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TRAINING NEU gedacht


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Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 80/2022 vom 15.07.2022

PFERDETYPEN

Artikelbild für den Artikel "TRAINING NEU gedacht" aus der Ausgabe 80/2022 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 80/2022

Pferdegerechtes Reiten beginnt mit der passenden Gestaltung des Trainings. Dabei ist immer eine möglichst feine, faire Einwirkung wichtig

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Kreisen Sie die Begriffe in den einzelnen Farbfeldern an, die auf Ihr Pferd zutreffen. Es kann sein, dass Sie anschließend in mehreren Farbfeldern gleich viele Begriffe eingekreist haben.

Dann wählen Sie den Typ aus, der Ihnen spontan am meisten zusagt, und wiederholen den Test ein paar Monate später nicht einmal. Bestimmte Merkmale werden an Bedeutung gewonnen haben und andere nicht mehr so präsent sein.

aktiv

1 Der Feurige

• ausdauernd

• ausdrucksstark

• bewegungsfreudig

• eifrig • explosiv • zappelig

• langweilt sich schnell • wehrt sich

• neigt zum Durchgehen • ungeduldig

• neigt zum Treten/Beißen

• stellt Rangordnung immer wieder infrage

• temperamentvoll

nachgiebig

2 Der Empfindsame

• ausdauernd • fleißig

• drückt den Rücken weg

• gibt alles für den Reiter

• fleißig • konzentriert ...

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...

• kooperativ • schreckhaft • sensibel

• nervös • unermüdlich • unscheinbar

• unterwürfig • verletzlich

• zuverlässig

dominant

3 Der Willensstarke

• distanziert • frech • ignoriert Hilfen

• intelligent • kann auch mal alleine sein

• lässt sich treiben • mutig

• legt sich auf den Zügel • stur

• neigt zum Bocken

• rebellisch

• rempelt andere an

• testet Reiter aus

• unberechenbar

passiv

4 Der Ruhepol

• ausgeglichen • geduldig • faul

• stark herdenorientiert • freundlich

• neigt zum Stehenbleiben • langsam

• ruhig • liebt Gewohnheiten

• stolpert häufig

• verschmust

• unsicher

• wehrt sich nicht

Anzahl zutreffender Begriffe

1. Der Feurige

Feurige Pferdetypen bewegen sich gerne, sind aufmerksam und energisch. Allerdings stehen sie durch ihr überschäumendes Temperament häufig unter Dauerspannung. Aufgabe des Reiters ist es unter anderem, die Energie des Tieres in sinnvolle Bahnen zu lenken.

Das passende Training:

• Häufige Richtungs- und Tempowechsel fordern Aufmerksamkeit, und das Pferd lernt zuzuhören.

• Wiederholungen wirken auf diesen Pferdetyp wenig beruhigend, da feurige Pferde bei bekannten Übungen gerne die Führung übernehmen.

• Das Training sollte sehr abwechslungsreich sein.

• Legen Sie Wert auf eine gute Gymnastizierung, um die natürliche Gehfreude mit der Zeit in federnde und erhabene Bewegungen umzuformen.

• Der Reiter sollte das Temperament des Pferdes mit ruhigem Sitz annehmen und nicht dagegen ankämpfen.

• Bei manchen feurigen Typen kann es sinnvoll sein, das Pferd zwischendurch einfach in seinem Tempo gehen zu lassen oder mal frisch loszugaloppieren.

• Das gilt allerdings nur, wenn sich das Pferd dadurch nicht weiter aufheizt.

2. Der Empfindsame

Auch unter Pferden gibt es echte Sensibelchen, die einen verlässlichen Reiter brauchen.

Dieser Pferdetyp ist bemüht, dem Reiter alles recht zu machen, und arbeitet fleißig mit.

Allerdings neigt er auch schnell zu Verspannungen und dazu, sich durch Eiligwerden zu entziehen.

Das passende Training:

• Häufige Wiederholungen geben diesem Pferdetyp Sicherheit.

Dabei sollten Sie Wert auf ruhige Abläufe und lockernde Lektionen in ruhigem Tempo legen.

• Führen Sie empfindsame Pferde behutsam an neue Aufgaben heran und bauen Sie Übungen allmählich aufeinander auf.

• Meist lernen diese Pferde in vertrauter Umgebung am besten.

Stangentraining ist jedoch eine gute Möglichkeit, die Angst vor Neuem zu überwinden.

• Ebenso sind Ausritte, die gegebenenfalls mit einem erfahrenen Begleitpferd stattfinden, sehr gut, um an (Selbst-)

Sicherheit zu gewinnen.

• Um das Gelernte zu festigen, können Trainingseinheiten auch mal etwas länger dauern.

• Nicht gut tun diesem Pferdetyp nervöse oder ständig wechselnde Reiter.

• Überprüfen Sie bei Fehlern immer die eigene Einwirkung und fragen Sie die Lektion dann mit Ruhe noch einmal ab.

• Wenn empfindsame Pferde etwas nicht verstehen oder unsicher sind, entziehen sie sich gern den Hilfen.

• Manchmal ist hier seitens des Reiters Kreativität gefragt, um ans Ziel zu kommen.

3. Der Willensstarke

Klare Ansagen sind für diesen pfiffigen Pferdetyp wichtig. Er lernt schnell, ist mutig, diskutiert aber auch gerne mal. Willensstarke Pferde haben häufig ihre eigene Vorstellung vom Training und können sich auch mal durch Lektionen mogeln, die ihnen zu anstrengend sind.

Das passende Training:

• Achten Sie auf die korrekte Ausführung der Lektionen. Abwechslung ist zwar auch wichtig, spielt aber nicht die Hauptrolle.

• Sie können auch bestimmte Lektionen in verschiedenen Ausführungen reiten, wie zum Beispiel Außengalopp auf dem Zirkel oder im Außengalopp an der langen Seite angaloppieren, statt immer durch die halbe Bahn oder aus der Ecke kehrt zu reiten.

• Die Trainingseinheiten können kürzer ausfallen, dafür das Lob umso ausgiebiger.

• Der Reiter sollte sich zwar durchsetzen können, dabei aber einfühlsam sein.

• Diese Pferdetypen lernen schnell – allerdings auch das Falsche. Korrigieren Sie fehlerhafte Abläufe sofort mit Ruhe und Konsequenz. Bleiben Sie freundlich, aber beharrlich.

• Bei Problemen kann es helfen, die Lektion in einzelne Abschnitte zu unterteilen oder zunächst vom Boden aus zu üben.

4. Der Ruhepol

Dieser Pferdetyp ist ein verlässlicher Partner, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt.

Selbst in Stresssituationen bleibt er eher stehen, statt die Flucht zu ergreifen. Reiterfehler nimmt er weniger übel als andere Pferdetypen. Allerdings neigen solche Vierbeiner dazu, nicht ganz bei der Sache zu sein und über die eigenen Beine zu stolpern.

Das passende Training:

• Motivierende und aktivierende Übungen sind hier das A und O. Auch Abwechslung sollte großgeschrieben werden.

• Dazu können Sie kreativ werden und zum Beispiel auch Stangen und Pylonen nutzen.

• Vermeiden Sie es, das Pferd Runde um Runde in der gleichen Gangart und Haltung durch die Bahn zu schicken.

• Probieren Sie aus, was Ihnen und Ihrem Pferd Spaß macht, und bauen Sie diese Elemente immer wieder ins Training ein.

• Gezielte Gymnastizierung hilft dem Ruhepol, beweglicher zu werden und Übungen mit mehr Leichtigkeit auszuführen. Das wirkt sich positiv auf den Körper und das Selbstbewusstsein aus.

• Die besten Lernerfolge erzielen Sie durch kurze Trainingseinheiten, die nicht zu sehr ermüden.

• Geben Sie Ihrem Pferd ein deutliches Feedback durch ein klares Lob, wenn etwas gut läuft. Umgekehrt sollten Sie es nicht tolerieren, wenn der Ruhepol nicht mitarbeitet. Bleiben Sie dabei aber immer fair und geduldig.

• Dann kann es sinnvoll sein, kurz eine Lektion zu reiten, die dem Pferd weniger gut gefällt (zum Beispiel Rückwärtsrichten) und dann wieder zu einer Übung überzugehen, die dem Vierbeiner richtig Spaß macht.

Ubungen

Probieren Sie aus, was Ihnen und Ihrem Pferd Spaß macht. Manche Pferde brauchen tägliche Abwechslung, anderen tut gerade die kontinuierliche Arbeit auf bestimmte Ziele hin gut. So oder so: Bleiben Sie dran und freuen Sie sich über die Fortschritte!

1 Kleeblatt mit Vorwärts-Seitwärt

Mit Ihrer Blickrichtung und Ihrer Körperhaltung geben Sie dem Pferd die Bewegungsrichtung vor. So können Sie die Durchlässigkeit und die Reaktionen auf die Hilfen verbessern. Das Pferd wird dabei angeregt, beide Körperhälften zu dehnen und vermehrt mit der Hinterhand unterzutreten.

Sie brauchen: eine Pylone und vier Stangen

So geht’s:

• Sie reiten auf der linken Hand im Schritt auf dem erste Hufschlag.

• Kurz vor B wenden Sie ab und reiten um die Stange (1) herum. Dabei achten Sie auf eine gleichmäßige Biegung.

• Reiten Sie anderthalb Runden um die Stange und stellen Sie Ihr Pferd dann gerade, um an der Pylone vorbeizureiten.

• Dann folgen weitere anderthalb Runden um die nächste Stange (3).

• Gehen Sie bei E wieder auf den Hufschlag und wenden Sie dann bei C auf die Mittellinie ab.

• Jetzt biegen Sie Ihr Pferd nach links und reiten dann eine halbe Runde um die Stange (4).

• Lassen Sie Ihr Pferd einige Schritte vorwärts-seitwärts Ihrem linken Schenkel weichen. Bewegungsfluss und Takt bleiben erhalten.

• Stellen Sie Ihr Pferd wieder gerade, um erneut um die Pylone in der Mitte zu reiten und dann behutsam die Stellung nach rechts einzuleiten.

• Reiten Sie anderthalb Runden um die letzte Stange (2). Dabei fordern Sie immer dann ein paar Schritte seitwärts, wenn die Stange längs neben Ihnen liegt.

Das Pferd weicht nun Ihrem rechten Schenkel.

• Zum Beenden der Übung reiten Sie geradeaus auf A zu und gehen bei Erreichen des Hufschlags auf die linke Hand.

UNSERE EXPERTIN

CAROLA VON KESSEL lebt mit ihrer Familie und mehreren Ponys auf einem ehemaligen Bauernhof am Niederrhein. Die Autorin zahlreicher Fachartikel und -bücher ist selbst begeisterte Reiterin und gibt ihre Erfahrungen in ihrem Buch „Pferdetraining leicht und locker“ an ihre Leser weiter.

2 Schlangenlinien mit Ecken-Varianten

Durch Schlangenlinien und

Kehrtvolten bauen Sie häufige Richtungswechsel in Ihr Training ein. Das fördert die Geschicklichkeit seitens des Reiters und die Durchlässigkeit seitens des Pferdes. So können Sie die bekannten Übungen sinnvoll kombinieren. Sie brauchen: vier Pylonen

So geht’s:

• Reiten Sie auf der linken Hand und wenden Sie bei H zur einfachen Schlangenlinie ab.

• Anschließend reiten Sie aus der Ecke kehrt in einem weiten Bogen um die Pylone herum. Den Schwierigkeitsgrad können Sie nach und nach durch engere Wendungen erhöhen, wenn Sie möchten.

• Bleiben Sie auf der rechten Hand und reiten Sie an der nächsten langen Seite bei M eine doppelte Schlangenlinie.

• Achten Sie darauf, dass die Bögen nur etwa 2,5 Meter groß sind (von der Bande aus gemessen).

• Reiten Sie nach F aus der Ecke kehrt um die Pylone.

• Wenden Sie bei B ab und reiten Sie bei M „in die Ecke kehrt“ um die Pylone, also einfach aus der Ecke kehrt, nur in umgekehrter Richtung.

• Sie können die Übung variieren, indem Sie auch mal Schlangenlinien entlang der Mittellinie reiten, die Kreisbögen verkleinern oder statt im Schritt später Trab reiten.

3 Trab-Galopp-Übergänge mit Handwechseln

Viele Pferde nehmen bekannte Bewegungsabläufe gerne vorweg. Wer Lektionen festigen will, kann das nutzen. Allerdings sollten Sie dagegenwirken, wenn Ihr Pferd Übungen nur noch einfach abspult. Dabei helfen Ihnen die Trab-Galopp-Übergänge mit Handwechseln. Ihr Pferd muss sich ständig konzentrieren und mitdenken. Die Wechsel sind auch eine gute Vorbereitung für den Außengalopp oder die fliegenden Galoppwechsel.

So geht’s:

• Reiten Sie im Trab auf der linken Hand bei B eine Kehrtvolte.

• Bei Erreichen der nächsten Ecke galoppieren Sie im Rechtsgalopp an.

• Wechseln Sie von K nach M durch die ganze Bahn im Galopp.

• Vor Erreichen des Hufschlags parieren Sie durch zum Trab und wechseln von H nach F wieder durch die ganze Bahn.

• Wenden Sie bei E wieder ab zur Kehrtvolte und galoppieren Sie in der nächsten Ecke im Linksgalopp an.

• Dann wechseln Sie von F nach H durch die ganze Bahn.

• Je nach Pferdetyp und Tagesverfassung können Sie auch noch eine halbe oder ganze Runde galoppieren, bevor Sie durch die ganze Bahn wechseln.

• Parieren Sie vor Erreichen des Hufschlags wieder zum Trab durch.

• Sie können die Übung variieren, indem Sie mit Kehrtvolten, mit ganzen oder halben Runden sowie mit dem Wechsel durch die ganze Bahn im Trab oder Galopp spielen. Dabei kommt es auch auf das Temperament sowie den Ausbildungsstand von Reiter und Pferd an.

BUCHTIPP

Oft fehlen Ideen und der richtige Plan für ein abwechslungsreiches Pferdetraining. Durch das Schnellfinder-System in diesem Buch finden Sie ganz einfach Übungen und Lektionen, die sich am besten für Sie und Ihr Pferd eignen. Berücksichtigt werden dabei nicht nur der Pferde- und Reitertyp, sondern auch die vorrangigen Trainingsziele sowie das Temperament des Pferdes.

Müller Rüschlikon, 160 Seiten, 19,95 Euro, EAN: 9783275021321

4 Tempowechsel im Galopp

Nicht nur Dressur-, sondern auch Freizeitpferde profitieren von Tempounterschieden und Kreislinien im Galopp. Voraussetzung für die Übung ist, dass Ihr Pferd bereits ausreichend gymnastiziert ist und Sie ausbalanciert im Sattel sitzen können.

Sie brauchen: zwei Pylonen

So geht’s:

• Reiten Sie im Galopp auf der rechten Hand ganze Bahn. Dabei sind ein ruhiges Arbeitstempo und ein aktives Untertreten der Hinterhand wichtig.

• Bei A reiten Sie eine große Volte um die Pylone herum.

• Anschließend reiten Sie weiter durch die Ecke.

• An der langen Seite verlängern Sie die Galoppsprünge. Variieren Sie das Zulegen je nach Fitness, Temperament und Ausbildungsstand des Pferdes.

• Vor der Ecke fangen Sie Ihr Pferd wieder mit weicher Hand ab und reiten eine Volte um die zweite Pylone.

• Als Variation können Sie eine Kehrtvolte um die zweite Pylone reiten und bei Erreichen des Hufschlags durchparieren beziehungsweise einen einfachen Wechsel reiten.

• Oder Sie reiten im Außengalopp weiter.

• Lassen Sie immer mal wieder Volten aus, damit Ihr Pferd Ihnen nichts vorwegnimmt.

• Reiten Sie die Übung auf beiden Händen.