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TOPSTORY DOWNLOAD-PORTALE DOWNLOAD-PORTALE FÜR PC-SPIELE: DIGITALER SPIELEKAUF


Computer Bild Spiele - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 06.02.2019

Viele Zocker kaufen ihre PCSpiele heute auf Steam. Es gibt aber noch weitereDownload-Portale für PC-Spiele. COMPUTER BILD SPIELE zeigt die wichtigsten Plattformen im Vergleich.


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Bildquelle: Computer Bild Spiele, Ausgabe 3/2019

Gamer zocken am liebsten mit topaktueller, potenter Hardware und gerne auch online. Und genau dort, im Internet, kaufen die meisten von ihnen mittlerweile frischen Stoff, statt eine altmodische Silberscheibe in den PC zu schieben. Laut dem Verband der deutschen Games-Branche e.V. wurden bereits 2017 rund 80 Prozent der PC-Games digital gekauft, seitdem ist dieser Anteil noch gewachsen. Entsprechend viel Betrieb meldete jüngst ...

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... Steam, eine der größten Vertriebssplattformen für PC-Spiele: Demnach tummelten sich 2018 täglich 47 Millionen Nutzer auf der Plattform. Pro Monat legten weltweit 1,6 Millionen neue Nutzer bei Steam digitale Spiele in den virtuellen Einkaufswagen.

Die wichtigsten Gründe für den Erfolg von Download-Portalen sind Effizienz und Komfort. Zum Marktstart sind die Downloads zwar so teuer wie die Versionen auf Disc, aber schon nach kurzer Zeit können Steam & Co. mit Schnäppchen locken – schließlich entfallen die enormen Kosten für Produktion, Lagerhaltung, Transport und die Einzelhandelsmarge. Es gibt auch keine Remission, also Scheiben, die am Ende nicht verkauft wurden und deshalb zurück an den Hersteller gehen. Der digitale Vertrieb kostet zwar auch Geld, ist aber weit günstiger und lohnt sich auch für kleinere Spiele-Entwickler.

Die Vorteile des digitalen Vertriebs …

Entsprechend rasant ist die Zahl der digitalen Spieleveröffentlichungen in den vergangenen Jahren gewachsen. Gab’s 2013 noch 565 neue Titel im Katalog von Steam, waren es 2017 schon 7672 – eine Steigerung von unglaublichen 1358 Prozent innerhalb von vier Jahren. Wie viele Regalmeter diese Spiele als Boxen im Einzelhandel beanspruchen würden, mag man sich gar nicht vorstellen.

Der Löwenanteil der Titel stammt von kleinen Indie-Studios, deren Spiele es meist gar nicht in den Handel schaffen. Blockbuster wie „Red Dead Redemption 2“ machen zwar nur einen kleinen Teil der Neuveröffentlichungen aus, aber auch für solche Großproduktionen hat der digitale Vertrieb Vorteile: Mit ihrer 4K-Grafik beanspruchen Top-Titel immer mehr Speicherplatz. So sprengen aktuelle Hits wie „Battlefield 5“ längst die Kapazität einer DVD. Zwar wäre die Veröffentlichung auf einer Blu-ray denkbar, doch anders als im Konsolensegment gehört der Bluray-Player bei PC-Spielern noch lange nicht zur Standardausstattung. Sogar das DVD-Laufwerk verschwindet, wie einst das Disketten-Laufwerk, aus den aktuellen Computern. Andererseits bieten die Internetleitungen besonders in Großstädten mittler weile gute Up-und Downloadraten, sodass selbst große Spiele relativ schnell heruntergeladen sind. Da die Online-Stores nicht auf Regal-oder Lagerflächen achten müssen, ist es auch kein Problem, alte und lange vergriffene Spiele-Klassiker wieder verfügbar zu machen. So können Gamer etwa bei GOG viele Star-Wars-Klassiker wie „Rebel Assault“ und „Jedi Knight – Dark Forces 2“ finden.

Die Downloadplattformen bieten zudem viele technische Vorteile wie die einfache Bereitstellung von Updates, einen besseren Kopierschutz sowie An ti-Cheat-Funktionen. Obendrein können Entwick ler Spiele schon vor dem Release als soge nannte Early-Access-Version einstellen, um das Feedback der Nutzer bei der weite ren Entwicklung zu berücksichtigen.

Zudem bleibt die Preisgestaltung komplett in den Händen der Spiele hersteller. Sie entscheiden, wann ih re Titel günstiger zu haben sind – und nicht der Einzelhändler. Die Gamer wiederum können auch nach Ladenschluss bequem vom heimischen PC aus nach Schnäppchen jagen. Alle Portale haben regelmäßige „Sales“ mit Rabatten von manchmal über 90 Prozent zum regulä ren Preis.

DER EPIC GAMES STORE GREIFT AN


… und die Nachteile

Steam ist natürlich längst nicht mehr die einzige Adresse für On line-Spielekäufe. Viele Top-Titel sind dort überhaupt nicht er hältlich. Kracher wie „Over watch“, „Diablo 3“ und „Call of Duty Black Ops 4“ kriegen Zocker zum Beispiel nur im , der Platt form von Publisher Acti vision Blizzard. Folglich benötigen viele Gamer gleich mehrere Spiele-Accounts und oftmals ein weiteres Programm für den Download. Hier verspricht der Discord-Store mit einer Übersicht über die auf der Festplatte des Kunden installierten Spiele mehr Durch blick.

Einige Gamer ärgern sich vor allem dar über, dass sie gekaufte Spiele nur mit der Zusatzsoftware, dem Client, zocken dür fen. Nur wenige Portale wie GOG verzich ten auf diesen Zwang und einen Kopier schutz. Anders als Spiele auf DVD lassen sich digitale Spiele auch nur schwer wei terverkaufen, da sie in der Regel an den Account gebunden sind. Anbieter wie Steam und Origin schließen den Verkauf des Accounts in Ihren AGBs aus.

Aber nicht nur der digitale Spielekauf hat seine Vor-und Nachteile, sondern auch jede der populären Plattformen. Deshalb stellt COMPUTER BILD SPIELE hier die wichtigsten Download-Anbieter vor.

STEAM HAT ÜBER 21000 PC-SPIELE


Der Branchen-Primus: Steam

Bislang war „Steam“ für viele Gamer quasi das Synonym für „Download-Portal“ – die Konkurrenten waren schlicht zu klein. Grundlage des Erfolges waren Top-Titel wie die Online-Shooter „Team Fortress Classic“ und „Counter-Strike“ von Valve, um die das Studio um die Jahrtausendwende die Plattform Steam entwickelte. Schon bald öffnete sich Steam auch für weitere Publisher wie Electronic Arts und hat sich mittlerweile zur größten digitalen Spieleplattform für den PC gemausert.

Auf der stetig wachsenden Plattform gibt es über 21000 Spiele, darunter mehr als 1000 kostenlose Titel. Zudem lockt Valve seine Nutzer täglich mit günstigen Spieleangeboten und gelegentlich auch mit Gratisspielen für die Bibliothek des Gamers.

Wer Spiele von Steam zocken will, benötigt aber in jedem Fall einen kostenlosen Steam-Account und den Steam Client. Denn nur über den Client kann der Kunde Spiele laden und starten. Der Client bietet viele weitere nützliche Funktionen, zum Beispiel Zugriff auf die Steam-Community, Errungenschaften für Spiele und Cloud-Speicherstände. Die meisten Games haben einen von Valve entwickelten Kopierschutz und sind an den jeweiligen Nutzer-Account gebunden. Allerdings erlaubt Valve als einzige Download-Plattform das Teilen der Bibliothek mit maximal fünf Freunden und zehn PCs – sofern die anderen Nutzer ebenfalls einen Steam-Account haben.

Ganz ohne Kopierschutz: GOG

Die Abkürzung GOG steht fürG oodO ldG ames und ist Programm der Plattform, die zum Entwicklerstudio CD Projekt Red gehört: GOG hat in seinen Anfängen vor allem betagte Titel für aktuelle PCs lauffähig gemacht und bietet mittlerweile auch aktuelle Titel abseits der Mainstream-Blockbuster an. Derzeit sind über 2700 Spiele und damit deutlich weniger als bei Steam verfügbar. Allerdings sind sämtliche Games auf GOG ohne Kopierschutz. Sie lassen sich also beliebig oft im Browser herunterladen sowie installieren und benötigen weder für den Download noch den Spielstart zusätzliche Software.

Wer etwas mehr Komfort will, bekommt mit der Zusatz-Software GOG Galaxy automatische Updates und kann bequem wie im Browser auf GOG stöbern. Der Client bietet zudem Zugang zu Beta-Versionen und Cloud-Spielständen. Lob verdienen die fairen Preise: Weil für ein Spiel in Deutschland höhere Steuern als in den meisten Ländern anfallen, schenkt GOG die Differenz seinen deutschen Kunden in Form eines Guthabens, das sie für künftige Käufe verwenden können. Und wie Steam lockt auch GOG mit regelmäßigen Rabattaktionen.

Heimspiel für EA: Origin

Electronic Arts war einer der ersten Publisher mit eigener Download-Plattform. Bereits 2005 gab’s den EA Downloader, 2011 benannte EA den Store in Origin um und öffnete die Plattform für weitere Publisher. So finden sich heute neben großen EA-Titeln wie „FIFA“, „Sims“ und „Battlefield“ auch die Spiele der Assassin’s-Creed-Reihe von Ubisoft, „Final Fantasy 15“ von Square Enix und die The-Witcher-Serie im Angebot. Am attraktivsten ist die Plattform aber für Fans der EA-Titel: Für 3,99 Euro pro Monat können sie mit der Flatrate Origin Access über 150 Spiele zocken und dürfen kommende Spiele einige Tage vor Veröffentlichung für zehn Stunden spielen. Außerdem sparen sie beim Spielekauf 10 Prozent. Mit der Premier-Option für 14,99 Euro pro Monat gibt’s einige Inklusivspiele mehr und Zugriff auf die Vollversionen neuer EA-Titel, inklusive Zusatzinhalte wie Boni und Erweiterungspakete.

DIE WEBSEITEN DER WICHTIGSTEN SPIELE-PLATTFORMEN

STEAM Valves Plattform ist viel mehr als nur ein Online-Shop. In den Menüs gibt’s unzählige Funktionen wie Communities, Videos, Anwender-Software und kuratierte Listen.

GOG Aktuelle Top-Titel sind hier rar. Insbesondere Retro-und RPG-Fans werden auf der Seite fündig und können dort Games kaufen und herunterladen – ganz ohne Client.

ORIGIN Die Plattform von EA stellt natürlich ihre eigenen Titel wie „FIFA 19“ oder „Die Sims 4“ in den Vordergrund – und bietet den Nutzern obendrein zahlreiche News.

MICROSOFT STORE Die Plattform von Microsoft glänzt mit Vielfalt, nicht mit Übersicht: PC-, Xbox-und Smartphone-Spiele erscheinen hier in einem kunterbunten Mix.

DISCORD Der Spiele-Shop befindet sich offiziell noch in der Beta-Phase. Aber schon jetzt wirkt er sehr übersichtlich und bietet ein attraktives Abo-Modell namens Nitro.

EPIC GAMES STORE Die Seite des Epic Game Store ist schön übersichtlich – kein Kunststück, schließlich gibt’s mit „Division 2“ und „Metro Exodus“ erst zwei exklusive Schwergewichte.

Erst chatten, dann shoppen: Discord

Zum Start 2015 war Discord nur eine Software, mit der Spieler vor allem in Multiplayer-Spielen übers Internet chatten und miteinander sprechen können. Im Mai 2018 verzeichnete der Dienst bereits 130 Millionen registrierte Nutzer – damit sah Discord die Chance, mit einem eigenen Spiele-Shop an den Start zu gehen. Die Plattform ist direkt in die Chat-Software integriert.

Neben Kaufspielen wie „Darksiders 3“ und „Dead Cells“ gibt es auch einige Titel, die zum Start exklusiv bei Discord erhältlich waren, zum Beispiel „Mad Machines“, „Bad North“ oder „Last Year – The Nightmare“. Spannend: Gegen eine monatliche Gebühr von 9,99 US-Dollar (circa 8,75 Euro)* erhalten Zocker nicht nur zusätzliche Chat-Funktionen, sondern auch Zugang zu über 70 Windows-Spielen, die sie kostenlos über die Discord-Software auf dem Computer installieren und spielen können. Mit von der Partie sind etwa die ersten beiden „Darksiders“-Teile, „Abzû“ und „Wasteland 2“.

Der Newcomer: Epic Games Store

Mit Spielen wie „Unreal Tournament“ und den ersten beiden „Gears of War“-Teilen sammelte Epic Games schon mal Aufmerksamkeit – und seit 2017 mit „Fortnite“ Geld ohne Ende. 2018 stieg Epic Games ebenfalls in den digitalen Spielevertrieb ein, um noch mehr Kohle zu machen. Um ernsthaft mit Steam zu konkurrieren, ist das Angebot zumindest bislang viel klein. Unter den genannten Eigenproduktionen „Fortnite“, „Unreal Tournament“ sowie „Shadow Complex“ verlieren sich im schmalen Sortiment Titel anderer Studios, darunter „Darksiders 3“, „What Remains of Edith Finch“ und dem Eary-Access-Spiel „Hades“ im Shop. Für die Zukunft will Epic Games mit weiteren Exklusivtiteln wie „The Divison 2“ von Ubisoft, „Metro Exodus“ von Deep Silver und „World War Z“ von Mad Dog Games aber kräftig Gas geben.

Um Kundschaft anzulocken, verschenkt Epic alle zwei Wochen ein Game. So freuten sich die Nutzer bereits über „Subnautica“ und „Super Meat Boy“.

Der Allrounder: Microsoft Store

Microsoft spielt eine Sonderrolle in diesem Vergleich: Der Gigant der Betriebssysteme und Büroprogramme fährt im Spielebereich zweigleisig. Weil die Xbox One weit weniger Käufer als Sonys PlayStation 4 findet, konzentriert sich der Konzern wieder stärker auf die PC-Spiele. Praktischerweise hat Microsoft mit dem unter Windows 8 gestarteten Windows Store schon seit 2012 eine Download-Plattform auf jedem Windows-Rechner. Mittlerweile heißt er Microsoft Store und bietet neben Apps auch Spiele.

Neben Microsoft-Games wie „Sea of Thieves“, „Forza“ und „Minecraft“ finden sich im Store auch große Titel anderer Entwickler. Mit von der Partie sind etwa „Resident Evil 7“, „Shadow of the Tomb Raider“ und „We Happy Few“. Darüber hinaus warten mehr als 1000 Gratis-Spiele auf den Download, von denen viele zwar auf dem PC laufen, aber mit ihrem Funktionsumfang eher für Smartphones taugen. Trotzdem ist es kein Problem, die auf dem PC zu installieren und eine Runde „Asphalt 9“ oder „Candy Crush“ zu spielen. Es gibt aber auch „vollwertige“ Gratis-Games, die nur auf dem PC laufen, wie „World of Warships“ und „Operation – New Earth“. Bonus für Xbox-Spieler: Über das Play-Anywhere-Programm sind ausgewählte Microsoft-Spiele nach dem Kauf im Store ohne Aufpreis sowohl auf dem PC als auch auf der Xbox One spielbar.

RETRO-UND INDIE-PLATTINDIE-PLATTFORMEN

INDIE-SPIELE ENTDECKEN
Bei Itch.io gibt es eine große Auswahl an Indie-Spielen, die teilweise sogar gratis sind. Bekannte Indie-Kaufspiele sind dort aber kaum verfügbar.

DAS NETFLIX FÜR ARCADE-SPIELE
Antstream möchte Arcade-Spiele ähnlich wie Netflix auf Abruf anbieten. Zum Start im ersten Quartal 2019 sollen rund 400 Games verfügbar sein.

RETRO-SPIELE IM BROWSER
Auf daddeln Zocker Arcade-und MS-DOS-Klassiker wie „Prince of Persia“ und „ Street Fighter 2“ gratis im Browser.

„FIFA 19“ Die beliebteste Spiele-Serie Deutschlands ist nur in Electronic Arts’ hauseigenem Origin-Store erhältlich.


Langsam wird’s eng für Steam

Die Download-Plattformen für Spiele machen eine ähnliche Entwicklung durch wie die Streaming-Dienste für Musik und Filme: Nachdem ein Pionier gezeigt hat, wie’s geht, trauen sich junge Konkurrenten aus der Deckung. Und dann, mit etwas Verspätung, kommen etablierte Firmen mit ihren eigenen Plattformen, die zwar weniger Innovationskraft haben, aber viele Rechte an Inhalten – in diesem Fall eigenen Spielen.

Was bedeutet das für den Kunden? Am Anfang das Paradies, wenn er auf einer Plattform alle relevanten Spiele bekommt. Wenn neue Anbieter mit Gratis-Games locken und mit Rabatt-Schlachten auf Kundenfang gehen, ist das ebenfalls erfreulich. Eher lästig wird die Sache, wenn jeder Publisher seine eigene Plattform installieren will, um den Vetrieb seiner Titel zu kontrollieren (siehe Kasten Seite 8). Denn dann muss der Zocker gleich mehrere Clients und Accounts auf seinem PC installieren und endlose Update-Sessions erdulden.

Wer diesen Aufwand scheut, findet bei Steam ganz klar das größte Angebot und die besten Konditionen – zumindest bislang. Denn eine Spiele-Plattform muss nicht nur für Zocker, sondern auch für die Publisher attraktiv sein. Und da kriegt Steam gerade mächtig Konkurrenz: Bislang steckt sich der Platzhirsch 20 bis 30 Prozent vom Verkaufspreis der Spiele in seine Tasche, genau an dieser Stelle setzen Konkurrenten den Hebel an: Epic bescheidet sich mit 12 und Discord mit 10 Prozent. So bekam Epic statt Steam den Zuschlag für „The Division 2“ und „Metro Exodus“. Ob Steam bald nachzieht mit 9 Prozent?

Auf jeden Fall wird der Konkurrenzkampf heftiger, und einige Download-Plattformen werden versuchen, ihre Kunden mit Abo-Modellen dauerhaft zu binden. So schnürt Origin mit seinem Access-Paket schon eine Flatrate für Gamer. Der nächste Schritt sind Streaming-Dienste für Spieler – was da auf uns zukommt, verrät COMPUTER BILD SPIELE in der nächsten Ausgabe.[mw]

DIE PLATTFORMEN IM VERGLEICH

OVERWATCH GIBT’S NUR IMBATTLE.NET


WIDERRUFSRECHWIDERRUFSRECHT

Sie haben sich diverse Trailer und ein erstes Let’s Play eines viel gelobten Top-Titels angeschaut und bei einer Download-Plattform kurz nach dem Release-Tag zugeschlagen? Meist folgt dann eine stundenlange Games-Session – aber manchmal auch Frust. Wenn dem Käufer ein Spiel nicht gefällt, zeigen sich die meisten Plattformen zum Glück kulant, allerdings hat jede Download-Plattform ihre eigenen Rückgaberichtlinien: Bei Steam, Discord und im Epic Games Store können Sie ein Spiel binnen 14 Tagen ab Kauf zurückgeben, sofern Sie das Game nicht länger als zwei Stunden gespielt haben. Auch Origin und Microsoft gewähren diese Frist von 14 Tagen, setzen aber andere Bedingungen. So gibt es bei Origin nur eine Erstattung, wenn Sie das Spiel noch nicht gestartet haben, ansonsten haben Sie nur 24 Stunden Zeit. Bei Microsoft gilt wie bei Steam die Zwei-Stunden-Regel, aber nur für den ersten Spielstart. Die Beantragung einer Erstattung ist im Microsoft Store erst nach einem Tag möglich.

Für DLCs und Ingame-Käufe gibt es dagegen generell keine Erstattung.

GOG gibt Käufern ein 30-tägiges Rückgaberecht und zugleich noch ein Versprechen. Den Kaufpreis bekommen Kunden zurück, wenn das Spiel auf ihrem Computer partout nicht funktioniert.

KEYSELLER

Mittlerweile lässt sich bei fast allen Plattformen ein Spiel mit einem Code in die eigene Bibliothek aufnehmen. Deshalb spielen Einlösecodes – wie in dieser Ausgabe von COMPUTER BILD SPIELE auf Seite 3 – eine immer wichtigere Rolle. Anbieter wie Humble Bundle, Green Man Gaming und Gamesrocket verkaufen Keys etwa für Steam, Uplay und . Viele Spiele sind dort günstiger als auf der jeweiligen Plattform. Es gibt aber auch schwarze Schafe: Seiten wie G2A und MMOGA bieten die Aktivierungsschlüssel sogar weiter unter Wert an. Doch bei diesen Angeboten ist Vorsicht geboten, weil die Herkunft der Codes nicht immer eindeutig geklärt ist.

HUMBLE BUNDLE Seit 2010 versteht sich Humble Bundle als eine Art Spielekurator. Die Plattform bündelt ausgewählte Spiele-Keys, meist für Steam und Uplay, zu einem Paket. Wer pro Monat 12 US-Dollar bezahlt, freut sich immer wieder über neue Titel und eine wachsende DRM-freie Spielesammlung.

HERSTELLER-SHOPS

Neben den großen Vertriebsplattformen wie Steam, GOG & Co. haben auch große Spielepublisher wie Ubisoft, Activision Blizzard und Kalypso eigene Plattformen geschaffen, um darüber ihre Spiele zu vertreiben. So bietet Activision Blizzard diverse Titel ausschließlich über an. Ubisoft verfolgt mit Uplay ein ähnliches Ziel. Zwar finden sich große Ubisoft-Games aus Reihen wie „Die Siedler“ und „Anno“ etwa auch bei Steam. Aber um die Spiele zu starten, ist neben dem Steam-Account auch ein Uplay-Konto erforderlich.

BATTLE.NET Activision Blizzard vertreibt über exklusive Spiele wie „World of Warcraft“, „Overwatch“ und „Call of Duty – Black Ops 4“. Um die Games herunterzuladen und zu spielen, braucht man einen Gratis-Account und den Battle. net-Launcher.


UPLAY Ubisoft bietet seine eigenen Titel auf Uplay an. Für den Spielekauf benötigen Kunden ein kostenloses Uplay-Konto und die Uplay-Desktop-App. Zwar hat der Launcher einen Offline-Modus, doch nicht alle Games lassen sich ohne Internetverbindung starten.


KALYPSO SHOP Publisher Kalypso verkauft auf auch Einlösecodes für seine Spiele, darunter „Tropico 5“, „Sudden Strike 4“ und „Railway Empire“. Die Codes gelten für Steam, PlayStation Network, Xbox Store, den Nintendo eShop und Android sowie iOS.