder Woman“-Hefte vor Bondage-Szenarien strotzten. Wenn von Männern angelegte Fesseln Wonder Womans Superkräfte außer Gefecht setzen, ist das mitnichten frauenfeindlich zu verstehen. Marston war der Überzeugung, mit seinen Comics „eine großartige Form der pädagogischen, antipatriarchalischen Propaganda“ zu betreiben. Der Psychologe hielt das weibliche Geschlecht für moralisch überlegen und glaubte, Weltfrieden sei nur möglich, wenn „Frauen für die Gesellschaft verantwortlich sind“. Letztere Aussage findet sich übrigens fast wortwörtlich in Patty Jenkins’ Kinohit „Wonder Woman“ (2017) wieder.
Ihre Frivolität verlor die Superheldin bald nach Marstons Tod. Sie wurde sogar ein wenig spießig, bis Frauenrechtlerin Gloria Steinem, „Wonder Woman“-Fan und Herausgeberin des feministischen „Ms.“-Magazins, sie 1972 mit der Schlagzeile „Wonder Woman for President“ auf das Cover ihrer Zeitschrift hob. Den Rest erledigte 1975 Lynda Carter. In der ABC-Serie „Wonder Woman“ machte sie die Heldin mit dem bürgerlichen Namen Diana Prince zu einer der schillerndsten Galionsfiguren der Frauenbewegung. Dabei war Carter nicht die erste TV-„Wonder Woman“. Ex-Tennisprofi Cathy Lee Crosby drehte 1974 eine Pilotfolge, die jedoch nach Erstausstrahlung im Archiv verschwand. Zu Recht, dieses blonde Wunderweibchen hatte nicht einmal Superkräfte.
Die Lady mit dem goldenen Lasso steht heute auch für Frauenpower in der Geschäftswelt: „Wonder Woman“-Regisseurin Patty Jenkins ist die erste Frau, die einen Superheldenfilm stemmte, ein Budget von über 100 Millionen Dollar hatte vor ihr nur die Oscargewinnerin Kathryn Bigelow („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“) bekommen. Für die Israelin Gal Gadot, die ihren Einstand als Diana Prince 2016 in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ absolvierte, kam mit dem Part der Durchbruch. Vor ihr hatten Kino- und TV-Stars wie Sandra Bullock, Catherine Zeta-Jones, Angelina Jolie, Kate Beckinsale und „Xena“ Lucy Lawless ebenfalls mit dem bereits seit 1996 durch Hollywoods Entwicklungspipelines rauschenden Projekt geliebäugelt.
Jüngster Superlativ : Für „Wonder Woman 2“ soll Patty Jenkins zwischen sieben und neun Millionen Dollar Salär kassieren. Das macht sie zur am besten bezahlten Regisseurin der Welt – „Wonder Woman“-Schöpfer Marston hätte das sicherlich gefallen.

Gefährliches Bondage-Spiel: Fesseln rauben Wonder Woman ihre Kräfte


Nicht Lynda Carter (r.), sondern Cathy Lee Crosby (l.) war die erste TV-Heldin

„Wonder Woman“ -Schöpfer Marston (l.) wurde im Biopic von Luke Evans gespielt

Superladys am Set: Wonder Woman Gal Gadot (l.) und Regisseurin Patty Jenkins


FOTOS: WARNER (3), AKG, DPA PICTURE-ALLIANCE, A.P.L. ALLSTAR PICTURE LIBRARY, IMAGO