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Treiber- Check 2021


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.07.2021

Hardware

Artikelbild für den Artikel "Treiber- Check 2021" aus der Ausgabe 8/2021 von PC Welt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 8/2021

Nicht immer ist Windows schuld. Das Betriebssystem wird für viele PC-Probleme verantwortlich gemacht – häufig zu Recht. Doch wenn der Rechner nicht mehr aus dem Standby aufwacht, wenn das WLAN- Modul ständig die Verbindung zum Router verliert oder wenn die neue Webkamera kein Bild anzeigt, liegt es fast immer an einem fehlerhaften Hardwaretreiber. Dass Treiber ein Problem beim PC-Betrieb darstellen, ist nicht verwunderlich: Die Hersteller können nicht alle Kombinationen aus Hard- und Software vorab testen, unter denen ihr Gerät tatsächlich zum Einsatz kommt. Außerdem ändert sich durch die großen Windows-Updates regelmäßig das Zusammenspiel zwischen Hardware und Betriebssystem. Die Hardwarehersteller müssen also immer wieder schnell Treiberupdates liefern, damit Ihr Rechner problemlos funktioniert.

„Treiber vermitteln zwischen Windows und Hardware. Damit das gut klappt, müssen ...

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... sie aktuell sein.“

Wann sich PC-Probleme mit einem frischen Treiber lösen lassen und wie Sie die besten neuen Treiber am schnellsten finden, die optimal zu Ihrer Hardware passen, erklären wir in diesem Artikel. Außerdem stellen wir Ihnen eine Top-Vollversion vor, mit der Sie ein regelmäßiges Update Ihrer Treiber einfacher und schneller durchführen können.

PC-Probleme: So finden Sie heraus, ob der Treiber Schuld ist

Ein Hardwaretreiber sorgt dafür, dass sich Betriebssystem und Komponenten verstehen: Er übersetzt zum Beispiel allgemeine Anforderungen von Windows in Befehle, die die Hardware konkret umsetzen kann. Diese Mittlerposition erschwert es, ein bestimmtes PC-Problem sicher einem Verursacher zuzuschreiben und sofort zu lösen: Wacht das Notebook zum Beispiel nicht aus dem Standby auf, weil Microsoft das aktuelle Windows-Update verbockt hat, weil der Arbeitsspeicher im Laptop fehlerhaft ist – oder weil der Treiber für die Grafikkarte den Aufwachbefehl nicht weitergibt?

Mit einem Treiberproblem haben Sie es sehr wahrscheinlich zu tun, wenn eine neu eingesetzte oder angeschlossene Hardware nicht wie erwartet funktioniert. Auch wenn das Problem direkt nach dem Update des Treibers oder von Windows auftaucht, sollten Sie von einem Treiberfehler ausgehen. Ein weiterer Hinweis: Ein bestimmtes PC- Problem taucht nicht nur auf, wenn Sie ein Programm nutzen, sondern immer, wenn die betreffende Hardware-Komponente im Einsatz ist – zum Beispiel, wenn die Audioausgabe nicht nur beim Streaming per Spotify, sondern auch beim Videocall mit Teams nicht richtig funktioniert.

Bei sicht- und hörbaren PC-Problemen – etwa häufig auftauchende Bildfehler oderauffällige Geräusche beim Rechnerstart – lohnt es sich ebenfalls, zunächst einen Blick auf die Treiber zu werfen, bevor Sie gleich die Hardware austauschen. Auch Windows- Bluescreens haben ihre Ursache häufig in schlecht programmierten Treibern: Die sind unter Windows 10 allerdings recht selten geworden – außer Microsoft ist selbst schuld, wie zum Beispiel bei einem Windows-Update im März, das Rechner beim Drucken abstürzen ließ.

Treiber-Fehler mit Windows- Bordmitteln lösen

Vermuten Sie einen Treiberfehler, rufen Sie zunächst den Geräte-Manager von Windows mit Adminrechten auf. Besteht ein Problem mit einer Komponente, erkennen Sie das an einem Symbol am Gerätenamen. Meist handelt es sich um ein gelbes Dreieck mit einem schwarzen Ausrufezeichen: Das bedeutet, dass das System ein neues Gerät erkannt hat, aber keinen passenden Treiber dafür finden oder einen verfügbaren Treiber nicht laden konnte. Windows versucht, das Problem mit einem Fehlercode einzugrenzen, den Sie sehen, indem Sie den Geräte-Eintrag mit der rechten Maustaste anklicken und „Eigenschaften“ auswählen: Der festgestellte Fehler steht im Kasten „Gerätestatus“.

Je nach Fehlermeldung bekommen Sie eine klare Anweisung, was zu tun ist – zum Beispiel, den Rechner neu zu starten (Code 14) oder die Treiber nochmal zu installieren (Code 18) –, manchmal aber auch nur allgemeine Hinweise wie „Aktualisieren Sie die Gerätetreiber“ (Code 10).

Das gelbe Fehlersymbol taucht manchmal vor dem Eintrag „Unbekanntes Gerät“ auf, manchmal mit oder ohne einen weißen Kreis mit Fragezeichen: In diesem Fall haben CPU oder Chipsatz ein neues Gerät an einem Anschluss entdeckt, das sie verwalten – zum Beispiel PCI-Express oder USB –, und dies Windows mit einer Hardware-ID übermittelt. Doch das Betriebssystem kann diese ID keinem verfügbaren Treiber zuordnen.

Als ersten Schritt sollten Sie versuchen, das Problem direkt mithilfe des Geräte-Managers zu lösen: Klicken Sie den Eintrag des problematischen Gerätes mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Treiber aktualisieren“. Nun lassen Sie Windows automatisch nach einem neuen Treiber suchen – normalerweise bringt das nicht den gewünschten Erfolg, denn Windows sucht bei dieser Option nur lokal auf dem Rechner nach einem passenden Treiber. Über die zweite Option können Sie das Betriebssystem auf den entsprechenden Speicherort hinweisen, wenn Sie eine neue Treiberdatei zuvor heruntergeladen haben. Wenn Windows trotzdem behauptet, der beste Treiber für das Gerät sei schon installiert, können Sie versuchen, dem System einen anderen Treiber unterzuschieben: Klicken Sie dafür auf die Option „Auf meinem Computer nach Treiber suchen“ und anschließend auf „Aus einer Liste verfügbarer Treiber auf meinem Computer auswählen“.

Windows bietet nun meist eine Auswahl von Treibern, die ebenfalls zur Hardware passen könnten: Wählen Sie einen davon aus. Vor allem bei Problemen mit einem SATA-, USB- und Audiocontroller bietet diese Alternative zumindest Grundfunktionen für die Hardware. Ähnlich ist es bei älteren Druckern, wenn der Hersteller keinen aktuellen Treiber mehr für das Gerät liefert. Löst dieses Vorgehen das Problem nicht, deinstallieren Sie den Treiber wieder: Nutzen Sie dazu im Geräte-Manager die Option „Vorheriger Treiber“ im Reiter „Treiber“ der Geräte-Eigenschaften.

Bei WLAN- und Bluetooth-Geräten kann es vorkommen, dass die Hardware nach einem Neustart oder dem Aufwachen aus dem Standby nicht mehr funktioniert und der Geräte-Manager die betreffende Komponente mit dem gelben Warn-Symbol anzeigt. Hier kann ein Trick zur Treiberinstallation führen: Klicken Sie das Gerät mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Gerät deinstallieren“. Im nächsten Fenster bestätigen Sie die Deinstallation; die Treibersoftware dürfen Sie allerdings nicht löschen. Anschließend klicken Sie im Gerä-te-Manager oben auf „Aktion, Nach geänderter Hardware suchen“: Windows findet nun das deinstallierte Gerät und aktiviert den passenden Treiber.

Selbst bei einem unbekannten Gerät finden Sie im Geräte-Manager eine Lösung: Rufen Sie dort im Eigenschaften-Menü der Hardware den Reiter „Details“ auf. Im Dropdown-Menü „Eigenschaft“ wählen Sie die Option „Hardware-IDs“: Dort finden Sie hinter VEN_ und DEV_ eine Zahlen-Ziffern- Kombination, die für den Hersteller (Vendor) beziehungsweise das Gerät (Device) steht. Mit diesen Informationen können Sieim Internet nach passenden Treibern recherchieren, indem Sie die IDs zum Beispiel in einer Datenbank wie https://devicehunt. com oder www.pcilookup.com abfragen. Was Microsoft künftig für den Geräte-Manager plant, lesen Sie im Kasten auf Seite 45.

Profi-Tools gegen Treiberprobleme

Gibt der Geräte-Manager keinen Aufschluss über ein Treiberproblem, müssen Sie sich tiefer in Bordmittel einarbeiten: Die Windows-Ereignisanzeige zeichnet alles auf, was auf dem System passiert – daher verwirren die Angaben dieses Tools meist eher, als dass sie weiterhelfen. Für mehr Übersicht sollten Sie daher Filter setzen: Geben Sie Ereignisanzeige im Windows- Suchfeld ein, um zum Programm zu gelangen. Anschließend klicken Sie in der rechten Spalte unter „Aktionen“ auf den Eintrag „Aktuelles Protokoll filtern“. Bei „Ereignisebene“ markieren Sie die Einträge „Kritisch“, Warnung“ und „Fehler“. Wenn Sie einschätzen können, wann der Treiberfehler stattgefunden hat, können Sie bei „Protokolliert“ einen bestimmten Zeitrahmen auswählen.

Nach einem Klick auf „OK“ gibt Ihnen die Ereignisanzeige passende Werte aus: In vielen Fällen führen sie Sie nicht direkt zur Lösung, aber geben Ihnen immerhin Informationen für eine anschließende Internetrecherche an die Hand. Etwas übersichtlicher lesen sich die Inhalte der Windows- Ereignisanzeige zum Beispiel mit dem Gratis-Tool Nirsoft Full Event Log View (Download unter https://www.nirsoft.net/ utils/full_event_log_view.html).

Bei der Suche nach weiteren Bordmitteln für den Treiber-Check stoßen Sie möglicherweise auf den Treiberüberprüfungs- Manager von Windows. Das Tool lässt sichüber die Eingabe Verifier.exe in der Suchleiste starten. Es überprüft systemnahe Treiber mit direktem Zugriff auf Hardware und Speicher: Findet es dabei einen Fehler, stürzt Windows mit einem Bluescreen ab. Deshalb ist es vor allem für Programmierer gedacht, die die Stabilität und die Sicherheit ihrer Treiber testen wollen. Sie sollten das Tool also höchstens dann verwenden, wenn Ihr System häufig abstürzt und Sie deswegen einen konkreten Systemtreiber in Verdacht haben.

DIE BESTEN TREIBER: LIEBER SCHNELL VERFÜGBAR ODER SICHER GETESTET?

Normalerweise sind neue Treiber am schnellsten auf der Webseite des Komponentenherstellers verfügbar: Dessen Programmierteam kann natürlich umgehend auf Probleme reagieren oder Optimierungen einpflegen. Manchmal bieten die Hersteller auch Betaversionen von Treibern an, die neue Funktionen bereits enthalten, aber noch nicht umfassend auf Stabilität geprüft wurden und deshalb nicht auf jedem Rechner problemlos laufen.

In der nächsten Stufe gibt der Hardwarehersteller seine Treiberdateien an die OEMs weiter, also Anbieter von Komplettsystemen, in denen die betreffende Komponente eingebaut ist.

Sie testen die Treiber erneut auf den eigenen Systemen, passen sie an deren Konfigurationen an und geben dem Hardwarelieferanten weiteres Feedback. Diese Treiber bekommen Sie dann in den vorinstallierten Treibertools von PCs und Notebooks oder auf der Webseite des Systemanbieters.

Am längsten dauert es, bis der Treiber bei Microsoft landet, um in Windows aufgenommen zu werden. Die Komponentenhersteller müssen zuvor die Treiber nach Vorgaben von Microsoft testen, wofür sie das Windows Hardware Lab Kit (WHLK) nutzen. Es enthält Prüfroutinen für das Zusammenspiel zwischen Treiber und Betriebssystem – zum Beispiel testet das WHLK, wie sich der Treiber bei einem Systemstart verhält, wie gut er unterschiedliche Schlafzustände unterstützt und ob er mit außergewöhnlichen Systembedingungen wie hoher Rechenlast und wenig Speicher zurechtkommt. Diese Tests sind aufwendig, denn für jedes Windows-Funktionsupdate gibt es eine neue WHLK-Version.

Besteht der Treiber die Tests, bekommt er die WHQL-Zertifizierung (Windows Hardware Quality Lab): Er ist dann ein sogenannter signierter Treiber, weil Microsoft dem Komponentenhersteller eine entsprechende Signaturdatei zukommen lässt, die er ins Treiberpaket einbaut: Dann zeigt Windows beim Installieren keinen Warnhinweis an. Laut Microsoft legen Gerätehersteller rund 100 neue Treiber pro Tag vor.

Zum Test integriert Microsoft neue Treiber vorab in die Insider- Versionen von Windows: So können sie reale Nutzer auf echten Systemen in der Praxis testen. Das ist besonders wichtig, wenn ein bestehender Treiber auf einem Rechner sich nicht mit einem neuen Windows-Update verträgt: In diesem Fall bekommt das System das Update so lange nicht angezeigt, bis ein neuer Treiber verfügbar ist.

Nach einem erfolgreichen Test baut Microsoft die WHQL-zertifizierten Treiber dann in Windows ein, damit das Betriebssystem sie beim Einbau einer passenden Komponente oder nach einer Neuinstallation des Systems direkt verwenden kann.

In diesen Fällen empfiehlt es sich, neue Treiber zu installieren

Ein Treiberupdate ist natürlich bei einem konkreten PC-Problem angesagt: Haben Sie wie beschrieben den Verursacher mithilfe des Geräte-Managers gefunden, sollten Sie so schnell wie möglich eine neue Version beim Hardwarehersteller oder PC- beziehungsweise Notebook-Anbieter herunterladen. Ebenso verfahren Sie, wenn Ihnen Nachrichten auf IT-Webseiten einen aktuellen Anlass für ein Treiberupdate geben: Meist betrifft dies akute Sicherheitslücken, die eine Aktualisierung behebt.

Prüfen Sie vor der Installation aber zunächst, ob das Update Ihr konkretes Problem überhaupt löst: Eine passende Fehlerbeschreibung sollte in der Textdatei stehen, die mit dem Treiberpaket kommt oder in den Versionshinweisen auf der Hersteller- Webseite – zum Beispiel unter „Behobene Probleme“ oder „Issues Fixed“. Auch ein Blick auf die noch offenen Probleme („Known Issues“) hilft weiter: Hier erfahren Sie, welche Probleme diese Treiberversion noch nicht behebt und welche sie möglicherweise auslösen kann. So haben Sie genug Informationen, um zu entscheiden, ob sich das Update lohnt.

Bei dieser Hardware lohnt das regelmäßige Update

Hat Ihr Rechner ein konkretes Treiberproblem, sollten Sie sich natürlich umgehend um ein Update kümmern. Doch bei bestimmten Komponenten lohnt zusätzlich ein regelmäßiger Check, ob neue Treiber verfügbar sind: Denn die aktuellen Versionen bügeln nicht nur Fehler aus, sondern optimieren das Zusammenspiel zwischen der Hardware und dem Betriebssystem. Besonders einfach und automatisiert erledigen Sie die Suche nach neuen Treibern mit einem darauf spezialisiserten Updateprogramm wie unserer aktuellen Vollversion Driver Max Pro 12 (auf Heft-DVD, siehe Kasten auf Seite 46).

Am wichtigsten sind neue Treiber für die Grafik-Hardware. Das betrifft nicht nur Grafikkarten von AMD und Nvidia, sondern auch die Grafikeinheiten in den Prozessoren von AMD und Intel. In den meisten Fällen verbessert ein neuer Treiber die Darstellung aktueller Spiele – zum Beispiel in-dem er zusätzliche Grafikeffekte wie Ray- Tracing unterstützt oder angepasste Einstellungen für das Spiel mitbringt, wodurch sich die Bildrate erhöht. Weil sich manche neuen Spiele erst mit einem passenden Treiber problemlos wiedergeben lassen, aktualisieren die GPU-Hersteller ihre Treiber in kurzen Abständen: Bei Nvidia gibt es neue Treiber zum Beispiel im Zwei-Wochen-Rhythmus.

VERBESSERTER GERÄTE-MANAGER IM HERBST-UPDATE

Trotz seiner zentralen Rolle bei der Analyse und Lösung von Hardwareproblemen ist der Windows-Geräte-Manager nicht sehr übersichtlich. Sie können die Einträge nur nach Geräte-Typ sortieren – das ist die Standardeinstellungen, bei der Sie erst eine Kategorie wie „Laufwerk“ oder „Netzwerkadapter“ öffnen müssen, um konkrete Angaben zur SSD oder dem WLAN-Modul zu bekommen. Kaum aussagekräftiger sind die Alternativen „Ansicht –› Geräte nach Verbindung“ und „Ansicht –› Geräte nach Container“: Bei der ersten Einstellung sehen Sie in einer Hierarchie, wie einzelne Komponenten zusammenhängen – zum Beispiel führt der Weg vom Kartenleser aufwärts über den PCI-Express-Root-Port zum PCI-Express-Bus bis hin zur ACPI-Systemverwaltung. Bei der anderen Option zeigt der Geräte-Manager unter einer Komponente die einzelnen Funktionen, für die Treiber installiert sind: Bei einem Multifunktionsgerät zum Beispiel Drucker und Scanner, bei einem Kopfhörer etwa Stereo für Audiowiedergabe, Hands-free-Funktion für das Headset und Bluetooth-Treiber, wenn es sich um ein kabellosen Kopfhörer handelt. Aber auch hier leidet die Übersicht, weil jede eingebaute Hardware in einer langen Liste unter der Kategorie des PCs auftaucht.

Besser soll der Geräte-Manager mit dem Herbst-Update 21H2 (Codename „Sun Valley“) von Windows 10 werden: Die neue Ansicht nach Treiber („Devices by driver“) zeigt jeden installierten Treiber und darunter die Geräte, die ihn nutzen. So verhindern Sie, dass Sie einen Treiber deinstallieren, den eine andere Hardware noch benötigt. Ebenfalls geplant: Die umgekehrte Ansicht nach Gerät („Drivers by device“): Hier steht jeder Treiber direkt unter der Hardware, die ihn einsetzt. Schließlich gibt es die Ansicht nach Treibertyp („Drivers by type“), mit der der Geräte-Manager die Treiber nach Gerätekategorie zusammenfasst – etwa Netzwerkadapter.

Auch wenn Sie nicht spielen, lohnt sich ein Treiberupdate: Denn die Grafikkarte oder die Grafikeinheit der CPU ist auch für die Video- und Streaming-Wiedergabe verantwortlich oder die Monitordarstellung. Deshalb kann ein neuer Grafiktreiber auch das Abspielen hochauflösender Videos und den Multi-Monitor-Betrieb verbessern.

VOLLVERSION AUF HEFT-DVD: DRIVER MAX PRO 12

Statt sich auf Windows oder ein Updatetool des PC-Herstellers zu verlassen, setzen Sie Driver Max Pro ein, um regelmäßig nach Treibern zu suchen. Das Programm prüft die Komponenten in Ihrem System und schlägt automatisch dazu passende Treiber vor, wenn es neue Versionen findet. Nach der Installation (Details dazu siehe Seite 88) führen Sie daher am besten auf der Startseite die Suche nach Treiberupdates durch. Nach einem kurzen Scan der Hardware zeigt Ihnen Driver Max die Anzahl der neuen Treiber an sowie in einer Übersicht, zu welchen Komponenten sie passen. Blättern Sie in der Liste nach unten, sehen Sie auch die PC-Hardware, für die aus Sicht des Programms bereits die neuesten Treiber installiert sind. Über einen Haken ganz links können Sie den Treiber zur Installation auswählen. Ganz rechts sehen Sie neben dem Eintrag für die Hardwarekomponente ein Datenblattsymbol, die Schaltfläche „Aktualisieren“ sowie ein Drop-down-Menü: Hinter dem Datenblatt verbergen sich die Angaben zu Treiberversion und Treiberdatum. Mit einem Klick auf „Aktualisieren“ starten Sie die Installation des ausgewählten Treibers. Über das Drop-down-Menü können Sie Driver Max anweisen, dieses Update auszulassen („Update ignorieren“) oder künftig keine Treiber mehr für diese Hardware zu suchen („Ignore this device“). Haben Sie sich vergewissert, dass alle Treiber passen, können Sie sie mit einem Klick auf die Schaltfläche „Laden und installieren“ aufspielen.

Im Menü „Sichern“ können Sie einen Systemwiederherstellungspunkt setzen, wenn Sie Treiber per Driver Max installieren. Reagiert das System nach dem Update nicht wie gewünscht, kehren Sie damit über die Windows-Systemwiederherstellung zum vorherigen Zustand zurück. Über „Treiber Backuparchiv“ erstellt das Programm eine Zip-Datei mit Treibern, die Sie zuvor ausgewählt haben: Diese können Sie auf einem externen Laufwerk speichern und haben so im Schadenfall immer eine Kopie der installierten Treiber zur Hand. Zuletzt gibt es die neue Option „Create offline scan file“: Hat der Rechner, auf dem Driver Max Pro läuft, keine Verbindung zum Internet, erstellt Driver Max Pro mit diesem Befehl eine Liste der installierten Treiber mit dem Dateinamen drivermax-dump.dat. Diese Datei können Sie anschließend von einem Rechner mit Onlineverbindung auf der Seite https://www.drivermax.com/driver/offline/ hochladen, nachdem Sie sich mit Ihrem Drivermax-Konto angemeldet haben. Der Onlinedienst sucht dann nach neueren Versionen der in der Liste vermerkten Treiber und stellt sie zum Download bereit. Diese gespeicherten Treiberdateien spielen Sie anschließend auf dem Rechner offline, zum Beispiel per USB-Stick, mit Hilfe von Driver Max wieder ein: Klicken Sie dazu im Menü „Wiederherstellen“ auf „Mit zuvor heruntergeladenem Treiber wiederherstellen“ und anschließend unten links auf „Load Drivers“. Wählen Sie den gewünschten Treiber aus und starten Sie die Installation.

Im Menü „Wiederherstellen“ lassen sich gespeicherte Treiber auch über andere Wege erneut installieren – zum Beispiel über die Windows-Systemwiederherstellung, aus einem Backup-Archiv von Driver Max oder über das vom Geräte-Manager bekannte Rollback, also die erneute Installation der vorherigen Treiberversion.

Empfehlenswert ist ein regelmäßiges Update auch bei Treibern für WLAN- und Bluetooth-Hardware: Neue Versionen verbessern zum Beispiel das Zusammenspiel mit dem WLAN-Router bei Band- und AP- Steering oder sorgen dafür, dass Windows die Funkkomponenten zuverlässiger ausund einschalten kann, wenn das System Strom sparen soll.

Updates fürs Uefi-Bios und Firmware für den SSD-Controller sind eigentlich keine Treiber. Die meisten Updatetools der Hersteller machen Sie trotzdem auf neue Versionen aufmerksam: Deshalb lohnt auch in diesen Fällen ein regelmäßiger Check. Lesen Sie dann die Versionshinweise, um zu entscheiden, ob Sie das Update durchführen sollten.

Für alle anderen Treiber genügt die Aktualisierung über das Windows-Update. Denn das Betriebssystem bringt immer die aktuellen WHQL-getesteten Treiber mit und hält Ihr System so auf frischem Stand.

Beim Klick auf die Update-Einstellungen unter „Update und Sicherheit“ fällt Ihnen eventuell der Verweis „Optionale Updates anzeigen“ auf, den Windows 10 seit Version 2004 einblendet. Die hier aufgeführten Treiber sollten Sie aber nur installieren, wenn Sie mit der Hardware, für die der Treiber gedacht ist, ein aktuelles Problem haben. Denn Windows präsentiert Ihnen in dieser Auswahl lediglich Basistreiber oder ältere Treiber, die garantieren sollen, dass die Komponente stabil funktioniert.

Treiberfallen: Wo Sie beim Update aufpassen sollten

Das Update über Windows gibt Ihnen die größte Sicherheit, den passenden Treiber zu finden. Wenn Sie sich aber neue Versionen schneller vom Komponentenhersteller oder PC-Anbieter beschaffen wollen, sollten Sie genauer hinschauen, um Fehlgriffe zu vermeiden.

Besonders bei vorinstallierten Tools des PC-Herstellers sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass das Programm immer den besten Treiber findet. Bei vielen Testgeräten erleben wir, dass das Tool keine neuen Treiber anzeigt, obwohl aktuellere Versionen auf der Webseite des Herstellers zu bekommen sind. Außerdem prüfen nicht alle Programme, ob eine neuere Treiber- Version bereits installiert ist, und bügeln den von ihnen vorgeschlagenen Treiber einfach aufs System. Vergleichen Sie alsogenau die Versionsnummern, bevor Sie das Okay zum Aufspielen geben.

Nicht zuletzt machen die Herstellertools immer wieder mit Sicherheitslücken Schlagzeilen – zuletzt bei Dell. Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, auch das Updatetool regelmäßig zu aktualisieren.

Aufmerksam sollten Sie auch sein, wenn Sie auf der Support-Webseite des Rechneranbieters nach neuen Treibern suchen. Oft finden Sie dort für Ihre konkretes Modell kein Treiberangebot, sondern nur für die Modellserie, der es entstammt. Dann sehen Sie zum Beispiel unterschiedliche Treiber für ein WLAN- oder Bluetooth-Modul, für Touchpad, Kamera, Fingersensor und Kartenleser. Denn die Hersteller haben für diese Komponenten unterschiedliche Lieferanten und statten die Rechner je nach

Verfügbarkeit damit aus. Um den passenden Treiber auszuwählen, müssen Sie vor dem Download erst prüfen, welche davon in Ihrem System eingebaut ist.

Bei Hardwareherstellern, die ihre Komponenten nicht an Endkunden, sondern nur an PC-Hersteller verkaufen, gibt es oft keine Webseite für Treiber-Downloads, oder sie ist schwer zu finden und unübersichtlich. Das gilt zum Beispiel für Netzwerkkomponenten. Deshalb führt zum Beispiel die Internetrecherche nach einem entsprechenden Treiber häufig zu Fake-Webseiten, die einen Download versprechen, Ihnen dann aber lediglich nutzlose Downloadtools aufdrängen. Davon sollten Sie aber lieber Abstand nehmen und warten, bis Ihnen das Windows-Update eine neue Treiberversion vorschlägt.