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Topthema: Einfach besser leben! Der Pflege-Kompass


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 06.02.2019

Wer einen Angehörigen daheim betreut, muss viele Dinge beachten. Auf diesen Seiten haben wir die wichtigsten Infos und Tipps für Sie zusammengestellt


Artikelbild für den Artikel "Topthema: Einfach besser leben! Der Pflege-Kompass" aus der Ausgabe 7/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 7/2019

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter an. Im letzten Jahr wurden 3,4 Millionen Betroffene gezählt. Tritt von heute auf morgen ein Pflegefall in der Familie ein, steht der Alltag meist erst mal Kopf. Plötzlich muss so viel geplant und organisiert werden. Wo anfangen? Mit dieser Checkliste behalten Sie im Fall der Fälle die Übersicht.

1. Schritt: Informationen besorgen
Erst mal ist es wichtig, sich so viele Informationen wie möglich zu ...

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1. Schritt: Informationen besorgen
Erst mal ist es wichtig, sich so viele Informationen wie möglich zu besorgen, um Entscheidungen treffen zu können. Ihre Pflegekasse kann Sie beraten. Ein gute erste Orientierung bietet auch das „Pflege-Telefon” vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Tel.: 0 30/20 17 91 31, Mo.-Do., 9-18 Uhr).

2. Schritt: Pflegegrad erfassen
Nun gilt es, zu ermitteln, wie viel Betreuung die betroffene Person braucht. Benötigt sie rund um die Uhr eine helfende Hand, oder reicht eine Haushaltshilfe wenige Stunden am Tag? Den genauen Anspruch können Sie etwa über den Pflegegradrechner von pflege.de ermitteln.

3. Schritt: Richtige Pflege finden
Jetzt geht es an eine essenzielle Frage. Wie und von wem soll Ihr Angehöriger versorgt werden? Führen Sie sich vor Augen, dass häusliche Pflege durch Angehörige viel körperliche und psychische Kraft kostet. Ziehen Sie daher auch die vollstationäre Pflege in einem Heim in Betracht. Wägen Sie die Vor-und Nachteile beider Möglichkeiten genau ab.

4. Schritt: Antrag auf Pflegegrad
Stellen Sie so schnell wie möglich einen Antrag auf die Bestimmung eines Pflegegrades. Insgesamt gibt es fünf verschiedene. Um den Besuch eines Mitarbeiters vom MDK zu vereinbaren, wenden Sie sich an die Pflegekasse Ihres Angehörigen, die an die Krankenkasse angegliedert ist. Aus Gründen der Nachweisbarkeit sollten Sie den Antrag auf jeden Fall schriftlich stellen.

5. Schritt: Rechtliches regeln
Es kann sein, dass die pflegebedürftige Person in absehbarer Zeit keine wichtigen Entscheidungen mehr selber treffen kann – dann sind Sie gefragt. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, sollten Sie sich so früh wie möglich um eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung und eine Patientenverfügung kümmern.

Adressen: Hier bekommen Sie Hilfe

• pflege.de: Deutschlands führendes Portal rund um das Wohnen und Leben im Alter.www.pflege.de

• QP: Beim Zentrum für Qualität und Pflege (ZQP) kann man themenbezogen nach Beratungsangeboten rund um Pflege in der Nähe suchen.www.zqp.de/beratungsdatenbank

• Verbraucherzentrale: Sie bietet Beratung per Mail, Telefon oder persönlich in ihren Filialen.www.verbraucherzentrale.de

Übersicht: Pflegeleistungen seit 1.1.2017

Pflegende Angehörige

Seine Liebsten zu Hause zu betreuen, kann körperlich und emotional anstrengend sein. Gut, dass es Hilfsangebote gibt

Die Betreuung zu Hause ist mit viel Verantwortung verbunden


Rund 73 Prozent der Bedürftigen werden daheim betreut. Dabei ist die Pflege eines Verwandten oft ein Vollzeit-Job und kostet viel Kraft. Deswegen ist es so wichtig, dass sich Betroffene regelmäßige Auszeiten gönnen und Kraft tanken.

Entlastung im Beruf Wird ein Angehöriger von heute auf morgen pflegebedürftig, dürfen Sie sich kurzfristig zehn Tage freinehmen, um alles Organisatorische zu regeln. Wer länger pflegen will, kann sich zwischen sechs und 24 Monaten freistellen lassen oder in Teilzeit arbeiten. Der Lohnausfall lässt sich durch ein zinsloses Darlehen ausgleichen.

Beratung und Kurse Pflegende sind nicht allein. Unter www.wir-pflegen.net kann man sich mit Gleichgesinnten vernetzen und austauschen. In allen Fragen stehen einem die Pflegekassen zur Seite. Sie bieten oft kostenlose Kurse an, die Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.

Finanzielle Hilfe Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause versorgt wird, hat Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich. Dieses Geld ist für die Unterstützung im Alltag, etwa eine Haushaltshilfe, gedacht.

Urlaub und Erholung Die Pflegekassen bieten spezielle Kurund Reha-Angebote für pflegende Angehörige an. Wer Urlaub nehmen möchte, kann für maximal sechs Wochen im Jahr Verhinderungspflege beantragen.

Wonach wird der Pflegegrad bemessen?

Diese unterschiedlichen Faktoren spielen bei der Berechnung eine Rolle

15% Gestaltung des Alltags: Braucht der Betroffene Unterstützung beim normalen Tagesablauf? Ist es ihm etwa noch möglich, Kontakte aufrechtzuerhalten?

20% Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen: Ist die Person noch in der Lage, Entscheidungen zu fällen und sich zeitlich und örtlich zu orientieren?

10% Mobilität: Ist freie Bewegung noch möglich? Und wenn ja, wie? Dabei geht es z. B. ums Treppensteigen.

15% Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Hat die Person Ängste, Depressionen oder Wahnvorstellungen? Zu diesem Bereich gehört außerdem der Faktor Verhaltensweisen und psychische Problemlagen. Hier geht es um die Frage, inwiefern der Betroffene mit seiner Erkrankung zurechtkommt oder auch, ob er seine Medikamente selbst einnehmen kann.

40% Selbstversorgung: Ist der Pflegebedürftige in der Lage, sich selbst zu pflegen? Dazu gehört: duschen, sich an-und ausziehen, Zähne putzen, auf die Toilette gehen.

Welche Pflegeformen gibt es?

Nächste Woche, 46. Teil: Die besten Haushalts-Tipps


■ Je nach Pflegegrad gibt es für Betroffene, die nicht stationär untergebracht sind, Unterstützung – auch für pflegende Angehörige.

KURZZEITPFLEGE Manche Pflegedürftige brauchen für eine bestimmte Zeit eine vollstationäre Pflege, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn zu Hause keine Pflege stattfinden kann oder soll. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege. In dieser Zeit übernimmt die Kasse die Kosten (bis 1.612 Euro pro Jahr) einer stationären Unterbringung. Sie ist auf 56 Tage im Jahr beschränkt.

AMBULANTE PFLEGE Auch „häusliche Pflege” genannt, denn die Versorgung des Betroffenen findet im häuslichen Umfeld statt. Sie wird entweder von einem ambulanten Pflegedienst oder von einem Angehörigen durchgeführt.

VERHINDERUNGSPFLEGE Wenn pflegende Angehörige eine Vertretung brauchen, etwa weil sie krank sind oder Urlaub machen möchten, haben sie Anspruch auf die so genannte Verhinderungspflege (auch in Kombi mit Kurzzeitpflege). Von den Kosten werden jährlich 1.612 Euro übernommen.

TAG-& NACHTPFLEGE In solchen Einrichtungen werden Bedürftige entweder am Tag oder über Nacht stationär betreut. Ansonsten wohnen sie weiterhin in ihrem heimischen Umfeld.

STUNDENWEISE BETREUUNG Dabei geht es um zeitweise Unterstützung einer Person durch Verwandte, Nachbarn, Freunde oder Pflegedienste.

3 Fragen an

Isabel Aigner
Arbeitet für das Online-Portal „Wohnen im Alter”. Hier findet man zahlreiche Tipps und Infoswww.wohnen-im-alter.de

Immer mehr Deutsche bringen ihre Angehörigen in einem Heim im Ausland unter. Beliebt sind etwa Osteuropa, Spanien oder Thailand.

Was spricht für einen Pflegeplatz im Ausland?
► Pflegeeinrichtungen im Ausland sind meistens wesentlich günstiger als in Deutschland. Die Kosten liegen etwa bei 30 bis 50 Prozent von dem, was man bei uns bezahlen würde. Möglich ist das durch die geringen Personalkosten in den Ländern. Inzwischen gibt es auch weltweit immer mehr Heime, die sich auf Pflegebedürftige aus Deutschland spezialisiert haben.

Wer übernimmt die Kosten?
► Die deutsche Pflegeversicherung muss nur das Pflegegeld weiterhin zahlen. Aber: Das gilt lediglich für Länder, die ein Mitgliedstaat der EU sind, bei der Schweiz oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum. Welche Ansprüche im Einzelfall genau bestehen, erfragen Sie bei Ihrer Kasse.

Wie finde ich ein gutes Pflegeheim?
► In beliebten Auswanderer-Ländern sind die Pflegekräfte in der Regel sehr gut ausgebildet. Wichtig ist etwa, sich nach der medizinischen Infrastruktur zu erkundigen und zu erfragen, ob das Heim den Bedürfnissen des Angehörigen gerecht werden kann. Über „Wohnen im Alter” können Sie sich eine Auswahl an Einrichtungen anzeigen lassen und diese direkt kontaktieren.


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