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» TREFFPUNKT AM MONT BLANC «


ROTORBLATT - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 06.08.2019

Am 14. Mai 2005 landete der Airbus Testpilot Didier Delsalle mit einer AS350 auf dem Mount Everest. F-WQEX (Seriennummer 3934) wurde für diesen Flug speziell vorbereitet und von allem unnötigen Gewicht befreit. Punktgenau setzte der Hubschrauber in 29.029 Fuß auf. Dieser Flug war der Anlass für ein Helitreffen der besonderen Art am Mont Blanc, immerhin Europas höchstem Berg.


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Bildquelle: ROTORBLATT, Ausgabe 3/2019

Auch in Frankreich gab es eine Landung mit dem Helikopter auf dem „Dach“ - allerdings nicht der Welt, sondern Europas. Aber immerhin, es war am 6. Juni 1955 und der Franzose Jean Moine setzte mit einer abgerüsteten Bell 47 sicher auf ...

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... der Spitze des Berges auf.

Diese Landung wurde seitdem viele Male wiederholt – auch mit anderen Hubschraubermustern und immer blieben die Triebwerke sicherheitshalber an.

Die Präsenz an Hubschraubern ist sehr beeindruckend in Savoy, eine geschichtsträchtige Region, vor allem in Bezug auf Gebirgsflug, Luft arbeit und den Tourismus. All diese Aktivitäten sind den drei Piloten mit einigen zehntausend Flugstunden auf dem Rücken sehr geläufi g. Sie folgten unserer Idee, sich für ein beeindruckendes Foto und ein Ecureuil-Treff en der besonderen Art am Mont Blanc zu treff en.

Bereits im Jahr 2018 kam es unserem Fotografen Anthony Pecchi in den Sinn, die einstige Landung von Didier Delsalle auf dem Mount Everest, Europas höchstem Berg, nachzustellen. Es war kein wirklich großer Aufwand, drei Piloten mit alpiner Erfahrung zu fi nden und sie für dieses Projekt zu gewinnen. Jeder sollte in einer Ecureuil teilnehmen und jeder Pilot musste aus einem der Anrainer-Länder des Mont Blanc stammen, also Schweiz, Italien und auch Frankreich.

Das Besondere an den Dreien war, dass man ihnen wirklich nur kurz sagen musste, was man als Fotomotiv erwartet und sie setzten alle Vorgaben so punktgenau um, dass es keine mehrmaligen Durchgänge geben musste. An diesem Tag hatten wir stahlblauen Himmel und Pascal Brun aus Italien hatte diese Location vorgeschlagen, da er sich sehr gut im Mont Blanc-Massiv auskennt.

UNERSCHÜTTERLICHE PILOTEN

„Mein Ziel war es, dass sich jeder Beteiligte wohlfühlte und wir alle eine großartige Zeit miteinander haben würden. Das Besondere für die Piloten war es, dass sie sich einmal Angesicht zu Angesicht treff en konnten, anstatt immer nur die Stimmen im Funkgerät zu verfolgen. Wir trafen uns mit den Helikoptern also in Chamonix zur Mittagszeit und ich spürte von Anfang an, dass ich wirklich unter Leuten war, die Spaß hatten, sich zu treff en und miteinander zu fliegen. Ich lernte echte Gebirgsflieger kennen, die mit ihren Maschinen schon alles erlebt hatten und die mit ihren Maschinen wirklich alle Jobs fliegen können. In ihren Händen ist eine AS350 wie ein Schweizer Taschenmesser, eine Art unverwüstliches fliegendes Allradfahrzeug“, sagt Pechhi nach der Durchführung des Fotoprojektes.

Nach einem detaillierten Briefi ng und dem Mittagessen wurde es ernst. Das Team machte sich für die Fotosession bereit. „Für die perfekte Aufnahme brauchte ich festen Boden unter den Füßen“, erinnert sich Pecchi. Also setzte ihn Pascale Brun, der in dieser Region bereits als Pilotenlegende gilt, auf einem Grat im Schnee ab. „Über Funk und mit Handzeichen wies ich die drei Maschinen so ein, wie ich es haben wollte“, sagt Pecchi. „Schließlich sollte es ein Bild mit außergewöhnlicher Wirkung und Aussagekraft werden.“

Auch Pascal Brun war begeistert: „Wir haben das umgesetzt, was er von uns verlangte, das ist kein außergewöhnlicher Moment. Der Fotograf ist der Master der Show und wir folgen ihm. Die Aufnahmen dauerten nicht lange und das Ergebnis war wirklich atemberaubend. So wie es sich Anthony gewünscht hatte, ist jeder von uns in einer B3 gekommen, die zusammen mit der B3e-Version wirklich der Schlüssel zu dieser Gebirgsregion mit extremen Höhenlagen ist.

DER PERFEKTE SPIELPLATZ

Mit inzwischen weit mehr als 25.000 Flugstunden, davon mindestens 13.000 auf Ecureuils, kennt Pascal seine Maschine wie seine Westentasche – und das wirklich nur als erfahrener Pilot und nicht etwa als Test-Pilot. „Wir kennen unsere Hubschrauber deswegen so genau, weil wir tagtäglich für etliche Stunden darin sitzen und wir fühlen es einfach. Dennoch haben wir nicht diesen tiefen technischen Einblick, wie es Didier Delsalle hatte, einzig die vielen Flugstunden sind es, die uns mit diesen Maschinen verbinden.“

Wenn er fliegt, erzählt Brun nach den Aufnahmen weiter, spürt er fast jedes Bauteil des Helikopters mit seinem Körper. „Was ich so liebe ist nicht etwa die Technologie; das überlasse ich gerne der jüngeren Generation. Aber es ist das Luft fahrzeug an sich. Es ist eher wie bei einem Schreiner, der ein wundervolles Werkzeug hat und damit wundervolle Dinge aus Holz zaubern kann.“ Was ihn antreibt sind die schönen Ergebnisse, die er mit dem Werkzeug erreichen kann. Und so ist es mit dem Hubschrauber. „Gib mir einen guten Hubschrauber und ich bin glücklich wie ein Kind.“

Bei dem Treff en vor der einmaligen Kulisse des Bergmassivs gab es keinerlei Risiken. Es handelte sich einfach nur um das Aufeinandertreff en von höchst professionellen Flugfertigkeiten. Anthonys Augen glänzen heute noch, wenn er an diesen außergewöhnlichen Moment denkt: „Diese Jungs waren absolut sicher und als Fotograf kannst Du viele interessante Dinge mit ihnen machen. Es hat mich tief beeindruckt, dass sie wirklich perfekt zu ihren Maschinen passen: kräft ig und effi zient zugleich. Die sitzen jeden Tag sieben bis acht Stunden im Cockpit ihrer Hubschrauber. Das war nicht nur permanent spürbar, sondern hat uns auch den nötigen Schwung für die verschiedenen Aufnahmen gegeben.


FOTOS: ANTHONY PECCHI