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Trauma – Was ist das?


sozialmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 17.02.2020

Zur ersten Orientierung erfolgt eine Vorstellung von etymologischen, phänomenologischen und klassifikationsbasierten Traumadefinitionen. Da Klient_innen in psychosozialen Arbeitsfeldern besonders häufig Traumafolgestörungen zeigen, sind besondere Kenntnisse der Fachpersonen notwendig. Diese unterstützen ein hilfreiches Fallverstehen zur Förderung der Selbstbemächtigung der Klient_innen und sensibilisieren gleichzeitig die Fachpersonen für sich selbst.


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»Traumatische Ereignisse sind nicht deshalb außergewöhnlich, weil sie selten sind, sondern weil sie die normalen Anpassungsstrategien des Menschen ...

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... überfordern.« (Herman 1992/2018, S. 45)

Mehr als zwei Drittel (70,3 %) aller Menschen werden in ihrem Leben mindestens eine belastende Lebenserfahrung erleben (Liu et al. 2017), woraus sich ein Trauma entwickeln kann. Bereits diese Feststellung macht deutlich, dass nicht jedes belastende Erlebnis zu einer Traumatisierung führen muss, aber kann. Ob aus einem belastenden Ereignis eine wie auch immer geartete Traumatisierung resultiert, ist von der Wechselseitigkeit der gegebenen Risiko- und Schutzfaktoren in der jeweiligen Person sowie ihrem persönlichem und sozialem Nahraum vor, während und nach dem traumatischen Ereignis abhängig, wie die folgenden skizzenhaften Beispiele eindrücklich aufzeigen:

Ein dreijähriges Mädchen, das im Krieg seine Eltern verlor, wurde anschließend von seiner Tante großgezogen und avancierte zu einer ambitionierten Nachkriegsdokumentarregisseurin. Eine Sechsjährige, die von ihrem Vater regelmäßig sexuell missbraucht, von der Mutter nicht gesehen wurde und bereits in ihrer Kindheit daraufhin mehrfache Fremdplatzierungen und Psychiatrieaufenthalte erlebte, ist nun im Substitutionsprogramm und obdachlos. Eine Studentin, die auf ihrem abendlichen Heimweg ausgeraubt und vergewaltigt wurde, das Ereignis zur Anzeige brachte und sich in Opferhilfe begab, hat heute keine generelle Angst mehr vor Männern und ist glückliche Mutter und Ingenieurin. Eine Sozialpädagogin brach mit einem angesägten Stuhl vor ihrer Wohngruppe zu Boden, verletzte sich nur leicht mit einem Bluterguss am Steiß, ließ sich aber dennoch für den Folgetag aufgrund von Angstschweiß und Panikattacken krankschreiben und ist seitdem nie wieder arbeiten gegangen.


Der auslösende Moment eines Traumas ist eine existenziell bedrohliche Lebenssituation für Körper und/oder Seele.


Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Qualitäten stellt sich die generelle Frage, was unter einem Trauma zu verstehen ist, wie es festgestellt werden kann und wie ein unterstützender Umgang möglich sein könnte.

Im aktuellen Diskurs existieren unterschiedliche Definitionen zur Charakterisierung von Trauma. Die Herausforderungen bei der Bestimmung liegen in der Festlegung eines engen oder weiteren Definitionsbereichs, dem gewählten Zugang und der damit verbundenen Perspektive sowie in der effektiven Anerkennung der subjektiven Bewertung der betroffenen Personen.

Etymologische und phänomenologische Traumadefinitionen

Für eine erste sortierende Orientierung bietet sich daher die etymologische Betrachtung von Trauma an. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt Verletzung bzw. Wunde (vgl. u. a. Weiß 2016, S. 25). Klassisch ist die Traumatologie eigentlich der somatischen Chirurgie zuzuordnen. In Abgrenzung dazu befasst sich die moderne Psychotraumatologie »mit den psychosomatischen und sozialen Auswirkungen von belastenden Lebenserfahrungen auf Menschen. Dabei wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass es diese Erfahrungen sind, die kausal für die Entstehung psychischer Störungen verantwortlich sind« (Hensel 2014, S. 27). Der auslösende Moment eines Traumas ist eine extrem existenziell bedrohliche Lebenssituation für Körper und/oder Seele, die selbst die evolutionsbiologisch angelegten Kampf- und Fluchtreaktionen sowie die bisherigen Bewältigungs- und Anpassungsmechanismen des betroffenen Menschen zur Organisation und Regulation überfordert und mit einer Überschwemmung von Gefühlen wie intensiver Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Kontrollverlust und real drohender wie intrapsychischer Vernichtung (Tyson/Tyson 1990) einhergehen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen können traumatische Erlebnisse besonders gravierend sein, da diese noch in der Entwicklung begriffen sind (vgl. u. a. Fischer/Riedesser 2009, S. 297).


Ein einziges objektives Ereignis kann zu völlig unterschiedlichen Auswirkungen bei verschiedenen Menschen führen.


Streeck-Fischer (2014) wie auch Fischer und Riedesser (2009) heben in ihren Definitionsvorschlägen die subjektive Bewertung der Situation für die Entwicklung eines Traumas hervor: »Ein Trauma ist ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt« (Fischer/Riedesser 2009, S. 84). Dementsprechend ist nicht ausschließlich das objektive Ereignis, sondern vor allem die subjektive Bewertung des objektiven Ereignisses durch den betroffenen Menschen vor dem Hintergrund der je eigenen bisherigen Lebenserfahrungen, Einstellungen, konstitutionellen Voraussetzungen und des Entwicklungsstandes entscheidend. Folglich kann ein einziges objektives Ereignis gemäß dem Konzept der Multifinalität zu völlig unterschiedlichen Auswirkungen bei Menschen führen, so dass der eine Mensch ein Trauma entwickelt und ein anderer Mensch nicht. Dies bedeutet zudem auch, dass prinzipiell jede Situation (Missbrauch und Misshandlung, aber auch alltägliche Ausgrenzungserfahrungen wie Mobbing) traumatisierend sein kann und vom einzelnen Menschen als Bedrohung wahrgenommen wird, weil das Erlebnis seine bewährten Mechanismen übersteigt und somit Auswirkungen auf seine Gefühle und sein Verhalten hat (Levine/ Kline 2005). Demnach sind das subjektive Erleben und die damit empfundenen Gefühle des betroffenen Menschen höchst relevant und charakteristisch für eine Traumatisierung, weshalb dieses subjektive Erleben und die Emotionen betroffener Menschen grundlegender Bestandteil in der Abklärung, Begleitung und Evaluation sein müssen.

Klassifikation potenziell traumatisierender Ereignisse: Aufbauend auf der Traumatypologie von Terr (1991) entwickelte Landolt (2012) eine weitere hilfreiche Klassifikation. Typ-I-Traumata sind gekennzeichnet von einzelnen, unerwarteten sowie plötzlich überwältigenden traumatischen Erlebnissen kurzer Dauer – z. B. Verkehrsunfälle oder Naturkatastrophen (mit)erleben, Opfer oder Zeug_in von Gewalttaten sein –, die meist im öffentlichen Raum passieren und damit tendenziell thematisierbar und besprechbar sind. Das Typ-II-Trauma zeichnet sich durch eine Serie miteinander verknüpfter Ereignisse oder lang andauernder, sich wiederholender traumatischer Erlebnisse aus – z. B. körperlichen und sexuellen Misshandlungen, überdauernden zwischenmenschlichen Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung –, die meist nicht in der Öffentlichkeit stattfinden und tabuisiert sind. Wie an den vier Feldern der »Klassifikation potenziell traumatisierender Ereignisse« (Abb. 1) ersichtlich wird, ist eine weitere Differenzierung bezüglich der Ursache für ein traumatisches Erlebnis zwischen interpersonellen und akzidentellen traumatischen Erlebnissen vorzunehmen (Landolt 2012).

Exkurs: neurobiologischer Ablauf eines Traumas

Neben den komplexen Ätiologiemodellen (für einen Überblick vgl. Maercker/Augsburger 2019; Steil/Rosner 2019) hat sich vor allem im Kontext der Psychoedukation das zwar vereinfachte, aber sehr plastische Modell des dreigliedrigen Gehirns von Levine und Kline (2005) bewährt, insbesondere in der Kinderund Jugendarbeit zur näheren Erläuterung. Nach diesem Modell ist das Reptiliengehirn das älteste Gehirnareal des Menschen und sichert über Automatismen das Überleben der Spezies ab. Der präfrontale Cortex im Frontalhirn ist das jüngste Hirnareal, wo durch logisches Denken Alternativen und Strategien zur bewussten Entscheidung abgewogen werden. Verbindend dazwischen befindet sich das limbische System mit der Amygdala und dem Hippocampus. In Abhängigkeit von seinem Gefahrenpotenzial wird ein Reiz im Normalfall über das limbische System in das Frontalhirn weitergeleitet. Wird er im limbischen System jedoch als potenziell bedrohlich eingeschätzt, werden hingegen die Automatismen des Reptiliengehirns aktiviert, und der Zugang zum Frontalhirn ist blockiert. Können die zwei Mechanismen des Kämpfens oder Flüchtens die Gefahren nicht auflösen, tritt der Zustand der Erstarrung (Freeze) ein. In diesem Zustand laufen neurobiologisch und psychophysiologisch fast zeitgleich zwei Prozesse ab: Das Reptiliengehirn stellt eine außergewöhnliche Menge an Energie über Adrenalin- bzw. Cortisolausschüttung für Kampf und Flucht zur Verfügung, aber andererseits wird ebenfalls etwas zeitverzögert das körpereigene Opioid-System aktiviert, was mit Reduzierung des Bewusstseins, Erhöhung der Gefühlslosigkeit und Abnahme des Muskeltonus einhergeht, um zumindest ein wie auch immer geartetes innerpsychisches Überleben zu ermöglichen. Folglich spaltet sich in diesen traumatischen Lebenssituationen das Geschehen mit allen Aspekten vom Bewusstsein ab, und Betroffene haben damit keinen kontrollierten Zugang mehr zu ihren Gefühlen, Sinneseindrücken, Gedanken, Körperempfindungen, Beziehungsinhalten und eigenen Verhaltensweisen. Gleichzeitig erschwert diese Dissoziationsneigung die Traumaverarbeitung, da diese dadurch nicht nur kaum zugänglich ist, sondern zudem auch nicht zeitlich und räumlich durch den Hippocampus eingeordnet wird, was die Integration in das autobiografische Gedächtnis verhindert.

Angesichts dieser Einteilung ist bereits an dieser Stelle hervorzuheben, dass sich wiederholende traumatische Erlebnisse, die durch Menschen aus dem privaten bzw. familiären Lebensumfeld ausgelöst werden (interpersonelle Typ-II-Traumata) zu den höchsten psychischen chronischen Belastungen führen (Maercker/Augsburger 2019) und als stärkster Prädiktor für Traumafolgesymptome gelten (Kessler et al. 2010; McLaughlin et al. 2015). Treten diese Typ-II-Traumata bereits in der Kindheit auf, können gravierende Folgen für die psychische Gesundheit resultieren (Pausch/Matten 2018), da sich die Kinder in Entwicklung befinden und ihre Persönlichkeit noch nicht ausgereift ist, weshalb diese Fälle früher unter Entwicklungstraumastörung (Kolk 2009) oder Traumaentwicklungsstörung (Schmid et al. 2010) und aktuell unter Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung gefasst werden.


Traumatische Erlebnisse, die durch Menschen aus dem privaten Lebensumfeld ausgelöst werden, führen zu den höchsten psychischen Belastungen.


Klassifikationsbasierte Traumadefinitionen

Eine weitere Hilfestellung für eine engere Definition geben die aktuell gültigen internationalen Klassifikationssysteme DSM-5 der American Psychiatric Association (APA 2013) sowie die bald erscheinende ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation (WHO 2019). Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass zwar die Mehrheit aller Menschen (70,3 %; Liu et al. 2017) ein traumatisches Erlebnis haben wird, aber nur ein geringer Anteil von ihnen eine Traumafolgestörung entwickelt (s. u.: Prävalenzen der Komplexen und der Posttraumatischen Belastungsstörung).

Zu den Traumafolgestörungen zählen die akute Belastungsstörung, die Anpassungsstörung, die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS). Im Weiteren wird im Detail ausschließlich auf PTBS und KPTBS als die relevantesten klinischen Störungsbilder für traumatische Erlebnisse eingegangen. Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) die Diagnosekriterien spezifischer sind, weshalb die Diagnose nach der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) häufiger vergeben wird.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Sowohl in der aktuellen Beta-Version der ICD-11 (WHO 2019) als auch im DSM-5 muss zunächst das Traumakriterium erfüllt sein, indem vier Wochen nach dem traumatischen Erlebnis kein Verarbeitungsprozess, sondern eine Chronifizierung der Symptomatik eintritt. Im DSM-5 werden zudem vier potenzielle Traumaexpositionen benannt, die zu einer PTBS führen können: (1) direkte Erfahrung, (2) persönliche Zeugenschaft, (3) Erfahren eines plötzlichen und gewaltsamen Ereignisses bei nahen Familienangehörigen oder Freund_innen, (4) wiederholte oder extreme Konfrontation mit aversiven Details eines Ereignisses. Diese Aufzählung macht bereits deutlich, dass neben einer primären Traumatisierung auch sekundäre Traumatisierungen möglich sind, von denen insbesondere Erstversorger_innen, Rettungskräfte sowie Fachpersonen aus allen psychosozialen Handlungsfeldern betroffen sein können. Dementsprechend ist nicht nur ein Wissen für den Umgang mit Menschen mit traumatischen Erlebnissen notwendig, sondern auch eine Sensibilität dafür, was die Arbeit für die Fachperson selbst bedeuten kann.


Unter hoher Kraftanstrengung bemühen sich betroffene Menschen, aufkommende Erinnerungen anhaltend zu unterbinden.


Symptomtrias der PTBS: Als die drei zentralen Symptomgruppen der PTBS gelten die Intrusionen bzw. Wiedererleben, Vermeidung und Hyperarousal. Die Intrusionen bzw. das traumatische Wiedererleben umfassen Bilder, Flashbacks, Alpträume, Gedanken und können durch Schlüsselreize (Trigger) ausgelöst werden. Diese Situationen, in denen die betroffenen Menschen handeln und fühlen, als geschehe das Erlebnis gerade erneut, gehen mit massiven körperlichen und emotionalen Reaktionen einher. Unter hoher Kraftanstrengung bemühen sich betroffene Menschen, aufkommende Erinnerungen, Gedanken und Gefühle anhaltend zu unterbinden, indem sie traumaassoziierte Orte, Menschen oder Aktivitäten zu vermeiden suchen. Im Zusammenhang mit einem traumatischen Erlebnis reduziert sich die Erregungsschwelle des autonomen Nervensystems, was zu einer stärkeren Erregung auch bei kleinen Belastungen führen kann. Dies geht oftmals mit einer erhöhten Reizbarkeit, selbstzerstörerischem Verhalten, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafproblemen und einem Gefühl des Nicht-Vertrauens einher. Mit der Einführung des DSM-5 (APA 2013) wurden erstmals altersspezifische Symptombeschreibungen für Kinder aufgenommen. Als kinderspezifische Symptome werden hier beispielsweise das wenig lustvolle, sich ständig wiederholende Nachspielen einer traumatischen Situation, körperliche Symptome, klammernde, regressive, aggressive oder selbstschädigende Verhaltensweisen, neu aufkommende Angst vor Dunkelheit, Monstern, vor dem Alleinsein oder einer verkürzten Zukunftsperspektive angeführt.


81 % der Heimjugendlichen aus der Schweiz berichten über mindestens ein traumatisches Lebensereignis.


Prävalenz der Posttraumatischen Belastungsstörung: In Abhängigkeiten geografischer Gegebenheiten, soziokultureller Umgebungsfaktoren und des jeweiligen klinischen Manuals variieren die internationalen Lebenszeitprävalenzen. Während in den USA mit 6,8 % eine relativ hohe Prävalenz vorliegt, wird für die Allgemeinbevölkerung in Europa ein Durchschnittswert von 1,9 % angegeben. Die Auftretenswahrscheinlichkeit ist bei Frauen höher als bei Männern und tritt im jungen Lebensalter häufiger auf als im Alter. Im Kindes- und Jugendalter liegt die Lebenszeitprävalenz zwischen 4,2 % (Landolt et al. 2013) und 4,7 % (McLaughlin et al. 2013), wobei die Auftretenswahrscheinlichkeit auch hier bei Mädchen nach interpersonellem Typ-II-Trauma mit 32,9 % am höchsten ausfällt. 81 % der Heimjugendlichen aus der Schweiz berichten über mindestens ein traumatisches Lebensereignis und 33 % über vier oder mehr traumatische Lebensereignisse, oft innerhalb ihrer Familien (Schmid et al. 2012; Schmid et al. 2014).

Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung

Vor allem interpersonelle Typ-II-Traumata – und insbesondere im Kindes- und Jugendalter –, aber auch besonders schwere Typ-I-Traumata können zu gravierenden Störungen führen und treten besonders häufig in den psychosozialen Arbeitsfeldern auf, weshalb mit den Neuauflagen der beiden klinischen Manuale das Störungsbild der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung (KPTBS) in die ICD-11 und als dissoziativer Subtyp der PTBS in das DSM-5 neu aufgenommen wurde.

Symptome der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung: Neben der beschriebenen Symptomtrias der PTBS (Intrusionen, Vermeidung und Hyperarousal) muss die Kernsymptomatik der Selbstorganisationsstörung im Vordergrund stehen. Diese zeigt sich beispielsweise in selbstverletzendem Verhalten, exzessivem Risikoverhalten, Amnesien, Dissoziationen, minderwertigem Selbstwertgefühl, unzureichender Selbstfürsorge, Schwierigkeiten im Aufbau und Aufrechterhalten von Beziehungen, Unfähigkeit zu Vertrauen, körperlichen Beschwerden sowie in einer andauernden Veränderung der Lebenseinstellung, einhergehend mit dem Verlust der eigenen Sinnhaftigkeit (Maercker 2019).


Traumafolgestörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter.


Prävalenz der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung: Aufgrund der neu in die klinischen Manuale aufgenommenen KPTBS ist die empirische Datengrundlage noch nicht abschließend zu bewerten. Erste internationale Studien berichten jedoch von einer Lebenszeitprävalenz von 1,8 % in Deutschland, 2,6 % in Israel und von 1,0 bis 3,3 % in den USA in der Allgemeinbevölkerung. Demgegenüber ist die Prävalenz mit 32– 64 % bei Menschen in betreuten psychosozialen Arbeitsfeldern signifikant höher und weist auch einen höheren Anteil auf als die klassische PTBS, was aktuell mit einem Verhältnis von zwei Dritteln KPTBS zu einem Drittel PTBS angegeben wird (Maercker 2019).

Soziale Arbeit für traumatisierte Klient_innen ist wichtig

Insbesondere Klient_innen der Kinder- und Jugendhilfe – Eltern wie deren Kinder – zeigen sehr häufig die spezifischen Symptome einer KPTBS, da eine Vielzahl von ihnen in manifestierten deprivierenden und misshandelnden Umwelten sozialisiert ist. Auf der Grundlage eines Beziehungsangebots als eines dialogischen gemeinsamen Verstehensprozesses können sich die Adressat_innen als Expert_innen ihrer selbst dieser Thematik hermeneutisch annähern. Bei Menschen, die diese Symptome aufgrund sequenzieller Traumatisierungen über einen längeren Zeitraum entwickelt haben, kann eine Unterstützung bei der Selbstreflexion mithilfe der Wahrnehmung und Benennung durch Fachpersonen hilfreich sein (Maercker 2019). In diesem Zusammenhang zeigt sich sehr gut die Anschlussfähigkeit an sozialpädagogische Theorien und Konzepte. Thiersch (2015) hat ähnliche Phänomene in seiner Lebensweltorientierung unter anderem mit der Pseudokonkretheit des Alltags bereits tiefgründig thematisiert und die damit verbundene Unterstützung bei der Selbstreflexion durch Fachpersonen expliziert. Hervorzuheben ist hierbei, dass eine große Mehrheit der Fachpersonen das Ausmaß der Traumatisierung von Kindern und Jugendlichen stark unterschätzt, obgleich inzwischen epidemiologisch erhoben wurde, dass Traumafolgestörungen zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter zählen und damit eher die Regel als die Ausnahme sind (Schmid et al. 2013; Fröhlich-Gildhoff 2018), so dass eine traumasensible Pädagogik unverzichtbar ist (Weiß 2016).

Fallverstehen

Demzufolge ist neben klinischem psychotraumatologischem Grundlagenwissen ein interdisziplinäres, ganzheitliches wie auch handlungsleitendes Fallverstehen für Fachpersonen in den psychosozialen Arbeitsfeldern von der Diagnostik bis zur Intervention zwingend erforderlich. In der vergleichsweise jungen Fachdisziplin der Traumapädagogik und ihren mittlerweile unterschiedlichen Konzeptionen ist das diagnostische Fallverstehen bereits stark etabliert (Gahleitner/Weiß 2016; Andreae de Hair et al. 2017; Gahleitner et al. 2018; Mil 2018). Dem interdisziplinären Ansatz folgend kombiniert es die klassifikatorische Diagnostik gemäß den klinischen Manualen mit Biografiediagnostik und Lebensweltdiagnostik, um die aktuelle Lebenssituation betroffener Menschen möglichst umfänglich zu erfassen. Ein so gestaltetes Fallverstehen begreift sich als ein partnerschaftlicher Dialog, der explizit nach den Selbstdeutungsmustern betroffener Menschen fragt und diese neben vielfältigen Fremdbeurteilungen für den weiteren Prozess als handlungsleitend einbezieht. Dieses erarbeitete Narrativ ist in der weiteren Hilfeplanung zudem Ausgangspunkt für das gemeinsam verantwortlich agierende interdisziplinäre Fachpersonenteam.


»Verhaltensauffälligkeiten« werden als normale Reaktion auf nicht normale Erlebnisse wertschätzend anerkannt.


Aus dieser traumapädagogischen Grundhaltung heraus werden betroffene Menschen weder psychiatrisiert, stigmatisiert noch exkludiert, sondern ihre als »Fehlentwicklungen «, »psychische Störungen«, »Verhaltensauffälligkeiten « oder wie auch immer durch das jeweilige Setting bestimmte Bewertungsmuster werden als normale Reaktion auf nicht normale Erlebnisse und somit als ihre je eigene Überlebensleistung wertschätzend anerkannt. Mit dieser Überlebensstrategie treffen betroffene Menschen in neuen Lebenswelten auf psychosoziale Fachpersonen, die sich bestmöglich vorbereiten und über ein Beziehungsangebot alles an Unterstützung zu bieten versuchen. Aufgrund der vielfältigen interpersonellen Typ-II-Traumatisierungen und der damit verbundenen biografischen negativen Interaktionserfahrungen kann dieses Angebot von den Klient_innen jedoch nicht immer unmittelbar als Hilfe angenommen werden, sondern wird häufig als Bedrohung, Falle oder Autonomiebegrenzung misstrauisch wahrgenommen und bewertet.

Vor dem Hintergrund dieses Wissens und (hermeneutischen) Verstehens wird gleichzeitig deutlich, wie viel Geduld, Vertrauen und Beziehung zu investieren sind, um mit den betroffenen Menschen gemeinsam einen ausreichend sicheren Ort mit guten Gründen zu entwickeln, um alternative Verhaltensweisen überhaupt entwickeln zu können. Thiersch (2015) hat in seiner gelingenderen Lebensweltorientierung und Winkler (1999) in seinem »Ortshandeln« ausformuliert, wie individuelle Entwicklung und Befähigung zur aktiven Auseinandersetzung bei jungen Menschen zu fördern sind. Diese sicheren Orte kennzeichnet Winkler (1999) ebenso wie die Traumapädagogik durch: Sicherheit und Geborgenheit, Fehlerfreundlichkeit, Ruhe, Öffnung nach außen, Gestaltung durch Beteiligte, soziale Beziehungen und Gemeinschaften. Ihr Ziel ist es, Subjektivität, Autonomie und Sozialität hervorzubringen (ebd.).

In diesen geschaffenen sicheren Orten (Kühn 2006) sollen betroffene Menschen auf hoffnungsvolle, emotional engagierte Beziehungsangebote treffen, um ihre häufig lebensgeschichtlichen traumatischen Bindungserfahrungen bewältigen und ihre je eigene Entwicklung fortführen zu können. Hierfür bedarf es einer Haltung, die gerade nicht an einer bloßen Verhaltensänderung betroffener Menschen ansetzt, denn damit würden sie für ihre Situation allein verantwortlich gemacht, was bei ihnen Gefühle von Abwertung, Isolation und vernichtetem Selbstwert hervorrufen kann. Stattdessen ist ein (Fall-)Verstehen der dahinterliegenden Gründe wichtig, das die betroffenen Menschen wahrnimmt, erkennt, benennt, versorgt und partizipativ wie transparent neue alternative Handlungsoptionen in einem stabilen und förderlichen Beziehungssetting fördert. Aus dieser Haltung resultiert ein gleichberechtigter, wertschätzender, dialogischer und beziehungsorientierter Austausch zwischen den betroffenen Menschen und Fachpersonen, woraus ein warmherziges, fehlerfreundliches Milieu erwachsen kann, das durch Anerkennung, Unterstützung und Zuneigung getragen ist und den betroffenen Menschen ermöglicht, korrigierende Beziehungserfahrungen zu sammeln (Schmid 2016) sowie sich selbst wieder als wichtiges und liebenswertes Subjekt zu betrachten.


Bereits mittelbare Zeugenschaft und Erzählungen können traumaspezifische Symptome auslösen.


Fazit

Abschließend sei nochmals auf die Gefahr sekundärer Traumatisierungen für Fachpersonen als ein auch durch die Leitungsstrukturen zu versorgender Aspekt hingewiesen. Denn auch, wenn die Fachpersonen nicht zwangsläufig direkt mit dem Trauma betroffener Menschen in Kontakt kommen, machen die Diagnosekriterien der klinischen Manuale deutlich, dass bereits mittelbare Zeugenschaft und Erzählungen traumaspezifische Symptome auslösen können (Schmid 2008). Des Weiteren werden Fachpersonen in vielfältigsten Interaktionen und Beziehungsgestaltungen mit betroffenen Menschen vielen Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen ausgesetzt, die sie selbst auf biografische traumatische Erlebnisse hin triggern oder bei ihnen einen Prozess der Selbstentwertung auslösen können. Daher sind regelmäßige Selbst- und Teamreflexionen, Supervisionen, Intervisionen sowie Fort- und Weiterbildungen essenzieller Bestandteil der reflexiven Selbstversorgung und über eine institutionell verankerte Versorgungskette von der Leitung über die Mitarbeitenden bis zu den betreuten Klient_innen zu gewährleisten (Schmid/Lang 2012; Schmid 2019). Hieraus belastbar und stabil hervorgehende Fachpersonen sind im oben beschriebenen Setting des sicheren Ortes in der Lage, ihren Klient_innen mit verlässlichen Beziehungen eine sichere Basis zu geben, um bisher tabuisierte traumatische Erlebnisse im Alltag schrittweise und transparent zu thematisieren, zu benennen sowie zu versorgen und die betroffenen Menschen so in ihrem Selbstbemächtigungsprozess (Weiß 2016, S. 120–139) zu unterstützen.

Literatur

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Zur Person

Martin Schröder, M.A. Educational Sciences, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPKKJ) Basel. E-Mail: Martin.Schroeder@upk.ch

Marc Schmid, Dr. biol. hum. Dipl.-Psych., ist leitender Psychologe der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPKKJ) Basel und Leiter des Liaisonbereichs für Heime und Multisystemische Therapie. E-Mail: Marc.Schmid@upk.ch


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