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TRANSISTOR-VOLLVERSTÄRKER: TOWER OF POWER


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 05.10.2018

Wer um 400 Euro für einen Vollverstärker ausgibt, kann sich auf etwas gefasst machen. Hersteller wie Pioneer, Yamaha und Teac fahren nicht nur Leistung satt auf: Neben Klangkultur gibt es coole Extras wie Digital- oder Mikrofon-Eingänge.


Artikelbild für den Artikel "TRANSISTOR-VOLLVERSTÄRKER: TOWER OF POWER" aus der Ausgabe 11/2018 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 11/2018

Die Einstiegsschwelle für Marken-Vollverstärker liegt zwischen 200 und 300 Euro. Wer 400 Euro hinblättert, darf sich schon mehr als Aufsteiger denn als Einsteiger fühlen. Folglich setzen Pioneer, Teac und Yamaha hier nicht nur auf gediegene Gehäusequalität mit viel Metall, sondern bieten auch stattliche Trafos und saubere Schaltungsaufbauten mit vielen diskreten ...

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... Bauteilen auf. Die Leistungswerte können sich ebenfalls sehen lassen.

Und damit nicht genug. Die Hersteller widmen sich dem Thema Verstärkung so gründlich, dass es an Laborwerten nichts zu kritteln gibt. Alle drei Hersteller versuchen überdies, ihrem Vollverstärker einen Ausstattsungs-Bonus zu verpassen, der zusätzlichen Anreiz bietet, damit selbst Einsteiger geneigt sind, etwas tiefer in die Tasche zu greifen als zur Befriedigung der Basis-Bedürfnisse unbedingt nötig. Deshalb spendieren Pioneer und Yamaha ihren Amps Digitalsektionen, die den Anschluss von Quellen mit optischen und koaxialen S/PDIF-Ausgängen gestatten. Die Klangergebnisse belegen, dass es sich dabei nicht um Alibi-Funktionen handelt, sondern Zusatznutzen entsteht.

Ein Alleinstellungsmerkmal leistet sich Teac: Die Japaner bauten einen Mikrofon-Eingang ein, der das Mixen mit den ausschließlich analogen Hochpegel-Eingängen ermöglicht. Das ist sicher kein Argument für die breite Masse, zumal das Feature dem Geräuschspannungsabstand nicht unbedingt förderlich ist. Aber es ist eine tolle Sache für Hobby-DJs.

PIONEER A-40AE // 400 EURO

Man soll niemandem vertrauen, der einem einen Gürtel verkaufen will und selbst Hosenträger trägt. Aber keine Angst: Der Power-Amp-Direct-Eingang am Pioneer A-40AE ist für die Zeit gedacht, wenn das Gerät längst sein Rentenalter erreicht hat und sich zum Beispiel ein Gnadenbrot als Endstufe für Zusatzlautsprecher in einem Surround-System verdient.

Seine Vorstufensektion kommt nicht so schnell aus der Mode: Mit ihren beiden S/PDIF-Digital-Eingängen (optisch und koaxial), Phono-Anschluss, fünf Analog-Eingängen plus einem Analog-Ausgang ist sie von der Konnektivität her auf jeden Fall bestens gerüstet. Und auch in Sachen Signalverarbeitung merkt man ihr die Einstiegsklasse so schnell nicht an. In ihrer Digitalsektion verwendet Pioneer einen 192 kHz/24-Bit-D/A-Konverter von Wolfson. Und für noch kürzere Signalwege können Audiophile die beiden Klangregler der Vorverstärker-Sektion, die zum Unterbinden von Interferenzen über separate Windungen versorgt wird, durch die Direct-Taste überbrücken. Die Balance bleibt dabei anders als beim Yamaha im Signalweg. Die Abkürzung bringt dennoch hörbaren Zugewinn, gerade was Kontur und Spielfluss betrifft.


MUSIKALITÄT UND EMOTION


Etwas Oberklasse-Feeling verbreitet zudem der aus Aluminium gefertigte Lautstärkeknopf, der auf einer Alu-Front thront, die von einem 1,6 mm dicken Stahl-Chassis gealten wird. Der Vollverstärker mit seinen, auf hohen Rauschabstand ausgelegten, in Class-D-Technik aufgebauten Direct-Energy-Endstufen ruht von der Unterlage isoliert auf Anti-Standing-Wave-Dämmfüßen.

OFFEN FÜR NEUES : Der Pioneer A-40AE gewährt über die Power-Amp-Direct-Eingänge direkten Zugriff auf seine Endstufen.


EXTRAWURST : Die beiden großen Elektrolyt-Kondensatoren in der Mitte zur Versorgung der Direct-Energy-Amps lässt Pioneer vom Spezialisten Elna herstellen – optimiert für Audio.


In Kooperation mit ELNA hat Pioneer die Pufferkondensatoren der Endstufe entwickelt. Mit dem aufgedruckten Logo der japanischen AV-Spezialisten wollen die stolzen Entwickler unterstreichen, dass es sich um einen besonderen Kondensator für Audio-Zwecke handelt.

Dass sich Pioneer nicht auf Spezifikationen, sondern höchste Musikalität konzentriert, spürte man im Hörtest. Man merkte dem Japaner kaum an, dass er über die niedrigsten Leistungswerte in diesem Trio verfügt. Er überzeugte durch höchste Spielfreude und sehr kontrollierten, differenzierten Bass mit einem für diese Klasse sehr ordentlichen Punch. In den untersten Oktaven besaß der A- 40AE mehr Substanz und Kontur. Auch Stimmen klagen mit ihm noch eine Spur authentischer, ausdrucksvoller. Diese Tugenden ließen sich im Direct-Modus nochmals steigern. In den Disziplinen Feindynamik, Plastizität von Klangkörpern und Stabilität der Abbildung sammelte der Pioneer fleißig Punkte.

Trotzdem blieb er in der Präzision des musikalischen Fokus knapp hinter dem Yamaha zweiter Sieger. Analog statt mit Digitalsignal betrieben, überzeugte das Timing bei Drums ganz besonders und auch Stimmen wirkten noch natürlicher, was ihn bei den Klangfarben zum Besten machte. Der Pioneer A-40AE spricht vor allem durch hohe Emotionalität an.

MESSLABOR

Tadellose Frequenzgänge für die Hochpegel-Eingänge. In der Digitalsektion setzt Pioneer auf eine sanft abfallende Filtercharakteristik, die allerdings die HiRes-Bandbreite nicht voll ausnutzt. Die Rauchabstände sind top, außer bei Phono (66 dB). Die Endstufen sind stabil (siehe Würfel), geben aber nur 55 W an 8 Ohm und 84 W an 4 Ohm ab (AUDIO-Kennzahl 55 ). Das Klirrniveau ist leicht erhöht.

TEAC A-R650 MKII // 400 EURO

Der Teac A-R650 MKII geht einen eigenen Weg: Er verzichtet im Gegensatz zum Pioneer A-40AE und dem Yamaha A-S501 auf Digital-Eingänge. Dafür wartet der Analog-Amp, der über eine dreistufige, komplementäre Differenzverstärkerschaltung mit diskretem Aufbau und FETs verfügt, mit einem seltenen Extra auf: einen Mikrofon-Eingang mit 6,3-mm-Klinkenbuchse. Darüber befindet sich ein Pegelsteller, der das Mixen mit dem Ton einer beliebigen Quelle ermöglicht und damit vermutlich seinen Anteil an dem nicht ganz zeitgemäßen Geräuschspannungsabstand von 84 dB hat. Immerhin können damit Musiker und Hobby-DJs herumexperimentieren, nachdem Karaoke, das Teac dabei offenkundig im Sinn hatte, hierzulande kein großes Thema mehr ist. Trotzdem verweisen die traditionsbewussten Japaner stolz darauf, dass sich der gemixte Ton mit externen Teac-Aufnahmegeräten wie dem AD-RW900 oder dem CDRW890 festhalten lässt.


PRÄZISES TIMING MIT PUNCH IM BASS


Wem beim Ausschöpfen sämtlicher Möglichkeiten die Steckdosen ausgehen, der kann über die geschaltete Steckdose für Kleingerätestecker einen Verbraucher anschließen, sofern er sich mit 100 Watt maximaler Leistungsaufnahme zufrieden gibt. Auch sonst zeigt sich Teac spendabel: Klangregler für Bass und Höhen plus Loudness-Taste ermöglichen Klangeingriffe, während für Puristen eine beleuchtete Source-Direct-Taste eingebaut wurde, um das Audiosignal ohne solche Umwege zu den einzeln zuschaltbaren, doppelten Lautsprecherbuchsen zu leiten. Die markant gestylten Drehknöpfe für Quellenwahl und Lautstärke bestehen aus satt in der Hand liegendem Metall. Das wiederum entlarvt die Kunststoffknöpfe deutlicher als bei Pioneer oder Yamaha.

TURBO-UNTERSTÜTZUNG : Der Teac bekam einen Lüfter, damit es seiner Endstufe nicht zu warm wird. Im Test blieb er aber inaktiv.


TUNNELTRICK : Die Class-A/B-Endstufe mit FETs nutzt statt Kühlrippen einen so platzsparenden wie abschirmenden Kühltunnel mit einem innensitzenden Lüfter (nur bei extremer Belastung).


Einsame Spitze ist der Amp in der Beschriftung seiner Rückseite, wo Teac wie auf der Fernbedienung große weiße Buchstaben statt kleiner, teils gräulicher Aufdrucke verwendet. Wer diesen Vollverstärker in einem dunklen Partykeller verwendet oder schon über 40 Jahre alt ist, wird solche Kleinigkeiten schätzen.

Schätzen lernen kann man auch die Klangabstimmung des konservativ angehauchten Amps. Sein präzises, mit gutem Punch im Bass verbundenes Timing und seine für Teac typische homogene Abstimmung passte zu allen Musikarten. Bei akustischen Instrumenten und Stimmen spielte er diesen Trumpf am besten aus. Trotz nominal höherer Leistungsreserven wirkte er keinesfalls dynamischer als der besonders spielfreudige Pioneer. Gerade im Vergleich zum sehr gut auflösenden Yamaha traten seine leicht eingeschränkte Transparenz und das kompaktes, weniger strukturierte Klangbild hervor. Doch auch der Pioneer bot noch einen Tick mehr Fokus.

Für sich allein genommen, wusste aber die in sich stimmige, wenig spektakuläre, dafür äußerst langzeittaugliche Darbietung des Teac zu gefallen.

MESSLABOR

Am Frequenzgang gibt es nichts auszusetzen, aber seine Hochpegel-Eingänge rauschen und brummen (84 dB Geräuschspannungsabstand) etwas stark. Dafür ist der Geräschspannungsabstand mit Phono kaum schlechter. Die Sinus-Leistung liegt mit 122 W an 8 Ohm und 172 W an 4 Ohm recht hoch, der Stabilitätswürfel fällt zu niedrigen Impedanzen leicht ab.AUDIO-Kennzahl 64 .

YAMAHA A-S501 // 420 EURO

Nostalgiker dürfen sich freuen: Das Design des Yamaha A-S501 ist an die Klassiker des japanischen Herstellers angelehnt. Puristen könnten die eckigen Klangregler im 70er-Jahre-Look eher abschrecken. Aber keine Angst, sie lassen sich mitsamt der für Yamaha typischen stufenlos regelbaren Loudness und dem Balance-Regler durch die Pure-Direct-Taste umgehen, was den Klang tatsächlich noch eine Spur präziser macht. Und wer sich mit den Klangstellern seinen eigenen Sound für bestimmte Quellen hingebogen hat, der kann ihn auf Knopfdruck jederzeit wieder abrufen.

Schließlich lässt sich über den Toslink-Anschluss der Fernsehton digital an den A-S501 übertragen. Wer für diese Verwendung einen Subwoofer anschließen mag, der kann das über einen entsprechenden Ausgang tun. Außerdem finden sich auf der Rückseite des für seine Klasse imposant großen Yamaha-Verstärkers ein Digital-Koax-Eingang und sogar eine USB-Buchse zur Spannungsversorgung des optionalen YBA-11 – Yamahas Bluetooth-Adapter.


BLUETOOTH IST NACHRÜSTBAR


Apropos Spannung: Offensichtlich traut Yamaha seinem Netzteil bei extremer Belastung mit zwei Boxenpaaren an den vergoldeten Schraubklemmen nicht so ganz über den Weg. Über einen Schalter neben dem Anschlussfeld muss der Besitzer seinen Vollverstärker manuell an die Lautsprecher-Impedanzen anpassen. Wer das Netzkabel durch etwas Exotisches aus dem reichhaltigen Tuning-Angebot einschlägiger Hersteller ersetzen möchte, muss in diesem Fall zu Pioneer oder Teac greifen, deren Kaltgerätesteckerkabel sich abnehmen lassen, während der A-S501 mit einem 2-poligen Eurokabel auskommen muss.

VIELSEITIG : Der Bluetooth-Adapter YBA-11 wird über die USB-Buchse neben den Digital-Eingängen versorgt.


THE ART OF NOISE : Aus dem ART-Konzept ergeben sich der spiegelsymmetrische Aufbau der Ausgangsstufe und Maßnahmen am Chassis zur Vermeidung von Vibrationen.


Innen haben sich die Entwickler des A-S501 selbst im Klangtuning versucht mit ihrem ToP-ART-Konzept (Total Purity Audio Reproduction Technology). Hier gibt’s spiegelsymmetrischen Aufbau vom Eingang bis zum Ausgang plus ART Base (Anti-Resonance and Tough), den vibrationshemmenden Unterbau für das Ganze. Im Hörtest zeigte der Aufwand Wirkung. Gerade was Kleinigkeiten betraf, leistete der dynamische Yamaha-Amp bei allem Powerplay Großes. Er erwies sich als sehr transparent und transportierte mehr als die anderen vom akustischen Fingerabdruck des Aufnahmeraums mit besonderer Tiefenauslotung in den AUDIO-Hörkeller. Zwar hätte den etwas nüchtern wirkenden Gesangsstimmen mehr Körper gutgetan, doch ihre Konturen waren stabiler und genauer nachgezeichnet als bei den beiden Kontrahenten. Durch Verwendung des koaxialen Digital-Eingangs ließen sich Feeling, Farbe und Feinheiten gerade bei fragilen Frauenstimmen gegenüber den Hochpegel-Eingängen noch steigern. Wem es allerdings mehr auf Druck als auf feinste Nuancen im Mittelhochtonbereich ankommt, der darf sich bei Analogsignalen mit dem kräftigen Yamaha über ein Plus an Punch erfreuen.

MESSLABOR

Der Frequenzgang fällt im Bass unter 30 Hz geringfügig ab. Der Rausabstand via Line oder Digital-Eingang liegt bei 97 dB, rauscharmer aber hochkapazitiver MM-Eingang. Wenig Klirr bei durchgehend dominanter 2. Ordnung. Die Schutzschaltung limitiert die Spannung an stark kapazitiver 2-Ohm-Last.AUDIO-Kennzahl 64 . 103 respektive 150 W Sinus an 8/4 Ohm.