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Topthema: Einfach besser leben!:Das Geheimnis der Hundertjährigen


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 47/2018 vom 14.11.2018

So viele Erinnerungen, so viel Weisheit: Diesen Menschen hören wir ausgesprochen gern zu


Große Serie 34. Teil

Artikelbild für den Artikel "Topthema: Einfach besser leben!:Das Geheimnis der Hundertjährigen" aus der Ausgabe 47/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 47/2018

Sehr alte Menschen haben viele Krisen überwunden. Sie haben unzählige schöne, aber auch traurige Erfahrungen gemacht. Was für ein Segen, wenn sie diese mit uns teilen


Hundert Jahre Leben. Menschen, die so alt werden, faszinieren uns. Aber wie bleibt man gesund? Und was zählt im Leben wirklich? Antworten darauf bekommen wir von einem Mediziner und von einigen Hochbetagten selbst, die ausführlich in dem neuen Buch „Die Weisheit der 100-Jährigen“ (siehe Tipp) von ihren Erfahrungen und Überzeugungen ...

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... erzählen.

Interview

Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie

Wird es bald normal sein, 100 Jahre alt zu werden?
„Hundertjährige sind schon heute keine Seltenheit mehr, ihre Zahl wird steigen. Ein Mädchen, das heute auf die Welt kommt, hat eine Chance von über 50 Prozent, dieses hohe Alter zu erreichen.“

Was haben die heutigen Hundertjährigen gemeinsam?
„Sie sind aktiv, agil, bei guter Laune, gehen bis ins hohe Alter auf Reisen, beginnen neue Hobbys und treffen sich häufig mit anderen Menschen. Von ihrem Hausarzt halten sie sich lieber fern, statt ihn ständig aufzusuchen. Aktivität und soziale Kontakte sind aus meiner Sicht so wichtig wie gesunde Ernährung und viel Bewegung.“

Was ist Ihr Rat, um bis ins hohe Alter fit zu bleiben?
„Es ist wichtig, seine Freundschaften zu pflegen und neue aufzubauen. Ratsam ist auch, früh darüber nachzudenken, womit man sich später gern beschäftigen, welche Fähigkeit man noch erlernen möchte – eine Sprache oder ein Instrument etwa.“

Unser Buch-Tipp:
„Die Weisheit der 100-Jährigen“ von Rei Gesing.
30 Euro. Solibro Verlag

Gudrun Zapf von Hesse (100)
Gudrun ist eine bekannte Typografin, Grafikerin und Schriftkünstlerin und veröffentlichte gerade ihre Schriftart „Hesse Antigua“

Die Kreative

→ Warum, glauben Sie, sind Sie so alt geworden? „Ich lege großen Wert darauf, dass ich, solange es geht, alles selber und eigenständig mache. Ich führe noch immer ein weitestgehend unabhängiges Leben. Ich denke, das kann auch dazu beitragen, in Würde zu altern.“
Was ist Ihrer Auffassung nach das Wichtigste im Leben? „Einen erfüllenden Beruf zu haben. Selbstständig und selbstbestimmt zu leben.“
Wie haben Sie Stress, Ärger, Ängste, Konflikte bewältigt? „Ich bin Widerständen nie ausgewichen und Probleme frontal angegangen. Häufig gelang es mir, mich durchzusetzen. Wenn nicht, hieß es ,Schwamm drüber‘, schnell zur Normalität übergehen und weiterarbeiten.“
Was raten Sie den heute jungen Menschen? „Unbedingt einen guten Beruf zu wählen, der einem Freude und Erfüllung schenkt.“

Anna Bucher (107)
Anna fühlt sich in ihrer Seniorenresidenz in Berlin „wie zu Hause“. Sie zieht sich auch öfter in ihr Zimmer zurück, um zu träumen

Die Offene

→ Warum, glauben Sie, sind Sie so alt geworden? „Ich staune selbst darüber. Möglich, dass ich deshalb so alt geworden bin: Weil ich staunen kann und mich auch sonst immer begeistern konnte für vieles.“
Was ist Ihrer Auffassung nach das Wichtigste im Leben? „Aktiv und in Bewegung sein, viel arbeiten, etwas schaffen, etwas verändern. Das Leben ist nur schön, wenn darin auch etwas passiert. Das müssen auch gar nicht große Dinge sein, Kleinigkeiten können auch etwas bewirken. Ein Lächeln schenken ist schon etwas.“
Wie haben Sie Stress, Ärger, Ängste, Konflikte und Krisen bewältigt? „Ich konnte immer die Ruhe bewahren, egal was war, und deshalb habe ich wohl auch keine Erinnerung an Zeiten mit Ärger und Streit.“
Was raten Sie den heute jungen Menschen? „Nicht zu stolz sein, um Hilfe anzunehmen.“

Hildegard Kinschert (102)
Hildegard hat ihr gesamtes Leben in ihrer Heimatstadt Berlin gewohnt. Sie verbringt viel Zeit mit ihrer besten Freundin Inge

Die Naturverbundene

→ Warum glauben Sie, sind Sie so alt geworden? „Das sind bei mir ganz eindeutig die Gene. Mein Opa wurde dazumal schon 98 Jahre alt. Meine Mutter 93. Meine Schwester wurde auch 102 Jahre alt.“
Was ist Ihrer Auffassung nach das Wichtigste im Leben? „Noch bedeutender als Gesundheit und ein bisschen Geld ist, dass man in der Natur sein kann. Ich war immer viel im Wald und an der frischen Luft.“
Wie haben Sie Stress, Ärger, Ängste, Konflikte und Krisen bewältigt? „Es gehört ja dazu im Leben. Das darf nur nicht zu viel Raum einnehmen. Ich habe grundsätzlich versucht, schnell wieder auf andere Gedanken zu kommen. Etwa, indem ich in meinen geliebten Wald ging.“
Was raten Sie den heute jungen Menschen? „Alles zu meiden, was abhängig macht. Zigaretten, Alkohol und auch dieses Gift, die Drogen.“

Elfriede Zakrynski (101)
Elfihat schon mit 13 Jahren die Schule verlassen und in einer Konditorei gearbeitet. Sie glaubt, dass sie einen Schutzengel hat

Die Couragierte

→ Warum, glauben Sie, sind Sie so alt geworden? „In meinem Leben gab es eine Zeit, in der ich viel gehungert habe. Richtig gehungert! Ich bin überzeugt davon, dass mich das stark gemacht hat und robust.“
Was ist Ihrer Auffassung nach das Wichtigste im Leben? „Man muss besonnen und überlegt handeln. Immer erst mal tief Luft holen, dann kurz überlegen, aber auch nicht zu lange. Und dann mit Vollgas auf das Ziel zusteuern! Sich auch mal etwas zutrauen und mutig sein.“
Wie haben Sie Stress, Ärger, Ängste, Konflikte und Krisen bewältigt? „Ich habe versucht, umsichtig zu handeln. Man sagt auch einmal ein falsches Wort. Wichtig ist, dass man um Entschuldigung bitten kann.“
Was raten Sie den heute jungen Menschen? „Esst weniger Fleisch oder auch gar keins. Die Massentierhaltung muss aufhören.“

Gerda Piasta (104)
Gerda arbeitete bis zu ihrem 70. Lebensjahr in ihrem eigenen Schneideratelier. Im Ruhestand begann sie, zu malen

Die Positive

→ Warum, glauben Sie, sind Sie so alt geworden? „Meine Arbeit machte mir viel Spaß. Mein ganzes Leben war Freude. Traurig bin ich erst jetzt manchmal. Einer meiner Söhne ist bereits verstorben.“
Was ist Ihrer Auffassung nach das Wichtigste im Leben? „Glücklich zu sein. Man muss selber dafür sorgen, dass man das erreicht. Ich wollte unbedingt Kinder haben, weil ich wusste, dass mich das glücklich machen würde.“
Was raten Sie den heute jungen Menschen? „Pflegt Freundschaften! Ich treffe regelmäßig Freunde. Meine Freundin Frau Hansen habe ich erst mit hundert kennen gelernt.“

Nächste Woche, 35. Teil: Wichtige Technik-Fragen


Fotos: Rei Gesing (6), Getty Images, Helios Klinikum, stock.adobe.com (2)