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TV-Journalistin Maria von Welser spricht über ihren Gehirntumor: „Heute lebe ich intensiver und genieße mehr“


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 19/2019 vom 01.05.2019

Plötzlich konnte sie ein Auge nicht mehr schließen, der rechte Mundwinkel hing nach unten. Für immer wird sich die 72-Jährige an die schlimme Zeit erinnern …


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Bildquelle: Lisa, Ausgabe 19/2019

Maria von Welser erfand, moderierte und leitete das ZDF-Magazin „ML Mona Lisa“


Von einem Tag auf den anderen veränderte sich plötzlich ihr Leben. Die Diagnose Gehirntumor erwischte sie eiskalt. Lange hielt die TVJournalistin ihre Erkrankung sogar vor der eigenen Familie geheim. Nun spricht Maria von Welser exklusiv mitLISA über ihre neue Sicht aufs Leben und warum sie ihren Lieben so dankbar ist.

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War es schwer, alles noch mal Revue passieren zu lassen?
„Es war fast eine Form von Therapie. Und es hat mich auch abgelenkt – von zu großer Nabelschau. Vor allem, weil ich mich dem Thema journalistisch genähert habe. Ich habe viel recherchiert, über die Hormone, neue Technologien – wie weit die Technik heute schon ist – und so weiter. Und dann war es mir auch wichtig, nicht nur zu erzählen, was in meinem Kopf los war, sondern was währenddessen in der Welt passiert ist.“

Wie geht es Ihnen heute?
„Ich habe gerade meine Bestrahlung hinter mir. Ich war sieben Wochen in Heidelberg zur Behandlung – eine Protonenbestrahlung. Momentan bin ich noch etwas müde und ich habe noch immer einen permanenten Gangschwindel, aber ansonsten geht es mir ganz gut.“

Wie hat die Krankheit Ihren Blick aufs Leben verändert?
„Ich lebe jetzt intensiver, bewusster. Ich bin dankbarer für mein bisheriges Leben. Wirklich dankbar.“

Wie sah Ihr Alltag nach der OP aus?
„Ziemlich heftig. Ich dachte, ich käme aus der Klinik, würde mich ein paar Tage ausschlafen und dann wäre alles besser. Aber ich habe Monate gebraucht – mit Physiotherapie und meinen täglichen Yoga-Übungen, die ich am Anfang auch nur sehr vorsichtig machen konnte. Nicht kopfüber, auch den ‚Hund‘ und den, Sonnengruß‘ konnte ich nicht machen. Ich musste langsam machen und mich mühevoll wieder zurückkämpfen. Mir hat vor allem ein Arzt in München sehr geholfen, durch den ich den Schwindel deutlich reduzieren konnte – sodass ich wieder Rad und Auto fahren konnte.“

Hatten Sie auf dem Rad oder im Auto auch Schwindel?
„Nein, nicht im Sitzen oder im Stehen. Nur beim Laufen. Ich glaube – und das denkt meine Physiotherapeutin auch – dass es an den Vibrationen liegt, die beim Laufen durch den Körper gehen.“

Dabei war der Eingriff, relativ betrachtet, recht klein, oder?
„Ja, ein Teil des Schädels wird herausgefräst und später wird dort ein künstliches Teil eingesetzt.“

Das Gehirn ist in weiten Teilen ja bis heute noch unerforschtes Gebiet.
„Das stimmt, die Forschung ist noch nicht wirklich weiter. Man operiert und bestrahlt, aber Chemo kann man mit einem Gehirntumor vergessen. Es gibt ja die Blut-Hirn-Schranke, da geht nichts durch.“

Sie hatten Ihre Krankheit zunächst geheim gehalten. Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie nach der OP alle eingeweiht haben?
„Mein älterer Sohn war ganz berührt – ‚Mami, ich komme sofort. Kann ich dir irgendwie helfen?‘, hat er gefragt. Alle waren sehr liebevoll. Als ich aus dem Krankenhaus kam, saß meine Enkeltochter weinend am Frühstückstisch und war einfach nur glücklich, dass ich wieder da war. Meine Enkelin motiviert mich auch sehr, sie unterstützt mich. Sie hat eine sehr positive Einstellung zum Leben.“

Was würden Sie Betroffenen raten, die eine ernste Diagnose bekommen haben?
„Schnell handeln! Nichts auf die lange Bank schieben. Im Vorgespräch der Operation hatte ich mit dem Operateur geredet, der mir dann erklärt hat, dass viele Patienten zu ihm kommen und den Eingriff dann doch um ein oder zwei Jahre verschieben. Dann haben sie ständig diesen Tumor im Kopf – und der wächst ja. Das ist wie ein Damoklesschwert. Viele kommen dann nach zwei oder drei Jahren doch wieder, aber dann ist die OP natürlich schwieriger, weil der Tumor größer ist. Dann denken sie: ‚Hätte ich es doch nur gleich machen lassen‘. Ich bin vom Typ her einfach jemand, der schnell entscheidet und dann auch die Dinge gleich auf den Weg bringt. Ich würde raten: recherchieren, Informationen sammeln und die Behandlung dann möglichst schnell angehen.“

Ihr Ehemann Klaus Häusler (80) stand in der schweren Zeit und während ihrer Genesung fest an ihrer Seite


Maria von Welsers neues Buch: „Ich habe beschlossen, dass es mir nur noch gut geht – Leben mit dem Tumor“, Ludwig Verlag; ISBN: 978-3- 453-28115-8, 20 Euro


Fotos: API/Michael Tinnefeld, Randomhouse/Susanne Krauss