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TV-THEMA DER WOCHE: „Hannelores Leben war derFILM


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 23/2019 vom 31.05.2019

Kurz vor ihrem Tod drehteHannelore Elsner den Film „Club der einsamen Herzen“. Nun läuft er im TV. Hommage für eine große Schauspielerin


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FREUNDINNEN
Der „Club der einsamen Herzen“ (v. l.): Maria (Uschi Glas), Kiki (Hannelore Elsner), Helga (Jutta Speidel)


Bis zum Schluss hat Hannelore Elsner das Leben umarmt. Das ist diese Woche in der Komödie „Club der einsamen Herzen“ im Ersten zu sehen (siehe TV-Tipp). Es ist eine der letzten Rollen, die die Grande Dame des Films kurz vor ihrem Tod gespielt hat. Am Set ahnte niemand, wie schwer krank sie war – dass sie Krebs hatte, nur noch wenige Monate leben würde. „Hannelore stand mit so viel Energie vor der Kamera“, sagt Schauspielkollegin Uschi Glas. „Sie hat bis zuletzt viel gedreht, weil das Arbeiten vor der Kamera, der Film, ihr Leben war.“ Umso bewegender ist es, sie in der Rolle der Kiki zu sehen: eine Frau, die nach 45 Jahren zum ersten Mal ihre Freundinnen wiedertrifft und mit ihnen noch einmal voll aufdreht.

Kiki, Maria (gespielt von Uschi Glas) und Helga (Jutta Speidel) waren in Jugendtagen beste Freundinnen, haben sich aber aus den Augen verloren, bis Kiki, die ausge- flippte Sängerin, in ihre Heimatstadt Landshut zurückkehrt und die beiden verwitweten Frauen wachrüttelt. Zusammen schmieden sie einen Plan und eröffnen das Tanzcafé aus ihrer Jugend wieder. Eine unterhaltsame Komödie mit viel Feingefühl.

Gedreht wurde im vergangenen Spätsommer in Bayern, der Heimat aller drei Hauptdarstellerinnen. „Hannelore hat kein einziges Mal den Anschein erweckt, dass es ihr nicht gut geht“, sagt Uschi Glas. Sie sei wie immer gewesen: die zarte Frau mit dem einzigartigen, umwerfenden Lachen und der wunderbaren Stimme. Voller Hingabe habe sie sich in ihre Rolle hineingefühlt. „Hannelore hat mit Energie und Freude gedreht. Sie war zu 100 Prozent da.“ Viel Spaß hätten sie gehabt und am Abend lange im Hotel geredet. „Als wir auseinandergingen, haben wir gesagt: ‚Wir müssen uns öfter sehen – und noch einen weiteren Film zusammen drehen‘“, sagt Glas. „Hannelores Tod hat mich tief erschüttert.“ Schon in den 1960er-Jahren standen die beiden gemeinsam vor der Kamera, etwa für „Die Lümmel von der ersten Bank“. Elsner begann mit 18 Jahren zu drehen und wirkte in über 200 Filmen mit. Sie ist auch Preisträgerin der
GOLDENEN KAMERA.

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DIVA MIT HERZHannelore Elsner hielt geheim, dass sie an Brustkrebs erkrankt war


Sie drehte bis zum Schluss

„Ich verstehe sehr gut, dass Hannelore ihre Krankheit nicht öffentlich gemacht hat. Das ist eine intime Sache, und es ist ihr gutes Recht“, sagt Uschi Glas. „Was hätte sie davon gehabt? Dass die Menschen sie mit traurigem Gesicht angucken? Vielleicht wäre sie auch nicht mehr engagiert worden und hätte nicht mehr drehen können.“

Es fällt auf, wie leidenschaftlich Hannelore Elsner in den letzten Monaten ihres Lebens gearbeitet hat. Neben der TV-Komödie „Club der einsamen Herzen“ gibt es noch zwei weitere neue Produktionen mit ihr zu sehen. Am 13. Juni kommt die Liebeskomödie „Berlin, I Love You“ in die Kinos, in der auch Robert Stadlober mitwirkt. Für den Frankfurter „Tatort: Die Guten und die Bösen“ stand sie noch bis Anfang April vor der Kamera. Die Ausstrahlung ist für April 2020 geplant.

Sie hatte sogar noch eine weitere Rolle angenommen: In der BR-Produktion „Lang lebe die Königin“ spielte die 76-Jährige eine hartherzige Mutter, die an Krebs erkrankt. Die Dreharbeiten konnte sie aber nicht mehr abschließen. Überraschend schnell kam ihr Tod – auch für ihre Weggefährten. Die Charakterdarstellerin nun in ihren letzten Rollen zu sehen ist für Freunde wie Fans sehr ergreifend. In „Club der einsamen Herzen“ berührt vor allem die Schlussszene, in der Elsner singt: „Ich will das Rad der Zeit verdrehen und bis in Ewigkeit bestehen.“ Es war im Film wie in Wirklichkeit: Sie liebte das Leben.

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