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Topschutz oder Spartarif: Richtig krankenversichern


ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2008 vom 11.03.2008

2009 startet die zweite Stufe der Gesundheitsreform. Bereits im Vorfeld locken gesetzliche und private Kassen mit neuen Angeboten, um Kunden zu halten und Wechselwillige zu gewinnen. Doch nicht alle Offerten lohnen. ÖKO-TEST sorgt für Durchblick im neuen Tarifdschungel.


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Dreimal so lange Wartezeiten beim Facharzt, ein streng budgetiertes Leistungsniveau und immer höhere Zuzahlungen – angesichts der Gesundheitsreform und Zweiklassenmedizin fürchten rund 70 Millionen gesetzlich Versicherte weitere Einschnitte. Folge: Viele von ihnen überlegen immer öfter, ob sie zu günstigeren Anbietern ...

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Dreimal so lange Wartezeiten beim Facharzt, ein streng budgetiertes Leistungsniveau und immer höhere Zuzahlungen – angesichts der Gesundheitsreform und Zweiklassenmedizin fürchten rund 70 Millionen gesetzlich Versicherte weitere Einschnitte. Folge: Viele von ihnen überlegen immer öfter, ob sie zu günstigeren Anbietern wechseln und die Leistungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit freiwilligen Zusatzversicherungen schließen sollen.

Das gilt erst recht für die fünf Millionen Gutverdiener unter ihnen, welche die GKV verlassen und sich den Komfort einer privaten Krankenvollversicherung (PKV) einkaufen können. Insbesondere die freiwillig versicherten Selbstständigen unter ihnen müssen ganz besonders prüfen, wo sie gut aufgehoben sind. Denn krankheitsbedingte Einkommenseinbußen bei Selbstständigen werden ab 2009 von den gesetzlichen Kassen nicht mehr ersetzt – es sei denn, sie schließen einen Zusatztarif dafür ab. Die GKV-Pflichtversicherten müssen sich dagegen nicht länger mit einem Einheitstarif für alle begnügen. Seit Verabschiedung der Gesundheitsreform im April 2007 bieten viele gesetzliche Kassen ihren Mitgliedern Wahltarife, Bonusprogramme und private Zusatzversicherungen an. Damit können gesetzlich Versicherte entweder ihre Leistungen so weit aufbessern, dass sie fast mit einem privaten Krankenschutz mithalten können. Oder sie können durch Wahl der optimalen Tarifkombination zumindest kräftig Beiträge sparen. Das gilt auch nach Einführung des Gesundheitsfonds 2009. Zwar wird der Beitrag für alle gesetzlichen Kassen dann einheitlich auf voraussichtlich 15,5 Prozent angehoben. Doch die Wahltarife bleiben. Zudem können Kassen, die gut wirtschaften, Beiträge in Form von Prämien zurückzahlen.

Gesundheitsreform: Seit 2007 bieten gesetzliche Kassen Wahltarife, Bonus-Programme und Zusatzpolicen an.


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Tarifdschungel erschwert Vergleiche

Die neue Freiheit gleicht allerdings einem Dschungel. Denn die Kassen können die Angebote ganz individuell stricken. Wer kerngesund ist und keinen Wert auf den Status eines Privatpatienten legt, kann zum Beispiel mit den neuen GKV-Wahltarifen von der Gesundheitsreform profitieren. Mit sogenannten „Selbstbehalt-Wahltarifen“ lassen sich die Beiträge drastisch reduzieren. Das Prinzip ist einfach: Wer einen Teil seiner Behandlungskosten im Kalenderjahr selbst bezahlt, wird mit einer Prämie bzw. einem Bonus belohnt. Der Bonus ist allerdings immer etwas niedriger als die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Maximal sind bei GKV-Selbstbeteiligungstarifen 600 Euro Bonus pro Jahr drin. Das hat der Gesetzgeber so festgelegt. Wird der Selbstbehalt-Wahltarif allerdings gleichzeitig mit einem Beitragsrückgewährtarif gekoppelt, sind jährlich bis zu 900 Euro Bonus möglich. Auch die Beitragsrückgewähr zahlt sich in erster Linie für Gesunde aus. Denn den Bonus – maximal einen Monatsbeitrag – gibt es nur, wenn der Versicherte ein Jahr lang keine Leistungen beansprucht.

Wer es sich finanziell leisten kann, nutzt die gesparten Beiträge aus den Wahltarifen, um den abgespeckten gesetzlichen Versicherungsschutz mit Zusatzversicherungen um viele Extras aufzustocken. Denn auch in der GKV-Welt gilt neuerdings: Wer mehr zahlt, kann sich ein besseres Versorgungsniveau sichern. Je nach Versicherungspaket können GKVVersicherte mit Zusatzpolicen daher im Krankenhaus, beim Zahnarzt oder Heilpraktiker wie ein Privatpatient auftreten. Die Kombination aus günstigem GKV-Tarif plus Zusatzpolice lohnt sich auch für freiwillig Versicherte mit Familie, da alle Kinder sowie Ehepartner ohne eigenes Einkommen kostenfrei mitversichert sind.

Wahltarife sind oft die einzige Chance

Für Ältere und Kranke dagegen sind günstige Kassen mit freiwilligen Bonusprogrammen und/oder Programmen für chronisch Kranke erste Wahl. Wer es sich finanziell leisten kann, stockt den mageren GKV-Schutz durch eine private Zusatzversicherung, zum Beispiel für die Chefarztbehandlung im Krankenhaus und/ oder eine Zahnzusatzversicherung auf. Bietet die Kasse einen Wahltarif mit Kostenerstattung, kann das für Ältere und Kranke sogar die einzige Chance sein, höherwertigen Versicherungsschutz zu erhalten. Denn private Versicherer nehmen solche Kunden entweder gar nicht oder nur gegen kräftigen Beitragszuschlag auf. Doch Vorsicht: Die Kasse trägt nur die Kosten für GKV-übliche Leistungen. Für den Versicherten bleibt daher – trotz vermeintlich begrenztem Selbstbehaltein hohes Restkostenrisiko. Denn er rechnet zunächst als Privatpatient mit dem Arzt ab – und muss sich anschließend eventuell mit der Kasse streiten, ob das in Rechnung gestellte Leistungsspektrum vom Tarif gedeckt ist oder nicht. Ein vollwertiger Privatpatient wird der Kassenpatient mit einem solchen Tarif daher nicht.

Noch gefährlicher ist die Kostenerstattungsvariante, die jedem GKVVersicherten auch ohne Wahltarif offensteht. In diesem Fall rechnet er ebenfalls zunächst persönlich mit dem Arzt ab, bekommt von seiner gesetzliche Kasse aber sämtliche Leistungen nur auf dem mageren GKV-Standardniveau erstattet – alles andere muss der Patient selbst tragen. Kurz: Die hohen Finanzrisiken lassen sich nur in Kombination mit privaten Zusatzpolicen begrenzen.

Selbstbehalt: Maximal 600 Euro Bonus bei GKV-Selbstbeteiligung. Bis zu 900 Euro bei Beitragsrückgewähr.


Gutverdiener, die wirklich umfassenden Leistungsschutz wünschen, sollten daher komplett in die PKV wechseln. Allerdings hat der Gesetzgeber die Hürden für den Wechsel deutlich erhöht. Private Kassen dürfen nur noch Kunden aufnehmen, die in den vergangenen drei Jahren oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (derzeit 4.012,50 Euro brutto im Monat) verdient haben und auch künftig über den Einkommensgrenzen liegen. Wer die kompletten drei Jahre noch nicht voll hat, kann aber jetzt schon einen Antrag stellen, die Gesundheitsprüfung abliefern und dann in drei Jahren in den Tarif einsteigen. Die frühe Gesundheitsprüfung kann sich lohnen. Denn in der PKV entscheidet nicht das Einkommen, sondern Alter und Gesundheitszustand über die Beitragshöhe. Oft sind die Risikozuschläge so hoch, dass ein Wechsel nicht lohnt. Zudem haben auch die Privaten längst eine Dreiklassengesellschaft eingeführt: Meist gibt es einen First-Class-, einen Business-und einen Holzklassetarif, dessen Leistungen oft sogar unter GKV-Niveau liegen. Ein Blick ins Kleingedruckte vor Vertragsabschluss ist unerlässlich. Dabei gilt: Verlassen können sich PKV-Versicherte nur auf die vertraglich zugesicherten Leistungen. Wer Vergleiche der Tarifbedingungen nicht scheut, kann sich in der PKV aber ein ganz auf den eigenen Bedarf maßgeschneidertes Paket schnüren lassen.

Kompakt

Gesetzlich oder privat

Gesunde Pflichtversicherte können ihre Beitragslast durch die neuen Wahltarife mit Selbstbehalt und/oder Beitragsrückerstattung spürbar reduzieren. Falls gewünscht, stocken sie das Leistungsniveau zugleich mit GKV-Zusatzversicherungen auf. Einige Policen, wie die Zahnzusatzversicherung, die Chefarztbehandlung im Krankenhaus, die Auslandsreisekrankenversicherung und das Krankentagegeld können sinnvoll sein.

Familien mit Kindern sind in der GKV gut aufgehoben. Auch sie können die Beiträge durch Wahltarife drücken, durch Fitness-und Vorsorge-Bonusprogramme sparen oder Zusatzversicherungen abschließen.

Ältere und Kranke suchen sich eine leistungsstarke gesetzliche Kasse und nutzen Bonusprogramme, um die Beitragslast zu drücken. Wer mehr Komfort wünscht, bessert den Schutz durch Zusatzpolicen für Chefarztbehandlung im Krankenhaus, Krankentagegeld und gegebenenfalls Versicherungspakete für Brille, Zähne und Heilpraktiker auf. Auch ein umfassendes Paket an GKV-Zusatzpolicen kann das Leistungsniveau eines privaten Vollkostentarifs (PKV) bieten.

Gesunde Gutverdiener können in die PKV wechseln. Dabei gilt: Wer eine Familie plant, bekommt nach wie vor den preisgünstigsten Schutz von der gesetzlichen Krankenkasse.

Gutverdiener ohne Pläne zur Familiengründung wechseln besser jetzt in die PKV. Der passende Tarif sollte sorgfältig ausgewählt werden. Dabei gilt, nicht von niedrigen Beiträgen blenden lassen, sondern in erster Linie auf ein breites Leistungsspektrum achten.