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UDO MANNEK: NEUES


Gartenbahnen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 21.02.2020
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Bildquelle: Gartenbahnen, Ausgabe 1/2020

Anfang Juli 2019 ergab sich am Rande eines Fahrtages auf der Mini Dampf Tirol die Gelegenheit mit dem neu gewählten Obmann über die aktuelle Situation und zukünftige Planungen auf der attraktiven Gartenbahnanlage in Barwies zu reden. Die Anlage besticht durch ihren alten schattenspendenden Baumbestand und mit dem Ausblick auf hohe Berge in deren kahlen und schroffen Felsen selbst im Juli noch große Schneefelder liegen. Für jemanden, der in Nordrhein-Westfalen zu Hause ist, ein imposanter und ungewöhnlicher Anblick.
Der Verein hat zurzeit rund 60 Mitglieder, wovon etwa 20 aktiv mitarbeiten. Die Aktiven ...

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... bilden eine harmonische Truppe mit ausgeprägtem Teamgeist. Dies schafft eine wahrlich angenehme Atmosphäre auch an Fahrtagen mit hohem Besucherandrang. Auch Gastfahrer sind immer herzlich willkommen – aber leider recht selten anzutreffen.

Generationswechsel in Barwies

Am 8. März 2019 wurde mit Lorenz Steffan der jüngste Obmann überhaupt auf der Mini Dampf Tirol gewählt. Der 24-Jährige hat die vollste Unterstützung durch den gesamten Vorstand und löst Hans Meixl ab, der dieses Amt 16 Jahre ausübte. Als erste Amtshandlung schuf der neue Obmann das Mindestalter von 16 Jahren für Lokführer auf der Mini Dampf Tirol ab. Nun dürfen auch jüngere Gartenbahnfreunde – entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt – selbstständig mit geeigneten Lokomotiven und unter Aufsicht auf der Strecke unterwegs sein. Diese Entscheidung wirkt sich seither positiv auf die sNachwuchsarbeit aus. Die pure Begeisterung sieht man den jungen Aktiven sowieso und den zum Teil schon sehr fachkundigen jungen Besuchern deutlich an. Apropos Nachwuchsarbeit: Hier geht man in Barwies neue Wege und bietet Schnupperkurse für Kinder an. Bis zu 35 Jung-Gartenbahner tummeln sich dann unter Aufsicht und Anleitung auf der Gartenbahnanlage.

Was gibt es Neues?

Auf jeder Gartenbahnanlage bedeuten Erhalt und Betrieb der Strecke und des rollenden Materials eine Menge Aufwand und Arbeit. Der weitere Ausbau erfordert dementsprechend zusätzliche Ressourcen. So ist man in Barwies zu Recht stolz auf die neu errichtete Lawinenverbauung, welche auch als Zugunterstand genutzt werden kann. Neuerdings sichert eine vollautomatische Schranke den im Bau befindlichen neuen Fußweg zum Parkplatz. Hier ist unter schattenspendenden Bäumen eine zweite Terrasse geplant. Fertiggestellt ist die Beleuchtung der kompletten Strecke. Lampen in Telegrafenmastoptik tauchen bei Nachtfahrten die Anlage in ein romantisches Licht.

Auch in Punkto Sicherheit ist man in Barwies ganz vorne dabei. Der Verein schaut inzwischen auf 18 unfallfreie Jahre zurück. Die Mitglieder werden auch zukünftig alles daran setzen, dass dies so bleibt. Im Zweijahresrhythmus werden die gesamte Anlage und das rollende Material vom TÜV geprüft.

Obmann Lorenz Steffan


Foto: Kurt Hämmerle

Zukünftige Planung

Auch für die Zukunft hat der Verein eine Menge in Planung. So wird der Gastronomiebereich eine neue Küche erhalten. Auch der Signalbau wird weiter vorangetrieben und ausgebaut. Geplant ist auch, dass alle Weichen elektrisch ausgeführt werden und bei der Remise 2 ein neuer Bahnhof errichtet wird. Dazu Lorenz Steffan: „Wir haben immer neue Ideen, aber fast schon zu wenig Aktive, um alles zu realisieren.“

Die Gartenbahnanlage

Die Gartenbahn in Barwies am Mieminger Plateau gibt es seit Juni 2002. Das Gelände befindet sich in einem Föhrenwald, durch den der „Krebsbach“ rinnt. Das Streckennetz ist ca. 350 m lang, führt über zwei Brücken (gebaut von 2000 bis 2001) und durch zwei Tunnel (fertiggestellt 2004). Das Bahnhofsgebäude enthält ein kleines Buffet und zwei behindertengerechte WCs.
Für den Personentransport steht ein zweigleisiger Bahnsteig zur Verfügung. Die beiden Lokschuppen bilden den Kern der Anlage. Für die großen MH’s wurde ein Wasserturm (2008) errichtet. 2010 wurde im Anschluss an das Reparaturgleis ein Kohlenturm aufgebaut. Auf der Anlage sind auch originale Ausstellungsstücke der verschiedenen Bahnlinien in Tirol zu finden: Lichtsignale, Schranken, Fernmeldehäuschen und Stellwerk.
Auch sind Sonderfahrten für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern nach Terminabsprache möglich. Rollstuhlfahrer können auf einem eigenen Waggon mitfahren. Auf der Mini Dampf Tirol besteht die Gelegenheit wieder einmal Eisenbahnluft zu schnuppern – die Dampfloks sorgen dafür.

Die Anlage

Die Strecke

Der Fahrdienstleiter gibt das Abfahrtsignal und schon geht es von Bahnsteig 1 oder 2 hinaus aus dem Bahnhof mit Anstieg zur ersten Brücke und durch den 12,6 Meter langen Luise-Tunnel. Nach dem Verlassen des Tunnels geht die Fahrt weiter vorbei an der Lawinenverbauung in Richtung Remise 2 wo die Strecke in den Innenkreis abzweigt. Nach dem Durchqueren des 12,25 Meter langen Margit-Tunnels geht die Strecke mit Gefälle hinunter an der Schiebebühne vorbei. Jetzt steht die Weiche gerade und der Zug fährt über die zweite Brücke wieder auf die andere Bachseite. Unter dem Wasserturm hindurch geht es am Rundlokschuppen mit Drehscheibe vorbei in einer langen Linkskurve mit Steigung zum Bahnhof hinauf. Der Zug hält nicht am Bahnsteig, sondern nimmt das Durchfahrtsgleis 3 und fährt eine weitere Runde. Die Streckenlänge beträgt etwa 350 Meter. So legt man bei einer Fahrt ca. 700 Meter zurück. Die Fahrzeit beträgt ungefähr 6 Minuten.

Homepage:
www.minidampftirol.at
oder E-Mail-Adresse:
info@minidampftirol.at.

Adresse:
Barwies 345b, A-6414 Mieming. Auf einen Besuch in Barwies freuen sich die Mitglieder der Mini Dampf Tirol.

Am Rande erwahnt

Vor meinem Besuch der Mini Dampf Tirol recherchierte ich im Internet und suchte nach der verkehrsgünstigsten Route ausgehend von meinem Urlaubsdomizil nach Barwies. Zur Sicherheit fragte ich auch Ortskundige, welche Strecke erfahrungsgemäß die günstigere ist. Selbst die Gartenbahnanlage war dem einen oder anderen bekannt, jedoch widersprach ich der Aussage „… aber das ist nur etwas für Kinder“ vehement. Meine Argumente unterstrich ich mithilfe einiger Flyer, welche ich aus Barwies mitnahm und an geeigneten Stellen auslegte. Gut, man darf nicht erwarten, dass jeder die Bedeutung des Gartenbahnens vollumfänglich versteht. Im Zuge meiner Recherche stolperte ich dann im Internet über eine Rezension über die Mini Dampf Tirol: „… ich dachte, da wären echte große Züge …“ Wie kann man sich trotz der Angabe „Mini“ und der zahlreichen aufschlussreichen Fotos im Internet derart irren? Hier würden vermutlich auch keine Flyer mehr helfen. An dieser Stelle einmal herzlichen Dank an alle, die mit der Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Gartenbahn betraut sind. So zeigen doch die oben erwähnten Reaktionen, wie wichtig und notwendig diese Aufklärungsarbeit nach wie vor ist.


Fotos: Manuela Mannek