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Trügerische Idylle


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Das goldene Blatt - epaper ⋅ Ausgabe 35/2022 vom 27.08.2022

Der große abgeschlossene LADY-KRIMI

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Frisch aufgebrühter Kaffee dampfte in der Kanne, die Gabriele Faber auf den Terrassentisch stellte. Die Torte, von ihrer Schwiegertochter Lilian gebacken, stand daneben. „Wie schön, dass wir mal wieder alle beisammen sind“, sagte sie, setzte sich und sah glücklich lächelnd von einem zum anderen.

Solche Tage wie diese liebte Frau Faber – die ganze Familie war da. Timo, ihr Ältester mit seiner schwangeren Frau. Fabian, der Mittlere und Elmar, der Jüngste ihrer drei Söhne, die beide noch Singles waren. Und ihr Mann, der in letzter Zeit oft in der Firma übernachtete. Offenbar gab es Probleme mit einem wichtigen Kunden.

Elmar kostete von Lilians Torte. „Schmeckt prima“, meinte er, „ist aber eine Menge Zucker drin. Als Feinschmecker gebe ich dir zehn Punkte, als Zahnarzt muss ich leider vier wieder abziehen.“

Lilian lachte. ...

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... „Erstens, lieber Schwager, zwingt dich keiner, die Torte zu essen. Zweitens habe ich sie mit Birkenzucker gebacken.“ Sie lächelte und gab sich einen Klaps auf den Sechsmonats-Bauch.

„Ich muss schließlich auf meine Linie achten!“ Ein zärtlicher Blick zu ihrem Mann folgte.

Timo nahm ihre Hand, dabei sah er verstohlen zu seinem Vater hinüber. Doch der starrte nur verbissen auf seinen Teller und vermied es, seinen Ältesten anzusehen.

„Birkenzucker?“, sagte Elmar. „Interessant. Schmeckt gar nicht nach Birke, eher nach Pfirsich.“ Gabriele und Lilian lachten.

„Wie viel PS hat es denn, dein Prachtstück?“, fragte Timo seinen Vater und deutete mit einer Kopfbewegung zu den Garagen, die sich vor dem Haus befanden. Der neue Wagen, den Bernhard Faber erst gestern vom Autohaus abgeholt hatte, parkte so auffällig in der Einfahrt, dass er auch von der Straße aus nicht zu übersehen war. „510 PS“, grummelte Faber. Seine Frau zog Stirnfalten, warf ihrem Mann einen bedeutsamen Blick zu. Sie hatte keine Ahnung, warum er seit ein paar Tagen so einen Groll gegen Timo hegte und nur noch schlecht gelaunt war.

Timo war der Juniorchef der Faber-Werke, da staute sich natürlich schon mal einiges an Ärger auf. Andererseits gab es die Abmachung in der Familie, dass die Firma zu Hause außen vor blieb.

„Ich hatte etwas von 480 PS im Kopf“, ließ Timo nicht locker.

„Das verwechselst du mit der M3 Limousine. Ich hab die M3 Competition Limousine.“

„Ach so – na ja, klar. Und sechs Gänge, wenn ich nicht irre?“

„Acht“, verbesserte Bernhard Faber. Langsam taute er auf, Stolz schwang in seiner Stimme mit. Wenn man über Autos sprach, kam man noch am ehesten an ihn heran. „Ist das der mit Allradantrieb?“ Ein Lächeln huschte über Fabers Gesicht. „Genau der! Wenn es euch wirklich interessiert, könnte ich ja mal das Handbuch holen.“

„Klar interessiert uns das“, behauptet Timo, was ihm giftige Blicke seiner Brüder einbrachte. Timo legte eine Hand auf Lilians Arm. „Es wird kühl, Schatz. Soll ich dir dein Umschlagtuch holen?“ „Ja, das wäre lieb.“ Er stand auf, folgte seinem Vater ins Haus. Gabriele sah den beiden mit leisem Seufzen nach, dann wieder in die Runde. „Möchte noch jemand Torte?“, fragte sie.

Elmar hielt seiner Mutter lächelnd den Teller hin. „Da er mit Birkenzucker gebacken ist, genehmige ich mir noch ein Stück.“

Einige Zeit war vergangen, als Timo an einem Fenster im ersten Stock erschien. „Wo genau liegt denn der Schal?“, fragt er Lilian. „Im Schrank finde ich ihn nicht.“

„Nein, ich habe ihn schon mit runtergebracht. Er liegt im Wohnzimmer der Eltern auf der Couch.“

Elmar tastete nach dem Puls des Vaters. „Nichts, er ist tot!“

„Ach so.“ Timos Kopf verschwand hinter dem Fenster. Im selben Moment schlugen die beiden Hunde an. Sie hatten die ganze Zeit friedlich im Garten unter einem Baum gelegen. Jetzt rasten sie ums Haus herum nach vorne.

„Da scheint jemand gekommen zu sein“, wunderte sich Gabriele.

Fabian stand auf. „Na, ich geh mal nachschauen“, sagte er.

Kurz darauf kehrte Fabian schreckensbleich zurück. „Papa … liegt neben seinem Auto … Er ist … ich weiß nicht!“, stotterte er aufgeregt. „Da ist Blut überall, so viel Blut!“

„Was?“ Seine Mutter sprang auf. Sie wollte zu ihrem Mann laufen. Doch Elmar hielt sie zurück. „Bleib hier!“ Damit lief er in Windeseile ums Haus herum nach vorne.

Timo stieß ebenfalls zu ihnen. Zu dritt starrten sie auf ihren Vater. Blut sickerte aus einer großen Wunde am Kopf. Eine zerbrochene Marienstatue lag daneben.

Elmar beugte sich zu seinem Vater hinunter, tastete an dessen Halsschlagader. „Kein Puls! Er ist tot.“

„Aber kannst du ihn nicht reanimieren?“, wollte Timo wissen.

Langsam schüttelte Elmar den Kopf. „Sinnlos bei dieser Verletzung.“ Er zog sein Handy aus der Tasche und betätigte den Notruf.

¨

Kaum eine Stunde später wimmelte es von Kripoleuten rund um die Villa Faber. Drei Ermittler, der Kriminaltechnische Dienst, ein Fotograf und ein Arzt waren gekommen. Fabian hatte sie in Empfang genommen. Nun betrat er mit einer blonden, hochgewachsenen Frau und einem dunkelhaarigen Mann das Wohnzimmer.

„Ich bin Kriminalhauptkommissarin Svenja Rüttger“, stellte sich die Frau vor. „Das ist Hauptkommissar Ansgar Janke.“ Sie sah in die Runde. „Darf ich fragen, wer Sie sind und in welcher Beziehung Sie zu dem Toten stehen?“

Fabian deutete auf Gabriele. Sie saß tränenüberströmt in einem Sessel. „Das ist unsere Mutter. Hinter ihr steht mein Bruder Elmar. Auf der Couch sitzen mein Bruder Timo und seine Frau Lilian.“

Die Kommissarin nickte. „Soweit ich informiert bin, waren Sie alle hier, als der Mord geschah?“

„Wir saßen auf der Terrasse beim Kaffeetrinken“, erklärte Gabriele Faber. „Nur mein Sohn Timo war oben in seiner Wohnung.“

„In seiner Wohnung?“ Ansgar Janke sah Timo an. „Leben Sie denn hier bei Ihren Eltern?“

„Wir leben alle hier“, antwortete Timo. „Die Villa ist alter Familienbesitz und hat 20 Zimmer. Wir haben die Räume umgebaut zu vier abgeschlossenen Wohnungen.“

„Im Parterre wohnen die Eltern“, ergänzte Elmar. „Ich wohne ganz oben unterm Dach. Im ersten Stock leben Timo und Lilian, im zweiten Fabian. Meist geht jeder seiner Wege, nur ab und zu treffen wir uns bei den Eltern, so wie heute.“ „Gab es einen Anlass dafür?“ „Mein Sohn Elmar hat promoviert, das haben wir gefeiert.“ Gabriele wischte sich die Tränen von den Wangen. „Er ist Zahnarzt.“

„Und die Hunde gehören Ihnen?“, fragte Ansgar Janke sie.

„Nein, sie gehören meinem Sohn Timo. Er hat sie selbst ausgebildet. Sie beschützen uns alle.“

Svenja Rüttger wandte sich an Fabian und Timo. „Darf ich fragen, welchen Beruf Sie ausüben?“

„Wir arbeiten beide in unserer Firma“, antwortete Timo. „Ich bin der Juniorchef, also mehr oder weniger das Mädchen für alles. Mein Bruder leitet die Produktion. Wir stellen Bauteile für Land- und Forstmaschinen her.“

Die Kommissarin nickte. „Ein Familienbetrieb also.“

„Nun ja, das war er mal. Wir planen eine Fusion mit zwei anderen Großunternehmen der Branche.“

„Erzählen Sie uns, was sich abspielte, bevor Ihr Vater zum Auto ging“, bat die Kommissarin.

Timo übernahm das Wort: „Wir tranken auf der Terrasse Kaffee und sprachen über das neue Auto unseres Vaters. Mein Vater war sehr stolz auf den Wagen. Er wollte das Handbuch holen, weil wir uns über einige Daten nicht im Klaren waren. Er ging aber zuerst ins Haus, brauchte ja den Autoschlüssel. Ich nutzte die Zeit, um für meine Frau oben in unserer Wohnung einen Schal zu holen. Es war kühl geworden. Während ich am Schlafzimmerfenster stand, um Lilian … um meine Frau zu fragen, wo ich ihren Schal finden kann, bellten plötzlich die Hunde und rannten ums Haus nach vorne.“

Zuerst stellte sich die Frage nach dem Motiv für die Tat

„Darum sah ich nach, wer da gekommen ist“, übernahm Fabian.

„Wieso nahmen Sie an, dass jemand gekommen ist?“

„Sonst hätten die Hunde nicht angeschlagen. Sie können genau unterscheiden, ob jemand draußen auf der Straße vorbeifährt oder -geht, oder ob jemand die Auffahrt heraufkommt“, erklärte Timo.

„Ich ging durchs Haus zur Eingangstür“, fuhr Fabian fort, „öffnete sie und sah Vater neben dem Auto in einer Blutlache liegen.“

Weil er plötzlich schwieg, sagte die Kommissarin: „Ich nehme an, Sie liefen zu ihm und …“

„Nein“, unterbrach Fabian sie. „Ich lief zurück auf die Terrasse, um Elmar zu alarmieren. Er ist ja Arzt … also Zahnarzt. Timo kam gerade von oben und schloss sich uns an. Doch Elmar konnte Vater nicht mehr helfen, er konnte nur noch seinen Tod feststellen.“

Gabriele Faber fing wieder zu weinen an. Elmar versuchte sie zu trösten, während die Kommissarin fragte: „Gibt es denn jemanden, der ein Motiv für diese Tat haben könnte? Ein Streit? Vielleicht ein gekränkter Geschäftspartner, jemand, der entlassen wurde?“

Fabian schüttelte den Kopf. „Natürlich gibt es auch in unserem Betrieb hin und wieder Probleme, aber nichts wirklich Gravierendes. Nichts, das auch nur im Entferntesten ein Grund sein könnte, meinen Vater zu erschlagen.“

„Und innerfamiliär?“ Kommissar Janke ließ seinen Blick von einem zum anderen schweifen.

„Also, ich bitte Sie!“, fuhr Gabriele Faber ihn an. „Ich habe gerade meinen Mann auf so grausame Weise verloren, und da kommen Sie uns mit solchen Verdächtigungen? Wir waren alle zusammen auf der Terrasse, und Timo stand oben am Fenster. Wer von uns hätte da meinen Mann erschlagen sollen?“

Die beiden Kommissare tauschten Blicke. „Belassen wir es fürs erste dabei“, beschwichtigte Svenja Rüttger Frau Faber. „Aber bitte kommen Sie morgen um 10 Uhr ins Präsidium. Dort werden wir Sie noch einmal befragen und Ihre Aussagen zu Protokoll nehmen.“

Als sie ein paar Minuten später im Auto saßen, sah Ansgar seine Kollegin erstaunt an. „Das war alles? Ich hätte da noch nachgehakt! Klar, die geben sich alle gegenseitig ein Alibi. Aber muss man das so mir nichts dir nichts glauben? Und könnte den Mann nicht auch jemand im Auftrag eines der Familienmitglieder getötet haben?“

Das schloss Svenja aus. „Es war eine spontane Tat. Ein Auftragsmord hätte anders ausgesehen. Da hätte einer aus sicherem Abstand geschossen. Keine Angst, wir werden schon noch nachhaken! Doch zuerst verschaffen wir uns einen Überblick über die Familienverhältnisse.“ Sie startete und fuhr los.

Auf dem Präsidium fertigte Kommissarin Rüttger eine Skizze vom Grundstück und der Villa an.

Da war das Haus. Im Süden lag die Terrasse, im Norden, also genau gegenüber, der Hauseingang. Vor der Villa ein großer, gepflasterter Platz. Links auf diesem Platz befanden sich vier Garagen und eine Gerätekammer. Das Auto des Toten stand vor der letzten Garage, daneben lag er selbst.

Von der Gerätekammer zum Haus zog sich ein Zaun mit einem Gartentor. Rechts auf dem Platz war ein Carport für weitere vier Autos. Auch vom Carport zum

Haus hatte man einen Zaun gezogen. In den Garten gelangte man also nur durch das Gartentor.

Zur Straße hin war die Grundstücksgrenze mit einer Hecke bepflanzt. Die Zufahrt zum Haus lag frei und war für jeden zugänglich.

Ansgar betrat das Büro und beugte sich über Svenjas Skizze. „Sieht etwa so aus wie ein Hotel mit einem großen Parkplatz davor.“

Svenja nickte. „Es kann wirklich jeder bis zum Zaun, hinter dem sich der Garten befindet.“

„Und den Hunden war es wegen des Zauns nicht möglich, auf dem Platz den Täter zu stellen. Der Täter hingegen konnte auf die Straße zurücklaufen und verschwinden.“

Kommissar Janke führte die Befragung äußerst geschickt

„Genau.“ Svenja kreuzte die Stelle an, wo die Marienstatue auf einem Sockel gestanden hatte, bevor sie zur Mordwaffe wurde. Sie war aus Ton, im Inneren hohl. Darin war, wie man ihr berichtet hatte, der Schlüssel zur Gerätekammer deponiert. Sie fragte Ansgar: „Hast du was über die Familienverhältnisse herausgefunden?“

„Ich bin dran. Es gibt eine Haushälterin, die hatte aber zur Tatzeit frei. Ich fahr gleich noch zu ihr.“

Auf Kommissar Jankes Klingeln öffnete Frau Schuster sofort. Sie war um die 40, stämmig und wirkte resolut. Als Ansgar ihr vom Tod ihres Arbeitgebers berichtete, sank sie erschüttert auf einen Stuhl. „Unfassbar! Wer tut den so etwas?“

Ansgar setzte sich ihr gegenüber. „Das wissen wir noch nicht.“

„Und warum kommen Sie jetzt zu mir?“, fragte sie atemlos.

„Wir befragen das gesamte Umfeld der Familie. Das ist Routine. Alles, was Sie uns erzählen können, kann von Wichtigkeit sein!“

Er hatte die Frau richtig eingeschätzt. Dass ihre Aussage von Wichtigkeit sei, schmeichelte ihr. Sie nickte. „Gut, fragen Sie ruhig.“

„Sie kümmern sich um alle vier Haushalte der Familie?“

„Es gibt eine Putzfrau. Ich kümmere mich um die Organisation, kontrolliere, ob alles sauber ist, kaufe ein, versorge die Wäsche – und ich koche. Das friere ich portionsweise ein, so kann sich jeder, der will, was nehmen und in der Mikrowelle warm machen.“

„Dann haben Sie einen wichtigen Job“, schmierte ihr Ansgar noch etwas Honig ums Maul.

„Ja, kann man so sagen. Ohne mich geht da gar nichts. Trinken Sie eine Tasse Kaffee mit mir?“

„Sehr gern!“ Ansgar wusste, dass Kaffeetrinken Wunder wirken konnte, wenn man etwas herausbekommen wollte. „Der jüngste Sohn ist Zahnarzt“, hakte er gleich nach. „Wollte Elmar denn nicht im Betrieb mitarbeiten?“

Sie stellte zwei Tassen und eine Thermoskanne auf den Tisch und schenkte ein. „Nein, darauf hatte der absolut keine Lust. Gab damals auch Streit mit seinem Vater. Doch Elmar war nicht umzustimmen. Inzwischen hat er sogar promoviert. Er will eine Praxis eröffnen, dafür wollte er sein Erbteil ausbezahlt haben. Aber auf dem Ohr war sein Vater völlig taub. Soll er eben einen Kredit aufnehmen, hieß es.“

„Ja, ja, diese Auseinandersetzungen zwischen Vätern und Söhnen!“ Ansgar lachte aufgesetzt. „Ich kenne das. Als ich meinem Vater sagte, dass ich seine Schreinerei nicht übernehmen will sondern zur Kripo, hat er glatt versucht, mich zu erpressen. Von wegen, dann würde eben mein Bruder alles bekommen.“ Er trank einen Schluck. „Erstklassig!“, lobte er den Kaffee. „Und wie war das mit Timo und Fabian?“, fragte Ansgar weiter.

„Problemlos, die haben beide Ingenieur studiert. Nur in letzter Zeit …“ Sie zog Stirnfalten.

„Hatten die beiden keine Lust mehr?“, ließ Ansgar nicht locker.

„Doch. Aber sie wollten unbedingt so eine … äh … Fusion, was ihrem Vater gar nicht zusagte.“ „Gab es Streit deswegen?“ „Ich würde das nicht Streit nennen. Eher Diskussionen, Auseinandersetzungen und so was. Wissen Sie, Herr Faber ist … war vom Charakter her einer, der am Alten festhielt. Die Jungs sind modern. Klar, die Jugend will vieles anders und besser machen. Aber der alte Faber war stur. Ich habe mal gehört, wie seine Frau zu ihm sagte, dass er wie ein Panzer über alle …“

Sie brach ab. Offenbar schien ihr bewusst zu werden, dass sie Ansgar gerade Dinge erzählte, die sie eigentlich gar nichts angingen.

Der Kommissar wechselte das Thema. „Diese Madonna, die in der Blumenrabatte vor dem Haus steht …?“ Er ließ den Satz unbeendet im Raum schweben.

„Die Madonna, die hat Frau Faber mal auf einem Töpfermarkt gekauft. Irgendeiner kam auf die Idee, den Schlüssel zur Gerätekammer darunterzulegen. So konnte jeder dran. Da wird das Zeug für den Gärtner aufbewahrt, Gartenschlauch, Schubkarre, Harken und so was. Auch Fahrräder, Sachen, um die Autos zu waschen, Gummistiefel für die Männer. So was halt.“

Als altmodisch und stur wurde Bernhard Faber beschrieben

„Verstehe.“ Ansgar trank seinen Kaffee, lehnte aber ab, als Frau Schuster nachgießen wollte. „So, einen Gärtner gibt es also auch?“

„Der heißt Max Öller. Er ist ein zwielichtiger Kerl – meiner bescheidenen Meinung nach.“

„Und Timos Frau Lilian? Sie scheint sich gut mit Frau Faber zu verstehen“, fragte der Kommissar.

„Ja, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Frau Faber hätte gerne eine Tochter gehabt. Als dann auch das dritte Kind ein Junge war, hat sie sich damit getröstet, dass sie ja mal drei Töchter dazubekommen wird. Bisher hat ihr allerdings nur Timo die Freude gemacht zu heiraten.“ Frau Schuster lachte.

„Vielleicht bekommt sie ja jetzt eine Enkelin“, bemerkte Ansgar.

„Nein, das Kind wird ein Junge. Darüber war der alte Faber anfänglich richtig glücklich. So nach dem Motto: Das wird der Thronfolger!“

„Aha, aber mittlerweile ist … also, war er nicht mehr glücklich darüber?“, wunderte sich Ansgar.

Frau Schuster zuckte die Schultern. „Weiß nicht. Irgendwas war seit Tagen im Busch. Da gab es Spannungen zwischen Herrn Faber und seinem Ältesten. Ich dachte, vielleicht ist das Kind nicht gesund? Oder es wird doch ein Mädchen. Eine Frau, die die Firma leitet – also was das betrifft ist … war Herr Faber ziemlich altmodisch.“

Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht, kurz darauf betrat Herr Schuster die Küche. Er sah erstaunt von seiner Frau zu Ansgar und wieder zurück. „Das ist ein Beamter von der Kriminalpolizei“, erklärte sie ihm. „Stell dir nur vor, jemand hat Bernhard Faber erschlagen!“

Als Ansgar die Wohnung verließ, war es bereits nach 19 Uhr. Er fuhr ins Präsidium, wo Svenja noch immer dabei war, das Internet nach Informationen zu durchforsten.

Ansgar fasste zusammen, was er von Frau Schuster erfahren hatte: „Elmar Faber wurde gegen den Willen seines Vaters Zahnarzt. Er will eine Praxis eröffnen und dafür sein Erbe ausbezahlt haben. Aber der alte Faber hat das abgelehnt. Macht ihn das verdächtig? Lässt einer seinen Vater umbringen, weil er einen Kredit aufnehmen soll?“ „Höchst unwahrscheinlich.“ „Eben.“ Ansgar zuckte die Schultern. „Also können wir Elmar wohl abhaken. Es dürfte für den Herrn Doktor ja kein Problem sein, einen Kredit zu bekommen. Erstrecht nicht mit so einem familiären Hintergrund. Fabian und Timo“, fuhr er fort, „wollten eine Fusion der Firma mit zwei anderen Unternehmen. Da zog der Alte nicht mit. Die Schuster meinte, es gab zwar Auseinandersetzungen, aber Streit könne man das nicht nennen.“

„Was hältst du von dieser Haushälterin?“, fragte Svenja.

„Nimmt sich wichtig, steckt ihre Nase überall rein. Eine Bemerkung machte mich stutzig. Sie sagte, Gabriele Faber hätte ihren Mann im Zusammenhang mit der Firma und seinen Söhnen als Panzer bezeichnet. Also einer, der gnadenlos und stur alles überrollte und keine andere Meinung gelten ließ.“

„Also doch nicht alles so harmonisch, wie man uns vormachte?“

„Kennen wir ja. Nach außen hin wahren alle den Schein. Im innersten Kreis sieht es anders aus.“ „Und die Schwiegertochter?“ „Die scheint sich vor allem mit Gabriele Faber gut zu verstehen. Für die ist sie ein Tochterersatz.“ „Hm“, machte Svenja. „Es gibt da noch einen Gärtner, Max Öller“, fügte Ansgar an. „Von dem hält die Schuster nicht viel. Sie meinte, er sei ein zwielichtiger Zeitgenosse. Möglicherweise wollte der irgendwas aus dem Schuppen entwenden und wurde von Bernhard Faber dabei erwischt?

Und dann, zack, die Madonna über den Kopf seines Chefs gezogen!“

Svenja nickte abwägend. „Könnte gut sein. Nimm dir den Herrn gleich morgen früh mal vor.“

„Und was hast du inzwischen im Web herausgefunden, werte Vorgesetzte?“, erkundigte sich Ansgar.

„Ach, nichts Relevantes.“ Svenja gähnte. „Es ist mal wieder spät geworden, ich bin hundemüde. Für heute machen wir jetzt Schluss.“

„Befragen Sie auch Fabers Dämchen?“ Der Gärtner grinste

Die neuerliche Befragung der Familienmitglieder brachte die Kommissare auch nicht weiter. Keiner widersprach sich, alle blieben dabei: Wir saßen zusammen am Tisch bei Kaffee und Torte. Timo war oben am Fenster, als die Hunde anschlugen. Die Söhne liefen nach vorne, weil sich dort offenbar ein Fremder aufhielt.

„Haben Sie in Betracht gezogen, dass jemand das nagelneue Auto stehlen wollte?“, fragte Fabian.

„Haben wir“, entgegnete Svenja. „Autobanden gehen allerdings meist anders vor. Die klauen Autos auf unbewachten Parkplätzen.“

Gegen Mittag fuhr Ansgar zu Max Öller. Der Mann moserte gleich los: „Wer will was von mir?“ Er war Anfang 30, wirkte etwas heruntergekommen, trug nur ein Unterhemd über der speckigen Hose. Ansgar hielt ihm seinen Ausweis hin und klärte ihn über Bernhard Fabers Tod auf. „Mist …“ Öller kratzte sich am Kopf. „Und da kommen Sie zu mir?“

„Wir befragen jede Person aus Herrn Fabers Umfeld, das ist Routine. Ich muss wissen, wo Sie gestern um 15 Uhr waren.“

„Da war ich beim Friseur. Können Sie gerne nachprüfen. Der türkische in der Bahnhofstraße 12.“

Ansgar machte ein Foto von Öller und notierte die Adresse des Friseurs. Öller grinste plötzlich. „Wenn Sie schon alle befragen, dann sollten sie aber auch Fabers Dämchen in die Zange nehmen.“

„Sein Dämchen? Wie meinen Sie das?“ Ansgar zog Stirnfalten.

„Hab ihn letzten Donnerstag mit so einer Tussi gesehen. Mindestens 30 Jahre jünger als er, dunkelhaarig, schlank und groß. Sie saßen auf der Terrasse vom Café am Park. Ich hab dort die Sträucher beschnitten. Der Faber kennt mich nicht so wirklich. Klar, wir sind uns schon mal begegnet. Aber so einer schaut sich doch nicht nach seinem Gärtner um.“

„War ja vielleicht nur eine Bekannte?“, warf Ansgar ein.

Öller lachte. „Dafür waren die zwei aber sehr intim. Erst hat er sie geküsst, dann hatten sie Streit. Hab auch noch gehört, wie sie sagte, dass er sich jetzt endlich scheiden lassen soll, oder sie klärt seine Frau selbst über ihr Verhältnis auf.“

„Sie hat ihn also unter Druck gesetzt?“, hakte Ansgar nach.

„Kann man so sagen!“ Öller zündete sich eine Zigarette an.

„Wie die Frau heißt, wissen Sie nicht zufällig auch noch?“ Es klang zynisch, wie Ansgar das sagte.

Der Mann blies den Rauch aus und schüttelte den Kopf. „Nö, aber eine Viertelstunde später ist sie in ein Auto mit der Aufschrift ‚Tanzstudio am Ring‘ gestiegen.“

Der Friseur erkannte Öller auf dem Foto und konnte sich auch an die Uhrzeit erinnern. „Klar, war mein letzter Kunde an dem Tag.“

Von dort fuhr Ansgar weiter zum Tanzstudio. Die Frau, die er antraf, passte auf Öllers Beschreibung. Seine Mitteilung, dass Bernhard Faber erschlagen wurde, riss ihr schier den Boden unter den Füßen weg. Sie sank auf einen Hocker, der vor einer riesigen Spiegelwand stand, und brach in Tränen aus.

Als er Svenja später berichtete, sagte er: „Sie war tatsächlich Fabers Geliebte. Aber ich bin sicher, die hat nichts mit seinem Ableben zu tun. Abgesehen davon, dass sie gestern um 15 Uhr mit Schülern für eine Aufführung geprobt hat – die war echt fertig. Und weshalb sollte sie Faber umbringen lassen? Dann doch eher seine Frau.“

Svenja seufzte. „Wir drehen uns im Kreis. Alle haben ein Alibi, keiner hätte einen Grund gehabt, Bernhard Faber zu töten oder gar einen Killer auf ihn anzusetzen.“

„Einzig diese dubiosen Unstimmigkeiten zwischen Bernhard und Timo Faber, von denen die Schuster erzählt hat, geben mir noch zu denken. Dabei ging es scheinbar um das zu erwartende Kind.“

„Vielleicht sollten wir ihn darauf ansprechen“, überlegte Svenja. Dann schlug sie mit den Händen auf ihre Schenkel. „Okay, lass uns noch einmal zur Villa fahren.“

Lilian Faber zog Stirnfalten. „Ich verstehe nicht, warum Sie sich für unser Kind interessieren.“ Sie legte beschützend die Hand auf ihren Bauch. „Was soll unser Junge, der noch nicht einmal geboren ist, mit dem Mord an meinem Schwiegervater zu tun haben?“

Beim Hundetraining wird Svenja klar, was abgelaufen ist

„Das Kind selbst natürlich nichts. Aber gab es Schwierigkeiten mit Ihrem Schwiegervater im Zusammenhang mit dem Kind?“

„Ich verstehe die Frage nicht. Wir alle freuen uns auf den Kleinen.“ Sie sah zu ihrem Mann, der am Fenster stand. „Nicht, Timo?“

Timo blickte verwirrt auf. Es schien, als sei er mit seinen Gedanken ganz wo anders gewesen. Dann riss er sich zusammen und sagte: „Auch ich verstehe Ihre Frage nicht. Mein Vater war glücklich, einen Enkel zu bekommen.“

Als die Kommissare wenig später wieder im Auto saßen, waren sie sich einig: Irgendetwas ist hier oberfaul. Nur was? Konkrete Anhaltspunkte, dass Faber nicht von einem Fremden, sondern von jemandem aus der Familie erschlagen wurde, gab es nicht. Es war nur so ein Bauchgefühl …

Einige Wochen gingen ins Land, in denen es in diesem Fall keine neuen Erkenntnisse gab. Dann lernte Svenja einen Kollegen von der Diensthundestaffel kennen. Paul hieß er. Sie trafen sich ein paarmal. Fürs Wochenende lud er sie ein, sie zur Polizeihundeschule zu begleiten. „Das ist wirklich interessant, du wirst staunen.“

Das war es tatsächlich! Während Svenja Paul und seiner Hündin beim Training zusah, ging ihr ein ganzer Kronleuchter von Erkenntnissen auf. Sie sprach mit Paul über ihren Verdacht, und der bestätigte: „Klar, das ist sicher möglich!“

Wie gewünscht hatte sich die ganze Familie auf der Terrasse der Villa versammelt. „Haben Sie den Mörder meines Mannes nun endlich gefunden?“, fragte Gabriele Faber hoffnungsvoll.

„Ich denke schon“, sagte Svenja. „Um ganz sicher zu sein, müssen wir die Szene aber nachstellen. Deshalb bitte ich Sie, sich genau auf dieselben Plätze zu setzen, die Sie damals eingenommen hatten. Und auch die Hunde sollten sich dorthinlegen, wo sie zum Zeitpunkt des Mordes lagen.“

„Wozu das?“, fragte Timo mürrisch, holte aber die Hunde und ließ sie im Garten Platz machen.

„Okay. War alles genau so?“, fragte Svenja die Frau des Hauses.

„Ja, genau so. Nur Timo stand oben am Fenster“, antwortete die.

Svenja sah Timo an. „Ihre Hunde sind ja gut abgerichtet, da haben Sie sicher so eine Hundepfeife?“

„Ja, natürlich …“ murmelte Timo. Er wirkte auf einmal verunsichert und überaus nervös.

„Bitte geben Sie diese Pfeife meinem Kollegen und begleiten Sie ihn an das Fenster oben, an dem Sie damals standen.“

Timo tat, was von ihm verlangt wurde. Als Ansgar kurz darauf am Fenster erschien, nickte Svenja ihm zu. Sein Kopf verschwand wieder, und plötzlich rasten die Hunde los nach vorne zum Zaun.

¨

Timo war leichenblass, als er mit dem Kommissar wieder auf der Terrasse erschien. „Sie haben Ihren Vater erschlagen“, sagte Svenja ihm auf den Kopf zu. „Man hört die Pfeife nicht, sie gibt einen hochfrequenten Ton von sich, den Menschen nicht wahrnehmen. Hunde aber reagieren darauf.“

Der Beschuldigte sank auf den einzigen freien Stuhl und brach in Tränen aus. „Ja“, gab er zu. „Ich habe ihn erschlagen.“ Er sah seine Mutter an. „Es tut mir so unglaublich leid. Es war keinesfalls Absicht. Es ist einfach passiert.“

Fassungslose Blicke trafen ihn. „Aber warum?“ Tränen rannen über das Gesicht seiner Mutter.

Timo sah seine Frau an, die zusammengesunken an seiner Seite saß. „Weil wir so lang kein Kind bekommen konnten, ließ ich mich untersuchen. Bei Lilian war alles in Ordnung, das hatte ihr Arzt längst bestätigt. Aber ich bin zeugungsunfähig. Das Kind, das Lilian unter dem Herzen trägt, ist von einem anonymen Samenspender.“

Jetzt sahen alle die junge Frau an, die verzweifelt schluchzte.

„Vater hat den Befund entdeckt, der nur einen Moment unbeachtet auf meinem Schreibtisch im Büro lag“, fuhr Timo fort. „Er hat mich als totalen Versager beschimpft, der nicht einmal ein Kind zeugen kann. Er hat unser Kind einen Bastard genannt und gab mir drei Tage Zeit, mich von meiner Frau und dem Kind loszusagen, sonst würde er mich enterben. Er dächte nicht daran, sein Lebenswerk einmal einem Bastard zu vermachen.“

Unter Tränen fragte Lilian: „Wird es schlimm für Timo?“

Timo ging zu seiner Frau und nahm sie tröstend in die Arme. Seine Mutter schüttelte immer wieder den Kopf. „Ich folgte Vater zu seinem Wagen, nur um ihn zu bitten, Abstand von seiner Forderung zu nehmen. Ich liebe meine Frau, und ich wollte auch das Kind lieben, das wir uns so sehr gewünscht haben.“ Timo sah Lilian an. „Dort hat er mich und das Kind wieder übel beschimpft. Da brannte bei mir eine Sicherung durch. Ich weiß gar nicht, wie es passieren konnte. Plötzlich lag Vater in einer Blutlache vor mir und neben ihm die zerbrochene Muttergottes.“

„Und dann fiel Ihnen der Trick mit den Hunden ein?“ Die Kommissare tauschten Blicke.

„Das hatte ich ja oft mit ihnen geübt. Ein langgezogener Pfiff, das bedeutet: Fass den Dieb!“

„Also gingen Sie nach oben, pfiffen, was außer den Hunden niemand hören konnte. Sie liefen nach vorne und alle glaubten, ein Fremder hätte Ihren Vater erschlagen.“

Timo senkte den Kopf und nickte. „Der Gedanke, nicht bei meiner Frau und dem Kind sein zu können, ist auch jetzt noch schmerzlicher als die Tatsache, dass ich zum Vatermörder geworden bin.“

Als Timo abgeführt worden war, hielt Lilian Svenja am Arm fest. „Wird es schlimm für Timo werden? Ich meine, die Strafe?“, fragte sie, dabei liefen ihr immer noch die Tränen über die Wangen.

„Das entscheiden die Richter. Bei Totschlag im Affekt liegt das Strafmaß bei einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren. Mit einem guten Anwalt – und wenn seine Mutter sich hinter ihn stellt …“ Sie ließ den Satz unbeendet, lächelte der jungen Frau Mut zu, stieg ein und fuhr davon.

ENDE

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LIEBES-ROMAN