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Typisch TROTZ-PHASE!


Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 26.08.2021

Unser TITEL- THEMA

Artikelbild für den Artikel "Typisch TROTZ-PHASE!" aus der Ausgabe 9/2021 von Leben & erziehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 9/2021

2.Der Klassiker im Supermarkt

Die Situation

Lilli (3) nimmt sich an der Supermarkt-Kasse einen Riegel. „Nein“, sagt ihre Mutter und legt ihn zurück. Lilli brüllt vor Wut, wirft sich auf den Boden, tritt um sich. Ein anderer Kunde in der Schlange schüttelt verächtlich den Kopf.

Was nun?

Ein klarer Machtkampf, den ihr besser nicht verlieren solltet.

Sonst lernen die Minis, dass sie mit dieser Tour Erfolg haben.

Jetzt heißt es: durchhalten, konsequent bleiben – und sich nicht von Kopfschüttlern einschüchtern lassen. Hilfreich kann es sein, dem Kind etwas anderes Schönes in Aussicht zu stellen.

… und dann?

Nach dem Einkauf sollte ein positives Erlebnis folgen, das von dem Schokoriegel-Zoff ablenkt. Zum Beispiel ein Besuch auf dem Spielplatz oder eine ausgiebige Kuschel-Einheit zu Hause. Das versöhnt, ohne dass ihr als Verlierer dasteht. Und ...

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... besprechen könnt ihr die Situation dabei dann auch gleich.

1. Ich kann das alleine!

Die Situation

Robert (2) kann seine Jacke schon allein anziehen. Weil Papa es eilig hat, schiebt er seinen Arm in den Ärmel. Robert wird stinksauer, zappelt sich aus der Jacke, wirft sie auf den Boden und sich selbst darüber.

Was nun?

Robert ist so enttäuscht, weil er eigentlich zeigen wollte, wie groß er schon ist, dass er völlig neben sich steht. Erklärungen helfen jetzt nicht weiter. Besser (wenn es zeitlich irgendwie möglich ist): warten, bis der Wutanfall wieder abklingt.

… und dann?

Wenn der Ärger (auch bei euch selbst) verraucht ist, nehmt euer Kind einmal fest in den Arm. Während die Kleinen das im Eifer des Gefechts meist heftig ablehnen, sind sie später dankbar, wenn alles wieder gut wird.

3.Abendliches Drama

Die Situation

Finn (18 Monate) will abends nicht ins Bett. Sobald seine Eltern ihn hinlegen wollen, fängt er an zu schreien.

Was nun?

Fest steht: Jedes Kind muss lernen, ins Bett zu gehen. Ein Abendritual, auf das sich euer Kleines freut und das immer gleich verläuft,ist hilfreich. Der Klassiker: Buch anschauen, Lied singen, kuscheln. Euer Nachwuchs ist trotzdem unzufrieden? Wichtig ist, das Kind nicht mit dem Gefühl „Ich habe Streit mit meinen Liebsten“ einschlafen zu lassen: Verlasst kurz das Zimmer, sagt eurem Mini aber, dass ihr gleich wiederkommt. Und haltet euch daran! Wenn euer Kind merkt, dass ihr tatsächlich zurückkehrt, realisiert es, dass es nicht allein ist. Ein Lob, eine Umarmung, ein Küsschen sorgen für friedliche Stimmung und eine hoffentlich gute Nacht.

… und dann?

Wenn ihr die Einschlafbegleitung allmählich reduzieren wollt, verlängert die Phasen, in denen ihr nicht im Zimmer seid.

4. Streit im Sandkasten

Die Situation

Lina und Lukas, beide knapp zwei Jahre alt, streiten sich imSandkasten um einen Bagger. Beide ziehen daran und schreien sich an.

Was nun?

Kinder dürfen ihre Machtkämpfe solange wie möglich alleine ausfechten: Das schult fürs Leben.

Erst, wenn einer anfängt zu hauen, zu treten oder zu beißen, sollten Erwachsene einschreiten.

… und dann?

Trennung auf Zeit ist eine gute Lösung, wenn ein friedliches Miteinander nicht mehr funktioniert. Später finden die Streithähne sicher wieder von allein zueinander.

5.Weinend auf dem Gehweg

Die Situation

Maja (2,5 Jahre) will nicht mehr laufen. Sie verweigert jeden Schritt und wirft sich schließlich weinend auf den Gehweg.

Was nun?

Ist das Kind wirklich müde? Dann kann es in seinen Wagen oder ein Stück getragen werden. Kleinkinder müssen noch nicht so weit laufen wie Erwachsene. Steckt etwas anderes dahinter, solltet ihr herausfinden, was es sein könnte.

… und dann?

Keine Sorge, dass das Kind von jetzt an nur noch getragen werden will. Es lernt so, selbst zu entscheiden, was es schafft – und was nicht. Und in allen anderen Fällen fühlt es sich wahrgenommen, wenn ihr Fragen stellt.

6. Kleiner Knöpfedrücker

Die Situation

Liam (13 Monate) krabbelt bei einem Besuch bei denSchwiegereltern zielsicher auf die Stereoanlage zu und will unbedingt alle Knöpfe drücken. Als seine Mutter ihm das verbietet, bekommt er einen Wutanfall.

Was nun?

Was darf ich und was nicht? Das muss ein Kind natürlich lernen.

Mit 13 Monaten ist das aber noch sehr schwierig. Besser: Die Stereoanlage sichern – oder das Kind mit spannendem Spielzeug ablenken.

… und dann?

Oft sind Großeltern bekanntlich etwas großzügiger – wenn keine Gefahr von der Anlage ausgeht, ist es okay, wenn hier andere Regeln gelten als zu Hause. Und die Knöpfe ausnahmsweise eben doch gedrückt werden dürfen.

7. Ewiges Hin und Her

Die Situation

Josefine (3) verlangt am Tisch Apfelsaft. Als sie den bekommt,soll es plötzlich lieber Orangensaft sein. Doch auch der Umtausch stellt sie nicht zufrieden. Jetzt will sie wieder Apfelsaft, den sie nicht noch einmal bekommt. Darüber ist sie außer sich.

Was nun?

Einmal kann sich ein Kind vielleicht bei der Wahl vertun. Doch wenn ihr merkt, dass es nur austesten will, wie lange ih r„gehorcht“, sollte Schluss sein. Fragt euch, was das Kind gerade wirklich unzufrieden macht.

… und dann?

Beim nächsten Mal hilft vielleicht eine reduzierte Saft-Auswahl? Oder einfach nur Wasser …

8. Auf die Mauer

Die Situation

Henri (3) will auf der kleinen Mauer balancieren. Mama ist inEile und verbietet das. Daraufhin fängt Henri an zu weinen.

Was nun?

Warum nicht nachgeben und ihn vorsichtig probieren lassen? Wenn die Mauer niedrig ist, kann nicht viel passieren.

Außerdem könnt ihr Hilfestellung geben – das geht im Zweifel schneller als der nächste Trotzanfall.

… und dann?

Wenn es gelingt, steigt Henris Selbstbewusstsein. Kinder in der Trotzphase sollten nicht zu oft ausgebremst werden. Wenn ein Kind immer nur „Nein“ hört, frustriert das, wenn man doch eigentlich austesten will, was man alles schon kann.