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Treppenhaus mit Flair


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Bauen & Renovieren - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 20.10.2022
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Bildquelle: Bauen & Renovieren, Ausgabe 11/2022

Der attraktive Look des Treppenhauses entsteht durch die halbrunde Verbindung zwischen den Deckenhöhen. Die Abmauerung zum Fenster erfolgte mit Abrisssteinen. Der breite Spiegel macht den Treppenabschluss zum Highlight.

Der Ausbau eines Dachgeschosses ist ein Projekt, bei dem das Thema Brandschutz zum Problem werden kann. In Innenstädten wird der Nachweis, wie eine Rettung vor Feuer gesichert ist, zur kniffligen Aufgabe. Vor dem Haus angebrachte Stromleitungen, Straßenbahnschienen etc. lassen Fenster, die nicht frei zugänglich sind für die Feuerwehrleiter, als Rettungsweg ausscheiden. Hinzu kommen die Brandschutz- fragen, wie mit alten Holzbalken-Konstruktionen F30- bzw. F90-Standards (der Nachweis, wie lange Bauteile brennen können, ohne einzustürzen) erreicht werden können. Oft ist ein entkoppelter schwimmender Estrich gefordert, zusätzlich müssen Holzbalken mit Eisenträger-Anlaschungen verstärkt werden.

Problem Treppenhaus

Das Thema Treppenhaus ist aber noch ein ganz besonderes, dem man sich stellen muss. Gefordert ist ein entkoppelter Treppenraum, sodass ein eventueller Brand im Dachgeschoss nicht auf das ...

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... restliche Haus übergreift. Ebenso soll ein Brand in den unteren Geschossen nicht auf das Dachgeschoss und somit die Dachkonstruktion übergreifen. Ein brennender Dachstuhl hat fatale Auswirkungen auf die Statik des gesamten Hauses, denn er schlägt in untere Geschosse durch. Zur Sicherheit der Bewohner hat die Rauchabzugsanlage (RWA) in der untersten Etage einen Warndrücker, damit sich im Dach an der höchsten Stelle im Treppenhaus das Rauchabzugsfenster automatisch öffnet. So kann Rauch dort ungehindert nach draußen abziehen – wie bei einem Schornstein.

Rauch und Feuer sollen somit nicht auf andere Etagen übergreifen. Damit dieses gewährleistet ist, muss der direkte Anschluss der Treppenhauswände an das Rauchabzugsfenster erfolgen. Bei einem Neubau ist dies kein Problem, da mit Beton eine Öffnung für den Rauchabzug passgenau gegossen werden kann. Bei einem Altbau aber ergibt sich ein fast unlösbares Problem. Tragende Holzbauteile der Dachkonstruktion liegen direkt auf den Treppenhauswänden und Außenwänden. Alte schräge Decken zum Dach sind meist direkt auf der Holzkonstruktion mit Stroh verputzt. Konstruiert man hier ein Rauchabzugsfenster, so ist dieses mit der Dachkonstruktion verschraubt. Wie also soll hier Mauerwerk direkt an das oft in der Mitte des Dachraumes gelegene Fenster geführt werden? Schließlich muss das Rauchabzugsfenster an der höchsten Stelle im Treppenraum liegen.

Lösung: Einhangdecke

Holzkonstruktionen scheiden hier aus, genauso wie die Variante mit Ständerwerk und Rigipsbeplankung. Wenn das Dach bereits fertiggestellt ist, wird auch eine nachträgliche Verschalung des Treppenhauses zum logisti- schen Problem, da der Beton von oben aufgebracht werden muss und eine Betondecke ohne Träger nicht einfach schwebt und gleichzeitig F90-Standard garantiert.

Hier hilft eine Einhangdecke, die gerade für schwierige und komplizierte Grundrisse perfekt scheint. Einzelne vorgeformte Träger, Ziegelsteine mit Stahl verdrahtet und mit Beton vergossen, dienen als Halterung rechts und links von großen Ziegeln, die aufgrund ihrer Form auf die Träger aufgelegt werden. So entsteht von unten eine durchgehende Deckenfläche, die verputzt wird. Von oben werden die Trägerzwischenräume und der Stahl abschließend mit Beton ausgefüllt. Die entstehende Decke erfüllt F90-Standard und ist daher eine geeignete Problemlösung.

Um brennbare Holzteile in der Dachkonstruktion zu vermeiden, wird diese Decke einfach unterhalb dieser Holzbauteile angesetzt. Da ein Treppenhaus meist einen Absatz hat, können zwei unabhängige Einhangdecken gesetzt werden und durch die geringe Auflagefläche der Träger wird als weiterer Vorteil der Innenausbau im Dachgeschoss nicht groß beeinträchtigt. Die benötigten Aussparungen zur Auflage der Träger werden zeitgleich mit den wandbündigen Ziegeln wieder verschlossen, bevor von oben sowie von unten die getrennte Fertigstellung erfolgt. In diesem gezeigten Einbau wurde der Höhenunterschied durch ein schräges Aufliegen einzelner Träger erreicht. Da kein Platz für das vorgegebene Rastermaß der Einhangziegel war, wurden einfach drei Träger nebeneinandergelegt und mit Gewebeband optisch als Halbrund gestaltet. So entstand ein Eindruck einer gemauerten Runddecke – Sichtziegel vervollständigen die Optik freigelegter Wände. Die genau unter dem Rauchabzugsfenster bündig positionierten Träger dienten als Möglichkeit zur Aufmauerung mit Ziegeln – direkt bündig zum Fensterrahmen. Ein breiter Spiegel über die gesamte Innenfläche lässt den Treppenabschluss zu einem Highlight werden.

Weitere Informationen

Fiedler Deckensysteme,. Nach Übersendung der Grundrisse wird ein Verlegeplan erstellt mit Kennzeichnung der einzelnen Bauteile. Die verputzte Decke wurde mit unterschiedlichen Grautönen gekalkt, www.auro.de