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Topthema: Wie kleine Hunde verschachert werden: Vorsicht beim Welpenkauf im Internet


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 30.12.2020

Der illegale Handel mit Jungtieren ist ein Millionengeschäft – auf Kosten unschuldiger Fellnasen, die grausam behandelt werden


Artikelbild für den Artikel "Topthema: Wie kleine Hunde verschachert werden: Vorsicht beim Welpenkauf im Internet" aus der Ausgabe 1/2021 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 1/2021

Unglaublich, wie viel Leid der süße Nachwuchs erfahren muss


Große Knopfaugen, ein flauschiges Fell, tapsig auf den Beinchen – wer schmilzt beim Anblick eines niedlichen Welpen nicht auf der Stelle dahin? Wer sich nach reiflicher Überlegung einen Hund anschaffen will, der wird natürlich auch im Internet fündig. Doch nicht immer sind die Angebote seriös.

Bei Online-Inseraten besser immer sehr vorsichtig sein

Vor allem die Verkaufsseite Ebay-Kleinanzeigen ist übersät mit Inseraten. ...

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... Hier gibt’s Welpen zu Spottpreisen, um ein Vielfaches günstiger als beim Züchter. Achtung! Hier tummeln sich auch jede Menge skrupellose Anbieter. Die osteuropäische Welpen-Mafia hat den Markt fest im Griff. Auf Kosten der Tiere … Und das Geschäft boomt – vor allem momentan. Denn die Corona-Krise hat den Wunsch vieler Menschen nach einem Gefährten offenbar noch verstärkt.

Die wenigsten Käufer machen sich Gedanken über die Herkunft der Hunde, denn auf den Fotos sieht erst mal alles prima aus. Die realen Zustände werden dabei nicht gezeigt: Massenzuchtanlagen, kahle Hinterhöfe, verdreckte Zwinger in kalten Schuppen und Verschlägen, kein Tageslicht. Das Leid vieler Welpen ist groß. Sie werden meist schon nach zwei bis vier Wochen von der Mutter getrennt. Viel zu früh, denn so kann die für die Kleinen so wichtige Sozialisierung nicht stattfinden. Die Folgen sind massive Verhaltensprobleme und Aggressivität – zum Teil bis ins Erwachsenenalter. Eingepfercht in Kofferräume oder Käfige werden sie über die Grenze transportiert. Die Übergabe an die neuen Besitzer erfolgt in der Regel auf einem Parkplatz. Meist sind die Babys weder entwurmt noch haben sie die lebenswichtigen Impfungen erhalten. Die lange Fahrt unter furchtbaren Bedingungen schwächt die kleinen Vierbeiner, die meist eh schon krank sind, noch mehr.

Die Zustände in manchen Zuchtanlagen sind furchtbar

Zu Hause beim Käufer angekommen, werden die Welpen schnell schwer krank, viele sterben trotz teurer medizinischer Behandlung. Was man beim Kauf gespart hat, legt man jetzt um ein Vielfaches drauf. Auch die Elterntiere führen ein erbärmliches Leben. Rüden vereinsamen in Ein-zelhaltung und kommen nur zum Decken zum Einsatz. Hündinnen sind dauerschwanger, werden als Gebärmaschinen missbraucht.

Wie auf dem Basar: Die Welpen-Mafia kümmert das Wohl der Tiere nicht


Tierschützerin Melanie bei der Recherche


Kein seriöser Züchter würde ein Tier aus dem Kofferraum seines Autos verkaufen


Eine junge Frau engagiert sich für die wehrlosen Tiere

Zum Glück gibt es Menschen wie Melanie (27, Name geändert), die der Welpen-Mafia den Kampf angesagt hat. Ständig durchforstet sie das Internet. Sobald sie auf einen unseriösen Händler stößt, vereinbart sie ein Treffen mit ihm und informiert gleichzeitig die Polizei. Das alles ist nicht ungefährlich, doch die junge Frau sorgt sich mehr um die Tiere als um sich selbst.

Dass etwas faul ist, lässt sich oft schon an wenigen Kriterien erkennen. Findet man weder den vollständigen Namen des Züchters noch eine Adresse und einen Festnetzanschluss, sollten die Alarmglocken schrillen. Ein vertrauenswürdiger Züchter fordert Sie außerdem auf, ihn und seine Tiere zu besuchen, und will wissen, wie die Lebensumstände des Hundes bei Ihnen sein werden. Werden in einem Zuchtbetrieb viele Tiere auf engem Raum in kargen Boxen gehalten und riecht es unangenehm, dann können Sie sicher sein, dass hier nicht zum Wohl der Tiere gehandelt wird. Auch ein extrem niedriger Preis sollte Sie stutzig machen. Ist das Tier schreckhaft und hat Angst vor Menschen, deutet das auf eine zu frühe Trennung von der Mutter hin und ist ein eindeutiger Hinweis auf die zweifelhafte Praxis in Großbetrieben. Bei Verdacht die Polizei oder das örtliche Veterinäramt informieren.


5 Millionen Hunde leben in Deutschland. Schätzungsweise 400.000 Tiere davon sind Mischlinge – und damit unsere Lieblinge.


Viele Heimtiere würden sich über ein neues Zuhause freuen

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an Ebay, den Handel mit lebenden Tieren ganz einzustellen oder wenigstens eine Verifizierungspflicht der Händler einzuführen. Denn natürlich gibt es auch im Netz seriöse Züchter, wie etwa Rosemarie Leucht (siehe rechts). Solange aber Interessenten für einen Welpen kaum Geld ausgeben möchten, hat die Mafia leichtes Spiel. Auch Tierheime leiden unter den „Billig-Welpen“. Dort landen beschlagnahmte Tiere und auch die von privaten Besitzern, wenn sie die Tierarzt-Kosten nicht aufbringen können. Deshalb rät der Tierschutzbund beim Kauf im Internet zur Vorsicht. Noch besser: Geben Sie einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause. Er wird es Ihnen ein Leben lang danken.

Auch in der Zoohandlung sollte der Handel tabu sein

Nicht nur Meerschweinchen und Vögel werden in Tierhandlungen angeboten – hin und wieder leider auch Hundewelpen.

Laut Gesetz ist das nicht einmal verboten. Dafür bedarf es lediglich einer besonderen Erlaubnis, die sich nach dem Tierschutzgesetz richtet und vom Ordnungsamt erteilt wird, wenn bestimmte Auflagen erfüllt werden.

Dennoch raten Tierschützer dringend davon ab, hier zu kaufen. Sie befürchten Spontankäufe, bei denen nicht überprüft wird, ob Bello bei seinem neuen Besitzer in guten Händen sein wird. Außerdem kann die Haltung im Glaskasten Verhaltensstörungen zur Folge haben.