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Typische Schwangerschaftsbeschwerden: Meistens nicht von Dauer


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 11/2017 vom 16.11.2017

Die Vorfreude auf das Baby wird bei vielen werdenden Müttern durch das eine oder andere Zipperlein getrübt, mit dem der Körper auf die hormonellen Umstellungen reagiert. Doch keine Angst: Die meisten Beschwerden sind ungefährlich und lassen sich mit einfachen Mitteln gut in Schach halten.


Ausfluss

Erhöhter Ausfluss ist normal. Die Scheide wird jetzt stärker durchblutet und produziert somit mehr Scheidenflüssigkeit. Wenn sich der Ausfluss aber verfärbt, unangenehm riecht, sich die Konsistenz ändert und die Scheide juckt, kann eine Infektion vorliegen. Sie muss ärztlich behandelt werden, da bestimmte ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie, Ausgabe 11/2017

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... Scheideninfektionen Fehl- oder Frühgeburten auslösen können.

Foto: jeffbergen/getty images

Blähungen

Eine der Hauptursachen für Blähungen, vor allem zu Beginn der Schwangerschaft, ist der erhöhte Progesteronspiegel. Er entspannt die inneren Organe, wodurch der Darm meistens träger wird.

Was tun? Essen Sie langsam essen und kauen Sie bewusst. Fenchel-, Pfefferminz- oder Anistee bringen Linderung. Auch Wärme oder Massagen des Unterbauchs im Uhrzeigersinn helfen bei Blähungen.

Foto: Diego Cervo/Shutterstock

Blasendruck

Die wachsende Gebärmutter drückt auf die Blase. Da ihre Muskulatur durch die erhöhte Produktion des Hormons Progesteron entspannter ist, kann beim Husten oder Lachen unfreiwillig Urin abgehen. Auch ist das Becken stärker durchblutet, wodurch die Niere angeregt wird und verstärkt Urin produziert.

Was tun? Beckenbodengymnastik, die auch in Geburtsvorbereitungskursen trainiert wird, hilft vorzubeugen. Sie sollten aber auf keinen Fall weniger trinken.

Blutungen und Zwischenblutungen

In der Frühschwangerschaft können leichte Blutungen, meistens zur Zeit der Periode, auftreten. Sie sind häufig ein harmloses, hormonell bedingtes Umstellungsproblem des Körpers. Es ist selten, dass Schwangere noch mehrere Monatsblutungen haben. Ein anderer Grund für die Blutungen können feine Haarrisse am Muttermund sein. Das Gewebe dort ist in der Schwangerschaft sehr gut durchblutet. Es kann leicht zu kleineren Verletzungen kommen, zum Beispiel durch Sex oder gynäkologische Untersuchungen. Stärkere Blutungen, besonders wenn sie mit Schmerzen im Unterleib verbunden sind, können aber auch auf eine drohende Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft hinweisen.

Was tun? Lassen Sie die Ursache der Blutungen in jedem Fall von einem Arzt abklären.

Foto: imago/Science Photo Library/Ian Hooton

Brustspannen

Das Wachsen der Brust macht sich oft durch ein unangenehmes Spannungsgefühl bemerkbar. Oft ist es auch eines der ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft. In der Regel lässt es nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen nach.

Was tun? Massagen mit Lavendelöl wirken lindernd. Bei starken Spannungen helfen warme Lavendelumschläge oder ein Lavendelbad. Achten Sie darauf, dass der BH gut und bequem sitzt.

Hämorrhoiden

Hauptursache ist eine Bindegewebsschwäche, die durch die hormonellen Veränderungen verstärkt wird.

Was tun? Essen Sie ballaststoffreiche Kost und trinken Sie viel. Starkes Pressen auf der Toilette sollten Sie vermeiden. Auch Schließmuskelgymnastik ist sinnvoll: 30-mal hintereinander den Schließmuskel zusammenkneifen – das fördert die Durchblutung. Nicht zu heiße Sitzbäder mit Kamille, Malve oder Eichenrinde wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Vermeiden Sie langes Sitzen. In leichten Fällen helfen Salben.

Herzklopfen

In der Schwangerschaft vergrößert sich das Blutvolumen um bis zu 40 Prozent. Das Herz schlägt deshalb stärker und schneller. Gelegentliches Herzklopfen oder Herzrasen ist daher normal. Viele Schwangere haben besonders in der Spätschwangerschaft abends im Bett starkes Herzklopfen. Der Grund: Das Gewicht des ungeborenen Kindes kann auf die große Hohlvene drücken, die das verbrauchte Blut zurück zum Herzen transportiert. Dadurch muss das Herz schneller schlagen, um noch genug Blut zu transportieren.

Was tun? Entlastung kann es bringen, sich im Bett – bequem durch Kissen gestützt – auf die Seite zu legen. Vermuten Sie eher Herzrhythmusstörungen oder Herzstolpern, sollten Sie das vom Arzt abklären lassen.

Kopfschmerzen

Vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter lästigem Kopfweh. Mögliche Ursachen der Schmerzen sind eine häufig verstopfte Nase, Erschöpfung und Verspannungen im Nacken.

Was tun? Viel Bewegung an der frischen Luft sorgt für Linderung. Legen Sie im Alltag regelmäßig Pausen ein und versuchen Sie zu entspannen. Auch Schultermassagen und Akupunktur können helfen.

Krampfadern

In der Schwangerschaft fließt mehr Blut durch die Adern und belastet sie. Zusätzlich werden sie durch Schwangerschaftshormone geweitet. Das überfordert schnell die Ventile in den Adern, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren. So entstehen Besenreiser oder Krampfadern.

Was tun? Linderung verschaffen Wechselduschen und das Hochlagern der Beine. Fuß- und Beingymnastik sowie kühlende Beingele helfen ebenfalls. Leichte Bewegung fördert den Blutkreislauf. Vermeiden Sie große Temperaturschwankungen oder ausgedehnte Sonnenbäder. Bei Krampfadern sind gut angepasste Stützstrümpfe empfehlenswert.

Foto: AND-ONE/getty images

Müdigkeit

95 Prozent der Schwangeren fühlen sich während der Schwangerschaft – gerade in den ersten drei Monaten – sehr erschöpft und müde. Die Müdigkeit wird durch die Hormonumstellung und den Blutdruckabfall hervorgerufen, zuweilen liegt auch ein Eisenmangel vor.

Was tun? Bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung, etwa mit Wechselduschen, viel Bewegung an frischer Luft oder auch mit Rosmarinbädern. Dem Eisenmangel vorbeugen können Sie mit rotem Traubensaft und eisenhaltige Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Sonnenblumenkernen, Fleisch und Kartoffeln.

Mutterbandschmerzen

Die Gebärmutter ist an den Mutterbändern im Becken verankert. Durch das Wachstum der Gebärmutter dehnen sich die Mutterbänder und müssen nachgeben. Dies kann muskelkaterähnliche Schmerzen in der Leistengegend oder im Kreuzbeinbereich verursachen.

Was tun? Linderung bringt eine Massage im Lendenbereich mit ätherischen Ölen. Auch ein Bad oder eine Wärmflasche tragen zur Entspannung bei. Gehen die Schmerzen mit Symptomen wie Fieber, Durchfall, Erbrechen oder Gebärmutterkontraktionen einher, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Gynäkologen aufsuchen.

Foto: Sam Edwards/getty images

Ödeme

Ödeme sind Wassereinlagerungen im Gewebe. Sie führen zu geschwollenen Beinen, treten manchmal aber auch an den Händen und im Gesicht auf.

Was tun? Galt früher die Empfehlung, bei der Ernährung auf salzarme Kost zu setzen, weiß man heute: Das ist eher schädlich. Trinken Sie viel – das fördert den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen. Weisen Sie Ihren Arzt unbedingt auf die Ödeme hin, denn sie können das Symptom für eine beginnende Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) sein.

Foto: imago/Westend61

Rückenschmerzen

Wenn sich der Bauch rundet, muss der Rücken einige Kilos mehr verkraften. Jetzt wird die Muskulatur oft falsch beansprucht, und es können Verspannungen entstehen.

Was tun? Statt den Schongang einzulegen, sollten Sie gezielt die Rückenmuskulatur aufbauen und sich regelmäßig dehnen und entspannen. Achten Sie auf eine gute Körperhaltung sowie bequeme Schuhe, und laufen Sie möglichst oft barfuß. Heben Sie nichts Schweres. Schwimmen entlastet die Wirbelsäule. Wenn der Rücken schmerzt, gehen Sie in den Vierfüßlerstand und wölben den Rücken mehrmals zum Katzenbuckel hoch und wieder zurück. Oder lassen Sie im Stehen Kopf, Schultern und Rücken sinken und richten sich genauso langsam wieder auf.

Foto: Getty Images/Cultura RF

Scheideninfekte

Bakterien und Pilze haben in der Schwangerschaft leichtes Spiel. Schuld daran ist das veränderte Immunsystem. Symptome eines Scheideninfekts sind verstärkter Ausfluss, Juckreiz und Brennen. Manche Infektionen können zu einem vorzeitigen Blasensprung und damit zu einer verfrühten Geburt führen. Außerdem wird das Baby beim Passieren des Geburtskanals angesteckt. Deshalb müssen alle Scheideninfekte rasch behandelt werden. Als Vorsorge misst der Frauenarzt regelmäßig den pH-Wert in der Scheide.

Was tun? Stärken Sie Ihr Immunsystem durch viel Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung. Und übertreiben Sie nicht bei der Hygiene: Einmal am Tag mit Wasser waschen reicht. Bei Slipeinlagen sollten Sie auf Plastikfolie verzichten.

Schlafstörungen

Wenn der Bauch wächst, wird es schwieriger, eine bequeme Schlafposition zu finden. Auch halten einen die Bewegungen des Babys nachts manchmal wach.

Was tun? Tagsüber sollten Sie sich viel bewegen, allerdings spät am Abend keinen anregenden Sport mehr treiben. Hilfreich ist auch ein Bad vor dem Schlafengehen, es sollte aber nicht zu heiß sein. Abends am besten nur leicht Verdauliches essen. Den Körper können Sie mit Kissen abstützen.

Schwindel und Kreislaufprobleme

Durch die hormonelle Umstellung haben viele Schwangere besonders in den ersten drei Monaten einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel und zu niedrigen Blutdruck.

Was tun? Ein Snack zwischendurch, Bewegung und Wechselduschen kurbeln den Kreislauf wieder an. Schwimmen, Radfahren, Gymnastik, viel Bewegung an frischer Luft und eine ausgewogene Ernährung beugen Kreislauf problemen vor. Falls in der zweiten Schwangerschafts hälfte vermehrt Schwindel auftritt, sollten Sie auf jeden Fall den Frauenarzt informieren.

Foto: wavebreakmedia/shutterstock

Sodbrennen

Ursache ist meist ein Platzproblem: Die Gebärmutter drückt auf den ohnehin weit gestellten Pförtnermuskel, sodass er den Magen nicht mehr richtig schließen kann. Dadurch gelangt Magensäure in die Speiseröhre und verursacht das lästige Brennen.

Was tun? Verzichten Sie auf Speisen und Getränke, die den Magen zu vermehrter Säurebildung reizen, etwa Kaffee, Frittiertes oder stark Gewürztes. Auch üppige Mahlzeiten sollten Sie vermeiden. Nach dem Essen nicht hinlegen, denn in der Horizontalen fließt der Mageninhalt noch leichter in die falsche Richtung. Lagern Sie beim Schlafen den Oberkörper höher. Das Kauen von Kürbiskernen oder Mandeln regt den Speichelfluss an und hilft dem Magen, sich zu entspannen.

Foto: Africa Studio/Shutterstock

Übelkeit

Etwa drei Viertel aller Schwangeren leiden in den ersten Monten unter Übelkeit. Schuld daran ist das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin), das zum Beispiel dafür sorgt, dass sich das Ei einnisten und der Embryo wachsen kann.

Was tun? Ein Patentmittel gegen Schwangerschaftsübelkeit gibt es nicht. Viele Methoden versprechen zwar Linderung, ob sie wirken, muss jede Frau aber selbst ausprobieren. Versuchen kann man es damit: Schon vor dem Aufstehen einen Schluck Tee aus der abends bereitgestellten Thermoskanne trinken und dazu Zwieback knabbern. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Ingwer – frisch oder als Tee – kann das Unwohlsein ebenfalls vertreiben. Viel trinken und Bewegung an der frischen Luft hilft manchen Frauen ebenso wie Akupunktur.

Verstopfung

Während der Schwangerschaft entspannt das Hormon Progesteron die Muskeln der Eingeweide. Der Nachteil: Dadurch verlangsamt sich die Darmtätigkeit.

Was tun? Essen Sie ballaststoffreiche Kost und trinken Sie viel. Stopfende Lebensmittel wie Schokolade, schwarzen Tee und Bananen sollten Sie dagegen meiden. Trinken Sie nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder Pflaumensaft, das regt den Darm an. Auch das Essen eines Apfels vor dem Frühstück bringt den Darm in Schwung. Abführmittel sind da gegen tabu. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung.

Foto: PeopleImages/getty images

Wadenkrämpfe

Schuld an Wadenkrämpfen, die vor allem nachts und in Ruhe auftreten, ist ein Mangel an Magnesium.

Was tun? Setzen Sie magnesiumreiche Lebensmittel auf Ihren Speiseplan. Dazu gehören etwa Hülsenfrüchte, Kartoffeln und ungeschälter Reis. Magnesiumtabletten sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder einer Hebamme einnehmen. Im akuten Fall hilft: Bein durchstrecken und fest gegen die Wand treten; das Bein kräftig massieren.

Foto: YelenaYemchuk/getty images

Zahnfleischentzündungen

Das Zahnfleisch wird in der Schwangerschaft weicher, schwillt leicht an und blutet schneller.

Was tun? Steigen Sie auf eine weiche Zahnbürste um. Bei hartnäckigen Zahnfleischentzündungen helfen Spülungen mit lauwarmem Salzwasser oder Kamillentee. Spezielle Spülungen können Sie sich vom Zahnarzt verschreiben lassen. Essen Sie viel rohes Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Davon wird das Zahnfleisch fester.