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Träume unterm Hammer


Träume Wagen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 18.01.2019

Paris, Amelia Island, Fort Lauderdale und Essen: Das sind die Highlights im Auktionsjahr 2019, die man sich merken sollte. Denn was hier aufgerufen wird, sprengt jeden Rahmen: Die komplette Sammlung eines finanzstarken Tycoons, liber Jahre liebevoll zusammengetragen und an Exklusivitat kaum zu iiberbieten, soli versilbert werden


Artikelbild für den Artikel "Träume unterm Hammer" aus der Ausgabe 1/2019 von Träume Wagen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: Tim Scott ©2018 Courtesy of RM Sotheby‘s

Ist schon der Umfang der Collection alles andere als alltäglich, liest sich die Liste der Auktionsobjekte wie das Who´s who der automobilen Oberklasse der 80er, 90er und 2000er. 34 Mercedes-Benz, 27 BMWs, 12 Rolls-Royces, 11 ...
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Ist schon der Umfang der Collection alles andere als alltäglich, liest sich die Liste der Auktionsobjekte wie das Who´s who der automobilen Oberklasse der 80er, 90er und 2000er. 34 Mercedes-Benz, 27 BMWs, 12 Rolls-Royces, 11 Bentleys, 8 Porsches, 8 Jaguars, 7 Ferraris, 4 Aston Martins, 2 Renaults, 2 Morgans, je ein Audi, Wiesmann, Lotus und Lamborghini. Die Nippon-Front ist ebenfalls vertreten, wie Nissan, Acura, Mazda, Toyota und Mitsubishi, selbstredend auch US-Ikonen wie Cadillac und Chevrolet. Gord Duff, Global Head of Auctions bei RM Sotheby’s, kann selbst kaum fassen, was ihm da unter den Hammer kommt, vom BMW Alpina über Mercedes-Benz 500 SEC AMG 6.0 Wide Body, Porsche 928 GTS und Renault R5 Turbo ist so ziemlich alles an Topmodellen, Exoten und Tuningautos dabei, wovon kleine und große Jungs träumen.
Die erste von vier Auktionen mit 20 Autos aus der Youngtimer-Sammlung findet am 6. Februar 2019 in Paris statt. Zur Rétromobile werden neben Aston Martin und Morgan auch Alpina- und BMW-Model- le sowie AMG Mercedes aufgerufen, darunter ein Alpina B7 Biturbo, ein AMG 6.0 Widebody und einer von nur 43 gebauten Ferrari Superamerica Handschalter. Am 9. März kommen die Japaner in Amelia Island, Florida dran, dazu ein Ferrari Maranello 575M und weitere Europäer. „Very british“ wirds am 29. März in Fort Lauderdale, Florida, wo die Schönen und Reichen bevorzugt in künstlicher Lagunenlandschaft residieren. Neben einigen Nissan 300ZX kommen diverse Aston Martins, Bentleys und Jaguars zum Aufruf – alle ohne Mindestgebot. Der Showdown findet auf deutschem Boden statt: Zur Techno Classica in Essen wird mit mehr als 80 Fahrzeugen der größte Teil der Sammlung feilgeboten. Darunter ein Porsche 911 GT3 RS von 2011, ein 911 Turbo 3.6, ein Wiesmann GT, der Halbstarkentraum Renault 5 Turbo sowie diverse Bentley und Rollis.
Alpina- und AMG-Liebhaber sollten sich besonders den Pariser Termin merken, da zwei richtige Nineties- Kracher für all die aufgefahren werden, bei denen Performance vor Zurückhaltung kommt: ein legendärer E60 AMG und der nicht minder charismatische Alpina B12. In unzähligen Matchbox- Sammlungen vorhanden, in jedem Autoquartett die Bringer, haben die beiden bärenstarken 94er-Boliden nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Der E60 AMG lässt Kenner mit der Zunge schnalzen, er basiert auf dem 1990 vorgestellten 500 E (W124) mit 6-Liter-V8-Motor, der schon ohne AMG-Tuning das Spitzenmodell der Baureihe markierte. Da war nichts mehr mit bravem Bürger-Benz, der E60 AMG mit 381 PS, 580 Nm, seiner muskulösen tiefergelegten Karosserie samt fetten Kotflügeln trieb das Konzept der Powerlimousine endgültig auf die Spitze. Geblieben sind Alltagstauglichkeit, hoher Nutzwert und das gediegene Interieur, das mit schwarzem Leder und noblem Wurzelholz einen auf Understatement macht. Der E60 AMG hat den Ruf, ein echter Schläfer zu sein – völlig zu Recht und in den frühen 90ern so was wie ein Ritterschlag. Wie viele E60 das AMG-Werk in Affalterbach verlassen haben, ist nicht mehr genau zu rekonstruieren, mehr als 150 dürften es aber nicht Gleiches Baujahr, gleiche Liga, gleiche Strahlkraft: Auch der Alpina B12 war eine Superlimo, die in den Neunzigern nicht nur kleinen Jungs feuchte Träume bescherte. Der deutsche Gran Turismo der 8er-Baureihe E31 mit V12-Zylinder und 300 km/h Topspeed sollte Ferrari & Co.das Leben schwer machen. BMWs Edeltuner Alpina setzte noch eins drauf und entwickelte auf Basis des zivilen 850i mit 300-PSV12 den B12 5.0: Leistungssteigerung von 300 auf 350 PS, Alpina-Dekor, 20-Speichen-Räder, modifiziertes Fahrwerk, angepasstes Interieur. Mit 6,8 Sekunden für den 0–100-Sprint war der B12 zwar kaum schneller als der Basis-850i, die Spitze von gut 280 km/h war allerdings ein unschlagbares Argument. Ende 1992 startete das Projekt B12 5.7 mit vergrößertem Hubraum, größeren Ansaug- und Auspuffwegen, schärferer Nocke und jetzt 416 PS und 300 km/h Spitze. Der rockte, war jedoch weit davon entfernt, Ferrari vom Thron zu stoßen. Dafür ist er heute ein gesuchtes, gehyptes und extrem rares Auto für Kenner, die nicht zuletzt die seinerzeit höchst fortschrittliche Technik des elektronischen Kupplungsmanagement-Systems, die Alpina Shift Tronic, zu schätzen wissen. Also Männer, die Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder, einen der nur 57-mal gebauten B12 5.5 an Land zu ziehen. Paris ist doch ohnehin immer eine Reise wert …