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TUNIC


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N-Zone - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 19.10.2022
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Bildquelle: N-Zone, Ausgabe 11/2022

Anfangs niedlich, dann knackig-schwer: Tunic hat uns im Test überrascht. (Herstellerbild)

Tunics Vorbilder braucht man nicht lange suchen: Das Action-Adventure bedient sich überdeutlich bei The Legend of Zelda und Dark Souls, aber auch Indie-Hits wie Hyper Light Drifter, Fez oder das unterschätzte Hob haben ihre Spuren hinterlassen. Fast sechs Jahre Arbeit stecken in dem Spiel, das größtenteils vom Indie-Entwickler Andrew Shouldice ausgetüftelt und umgesetzt wurde. Das Ergebnis seiner langen Mühen: Ein cleveres Kleinod für Entdecker, die eine echte Herausforderung suchen. Knackige Kämpfe und knifflige Rätsel stellen auch erfahrene Spieler auf die (Gedulds)Probe.

Wer sich darauf einlässt, wird mit einem erstaunlich motivierenden Abenteuer belohnt, das mit der Zeit seine ganz eigene Identität entfaltet und sich deutlich von anderen „Indie-Zeldas“ abhebt. Trotz mancher Frustmomente konnten wir Tunic irgendwann kaum noch aus der Hand legen, selbst nach dem Durchspielen locken uns immer noch ...

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... ein paar ungelöste Rätsel zurück.

Umso besser, dass wir Tunic nun, ein halbes Jahr nach der Erstveröffentlichung, auch auf der Switch erleben können! Im Test verraten wir euch, warum diesmal auch Anfänger auf ihre Kosten kommen – und ob die Switch-Umsetzung ihr Geld wert ist.

Highlight für Entdecker

Schon die Eröffnungsszene könnte glatt aus Link’s Awakening stammen: Eure Spielfigur – ein kleiner Fuchs in grünem Gewand – erwacht ohne Ausrüstung, Hinweise oder Ziel an einem Strand. Doch noch bevor man „Sieht ja aus wie Zelda!“ rufen kann, sticht einem schon der eigenwillige Grafikstil ins Auge: Tunic setzt auf einen polygonarmen, bewusst klobigen Look, der mit sanften Farbtönen, klug eingesetzten Unschärfe-Effekten und ausgefeilter Beleuchtung eine wunderschöne Diorama-Atmosphäre versprüht. Der Clou daran: Das gesamte Spielgeschehen wird aus einer isometrischen Draufsicht präsentiert, ihr dürft die Kamera also nicht frei bewegen, sondern lediglich mit einer Schultertaste kippen. Das führt dazu, dass ihr manche Teile der Umgebung schlichtweg nicht einsehen könnt, weil sie von der Levelgeometrie verdeckt werden. Und das ist auch voll beabsichtigt, denn in genau diesen Ecken haben die Designer jede Menge Geheimgänge und Schätze versteckt.

Tunic zu meistern heißt darum auch, wirklich jeden Winkel stoisch abzusuchen, ganz egal, wie oft man vielleicht schon daran vorbeigelaufen ist. Ihr werdet überrascht sein, über wie viele Abkürzungen und Schatzkisten ihr selbst nach vielen Stunden noch stolpern werdet!

Selbst ist der Fuchs!

Ein weiterer Grund, weshalb man vieles erst spät (oder vielleicht auch gar nicht) entdeckt: Tunic lässt euch lange Zeit komplett im Dunkeln darüber, wie es funktioniert und worum es überhaupt geht. Die Fantasywelt ist auf den ersten Blick unbewohnt, ihr findet nur ein paar Hinweisschilder, die mit einer unleserlichen Symbolsprache beschriftet sind. Ganz selten tauchen aber auch lesbare Wortfetzen auf, die zumindest eine grobe Richtung vorgeben: Ihr müsst magische Glocken läuten, Schlüssel sammeln, ein Tor öffnen und irgendein altes Unheil besiegen – und wie man das alles anstellt, sollt ihr bitteschön selbst rausfinden.

Tunic mag viele Stärken haben, doch die löchrige Story ist definitiv keine davon.

Anfangs seid ihr noch unbewaffnet, doch schon nach wenigen Minuten erhaltet ihr einen Stock und kurz darauf ein Schwert, mit dem ihr nicht nur Gegner, sondern auch Gräser und Gebüsche ummähen könnt. So legt ihr den nächsten Weg frei, entdeckt eine Höhle, die euch nun in einen kleinen Wald führt. Schon bald erhaltet ihr dort einen Schild, mit dem ihr euch Feinde vom Leib haltet und Geschosse abwehrt. Und vor allem lernt ihr, mit eurer knappen Ausdaueranzeige umzugehen: Nur wer im richtigen Moment blockt oder eine Ausweichrolle hinlegt, hat auf Dauer eine Chance gegen die ganzen Monster, Schwertkämpfer, Riesenspinnen, Untoten, Maschinen und Okkultisten, die euch aggressiv angreifen.

Die Gegner sind zwar hundsdämlich, teilen aber kräftig aus und nehmen auch mal die Verfolgung auf. Haltet darum immer die Augen nach Schatzkisten offen, darin entdeckt ihr hin und wieder enorm wichtige Items, mit denen ihr eure Kampfkraft, Ausdauer und Abwehr dauerhaft steigern könnt. Wie genau das funktioniert, verrät euch das Spiel allerdings nicht einfach so, denn klassische Tutorials werdet ihr in Tunic weit und breit nicht finden.

Kryptische Hinweise

Stattdessen sammelt ihr unterwegs immer wieder Seiten aus einer Spielanleitung, die ihr so langsam zusammensetzt und dann im Pausenmenü studieren könnt. Das digitale Heftchen ist wunderschön im Stil alter Nintendo-Klassiker gestaltet und deckt von der Steuerung über nützliche Dungeon-Karten bis zu konkreten Rätseltipps eine ganze Menge ab. Wundervoll: Hier und da finden sich sogar Notizen, die aussehen, als hätte sie jemand mit dem Kugelschreiber direkt ins Heft gekritzelt! Je länger man spielt, je mehr Seiten man findet, desto mehr Zeit verbringt man mit der wertvollen Anleitung – obwohl sie im Grunde schon ein Rätsel für sich darstellt. Denn auch hier gibt’s massenhaft Texte in kryptischer Symbolsprache, viele Notizen und Funktionen erschließen sich nicht mal auf den zweiten Blick. Ein Allheilmittel ist die Anleitung also nicht, schon allein weil ihr oft mit Features konfrontiert werdet, bevor ihr die passende Seite dazu gefunden habt. Ihr müsst also erst mal selbst rausfinden, was es damit auf sich hat.

So werdet ihr zum Beispiel früher oder später eine von 15 Münzen entdecken. Was man damit tun soll? Ausprobieren! Ab und zu erbeutet ihr auch spezielle Karten, die euch passive Eigenschaften verpassen. Doch welche sind das genau? Bei manchen Karten wissen wir es immer noch nicht – und wir haben das Ding durchgespielt!

Fragezeichen überall

Sogar die Zelda-typischen Bomben, die wir schon früh im Spiel erhalten, haben uns überrascht: Tunic vermittelt uns nämlich zu keinem Zeitpunkt, dass man damit nicht nur Gegnergruppen wegputzen, sondern auch geheime Durchgänge freisprengen kann. Es gibt keine rissigen Wände, keine Hinweise auf brüchige Stellen, nichts, was man in so einem Spiel erwarten würde. Man muss es einfach ausprobieren. Ebenso schräg: Je mehr Bomben wir kaufen und verwenden, desto mehr bekommen wir danach vom Spiel geschenkt, sobald wir uns an einem Speicherpunkt ausruhen. Der Bombenvorrat wird auf diese Weise immer größer. Eine Begründung? Gibt’s nicht!

Die Sanduhr, eines der nützlichsten Items im gesamten Spiel, ist sogar völlig optional: Wer die Welt nicht gründlich absucht und immer wieder daran denkt, die Perspektive mit der Schultertaste zu kippen, läuft vielleicht schnurstracks daran vorbei. Dabei ist sie spätestens beim knüppelharten Endboss ungemein praktisch.

Geduld ist gefragt

Entwickler Shouldice genießt es offensichtlich, euch so wenig wie möglich zu erklären. Darauf muss man sich einlassen, sonst kann Tunic schnell eine frustrierende Erfahrung werden. Hat man sich aber erst mal an so manche Eigenheit gewöhnt, kann man auch wunderbar in dem Spiel versinken, das gilt besonders für das Erkunden: Euer Abenteuer führt euch durch eine zentrale, clever aufgebaute Oberwelt, über die ihr verschiedene Zonen und Dungeons erreicht, darunter Wälder und halb versunkene Tempel, eine Mine, Kanalisationen, eine Art unterirdische Fabrik oder einen Friedhof, den wir nur in Geistergestalt betreten können.

Obwohl das verschachtelte Leveldesign anfangs einschüchternd wirken kann, ist die Spielwelt tatsächlich überraschend kompakt geraten. Man muss sich einfach Schritt für Schritt vortasten. Hat man dann noch ein paar Geheimgänge und Schnellreisepunkte entdeckt, findet man sich irgendwann mühelos zurecht. Das macht auch das Backtracking absolut erträglich.

Der Umfang geht für den Preis von 28 Euro in Ordnung: Mindestens zehn Stunden solltet ihr einplanen, bis ihr den Endboss erreicht (von Besiegen hat da noch keiner was gesagt). Wer unterwegs auch viele Secrets entdecken und Rätsel knacken will, ist locker doppelt so lange beschäftigt. Wir hatten selbst nach 25 Stunden noch nicht alles gesehen, denn der „goldene Pfad“ – das mit Abstand kniffligste Rätsel im Spiel – hat uns auf eine harte Probe gestellt. Das Puzzle ist im Grunde brillant designt, allerdings fällt es auch so knifflig aus, dass die meisten Spieler wohl ohne Tipps aus dem Netz aufgeschmissen wären.

Überschaubare Ausrüstung

Manche Teile der Welt könnt ihr erst vollständig erkunden, wenn ihr bestimmte Items gesammelt habt, darunter einen magischen Greifhaken, einen Zauberstab oder eine Gasmaske. Bevor nun jemand „Metroidvania!“ ruft, müssen wir euch enttäuschen: Ihr findet insgesamt nur sehr wenige Items, teilweise ist das Zeug sogar völlig optional. Etwa in der Mitte des Spiels erhält man beispielsweise eine Art Shotgun, die wir aber so gut wie nie benutzt haben. Das gilt auch für die Bosskämpfe, die euch am Ende der größeren Dungeons erwarten: Hier braucht ihr praktisch nie ein besonderes Werkzeug, sondern müsst euch vor allem auf blitzschnelle Reflexe, einen großen Bombenvorrat und eure knappen Heiltränke verlassen. Manche Bosse lassen sich ohne Stress niederknüppeln, andere dagegen haben es so richtig in sich und dürften auch erfahrene Spieler auf die Probe stellen. Besonders im letzten Drittel haben uns zwei Bossgefechte so richtig genervt, den finalen Kampf haben wir sogar als unfair empfunden. Nach mehr als zwanzig Anläufen haben wir es zwar doch noch gepackt, allerdings nur mit massenhaft Heilgegenständen, für die wir das nötige Geld erst mühsam zusammenfarmen mussten. Den Standard-Schwierigkeitsgrad solltet ihr also nicht unterschätzen! Wo Elden-Ring-Profis vielleicht nur müde mit der Wimper zucken, dürften „Normalspieler“, die ein gemütliches Indie-Abenteuer im Stil von Blossom Tales oder Hob erwarten, nämlich schnell an ihre Grenze stoßen.

Keine Lust auf Frust?

Wenn ihr das Inventar öffnet, wird das Spielgeschehen nicht angehalten, das heißt: Gegner können euch ungehindert angreifen. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil ihr nur drei Aktionstasten mit Waffen, Ausrüstung oder Verbrauchsgegenständen belegen könnt. Da ein Slot aber praktisch immer mit dem Schwert belegt ist, bleiben nur zwei Plätze übrig. Bis ihr also den dringend nötigen Manabooster, eine Heilpflanze oder die Eisbombe aus dem Rucksack gefischt habt, habt ihr vielleicht schon längst einen Treffer kassiert. Eine bequeme Schnellzugriffsleiste oder zumindest ein optionaler Zeitlupeneffekt hätten hier viel Frust abfangen können, ohne das Gameplay zu verwässern. Im Optionsmenü finden sich aber lediglich ein paar Cheats, mit denen man beispielsweise den Ausdauerverbrauch komplett abschalten kann. Das wirkt fast schon übertrieben. Doch es gibt auch eine gute Nachricht für alle, die sich schnell frustrieren lassen: Die Entwickler haben mittlerweile eine weitere Option eingebaut, mit der ihr nun auch die Kampfschwierigkeit reduzieren könnt. Dadurch kann euer Fuchs deutlich mehr Treffer einstecken, alle weiteren Mechaniken bleiben davon anscheinend unberührt. Falls ihr euch also mehr auf das Entdecken und das Lösen der Puzzles konzentrieren wollt als auf die Kämpfe, ist dieser Modus genau das Richtige für euch!

Rätsel über Rätsel

Neben den Gefechten sorgen auch die Rätsel zuverlässig für Kopfkratzen: Im späteren Spielverlauf lernen wir nämlich eine Art Magiesystem kennen, das komplett über das Steuerkreuz bedient wird (im Spiel als „heiliges Kreuz“ beschrieben). Oben, unten, rechts, rechts, links, oben, unten, links – solche Tastenkombinationen sind überall in der Spielwelt versteckt, an Wänden, in Kacheln am Boden, selbst ein paar Blumen oder die Flügel einer Windmühle können einen Code enthalten. Teilweise werdet ihr erst nach vielen Stunden merken, dass ihr schon zigfach an so einem Geheimnis vorbeigestiefelt seid. Manche Aufgaben kapiert man zwar sofort, für andere muss man aber auch mal kräftig um die Ecke denken. Umso motivierender ist dann der Moment, wenn man auf die Lösung kommt! Die Zauber öffnen geheime Pforten, lassen Schatztruhen erscheinen oder machen den Weg zu versteckten Kammern frei. Ein besonderer Suchzauber führt uns gegen Ende außerdem zu verborgenen Feen, die wir brauchen, um die wichtige Anleitung abzuschließen. Das macht tatsächlich Spaß und sorgt dafür, dass wir die Welt noch einmal gründlich nach Geheimnissen absuchen. Kleiner Tipp: Zettel und Stift bereithalten!

Allerdings nervt das Magiesystem auch schnell. Hat man wieder mal die falsche Taste gedrückt? Oder kapiert man einfach das Rätsel nicht? Eine schlichte Anzeige, über die wir unsere Eingaben kontrollieren könnten, hätte hier locker ausgereicht, um den Spielablauf angenehmer und verständlicher zu gestalten. Es gibt auch keine Möglichkeit, bereits bekannte Zauber oder Tastenkombinationen abzuspeichern, damit man sie schnell griffbereit hat. Eine verpasste Chance.

Performance auf der Switch

Inhaltlich ist die Switch-Version identisch mit der Originalfassung, die im März für PC und Xbox One erschienen ist. Grafisch wurden aber kleine Abstriche gemacht. So fällt die Auflösung geringer aus als auf den anderen Plattformen. Das Bild wirkt dadurch merklich verwaschener, egal ob im Handheld-Modus oder am TV. Auch die Schatten sind etwas grobkörniger und flackern unschön bei Bewegung. Das ist grundsätzlich aber noch im Rahmen. Die durchwachsene Performance hat uns da schon eher gestört: Die Switch-Fassung ist auf 30 Bilder pro Sekunde beschränkt, fällt hier und da aber noch spürbar darunter. Grundsätzlich steuert sich der Fuchs auch etwas zäher als in der PC-Fassung, die sich im direkten Vergleich einfach besser anfühlt. Zwar bleibt Tunic auch auf der Switch solide spielbar, unterm Strich ist die Umsetzung aber klar die schwächste Version.

▪ Felix Schütz

Die niedliche Fassade täuscht: Tunic ist ein überaus forderndes Action-Abenteuer!

Tunic hat es mir anfangs nicht leicht gemacht: Die bestenfalls undeutlichen Hinweise, die kniffligen Kämpfe und die vielen Momente, in denen ich wirklich überlegt habe, was das Spiel eigentlich von mir will, haben mich in den ersten Stunden eingeschüchtert. Doch nach einer Weile ist der Funke doch noch übergesprungen und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen: Tunic trägt sein kryptisches Konzept für meinen Geschmack ein bisschen zu stolz vor sich her, doch wer sich darauf einlässt, wird auch mit einem stimmungsvollen, fordernden und erstaunlich motivierenden Abenteuer belohnt, das man sich nach und nach selbst entschlüsselt. Vor allem Entdecker und Rätselfreunde, die jeden Stein in einer Spielwelt umdrehen wollen, kommen dabei auf ihre Kosten. Wer aber eine ordentliche Story erwartet und bei kniffligen Bossen schnell das Handtuch wirft, sollte besser einen großen Bogen um das Spiel machen. Gut, dass man auf der Switch den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe reduzieren kann! Wenn ihr dagegen ein Spiel wollt, das euch zur Abwechslung mal nicht alles vorkaut, dann ist Tunic das richtige Indie-Abenteuer für euch.

Infos

Pro & Contra

+ Hübscher (wenn auch etwas matschiger) Grafikstil

+ Clever aufgebaute Spielwelt

+ Jede Menge Secrets zu entdecken

+ Überaus fordernd auf Standardeinstellungen

+ Cooles Anleitung-im-Spiel-Konzept

+ Angenehme Musikuntermalung

+ Schwierigkeitsgrad auf Wunsch anpassbar

- Übertrieben kniffliger Endboss

- Einige Items bleiben völlig unklar

- Wenig Ausrüstung zu sammeln

- Story belanglos und bruchstückhaft

- „Gutes“ Ende nur für Rätsel-Profis schaffbar

- Durchwachsene Performance auf der Switch

Wertung