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TOUCH & GO PORTOROŽ: Slowenischer Sonnenschein


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 20.07.2018

Die slowenische Mittelmeerküste ist nur 47 Kilometer lang. Dennoch lockt sie mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und sommerlichen Temperaturen bis weit in den Herbst hinein. Wer als Pilot nach Portorož reist, genießt überdies die einzigartige Gastfreundschaft an diesem beliebten Flugplatz


Artikelbild für den Artikel "TOUCH & GO PORTOROŽ: Slowenischer Sonnenschein" aus der Ausgabe 80/2018 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 80/2018

So sieht’s aus: Kein Wunder, dass Portorož als Urlaubsziel so beliebt ist! Die Landzunge oben links ist das Örtchen Piran


Ein Gläschen Jet Fuel gefällig? Die Flasche mit beinahe transparenter Flüssigkeit, aus der im Terminal von Portorož ausgeschenkt wird, enthält trotz der Aufschrift »Jet A1« natürlich keinen ...

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... Flugtreibstoff, sondern besten slowenischen Pflaumenschnaps. Wer einen längeren Aufenthalt geplant hat, kann den Sliwowitz mit gutem Gewissen genießen – und sich darüber freuen, an einem der wohl gastfreundlichsten Flugplätze Europas gelandet zu sein.

Schon früh galt Portorož als fliegerisches Tor zur slowenischen Mittelmeerküste. Diese ist zwar lediglich 47 Kilometer lang, hat mit ihren romantischen Städtchen, dem malerischen Hinterland sowie nicht zuletzt den Bade- und Wellnessangeboten aber zahlreiche Attraktionen zu bieten. In den zwanziger Jahren flogen wohlhabende Touristen per Flugboot hierher, um in mondänen Hotels wie dem heutigen Kempinski Palace abzusteigen. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde ein Grasflugplatz errichtet, mittlerweile verfügt LJPZ über eine sogar für leichte Jets geeignete Asphaltpiste samt VOR- und NDB-Approach. Üblicherweise wird jedoch nach Sicht angeflogen – das Wetter ist fast immer ausreichend, der Blick von oben lässt schon im Anflug Urlaubsgefühle aufkommen.

Traumhaft: Eine sehenswerte Altstadt, das Meer, ganzjährig mildes Klima – das ist Piran


Höhlenfestung: Die Burg Predjama ist ein lohnender Tagesausflug von Portorož


Salinen: Mit Salz kam die Region einst zu Wohlstand


Vorbei an der italienischen Metropole Triest (entweder landseitig über die Wegpunkte KOZINA, PE1 und PE2 oder seeseitig über den Meldepunkt VICKY und PN1), geht es im Sinkflug in die Kontrollzone von Portorož. Landet man auf der Piste 15, sieht man linkerhand die reizvolle Altstadt von Piran, bevor man im Final über weitläufige Salzfelder schwebt. Auf beiden Seiten der Bahn sind PAPIS, die auf einen Gleitpfad von 3,5 Grad ausgelegt sind.

Häufiger als diese Piste ist aufgrund der vorherrschenden Windrichtung jedoch die »33« in Betrieb: Sie wird aus dem rechten Gegenanflug erreicht, wobei der Endanflug knapp über eine Geländekante an der slowenisch-kroatischen Grenze führt. Dies schlägt sich in gelegentlichen Verwirbelungen sowie in einer um gut 200 Meter versetzten Schwelle nieder.

Fliegerisch ist Portorož dennoch nicht sonderlich kompliziert, so beträgt die Landerollstrecke auf der »33« immer noch 970 Meter, in der Gegenrichtung steht sogar die volle Länge der 1200 mal 30 Meter großen Bahn zur Verfügung.

Den Weg zur Abstellposition weist ein Marshaller auf einem Motorroller. Üblicherweise parken Gästeflugzeuge auf dem großzügigen asphaltierten Vorfeld, bei Bedarf werden auch Parkpositionen auf dem Gras nahe der Tankstelle vergeben. Hier gibt es Avgas und Jet A1, teilweise wird der Sprit per Tankwagen direkt zum Flugzeug geliefert.

Service schreibt man in Portorož eben groß – das beweisen auch die Golfwägelchen, mit denen Passagiere und Gepäck zum Terminal gebracht werden. Danach kann beim Begrüßungs-Fliegerschnaps der Urlaub beginnen.

Der Ort Portorož selbst ist vor allem für seine Hotels bekannt. Viele bieten Wellness- und Kurprogramme, bei denen die Salze aus der Saline von Sečovje Verwendung finden: Solewasser soll angeblich den Blutkreislauf beschleunigen und den Körper entgiften, Salzschlamm rheumatische Erkrankungen lindern sowie bei Gelenkbeschwerden helfen. Unbestritten ist, dass slowenisches Meersalz köstlich schmeckt – so wie der Wein aus dem hügeligen Hinterland, das zu Radtouren und Wanderungen einlädt.

Unmittelbar neben Portorož liegt Piran, das als Perle der slowenischen Adria gilt. Rund um den mit Marmorplatten bedeckten Tartini-Platz, der in früheren Jahrhunderten der Hafen der Stadt war, reiht sich ein historisches Häuschen an das andere. Nicht zufällig erinnern die Bauten an Venedig, denn das Städtchen war jahrhundertelang ein Teil der wohlhabenden Mittelmeerrepublik. Am Venezianerhaus, das ein reicher Kaufmann aus der Serenissima für seine Geliebte errichten ließ, gibt es zwei nette Details zu entdecken: Einerseits wurde an der Fassade ein Relief mit dem Antlitz der hübschen Dame angebracht, andererseits der Spruch »Lass die Leute nur reden«.

Überragt wird Piran von der St.-Georgs-Kathedrale, während ein kleines Kirchlein am westlichsten Ende der Landzunge als Wahrzeichen der Stadt gilt. Besonders schön ist ein Rundgang auf der weitgehend erhaltenen Stadtmauer, die für kleines Geld bestiegen werden kann.

Einige Kilometer nördlich von Piran befindet sich Izola, ebenfalls ein romantisches Städtchen mit unmittelbarem Meereszugang. Auch hier überragt ein spitzer venezianischer Kirchturm historische Gemäuer, im Hafen liegen elegante Yachten neben den Booten der einheimischen Fischer. In den pittoresken Palazzi locken Restaurants und Cafés die Besucher, aber auch zahlreiche Künsterateliers: Bereits seit den neunziger Jahren vermietet die Stadtverwaltung leerstehende Geschäftslokale für symbolische Beträge an Maler, Glasbläser, Töpferer, Lithographen und Goldschmiede.

Ähnlichkeit: Aus dieser Perpektive zeigen sich die venzianischen Einflüsse in Pirans Altstadt


Geschäftig: Sloweniens Seehafenstadt Koper, südlich der italienischen Grenze


Frühe Anfänge: Ab den zwanziger Jahren gab es Wasserflugverkehr zwischen Portorož und Italien


Wiederum einige Autominuten nördlich befindet sich Koper – einerseits ein großer Industriehafen, in dem von der Waschmaschine bis zum Auto Konsumgüter für ganz Europa an Land gebracht werden, andererseits eine Stadt mit einem durchaus sehenswerten verkehrsberuhigten Zentrum. Hier gibt es weniger Touristen als anderswo, dafür aber einen bemerkenswerten Ausblick vom wehrhaften Glockenturm der Domkirche.

Noch etwas weiter im Norden wartet mit Triest, der ehemals habsburgischen Hafenstadt mit ihrem multikulturellen italienisch-slowenisch- österreichischem Flair, ein Reiseziel von europäischem Rang. Doch es müssen nicht immer Städte sein: In der Nähe von Portorož liegt beispielsweise das Gestüt von Lipica, in dem seit Jahrhunderten die berühmtem weißen Pferde für die Wiener Hofreitschule gezüchtet werden – daher der Name »Lipizzaner«. Wie wäre es darüber hinaus mit einem Besuch der über 24 Kilometer langen Höhle von Postojna, die zu den bekanntesten slowenischen Sehenswürdigkeiten gehört? Oder mit einem Ausflug zur Burg Predjama, die mitten in einer Felswand liegt und einst dem »slowenische Robin Hood« Unterschlupf geboten haben soll?

All das lässt sich für Piloten und ihre Passagiere auch deshalb so unbeschwert entdecken, weil der Flugplatz von Portorož ein umfassendes Mobilitätsangebot bereitstellt. Es reicht vom Fahrradverleih über organisierte Transfers bis hin zum Flugplatzbüro des Autovermieters Sixt. Außerdem unterhält das Carsharing-Konzept »App- 2Drive« am Platz eine Station. Die Preise für diese Vielzahl an Leistungen sind moderat: Die gewichtsabhängigen Landegebühren liegen für die gängigen Privatmaschinen zwischen 15 Euro (1000 Kilogramm MTOM) und 26 Euro (1201 bis 2000 Kilogramm MTOM), das Abstellen kostet pro Tag und Tonne 4 Euro beziehungsweise 21,50 Euro bei einem ganzwöchigen Aufenthalt. Die Spritpreise lagen bei Redaktionsschluss bei knapp 2,10 Euro pro Liter Avgas beziehungsweise 1,40 Euro pro Liter Jet Fuel. Von den diversen Handling-Gebühren, die der Fluglatz auf seiner Homepage ausweist, sind private Flüge mit Maschinen unter 3 Tonnen MTOM übrigens nicht betroffen.

Wer aus Portorož weiter nach Süden fliegt, profitiert davon, dass Zoll und Grenzkontrollen ohne Voranmeldung verfügbar sind. Slowenien selbst gehört seit langem sowohl zur EU als auch zum Schengenraum, sodass bei einem Aufenthalt ohne Weiterreise in Drittstaaten für Piloten aus Deutschland oder Österreich keinerlei Formalitäten anfallen.

Erwähnt werden sollten noch die Öffnungszeiten: Während der Flugplatz Portorož im Sommerhalbjahr von 8.30 Uhr bis 20 Uhr Lokalzeit geöffnet ist, schließt er in den Wintermonaten (üblicherweise erfolgt die Umstellung gegen Ende Oktober) bereits um 16.30 Uhr. Berücksichtigt man dies bei der Planung, sollte entspannten Tagen im sonnigen Slowenien nichts mehr entgegenstehen.


FOTOS: PHILIPP HAYDER (2), SLOVENIA TOURISM (2)

FOTOS: PHILIPP HAYDER (2), SLOVENIA TOURISM, AERODROME PORTOROŽ/TOMI BREZOVEC; KARTE: DEINZER GRAFIK