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TV-AKTUELL: EXTREMER EINSATZ


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 13.03.2020

In „FEUER & FLAMME“ zeigt der WDR den Alltag einer Feuerwehr. Und der ist vor allem eines: unberechenbar!


Ein umgestürzter Lkw voller Chemikalien? Ein Großbrand im Wohnblock? Oder doch nur die hilflose Katze auf einem Baum? Wenn Gruppenführer Peter morgens um acht Uhr seinen 24-Stunden-Dienst antritt, weiß er nie, was ihn erwartet. „Seit 30 Jahren war noch kein Tag wie der andere. Von welchem anderen Beruf kann man das schon sagen?“

Peter zählt zu den 17 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr Bochum, die in der dritten Staffel von „Feuer & Flamme“ begleitet werden. Gedreht wurde für die insgesamt neun ...

Artikelbild für den Artikel "TV-AKTUELL: EXTREMER EINSATZ" aus der Ausgabe 12/2020 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 12/2020

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... Folgen auf der Bochumer Innenstadtwache und der Hauptfeuer- und Rettungswache in Bochum-Werne. Der Produktionsaufwand war enorm: 70 Tage am Stück, 24 Stunden rund um die Uhr arbeitete auch die 25-köpfige TV-Crew im Schichtsystem - genau wie die Feuerwehr selbst. Neben gewöhnlichen Kameras fanden zudem sogenannte Bodycams und Helmkameras Verwendung, die extra für die Serie entwickelt wurden und auch größter Hitze- und Rauchentwicklung standhalten müssen. Sie liefern einmalige Bilder, die die Zuschauer glauben lassen, selbst hautnah dabei zu sein, wenn die Einsatzkräfte Brände löschen, Menschen retten oder auf der Wache einsatzbereit den nächsten Auftrag erwarten.


„Für mich ist es der geilste Job der Welt .“
NICK (35), EINSATZLEITER


ALARM IN BOCHUM 120-mal am Tag muss d ie Feuerwehr hier ausrücken


UNTER DRUCK Einsatzkräfte bändigen einen Brandherd


ÜBERSCHL AG Bergung nach einem Verkehrsunfal


ZENTRALE In der Bochumer Innenstadtwache warte n rund um die Uhr etwa 30 Einsatzkräfte auf den nächsten Notruf


EINSATZBEREIT Feuerwehrleute der Rettungswache Bochum-Mitte


BAUM FÄLLT Nach einem Sturm wird aufgeräumt


HOCH HINAUS Feuerlöschen aus sicherer Distanz


Großes Verdienst der WDR-Dokureihe: Statt auf dramatische Zuspitzung der Ereignisse zu setzen und so den Voyeurismus zu bedienen, zeigt sie ein authentisches, ungekünsteltes Bild dieses Berufs. Anstelle eines aufgeregten Sprechers kommentieren die Feuerwehrleute selbst die gezeigten Einsätze und erklären ihr Vorgehen in brenzligen Situationen.

Authentische Einblicke

„Uns war es wichtig, dass unsere täglichen Aufgaben nicht reißerisch dargestellt und wir nicht zu Hollywood-Helden verklärt werden“, sagt Gruppenführer Peter. Die Kameras habe er dabei schon nach einem Tag nicht mehr wahrgenommen. Diese Bodenhaftung kommt bei den Zuschauern gut an. Die bisherigen Folgen schaltete teils knapp eine halbe Million ein, beim Youtube-Kanal des WDR sind es manchmal sogar dreimal so viele. „Wir erhalten unglaublich positives Feedback“, berichtet auch Feuerwehrchef Simon Heußen, der bereits die früheren Staffeln aus dem benachbarten Gelsenkirchen begleitete. „Besonders freuen mich die Nachrichten von Kollegen aus ganz Deutschland, die mir sagen, dass es bei ihnen genauso zugeht.“

Heußen meint, das Wesen des Jobs habe sich, seit er 1990 erstmals einer Feuerwehr beitrat, nicht verändert: Noch immer geht es darum, Leben zu retten und Gefahren zu bannen. Die Einsatzarten seien aber vielfältiger geworden. „Das Sicherheitsbewusstsein der Menschen und der technische Fortschritt haben dazu geführt, dass Wohnungsbrände und schwere Verkehrsunfälle immer seltener werden. Dafür stellen uns E-Fahrzeuge, Brennstoffzellen und Photovoltaikanlagen beim Löschen vor ganz neue Herausforderungen.“

Da sich Feuerwehrleute im Einsatz aufeinander verlassen müssen, spielt Kollegialität eine große Rolle. Peter, mit 51 Jahren dienstältester der Protagonisten, ist sich sicher: Dieser Beruf zieht mehrheitlich einen ganz bestimmten Menschenschlag an: „Feuerwehrleute sind Macher, die Lust haben, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.“ Sein Vater war 38 Jahre im gleichen Beruf tätig. In dessen Fußstapfen trat Peter nicht aus einem kindlichen Wunsch heraus, sondern aus Überzeugung.

Respektlosigkeit nimmt zu

Was die Bochumer Feuerwehrleute nachdenklich macht: Nach ihrem Empfinden nimmt der Respekt ihrem Berufsstand gegenüber immer mehr ab. „Manchmal kommen wir am Einsatzort an, blicken in lauter Handykameras und werden angemotzt, weil wir eine Einfahrt blockieren“, erzählt Einsatzleiter Nick. Dies sei auch ein Grund für die Teilnahme an der Doku gewesen: „Vielleicht überdenkt manch einer dadurch ja sein eigenes Handeln und zeigt mehr Verständnis.“ Trotzdem bleibt Nick dabei: Als er Feuerwehrmann wurde, hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt. Für ihn ist es immer noch „der geilste Job der Welt“.


FOTOS: S. 18-19: LEITMANN/FEUERWEHR BOCHUM/WDR (3), SHUTTERSTOCK; S. 20: FEUERWEHR BOCHUM/WDR (2), DPA PICTURE-ALLIANCE, FEUERWEHR BOCHUM