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Topthema: Große Serie 38. Teil Einfach besser leben! Jetzt leg doch mal das Handy weg!


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 52/2018 vom 18.12.2018

88 Mal am Tag schauen wir im Durchschnitt auf unser Smartphone. Können wir wirklich nicht mehr ohne?


Artikelbild für den Artikel "Topthema: Große Serie 38. Teil Einfach besser leben! Jetzt leg doch mal das Handy weg!" aus der Ausgabe 52/2018 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 52/2018

Erinnern Sie sich noch daran, wie besinnlich Weihnachten früher war? Man hat geredet, gelacht, sich aufeinander eingelassen. Und heute? Gehören ständige Blicke aufs Display genauso dazu wie Tannenbaum und Kerzenschein. Das Smartphone ist unsere große Hassliebe. Wir mögen nicht darauf verzichten, gleichzeitig nervt es uns.

Es ist wie ein Fluch …

Warum fällt es uns so schwer, abzuschalten? Ganz einfach: Smartphones machen süchtig – und das sollen sie auch. Laut Software-Experten sind WhatsApp und Co.so ...

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... programmiert, dass man sie ständig nutzen will. Wir haben Angst, etwas zu verpassen, wenn wir das Handy nicht im Blick behalten. Gleichzeitig aktivieren Apps das Belohnungssystem in unserem Gehirn. Wir wollen immer mehr. Jeder zweite Blick aufs Handy ist mit der Hoffnung verbunden, dass eine Belohnung in Form einer Mitteilung wartet. Es ist kurios: Laut einer USStudie sind sich 82 Prozent der Smartphone-Besitzer darüber einig, dass der Griff zum Handy Gift für das soziale Miteinander ist. Sein eigenes Verhalten mag aber kaum einer ändern. Ganz frei nach dem Motto: „Dein Smartphone nervt mich, aber meins stecke ich deshalb nicht weg.“

… und doch auch ein Segen

Was haben wir bloß früher ohne Smartphone gemacht? Nie war es einfacher, mit anderen in Kontakt zu bleiben, den Nachwuchs mal eben anzurufen oder ein Foto zu schießen. Ja, Smartphones haben natürlich auch ihre guten Seiten. Aber Herr über unseren Alltag sollten sie nicht sein. Und schon gar nicht das Miteinander beeinflussen. Was hilft? Sich selber Grenzen setzen und daran halten – auch, wenn das schwerfällt.

Julia (30) aus Bad Laasphe:: „Simsen ist wichtiger als das Kind“

„Ich finde es immer wieder erschreckend, zu sehen, dass viele Mamas lieber auf den Bildschirm starren, statt ihre Kinder im Blick zu behalten. Erst letztens habe ich auf dem Spielplatz miterlebt, wie ein Kleinkind von einer Schaukel fiel, weil die Mutter nebenbei am Handy tippte. Wenn ich mit Linus spiele, bleibt mein Handy in der Tasche.“

Bettina (38) aus Dillenburg:: „Der Weihnachtsplan steht schon“

„Vor zwei Wochen habe ich meiner Familie vorgeschlagen, dass wir an den Feiertagen die Handys in einer Kiste sammeln und nur einmal am Tag rausholen. Begeistert waren sie erst nicht, aber dann kam Zuspruch.“

Mareike (35) und Thomas (43) aus Mölln:: „Familienzeit ist smartphonefreie Zeit“

„Wenn wir drei zusammen am Tisch sitzen oder etwas unternehmen, bleiben die Handys aus. Das haben wir in einer Familiensitzung gemeinsam beschlossen. Meinem Mann Thomas hat das zuerst gar nicht geschmeckt. Aber mir ist es wichtig, dass wir als Eltern mit gutem Beispiel vorangehen. Katharina hat nämlich vor Kurzem ihr erstes eigenes Smartphone bekommen und soll von Anfang an lernen, dass man nicht rund um die Uhr erreichbar sein muss. Inzwischen merken wir, wie erholsam die handyfreien Zeiten sind.“

Andrea (40) aus Augsburg:: „Im Job stört es echt total“

„Ich arbeite in einem Großraumbüro. Das Arbeitsklima ist recht locker, aber trotzdem kann die Atmosphäre auch anstrengend sein. Vor allem, wenn mal wieder die Hälfte des Teams vergisst, sein Handy auf lautlos zu stellen. Da klingelt und vibriert es an jeder Ecke. Letztens hat es mich auch ziemlich genervt, dass fast alle immer wieder ihre Handys zückten, während ich eine Präsentation hielt. Das muss doch nicht sein!“

Dieter (71) aus Lübeck:: „Das Wesentliche entgeht einem“

„Im Sommer habe ich mit meiner Familie ein Konzert besucht: Klassik unter freiem Himmel. Das war fantastisch. Ich staunte allerdings nicht schlecht darüber, dass viele Leute das Geschehen auf der Bühne durchweg durch die Linse ihres Handy betrachteten. So kann man sich doch gar nicht richtig auf die Atmosphäre einlassen. Ja, man hat viele Fotos und Videos als Erinnerung. Aber richtig dabei war man trotzdem nicht.“

Doris (38) aus Freiberg: „Sehr bequem, sehr unpersönlich“

„Vor Kurzem hatte ich Geburtstag. Nur meine beste Freundin rief mich direkt an, die anderen schickten WhatsApp-Nachrichten mit hunderten von Kuss-Smileys und Kuchen-Emojis. Selbst meine beiden Schwestern. Äh, geht’s eigentlich noch? Wertschätzung sieht anders aus. Ich nehme mir jedenfalls immer noch die Zeit, einen lieben Menschen persönlich anzurufen, gerade wenn es um wichtige Ereignisse geht.“

Alex (46) und Claudia (49) aus Münster:“ „Oft denke ich, dass ihm sein Handy wichtiger ist als ich“

„Egal, ob wir einen Film zusammen schauen, essen oder spazieren gehen. Ständig zückt Alex sein Handy und blendet mich dabei völlig aus. Als er direkt nach dem Sex seine Nachrichten checkte, platzte mir endgültig der Kragen. Immerhin hat er sich da entschuldigt und Besserung versprochen. Mal schauen, ob das auch wirklich klappt.“

Ursula (44) und Pia (13) aus Hannover: „Uns beschränken? Das fällt uns beiden recht schwer“

„Seit Pia ein Smartphone hat, muss ich sie zum Essen mindestens dreimal rufen. Und auch am Tisch legt sie das Ding nicht weg. Da kann ich sie ermahnen, so viel ich will. Na gut, ich gehe selber nicht unbedingt immer mit gutem Beispiel voran, trage mein Smartphone auch sehr oft bei mir. Wir haben uns jetzt aber auf eine gemeinsame handyfreie Stunde am Tag geeinigt.“

Nächste Woche, 39. Teil: Das ändert sich 2019

6 Tipps zum Abschalten

1Muss wirklich jede WhatsApp-Nachricht oder Facebook-Aktualisierung einen lauten Ton von sich geben? Setzen Sie Prioritäten.

2Gönnen Sie sich „Digital-Detox-Tage“, ganz ohne Smartphone. Gegen das schlechte Gewissen: Sagen Sie Kontakten Bescheid, dass Sie erst mal nicht erreichbar sind.

3Tragen Sie eine Armbanduhr, und lesen Sie Zeitung. Dann muss man nicht ständig aufs Display schauen.

4Schalten Sie das Handy nachts aus, und legen Sie es nicht direkt ans Bett. Am besten verbannen Sie es ganz aus dem Schlafzimmer.

5Lassen Sie in Gesellschaft das Handy in der Tasche, und machen Sie mit Ihrer Familie handyfreie Zeiten fest.

6Apple-Nutzer können sich mit der Funktion „Bildschirmzeit“ ihre Handyzeit anzeigen lassen. Android-Nutzer können Apps nutzen (s.u.). Reflektieren Sie Ihr Nutzungsverhalten. Versurfen Sie sinnlos Zeit, oder sind Sie auf der Suche nach sinnvollen Infos?

3 nützliche Apps

„Quality Time“: Gibt einen guten Überblick über die Zeit am Smartphone.
Kostenlos. Android

„Screen Time Elternaufsicht“: Hilft, die Handy-Zeit der Kids zu verwalten.
Kostenlos.iOS und Android

„Moment – Reduce Screen Time“: Zeigt an, wie viel Zeit man am Handy verbringt.
Kostenlos.iOS


Fotos: Getty Images (5), Hersteller (3), iStockphoto, stock.adobe.com (3)