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Trinkwasserhygiene: Endständige Sterilfilter: Vorsicht bei langen Standzeiten


IKZ Haustechnik - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 26.04.2019

Silberbeschichtete Modelle erfüllen derzeit nicht die Anforderungen der geltenden Trinkwasserverordnung. Die Hersteller stehen in der Pflicht, sagt das UBA


Der Einsatz endständiger Sterilfilter als temporäre Maßnahme bei mikrobiellen Kontaminationen in Trinkwasser-Installationen hat sich bewährt. Silberbeschichtete Modelle weisen höhere Standzeiten und damit Kostenvorteile auf, besitzen aber nach geltender Trinkwasserverordnung keine Zulassung. Das hat auch das Umweltbundesamt als verantwortliche Behörde klargestellt. Die Hersteller stehen nun in der Pflicht, dafür zu sorgen.

Endständige Sterilfilter ...

Artikelbild für den Artikel "Trinkwasserhygiene: Endständige Sterilfilter: Vorsicht bei langen Standzeiten" aus der Ausgabe 8/2019 von IKZ Haustechnik. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: IKZ Haustechnik, Ausgabe 8/2019

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... kommen in hygienisch sensiblen Bereichen von Krankenhäusern (Onkologie) zum Einsatz, um die dort anwesenden in der Regel stark immungeschwächten Patienten vor potenziellen pathogenen Keimen und Bakterien aus der Trinkwasser-Installation zu schützen. Sie dienen in diesem Fall der Infektionsprävention. Sterilfilter kommen aber auch – und dieser Einsatz ist für das SHK-Fachhandwerk relevant – als temporäre Maßnahme zur Sicherung der Trinkwasserqualität zum Einsatz, wenn etwa nach einer mikrobiellen Kontamination die Trinkwasser-Installation bis zur Beseitigung der Ursache (Sanierung der Anlage) weitergeführt werden soll.

Die „twin 12“ (Stand: März 2017) des DVGW gibt Hinweise für die Auswahl, den Einbau und die Anwendung endständiger Sterilfilter. Die zweiseitige Publikation steht als PDF kostenfrei zum Download auf der DVGW-Website bereit.


Bild: DVGW

„Die Verwendung von mit Silberionen beschichteten Bauteilen in der Trinkwasser-Installation ist nicht konform mit den Vorgaben der TrinkwV“, sagt Harald Köhler. UBA und DVGW teilen diese Auffassung.


Bild: Köhler


Die Standzeiten der Filter sind ein wesentlicher Kostenfaktor.


Diese Aussagen sind nicht korrekt“, sagt Köhler und verweist auf ein Schreiben des Umweltbundesamtes (UBA). Das stellt auf Nachfrage des Trinkwasser-Sachverständigen klar, dass die Anforderungen der TrinkwV auch für installierte Sterilfilter gelten. In der Stellungnahme heißt es weiter: Sollte das Silber eingesetzt werden, um eine retrograde Verkeimung des Trinkwassers zu vermeiden, müsste es als Desinfektionsverfahren nach § 11 der TrinkwV zugelassen und auf der §-11-Liste geführt werden. Sollte das Metall als Stützkörper Verwendung finden, dann müsste Silber als metallener Werkstoff nach § 17 Absatz 3 TrinkwV für den Kontakt mit Trinkwasser zugelassen sein. „Beides ist nicht der Fall“, sagt Köhler.

Zulassungen müssen her

Das Umweltbundesamt geht nicht davon aus, dass eine akute gesundheitliche Gefährdung durch das verwendete Silber in der Filterbeschichtung gegeben ist. Nichtsdestotrotz sei Silber weder nach § 11 noch nach § 17 der TrinkwV zugelassen. Es sei Aufgabe der Hersteller, für eine Zulassung zu sorgen.

Laut Harald Köhler hat die Aussage des UBA eine bindende Wirkung. „Die Zulassung von Desinfektionsverfahren oder Materialien im Kontakt mit Trinkwasser erfolgt nicht durch das RKI oder andere Akteure und wird nicht über nationale oder europäische medizinproduktrechtliche Vorschriften geregelt, sie erfolgt durch das Umweltbundesamt.“ Insofern sei insbesondere das SHK-Handwerk gut beraten, vor dem Einsatz endständiger Filter entsprechende Zulassungen einzufordern. „Unbedenklichkeitsbescheinigungen oder Werbebroschüren der Hersteller allein reichen da nicht aus. Im schlimmsten Fall, etwa wenn ein Krankenhaus beim Handwerker direkt oder auf seine Empfehlung hin ein Produkt in gro ßer Menge geordert hat, drohen dem Handwerker sogar Regressanforderungen.“

Stellungnahme des DVGW

Wir haben den DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches – um ein Statement gebeten. Die Antwort deckt sich mit den UBA-Aussagen, der Vollständigkeit halber führen wir sie dennoch auf: „Der Einsatz von Silber mit dem Ziel, eine desinfizierende Wirkung in endständigen Filtern zu erreichen, ist als Desinfektionsverfahren einzustufen und muss daher nach § 11 der Trinkwasserverordnung zugelassen sein (§ 11-Liste der Desinfektionsmittel und Aufbereitungsstoffe). Silber als Bestandteil von Materialien und Produkten im Kontakt mit Trinkwasser muss außerdem als Werkstoff nach § 17 der Trinkwasserverordnung zugelassen sein. Die erforderlichen Listungen nach § 11 sowie nach § 17 der Trinkwasserverordnung liegen für Silber derzeit nicht vor. Aus unserer Sicht sind die Regelungen eindeutig, d. h., der Einsatz von Silber in endständigen Filtern ist nach den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung nicht zulässig.“