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ÜBERALL BAYERN-BAUSTELLEN


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 47/2021 vom 24.11.2021

BUNDESLIGA

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 47/2021

LEWANDOWSKI hofft, dass er am kommenden Montag als Weltfußballer in Paris geehrt wird. Zu der Gala begleiten ihn sogar Trainer Nagelsmann und Sportboss Salihamidzic

Die Ereignisse beim FC Bayern überschlagen sich im Moment im Tages-, wenn nicht sogar im Stundenrhythmus. Eine Kurz- Zusammenfassung:

Freitagabend: peinliche 1:2-Niederlage in Augsburg, ohne Joshua Kimmich (26), der sich in Quarantäne befindet. Samstagabend: Die BILD am SONNTAG meldet, dass der Klub den ungeimpften Spielern in Quarantäne kein Gehalt mehr zahlt. Sonntagmittag: vier weitere Spieler in Quarantäne. Später heißt es sogar, dass sich ungeimpfte Bayern- Profis gegen die Gehalts- Streichung in Quarantäne rechtliche Schritte vorbehalten sollen. Eine Meldung, die sich jedoch nicht bestätigt, in der Führung des Vereins ist nichts von einer drohenden juristischen Auseinandersetzung bekannt.

Die Debatte um die ungeimpften Spieler sorgt für Diskussionen im Team, für Risse und lautstarke Auseinandersetzungen. Sie kann den Verein spalten. Und hat ganz offensichtlich Auswirkungen auf dem ...

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... Platz, auch wenn Julian Nagelsmann (34) noch tapfer erklärt: „Es ist für mich eine zu leichte Ausrede.“

Die Corona-Debatte wird für den Verein zur Zerreißprobe. Es geht um Überzeugungen, um Geld und Misstrauen. Hinzu gesellen sich sportliche Probleme und Herausforderungen, die über die Impf- Debatte die wichtigsten Spieler der Mannschaft betreffen.

Bei der Analyse der Augsburg-Niederlage am vergangenen Samstag kam Nagelsmann am Thema Corona nicht vorbei. Er forderte die Spieler auf, sich an die Maßnahmen zu halten, Mundschutz zu tragen und Abstand zu halten. Bei der Besprechung saßen Serge Gnabry (26), Jamal Musiala (18), Eric Maxim Choupo- Moting (32) und Michaël Cuisance (22) noch im Auditorium an der Säbener Straße. Später am Tag mussten die ungeimpften Profis wegen des Kontakts mit einer positiv auf Corona getesteten Person – dabei soll es sich um Kaderplaner Marco Neppe (35) handeln – in Quarantäne. Es ist ein inzwischen bekannter Vorgang, nervig wie sportlich schmerzhaft zugleich.

SPORT BILD weiß: Unter den Führungsspielern ist es genau wie in der Kabine Gesprächsthema. Denn die Folgen sind weitreichend: Die so souverän in die Saison gestarteten Bayern schwächelten zuletzt sportlich – was sich dann nicht nur auf dem Punktekonto des Vereins, sondern ebenso auf dem Konto-Auszug der geimpften Spieler niederschlägt: Weniger Erfolg bedeutet auch weniger Prämien.

Zumindest einer der ungeimpften Spieler soll inzwischen davon überzeugt sein, sich den Piks geben zu lassen: Nach SPORT BILD-Informationen will sich Cuisance impfen lassen. Ob bei den anderen Spielern nach dem Rapport bei den Bossen am vergangenen Donnerstag wirklich ein Umdenken einsetzt? Die Fronten scheinen verhärtet.

Cuisance will sich jetzt doch impfen lassen

Hier geht es um Misstrauen: Wenn die „SZ“ davon schreibt, der Impfstatus von Kimmich sei an „BILD durchgestochen worden“, müssen Intrigen vermutet werden. Egal, wie weit dies hergeholt ist.

Zu lautstarken Diskussionen kam es schon vor mehreren Wochen. So soll Hasan Salihamidzic (44) nach der Corona-Infektion von Julian Nagelsmann beim Auswärtsspiel in Lissabon den ungeimpften Spielern Vorwürfe gemacht haben, u.a. mit Worten wie: Ich habe es euch doch gesagt, dass ihr euch impfen lassen sollt!

Die betroffenen Spieler sollen sich vor den Kopf gestoßen gefühlt haben, da sie verantwortlich gemacht wurden, obwohl der zweifach geimpfte Trainer die Corona- Infektion hatte. Das sorgte für die erste Spaltung in der Impf-Debatte.

Am Freitag vor dem Duell in Augsburg betonte Salihamidzic öffentlich: „Die Haltung des Klubs und meine persönliche ist, dass wir alle uns impfen lassen sollten.“ Tags zuvor war der Druck auf die ungeimpften Profis in einer Sitzung an der Säbener Straße erhöht worden: Als die Verantwortlichen den Spielern mitteilten, dass es künftig – so wie es das Gesetz vorsieht und für alle Mitarbeiter des FC Bayern gilt – in Quarantäne kein Gehalt mehr gibt, soll es zu einer Rückfrage eines Betroffenen gekommen sein:

„Gilt das für die Zukunft?“, war die Frage. Die klare Antwort: Nein, auch rückwirkend! Und selbst die Möglichkeit, die ungeimpften Spieler isoliert trainieren zu lassen, hielt sich der Verein offen. Die Spieler in Quarantäne werden nun von einem Lieferservice des Vereins zu Hause versorgt. Sie müssen fit bleiben, aber der Spielrhythmus fehlt. Kimmich machte seine letzte Partie am 6. November gegen Freiburg (2:1).

Selbst wenn sich die Spieler nun für eine Impfung entscheiden würden, wäre das Problem nicht sofort gelöst: Mitten in der Saison ist es nicht leicht, einen geeigneten Termin zu finden. Zudem dauert es dann mehrere Wochen, bis der komplette Impfschutz eingetreten ist.

Klar ist: Der Job von Nagelsmann wird durch Corona um ein Vielfaches schwieriger. Es ehrt den Trainer, dass er nicht lamentiert, versucht, nur sportliche Aspekte gelten zu lassen. Hier gab das Augsburg-Spiel Anlass zur Sorge. Denn immer wieder hatte der Trainer zuletzt die Positionierung und Rückwärts-Bewegung angemahnt. Alle müssten aktiv nach hinten arbeiten, man dürfe sich nicht auf die individuelle Qualität der Abwehrspieler verlassen. Aber genau das passierte bei der Niederlage gegen den kleinen bayerischen Nachbarn.

„Gewinnen lieben ist das eine, Verlieren hassen das andere“, erklärte Nagelsmann nach dem 1:2 nicht nur Freitagnacht vor den TV-Kameras, sondern seinen Spielern auch am Samstag eindringlich bei der Video-Analyse.

Neben der großen Corona-Debatte geht es für Nagelsmann um Details, um die Stimmung bei seinen Spielern oben zu halten, auf ihre Egos einzugehen.

„Gewinnen lieben ist das eine, Verlieren hassen das andere“

Nagelsmann zum Team

Beispiel: Mit Robert Lewandowski (33) führte der Trainer bereits lange Einzelgespräche. Hintergrund: Bei Nagelsmann ziehen die Flügelspieler oft ins Zentrum, damit eine bessere Konter-Sicherung erreicht werden kann – schnelle Gegenangriffe waren in der vergangenen Saison ein Problem. Dadurch befinden sich aber mehr Spieler in Lewandowskis Wirkungsbereich. Nagelsmann erklärte ihm die Ausrichtung inklusive der Vorteile für den Superstar bereitwillig. Er weiß um die Bedeutung des Stürmers für den Erfolg des Vereins. Und wie sehr der FC Bayern von Lewandowskis Laune abhängt. So ist es kein Zufall, dass am kommenden Montag nicht nur für den Polen, sondern auch für Nagelsmann und Salihamidzic eine Reise ansteht. Trainer und Sportvorstand begleiten Lewandowski zur Weltfußballer-Wahl nach Paris. Der Bayern- Star gilt als Top-Favorit, ihm ist die Wahl sehr wichtig. Der Verein zeigt dem Spieler die komplette Unterstützung. Und will vermeiden, dass es eine weitere Baustelle gibt, sollte die Wahl im „Théatre du Châtelet“ in Paris nicht auf Lewandowski fallen.