Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Topthema: Einfach besser leben!: EXKLUSIV: Alexander Graf von Schönburg-Glauchau: Ein Hoch auf Anstand und Moral


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 46/2018 vom 07.11.2018

Kommen uns die alten Tugenden abhanden? Das befürchtet der Journalist und AutorAlexander von Schönburg-Glauchau


GroßeSerie

33. Teil

Artikelbild für den Artikel "Topthema: Einfach besser leben!: EXKLUSIV: Alexander Graf von Schönburg-Glauchau: Ein Hoch auf Anstand und Moral" aus der Ausgabe 46/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 46/2018

Sie sind weltoffen, taktvoll und bescheiden: Wenn’s passt, ziehen Herzogin Meghan und Prinz Harry auch mal die Schuhe aus


Immer auf der Suche nach dem nächsten Date, dem nächsten Thrill? Da bleibt leider die Treue vollends auf der Strecke


Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Unser Zeitalter ist bestimmt von Beliebigkeit und Selbstsucht, sagt Alexander von Schönburg-Glauchau. Und viele stimmen ihm zu: Überall gilt „Ich zuerst“, alles ist erlaubt, und so wird ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Lea. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 46/2018 von Liebe Leserin, lieber Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserin, lieber Leser!
Titelbild der Ausgabe 46/2018 von Im Gespräch: News Kurz & Knapp: Schwer verliebt: Zusammenziehen? Achtung, Figurfalle. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Im Gespräch: News Kurz & Knapp: Schwer verliebt: Zusammenziehen? Achtung, Figurfalle
Titelbild der Ausgabe 46/2018 von News: Diese Woche neu in den Läden!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
News: Diese Woche neu in den Läden!
Titelbild der Ausgabe 46/2018 von Großes Umstyling: „Das hätte ich nie gewagt!“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Großes Umstyling: „Das hätte ich nie gewagt!“
Titelbild der Ausgabe 46/2018 von Trends: Exklusiv Lisa-Marie Becker als Fashion-Star: Das Curvy Model 2018. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Trends: Exklusiv Lisa-Marie Becker als Fashion-Star: Das Curvy Model 2018
Titelbild der Ausgabe 46/2018 von News Tipps & Infos: Was ist erlaubt, was geht gar nicht?: Weihnachten im Büro. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
News Tipps & Infos: Was ist erlaubt, was geht gar nicht?: Weihnachten im Büro
Vorheriger Artikel
Trends: Exklusiv Lisa-Marie Becker als Fashion-Star: Das Curvy Mo…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel News Tipps & Infos: Was ist erlaubt, was geht gar nicht?: Wei…
aus dieser Ausgabe

... übertrumpft, gedrängelt, auf Facebook und in anderen Medien gepöbelt, was das Zeug hält. Andererseits bewegen wir uns wie Zombies durch den öffentlichen Raum, starren auf unser Handy, haben keinen Blick mehr für die Mitmenschen. Wollen wir wirklich so sein? Können wir uns dem Trend entgegenstellen? Der Autor meint klar: ja. „Wenn alle um uns herum kulturell abgleiten und nur noch mit Bildschirm vor der Nase und wahlweise Jogginghose oder Rollkoffer durch die Welt rauschen, ist das kein Grund, mit abzugleiten.“ Er findet vielmehr, dass das Bewahren altmodischer Tugenden heute das rebellischere Verhalten ist. Und das Anständigsein eine sehr empfehlenswerte Art, durchs Leben zu gehen. Doch wie genau lässt sich das nun tun?

Seine Gebrauchsanweisung: Man muss körperlich und geistig aus seiner Komfortzone hinaus und wieder genauer hinsehen, statt halbblind durch die Gegend zu taumeln. Man sollte sich die Mühe machen, ernsthaft nach dem richtigen Umgang mit anderen Menschen zu streben. Und – das macht Mut – es reiche schon, bei den kleinen Dingen des Lebens zu beginnen. Wir können unseren Mitmenschen ein Lächeln schenken, freundlich sein, anderen den Platz im Bus anbieten, durch Pünktlichkeit vermeiden, des anderen Zeit zu verschwenden. Viele kleine Dinge, die man üben kann und sollte, so Alexander von Schönburg.

Er bringt uns fast vergessene Tugenden in Erinnerung, mit denen wir unser Miteinander angenehmer gestalten. Das hat wenig mit oberflächlicher Höflichkeit zu tun und viel mit Respekt. Den anderen gegenüber, aber auch sich selbst. So finden sogar Begriffe aus der vermeintlichen moralischen Mottenkiste – etwa Keuschheit – eine neue, zeitgemäße Definition. Spannend. Und gut!

Unser Buch-Tipp:

Wer die altmodischen Tugenden beherzigt, ist in der heutigen Zeit ganz weit vorn – denn sie sind so wichtig wie eh und je.
20 Euro. Piper

Emilia (15) aus Dresden bewies Zivilcourage: Sie zeigte einen Mitschüler wegen Volksverhetzung an. Richtig so!


Aufrichtigkeit
Allzu große Ehrlichkeit sollte man sich an manchen Stellen schon verkneifen. Die Absage zu einem Abendessen heißt: Ich kann leider nicht. Und nicht: Ich habe keine Lust. Das ist nicht unehrlich, sondern taktvoll. Allerdings versuchen viele, sich ihre Fehler und Unaufrichtigkeiten schönzureden. Aber mit sich selbst sollte man immer ehrlich sein. Schwindeleien gehören nicht in unser Leben.

Treue
Schmetterlinge im Bauch sind das Schönste überhaupt. Aber das, wonach man sich sehnt, nämlich Liebe, Partnerschaft und Treue, bekommt man erst, wenn man aufhört, dem immer neuen Verliebtsein nachzujagen. Die Wirkung des Verliebtseins lässt irgendwann nach, was danach kommt, ist noch viel begehrenswerter.

Keuschheit
Irgendwas ist mit dem Sex durcheinandergeraten. Viele definieren ihren Selbstwert über ihre sexuelle Anziehungskraft und wollen am Ende des Abends nicht prüde erscheinen oder als Spaßverderber dastehen. Sex hat immer weniger mit Eros und mehr mit Kontaktsport zu tun. Von Schönburg sagt: „Lasst uns die Maßstäbe wieder ein paar Zentimeter nach oben rücken und der aus dem Ruder gelaufenen sexuellen Befreiung etwas Größeres, Schöneres, Menschenwürdigeres entgegensetzen.“

Freundlichkeit
Viele Menschen sind einfach nie zufrieden. Hier reicht der Platz nicht, da ist die Bahn zu spät. Das hat sie zu Nörglern gemacht. Wie wäre es mal mit ein bisschen Freundlichkeit? Das bedeutet vor allem eines: den anderen wahrnehmen. Es lohnt sich, der Verkäuferin in die Augen zu schauen. Freundlichkeit ist eine echte Geheimwaffe.

Bescheidenheit
Wer sein Hab und Gut oder seine Begabungen zur Schau stellt, wirkt affig und angeberisch. Echte Bescheidenheit ist eine Form von innerer Herrschaft. Ein erster Schritt dahin ist, andere nicht beeindrucken zu wollen, sich von Habgier und Eigensucht zu befreien und akzeptieren zu können, dass andere vielleicht in Status oder Klugheit auf höheren Ebenen stehen. Wir gönnen es ihnen.

Fleiß
Wir alle sind ständig überfordert, technisch, beruflich, sozial. Da ist die so genannte Aufschieberitis eher ein Selbstschutz als Faulheit. Um wieder Disziplin ins Leben zu bekommen, sollte man erst einmal zur Ruhe kommen und eine Ich-Zeit einführen. Dann lässt sich besser unterscheiden, was dringlich und was „nur“ wichtig ist. Das funktioniert in kleinen Schritten. Wiederholungen schaffen Gewohnheiten, im Guten wie im Schlechten.

Dankbarkeit
Es ist die Fähigkeit, auf einem Misthaufen eine Blume zu erkennen. Und dazu kann man sein Gehirn jeden Tag aufs Neue erziehen. Denn Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück. Man hat kein Anrecht darauf, aber man kann es üben.

Klugheit
Sie hat nichts mit Intelligenz zu tun. Die entscheidende Zutat bei der Klugheit ist, dass man bereit ist, dazulernen zu wollen. Dummheit dagegen ist in den allermeisten Fällen gepaart mit Beratungsresistenz. Wer klug ist, ist sich auch nicht zu fein dafür, Hilfe anzunehmen. Die „Sesamstraße“ hat schon recht: „Wer nicht fragt, bleibt dumm.“

Mut
Wer immer allen gefallen will, wer nicht anecken will, der ist nicht mutig. Wer die Entscheidung trifft, offen und verletzbar zu sein, der muss sich in Gefahren und Konflikten nicht mehr wegducken – und lebt dadurch paradoxerweise sogar sicherer. Man könnte es auch mit einem ganz einfachen Satz sagen: raus aus der Komfortzone. Und es gibt noch eine Form von Mut, die in unserer Zeit wichtiger ist denn je: die Zivilcourage.

„Viele Dinge kommen zurück und sind wieder in. Ich kann es kaum erwarten, bis Moral, Respekt und Intelligenz wieder im Trend liegen.“

– Denzel Washington (63) –

4 ETIKETTE -FRAGEN FÜR DEN ALLTAG

Anstand hat nicht nur, aber auch mit guten Manieren zu tun. Wer sich auskennt, ist gut beraten

Wer betritt als Erster das Restaurant, der Mann oder die Frau?
Eigentlich könnte man ja vermuten, dass es die Frau ist, weil der Mann ihr ja schließlich die Tür aufhält. Stimmt aber nicht: In diesem Fall ist es der Mann, der vorgeht und quasi erst einmal die Sicherheitslage inspiziert, damit seiner Begleitung nichts passieren kann. Anders in Italien: Da geht die Frau zuerst. Begründung: Sie bekommt als Erste die volle Aufmerksamkeit der Anwesenden.

Türen aufhalten und in den Mantel helfen – macht Mann das noch?
Unbedingt. Denn Emanzipation hin oder her, bei einer Befragung gaben mehr als die Hälfte der Frauen an, dass solche Höflichkeitsgesten bei ihnen gut ankommen. Ist der Mann unsicher, ob er einer Frau aus oder in den Mantel helfen soll, sollte er einfach höflich fragen: „Darf ich …?“ Und noch etwas: Im Restaurant darf der Mann das In-die-Jacke-helfen nie dem Kellner überlassen.

Das Handy immer griffbereit und trotzdem höflich – wie geht das?
Die ständige Erreichbarkeit ist dem Knigge ein Dorn im Auge. Im Restaurant, Theater, auf Seminaren oder bei Vorträgen sollte der Klingelton unbedingt ausgestellt sein. Kommt ein wichtiger Anruf, sollte man den Raum verlassen, um zu telefonieren. Und apropos Telefonieren: Ein einfaches „Hallo“ beim Melden geht gar nicht. Man sollte immer wenigstens den Nachnamen sagen.

Sagt man beim Niesen jetzt noch „Gesundheit“ oder nicht mehr?
Lange Zeit hieß es, dass man dem Niesenden nicht mehr „Gesundheit“ wünscht. Der Grund für die Änderung: Damit würde das Niesen mit zu viel Aufmerksamkeit bedacht. Der Knigge empfiehlt, es zu ignorieren. Doch die Änderung war immer umstritten. Viele sagen es deshalb immer noch.

Schlimmer geht’s nicht! Das ist aber natürlich nur ein nachgestelltes Foto …


Nächste Woche, 34. Teil: Geheimnis der 100-Jährigen


Fotos: dana press, Peter von Felbert, Getty Images, Mauritius Images, picture-alliance/dpa, Piper