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TRINKWASSER SPAREN: Regenwasser nutzen


Althaus modernisieren - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 22.05.2021

Wasser fällt kostenlos vom Himmel - und verschwindet häufig ungenutzt im Erdreich oder in der Kanalisation. Wer Regenwasser sammelt, kann damit seinen Trinkwasserbedarf kräftig senken. Das spart Geld und schont die Umwelt. Hier erfahren Sie, wie sich Regenwasser nutzen lässt - von der einfachen Regentonne bis hin zur Regenwassernutzungsanlage fürs ganze Haus.


Artikelbild für den Artikel "TRINKWASSER SPAREN: Regenwasser nutzen" aus der Ausgabe 7/2021 von Althaus modernisieren. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Althaus modernisieren, Ausgabe 7/2021

Ob zum Waschen der Wäsche oder zum Wässern des Gartens: Regenwassernutzung spart kostbares Trinkwasser


„Regenwasser Nutzung & Bewirtschaftung“ bietet auf fast 100 Seiten umfangreiches Wissen rund um die Regenwassernutzung. Wer eine Anlage plant, ...

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... erhält viele Informationen zur Berechnung der Tankgröße, zu Formen und Materialien verschiedener Tanks oder zu Hygienemaßnahmen. Der Ratgeber versammelt aber auch viele Infos rund ums Trinkwasser in Deutschland, zu Gesetzen und Vorgaben wie beispielsweise zu den gesplitteten Abwassergebühren. Der Ratgeber kann kostenlos als E-Book heruntergeladen werden. https://benz24.de/ebook-ratgeber-regenwassernutzung-undregenwasserbewirtschaftung

Leider wird so mancher Garten in den warmen Jahreszeiten mit wertvollem Wasser aus der Leitung versorgt. Auch durch die Mehrzahl der Toilettenspülungen rauscht hochwertiges Trinkwasser. Bei rund 125 Liter pro Kopf liegt der tägliche Gesamtverbrauch in Deutschland. Fast die Hälfte davon ließe sich durch Regenwasser ersetzen.

Die Tonne für den Garten: Ob vom Dach des Hauses, der Garage oder vom Geräteschuppen, viele Gartenbesitzer sammeln Regenwasser in der klassischen Regentonne. Es gibt sie in zahlreichen Designs und Größen, in Kombination mit Tauchpumpe und Schlauch ist sogar das mühsame Schleppen der Gießkanne passé. Die Fässer sind unkompli ziert und schnell aufgebaut, haben aber einen entscheidenden Nachteil: ihr begrenztes Fassungsvermögen. Denn 250 bis 300 Liter sind hier gängige Größen. Es gibt zwar auch wesentlich größere Modelle, mit 1000 oder gar 2000 Litern Fassungsvermögen - die aber entsprechend Platz brauchen.

Regenwasser für den Garten lässt sich bequem per „Wassersteckdose“ direkt aus dem Tank zapfen. Rewatec


Für die Entnahme kann auch eine Wasserzapfsäule an einem beliebigen Standort im Garten aufgestellt werden. Rewatec


Wer also in den zunehmend trockenen Sommern immer genügend Wasser im Tank haben möchte, sollte über eine professionell installierte Regenwassernutzungsanlage nachdenken, die in den meisten Fällen mit unterirdischen Lösungen für die Tanks arbeitet.

Sammeln unter der Erde: In Regenwasserbehältern, die unter der Erde verschwinden, lassen sich mehrere Tausend Liter bevorraten. Und für Zisternen, die ausschließlich für die Gartenbewässerung genutzt werden, ist der Installationsaufwand überschaubar. Die Gartenbewässerung wird damit sehr komfortabel: Das Wasser kann mit einer handelsüblichen Schlauchkupplung entnommen werden. Alternativ gibt es Wasserzapfsäulen in unterschiedlichsten Designs. Eine einfache Tauchdruckpumpe befördert das Wasser zum Gießen nach oben. Ist der Tank leer, schaltet sich die Pumpe automatisch ab.

Regenwasser im Haus: Eine Regenwassernutzungsanlage kann aber noch mehr: Wird das Regenwasser nicht nur im Garten, sondern auch im Haus genutzt, kann ein großer Anteil von Trinkwasser durch Regenwasser ersetzt werden. Natürlich geht das nur dort, wo es hygienisch unbedenklich ist. Sprich, bei der Toilettenspülung, beim Putzwasser und zum Wäschewaschen. Übrigens bringt das Einleiten in die Waschmaschine einen weiteren ökologischen Vorteil: Regenwasser ist sehr weich, wodurch rund 20 Prozent weniger Waschpulver nötig ist. Installation und Technik sind dabei aufwendiger als bei der reinen Gartenbewässerung. So ist laut Trinkwasserverordnung ein getrenntes, farblich klar markiertes Leitungssystem nötig. Wenn die Zisterne leer ist, muss außerdem automatisch Trinkwasser nachgespeist werden. Darüber hinaus muss sich das Wasser auch mit dem richtigen Druck in der Leitung bewegen. Dafür sorgt eine Systemsteuerungseinheit.

Wer also beim Neubau das Leitungssystem gleich mitverlegt, hat einen überschaubaren Aufwand. Auch bei einer umfassenden Modernisierung kann das zweite Leitungsnetz recht unkompliziert mitverlegt werden. Wer nachrüsten möchte, aber vor dem Durchbruch von neu en Leitungen durch die Decke zu den Toiletten zurückschreckt, kann auch nur die Waschmaschine mit Regenwasser betreiben. Sie steht ohnehin oft im Keller, wo meist auch der Zulauf aus der Zisterne und die Systemsteuerungseinheit angebracht sind.

Wohin mit dem überschüssigen Wasser aus der Zisterne? Der Überlauf des Regenspeichers darf in manchen Kommunen nicht einfach an die städtische Kanalisation angeschlossen werden, es wird eine Versickerung auf dem Gelände gefordert. Hier sind die Regelungen deutschlandweit sehr unterschiedlich. Zur Versickerung des Überlaufs eignen sich beispielsweise Versickerungsrigolen oder der Flachtank „Platin XXL“, der Regenwassernutzung und -versickerung in einem Tank kombiniert. Graf


Welcher Tank ist der richtige? Herzstück der Anlage ist der Tank. Er muss gut gewählt werden - sowohl was die Größe, die Form aber auch das Material angeht. Grundsätzlich wird zwischen Zisternen aus Beton und Kunststoff unterschieden. Beide Materialien haben ihre Vorzüge. Beton ist recycelbar und sehr stabil. Die massiven Zisternen sind befahrbar und somit auch unter dem Hof oder der Garageneinfahrt eine gute Wahl. Ihr hohes Gewicht bringt Nachteile beim Transport mit sich, aber Vorteile, was das Auftriebverhalten bei hohem Grundwasserspiegel angeht. Wer über die Anschaffung einer Betonzisterne nachdenkt, sollte prüfen, ob die vorgese- hene Grube gut für den Ladekran des Liefer-Lkws zugänglich ist - vor dem Haus ist das meist der Fall.

Regenspeicher „Timber“, in kräftigem Braun mit einer Oberfläche in einer modernen Holzoptik. Er ist 93 cm hoch und fasst 230 Liter. Der Deckel lässt sich zur praktischen Wasserentnahme abnehmen und ist mit einem Bajonettverschluss kindersicher verschlossen. Graf


Für den Einbau des Tanks ist nur wenig Erdaushub nötig. Die Baugrube kann anschließend schnell wieder verschlossen werden. Rewatec

Ein Hauswasserwerk wie die „Scala1“ von Grundfos macht Regenwasser zur Gartenbewässerung sowie als Brauchwasser für Toilette, Wasch- und Geschirrspülmaschine nutzbar. Das entlastet Umwelt und Geldbeutel. Grundfos


Kunststoffzisternen, in der Regel aus Polyethylen gefertigt, sind vergleichsweise leicht und damit einfacher zu transportieren. Sie können mit Baukran, Bagger oder aber auch mit reiner Muskelkraft an Ort und Stelle gebracht werden. Und: Es gibt Kunststofftanks auch in befahrbaren Varianten. Kunststoffzisternen gibt es in vielen unterschiedlichen Formen. Rundtanks benötigen eine tiefere Grube - was sich bei einem Neubau in der Regel recht unkompliziert realisieren lässt. Für Modernisierungen dagegen eignen sich meist eher Flachtanks mit ihrer geringen Einbautiefe.

LOHNT SICH DIE REGENWASSERNUTZUNG?

Wasser sammeln in der Regentonne lohnt sich immer - die Kosten für die Anschaffung sind gering. Die Baukosten für eine Regenwassernutzungsanlage für Haus und Garten mit Rohrleitungen, Filter und Systemsteuerung liegen deutlich höher und können mit 4000 bis 5000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem muss die Anlage regelmäßig gewartet warden

Dem stehen Einsparungen bei den Wassergebühren von 150 bis 200 Euro pro Jahr gegenüber. Bis sich eine Regenwassernutzungsanlage wirklich rechnet, dauert es meist weit über zehn Jahre. Doch ganz abgesehen vom wirtschaftlichen Nutzen ist es einfach ein schönes Gefühl, für die Toilettenspülung oder fürs Wäschewaschen kein kostbares Trinkwasser zu verwenden.

Dietmar Sperfeld, Fachreferent bei der fbr (Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V., Darmstadt)


Die Nutzung von Regenwasser ist in Deutschland zur Gartenbewässerung, für die Toilettenspülung, zum Putzen und zum Waschen von Wäsche erlaubt. Beim Thema Wäschewaschen wird hin und wieder in Frage gestellt, ob mit Zisternenwasser gewaschene Wäsche hygienisch unbedenklich ist.

Dietmar Sperfeld: Der Eintrag von Keimen in die Waschmaschine durch schmutzige Wäsche ist ein Vielfaches höher als der Eintrag durch Regenwasser, spätestens beim Trocknen bzw. Bügeln werden die Keime weitestgehend entfernt oder abgetötet. Wussten Sie, dass in der Zisterne eine 1000-fach niedrigere Keimbelastung vorliegt als in einem Küchentuch, das ein bis zwei Tage in Benutzung ist? Also: Wasser aus Regenwassernutzungsanlagen ist hygienisch völlig unbedenklich.

Gibt es Vorteile, die Regenwasser, gerade beim Wäschewaschen, mitbringt?

Dietmar Sperfeld: Weiches, kalkfreies Regenwasser aus der Zisterne spart vor allem Waschmittel und der Weichspüler kann im Verkaufsregal des Supermarktes stehen bleiben. Das spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch die Umweltbelastung und verkalkte Waschmaschinen gehören der Vergangenheit an. Wer Regenwasser nutzt, trägt aktiv zum Umweltschutz bei.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Anlage jederzeit technisch und hygienisch einwandfrei funktioniert?

Dietmar Sperfeld: Die Technik ist einfach - nur wenige Bauteile sind notwendig. Normgerecht eingebaute Regenwassernutzungsanlagen, mit Regenspeicher, Filter und beruhigtem Zulauf, eine Regenwasserzentrale mit Pumpe und Steuerung sowie die Versorgungsleitungen zu den Verbrauchern garantieren einen sicheren Betrieb. Jährlich sollte der Filter 2- bis 3-mal gereinigt werden und eine Sichtkontrolle der Anlage reicht für einen zuverlässigen Betrieb aus.

WELCHE TANKGRÖSSE IST IDEAL?

Welche Größe die passende ist, hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise ist zu berücksichtigen, welche Verbraucher angeschlossen werden, wie viele Personen im Haushalt leben, wie es um den Niederschlag in der Region bestellt ist oder welche Dachfläche zur Verfügung steht. Im Internet gibt es zahlreiche Rechner, mit denen die Tankgröße berechnet werden kann, beispielsweise unter:

www.benz24.de

www.graf.info/tankberater

www.mall-zisterne.de

Was die Kosten angeht, schlagen bei Betonzisternen die Frachtkosten deutlich zu Buche. Der Preisunterschied je nach Größe des Behälters fällt dagegen weniger ins Gewicht. Im Gegensatz zur Kunststoff-Variante, wo kleine Tanks um einiges günstiger sind als große. Unterm Strich bedeutet das, dass bei kleinen Abmessungen Kunststoffzisternen die günstigere Wahl sind, bei großen Zisternen ist die Betonvariante günstiger.

Wer Regenwasser nutzt, muss sich an die gültigen Gesetze und Vorschriften halten. Sowohl das Gesundheitsamt als auch der zuständige Wasserversorger müssen informiert werden. Wer einen erfahrenen Installationsbetrieb beauftragt, geht auf Nummer sicher, was das Einhalten von Vorschriften, die Dimensionierung der Anlage und die fachgerechte Installation angeht.

Der Kran hebt die Zisterne in die vorbereitete Mulde. Zum Verfüllen kann bei Betonzisternen übrigens der Erdaushub verwendet werden. Bei Kunststoffzisternen muss die Grube hingegen mit Rundkornkies verfüllt werden. Mall


Größen ohne Grenzen: Den Flachtank „Platin“ gibt es mit einem Fassungsvermögen von 1500 bis 65 000 Litern. Graf


Foto: Graf

Fotos (2): epr/Rewatec

Foto: epr/Rewatec

Foto: epr/Grundfos