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TOYOTA LAND CRUISER J12: DIE LEBENDE LEGENDE


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 09.07.2019

Das Angebot an neuen Geländewagen wird immer dünner. Wer hier seinen Traum vom Wunsch-Offroader nicht mehr verwirklichen kann, hat immer noch die Möglichkeit auf klassische Alternativen auszuweichen – so wie den Toyota Land Cruiser J12.


Artikelbild für den Artikel "TOYOTA LAND CRUISER J12: DIE LEBENDE LEGENDE" aus der Ausgabe 8/2019 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 8/2019

Seit über einem halben Jahrhundert ist der Toyota Land Cruiser der Inbegriff von Zuverlässigkeit und optimaler Offroad-Eignung – so erarbeitete er sich sein einzigartiges Image. Die Erwartungen sind folglich hoch, als am 18. Januar 2003 der Land Cruiser J12 in Deutschland an den Start geht – als Nachfolger des J9. Dem Trend der Zeit folgend, soll es der Neue auf der ...

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Seit über einem halben Jahrhundert ist der Toyota Land Cruiser der Inbegriff von Zuverlässigkeit und optimaler Offroad-Eignung – so erarbeitete er sich sein einzigartiges Image. Die Erwartungen sind folglich hoch, als am 18. Januar 2003 der Land Cruiser J12 in Deutschland an den Start geht – als Nachfolger des J9. Dem Trend der Zeit folgend, soll es der Neue auf der Straße mit den komfortablen Soft-Offroadern jener Tage aufnehmen können, gleichzeitig aber auch abseits der Straßen die Performance der inzwischen zur Legende gewordenen Baureihe weiter kultivieren. Ein schwieriger Spagat, auf den sich Toyota da eingelassen hat. Chefingenieur Kunihiro Hoshi entscheidet deshalb, dass auch der J12 einen Leiterrahmen als Unterbau haben muss, während das Toyota-Designzentrum ED² an der Cote d'Azur die Silhouette eines kernigen Offroaders zeichnet. Auch der J12 ist wieder als kurzer Dreitürer oder als Fünftürer mit langem Radstand lieferbar, doch ist er im Vergleich zum Vorgänger J9 in der Länge um sieben bzw. acht Zentimeter gewachsen, in der Breite um 55 mm und beim Radstand beträgt der Zuwachs 80 bzw. 115 mm. Im Gegenzug wurden die Überhänge kürzer und die Höhe auf 185 cm reduziert.

MOTOREN UND ANTRIEB

Der Land Cruiser J12 wird alternativ von einem Dreiliter-Direkteinspritzer-Turbodiesel (166 PS) oder einem V6-Benziner mit vier Liter Hubraum und 249 PS angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 6-Gang-Schaltgetriebe (Automatik gegen Aufpreis, Serie beim V6) und ein Zentraldifferenzial leitet die Antriebskraft permanent an alle vier Räder – für kräftezehrende Geländepassagen steht zudem eine kurze Untersetzung zur Verfügung. Beim permanenten Allradantrieb setzt Toyota im Land Cruiser auf ein zentrales Torsen Differenzial, das die Antriebskraft variabel auf beide Achsen verteilt. Im Normalfall gelangen dabei 60 Prozent des Antriebsmoments an die Hinterräder und 40 Prozent an die Vorderachse. Treten Drehzahlunterschiede zwischen den bei den Räderpaaren auf, verschiebt sich die Kraftverteilung in Richtung der Achse mit der besseren Traktion. In heiklen Geländeabschnitten kann der Fahrer aber auch manuell eingreifen und das Zentraldifferenzial zu 100 Prozent sperren. Der Common-Rail-Vierzylinder legt sich schon bei niedrigen Drehzahlen mächtig ins Zeug und gefällt so durch bärige Durchzugskraft – bereits bei 1800 Touren steht das maximale Drehmoment von 410 Nm bereit. Doch auch sportliche Einlagen sind für den Diesel-Land Cruiser mit seinen 166 PS kein Problem – zumindest bis Tempo 120, erst dann steigt der Luftwiderstand der mächtigen Karosserie spürbar an, ehe der Toyota bei 175 km/h seine Höchstgeschwindigkeit erreicht. Dabei begnügt er sich in der Regel mit Verbrauchswerten um die neun bis zehn Liter Diesel auf 100 Kilometer. Die hintere Starrachse verschränkt off the road überdurchschnittlich und sorgt gleichzeitig dank Schraubenfedern im Straßenbetrieb für Fahrkomfort. Die vordere Einzelradaufhängung ist klar auf Komfort getrimmt und ermöglicht ermüdungsfreies Fahren auch auf langen Strecken und holprigen Pisten. Dank der Geländereduktion mit einem Verhältnis von 1:2,566, der manuellen Sperre des Zentraldifferenzials sowie den elektronisch geregelten Bremseingriffen der Antriebsschlupfregelung als Ersatz mechanischer Achssperren wühlt sich der Land Cruiser problemlos durchs Geläuf.

Kommandozentrale : Im reich bestückten Cockpit des J12 Executive herrscht purer Luxus für die Insassen.


Navigationssystem: Serienmäßig ab Sol-Ausstattung.


In der Mittelkonsole: Die Steuerzentrale fürs Offroadfahren.


Wahlfreiheit: Den Land Cruiser J12 gibt es sowohl als kurzen Dreitürer wie auch als Fünftürer mit langem Radstand.


Dreiliter-Diesel: Anfangs leistet das Turbodiesel-Aggregat 166 PS, ab Modelljahr 2007 steigert sich dies auf 173 PS. Der Einbau eines neuen Zylinderkopfes macht die Steigerung möglich.


Dritte Sitzreihe: Bei Nichtgebrauch kann das Gestühl einfach seitlich hochgeklappt werden.


Geteilte Rückbank: Kopf-, Bein-und Ellbogenfreiheit sind im J12 üppig bemessen.


KAROSSERIE UND INNENRAUM

Die beiden Vordersitze sind großzügig dimensioniert, ihr weiter Verstellbereich lässt Passagiere jeder Körpergröße eine langstreck entaugliche Sitzposition finden. Auch hinten zwickt es nirgends im Toyota: Kopf-, Bein-und Ellbogenfreiheit lassen die Passagiere auch hier kommod reisen – die Rückbank kann bei Nichtgebrauch im Verhältnis 40:60 umgeklappt werden. Allein die optionale dritte Sitzreihe für die lange Karosserieversion ist normal gewachsenen Passagieren allenfalls auf Kurzstrecken zuzumuten – dabei schrumpft der Laderaum nun auf winzige 193 Liter. Überhaupt kommt das Mehr an Platz im Land Cruiser J12 ausschließlich den Passagieren zugute, das Gepäckabteil und die Zuladung wurden gegenüber dem Vorgänger sogar geringfügig kleiner – ebenso wie der Tank, der nun nur mehr 87 Liter (statt 90 L im Vorgänger) fasst. Bei der Sicherheitsausstattung ist der Land Cruiser auf dem Stand der Zeit: Sechs Airbags, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sind ebenso serienmäßig an Bord wie Isofix-Kindersitzbefestigungen oder auch ABS und ein Stabilitätsprogramm.

FACELIFT 2007

Im Modelljahr 2007 hat Toyota den 3,0-Liter-Common-Rail Turbodiesel mit einem Leichtmetall-Zylinderkopf ausgestattet, sodass er jetzt die Euro-4-Abgasnorm erfüllt, 173 PS (127 kW) leistet und ein Dreh-moment-Maximum von 410 Nm entwickelt. Über die Fünfstufen-Automatik beschleunigt der neue Diesel den Land Cruiser in 11,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe in 11,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 175 km/h. Unverändert bleibt der 249 PS (183 kW) starke 4,0-Liter-V6-Benziner mit Automatik als komfortorientierte Alternative im Programm. Darüber hinaus erweitert Toyota das Modellangebot um die Ausstattungsvariante „Sol“ mit serienmäßigem Navigationssystem und einem 7-Zoll-Touchscreen sowie einem Radio mit Sechsfach-CDWechsler und neun Lautsprechern. Ab dieser zweithöchsten Ausstattungsversion befindet sich das Reserverad nun unter dem Fahrzeugheck. Das Top-Modell bleibt weiterhin der Land Cruiser „Executive“ mit einer elektronisch gesteuerten Luftfederung an der Hinterachse. In der Summe seiner Eigenschaften setzt der Land Cruiser der Baureihe 120 die Tradition seiner Ahnen als geländegängiges, robustes Fernreisemobil fort. Er ist sowohl auf der Straße als auch im Gelände besser denn je – und weichgespült wie viele andere Offroader dieser Epoche ist er nun wirklich nicht. Auf der IAA 2009 präsentiert Toyota dann mit dem Land Cruiser J15 den Nachfolger des J12.

Das Fahrwerk: Die hintere Starrachse verschränkt off the road überdurchschnittlich.


Archiv

UNSER FAVORIT

Natürlich wollen wir hier „political correctness“ walten lassen und präferieren den 177-PS-Diesel ab 2007 mit Euro 4 gegenüber dem 166 PS starken Euro-3-Motor – auch wenn es bei der Steuerbelastung keinen Vorteil bringt. Der V6-Benziner ist dagegen nur in homöopathischen Dosen am Gebrauchtmarkt vertreten. Bei der Ausstattungsversion liegt klar das Top-Modell „Executive“ mit langem Radstand vorn: mit Luftfederung, Lederausstattung, elektrisch verstellbaren und beheizten Vordersitzen sowie Mehrzonen-Klimaautomatik für vorn und hinten. Wer jedoch einen J12 für den Geländeeinsatz sucht, sollte nach dem Land Cruiser „C“ Ausschau halten – denn nur er verfügt über ein optionales Hinterachs-Sperrdifferenzial, das anno 2007 für 410,30 Euro in der Preisliste stand.

Der Toyota Land Cruiser J12 in Deutschland

BAUZEIT

Anfang 2003 geht der Land Cruiser J12 in Deutschland an den Start. Auf der IAA 2009 präsentiert Toyota dann mit dem Land Cruiser J15 seinen Nachfolger.

DER TOYOTA J12 IN OFF ROAD

OR 02/2003: Erster Fahrbericht Land Cruiser J12 3,0 D-4D
OR 06/2003: Vergleichstest Land Cruiser J12 3,0 D-4D, Pajero 3.2 DI-D, Terrano 3.0 Di
OR 11/2003: Test Land Cruiser J12 4.0 V6
OR 01/2005: Vergleichstest Land Cruiser J12 3,0 D-4D, Discovery TDV6, Patrol 3.0 Di
OR 08/2005: Vergleichstest Land Cruiser J12 3,0 D-4D, Pajero 3.2 DI-D, Pathfinder 2.5 dCi
OR 03/2007: Vergleichstest Land Cruiser J12 3,0 D-4D (Facelift), Discovery TDV6, G 320 CDI
OR 07/2007: Vergleichstest Land Cruiser J12 „C“, Pajero 3.2 DI-D (Dreitürer)