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TRANSISTOR-VOLLVERSTÄRKER: BRITISCHE KULTUR- ARBEIT


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 05.10.2018

Sie sehnen sich nach einem schön musikalischen Vollverstärker, möchten dafür aber keine Gewaltsummen ausgeben? Hier ist so ein Zauberstück: der neue 6000A von Audiolab.


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Bildquelle: Audio, Ausgabe 11/2018

Manche Firma „erfindet sich“ stündlich neu. Dann wird laut aufgeschrieen und angepriesen. Hier eine neue Idee, dort ein neues Design. Audiolab enthält sich dieser Lauthals-Show; Kontinuität ist bei den Briten fast schon ein genetischer Wert. Um einmal persönlich zu werden – ich habe in den 90er-Jahren einen Vollverstärker von Audiolab erworben, der noch heute so manchen Konkurrenten in den Keller spielen könnte.

Nun ist der neueste unter ...

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... den Vollverstärkern bei uns eingetroffen. Gestern noch auf einer Messe, heute bei uns im Hörraum – der 6000A. Schon beim Auspacken stellt sich ein Wohlgefühl ein. Da zeigte sich ein klares Konzept, ein stringentes, an das Bauhaus erinnerndes Design und ein kleines Preisschild – 800 Euro hat Audiolab darauf geschrieben. Stellen wir nur einmal zum Spaß den großen Bruder daneben, den 8300A. Die Formsprache ist identisch – auch hier übernimmt ein rundes Display alle Anzeigefunktionen. Doch der Rücken ist beim 8300A massiver und voll bestückt.

MIT MM -PHONO-EINGANG

Hier gibt es einen zweiten Lautsprecherausgang, dazu noch einen XLR-Zugang. Da kann und will der 6000A nicht mithalten. Dafür gibt es ein Digitalboard: Zweimal optisch und zweimal koaxial nimmt er Datensätze entgegen. Wer’s genau wissen will: Im Inneren waltet ein D/A-Wandler mit dem Namen ES9018K2M von ESS Sabre. Dieser Chip kann die klassischen Files bis 32 Bit und 192 Kilohertz auflösen, dazu können noch drei Filter ausgewählt werden. Das ist gehobene Qualität – mehr muss sich ein Musikfan derzeit nicht wünschen. Aber vielleicht einen Phonoeingang für den Plattenspieler – auch der ist an Bord, für MM-Systeme. Und noch eine Zugabe sollte genannt werden: Wir können auch vom Smartphone die Musik zustreamen, per Bluetooth im gehobenen aptX-Format (hierfür die Antenne auf dem Rücken). Noch etwas gefällt (was mancher Hersteller vergisst): Auf der Front prangt ein sehr guter Kopfhörer-Anschluss.

In der Summe: Hier gibt es enorm viel sinnige Vollverstärker-Ausstattung, zeitgemäß, leicht verständlich – aber auch gut klingend? Schauen wir unter die Haube – da freuen sich auch Kenner. Rechts wurde ein ordentlicher, aber nicht überdimensionierter Ringkerntrafo eingelassen. Die weitere Architekturr folgt dem Aufbau eines Class-A/B-Amps. Die Kühlrippen sind aber nicht seitlich, sondern mittig installiert. Hier wird nach dem Kaminprinzip gekühlt – wie so oft bei Audiolab, fast eine Firmenphilosophie. Der Output ist sinnig, aber nicht überbordend: Doppelte 50 Watt an 8 Ohm erschafft diese Konstruktion.

MESSLABOR

Der 6000A punktet durch gerade Frequenzgänge über Line, Phono und Digital. Dazu erfreut er die Tester mit seinem rauscharmen (80 dB/10V) und breitbandigen Phono-MM-Eingang sowie ordentlichen Leistungsdaten (AUDIO- Kennzahl 54) . An Acht Ohm stehen knapp 60 Watt Musikleistung parat, die Maximalleistung von 105 Watt erzielt er an Drei Ohm.


MEHR MUSS MAN SICH NICHT WÜNSCHEN


NACH ALTER VÄTER SITTE : Audiolab nutzt einen kompakten, doch leistungsstarken Trafo und verbaut die Kühlrippen im Inneren des Gehäuses.


Auf dem Papier hört sich das wie der ideale Verstärker für einen audiophilen Ein- und Aufsteiger an. Lange Jahre gäbe es keine Not, einen weiteren Euro loszuwerden. Mit Kompaktboxen ergibt sich nicht der Hauch eines Problems, aber schafft er auch gestandene Großboxen? Der kleine Amp an unserer Hörraum-Lieblingsbox, der großen 802 D3 von Bowers & Wilkins? Es funktionierte ebenso überraschend wie überzeugend. Wir sagen nicht, dass es Sinn ergibt, aber man darf sich von allen Ängsten lösen – dieser Amp würde seine Reserven nicht an die Membranen bringen.

Sofort haben wir uns in seine Musikalität verliebt. Es gibt Amps, die blitzsauber spielen, aber ohne jedes Charisma – der 6000A zeigte, was bei guter Musik wichtig ist. Er folgte den Phrasen, stellte die sinnliche Gegenwart von Singstimmen aus, legte ein stattlich knurrendes Fundament aus. Wie ein ganz Großer. Hier einmal ein kombinierter Klang/Musiktipp: Leonard Bernstein dirigiert Hindemith, brandneu von Sony in die digitale Welt transferiert.

Das Finale der „Symphonischen Metamorphosen“ ist ein hochdynamischer Marsch. Der Audiolab formte das ganz große Klangfest daraus, ein schöner Rausch; so überzeugt man gute Freunde davon, wie reich die audiophile Welt ist. Nur zwei Dinge stimmten bei diesem Testlauf nicht: Der 6000A war für diesen Kraftakt zu klein und ihr Preis auch – das kannten wir nur von deutlich größeren und teueren Komponenten. Es beschlich uns das Gefühl, vor einem Preis-Leistungs-Wundertier zu stehen.

FAZIT

Andreas Günther AUDIO -Redakteur


Wären wir noch einmal jung, unschuldig und finanzschwach – mit diesem Amp und einem guten Pärchen Lautsprecher würde sich uns der Himmel des eleganten, sinnlichen High-End öffnen. Der 6000A verfügt über Druck auch an massiven Standboxen, der perfekte Mix aus Grob- und Feindynamik gelingt ihm fabelhaft. Audiolab müsste unter gesondertes Steuerrecht gestellt werden – die Briten betreiben hier kein Geschäft, sondern Kulturarbeit.

ZIELFÜHREND : Im Rücken wird sinnvoll reduziert. Trotzdem gibt es einen MM-Eingang und ein Digital-Board, die Antenne empfängt Bluetooth-Signale.