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ULM – FRIEDRICHSHAFEN – LINDAU: Adé, Diesel-Südbahn


LOK Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 11.10.2019

BALD ELEKTRISCH: Die Elektrifizierung der Südbahn Ulm – Lindau schreitet voran, die Arbeiten liegen im Zeitplan. Ab Dezember 2021 wird unter Draht gefahren. Etwas Zeit bleibt also noch für Fans der Dieseltechnik …


LOKMagazin-Serie: Strecke des Monats: Ulm – Friedrichshafen – Lindau

Artikelbild für den Artikel "ULM – FRIEDRICHSHAFEN – LINDAU: Adé, Diesel-Südbahn" aus der Ausgabe 11/2019 von LOK Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LOK Magazin, Ausgabe 11/2019

Nur in Ausnahme fällen steht die Lok am Nordende eines Zuges auf der Südbahn. Bei Meckenbeuren ermöglicht das einen schönen Panoramablick mit ziehender Diesellok der Baureihe 218. So auch während der Sperrungen nördlich von Aulendorf, da die Anbindung an das Werk Ulm über Herbertingen geschah und die Züge dadurch gedreht ...

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Der KT 50031 von Krefeld-Uerdingen nach Singen rollt zwischen Aulendorf und Mochenwangen dem Bodensee entgegen. Nur wenige Kilometer nördlich hängt bereits der Fahrdraht


Von der Donau an den Bodensee führt die zweigleisige Südbahn durch die beschauliche Landschaft Oberschwabens. Nicht so spektakulär trassiert wie die nahe gelegene Allgäubahn, aber für Dieselfreunde trotzdem ein lohnenswertes Ziel: 218 und 245 mit Doppelstockwagen gehören hier ebenso zum Betriebsgeschehen wie etwa 612, 628 oder 650.

Doch die Tage der „alten Südbahn“ sind gezählt: Die 105 Kilometer von Ulm nach Friedrichshafen (zweigleisig) werden derzeit ebenso elektrifiziert wie die 21 Kilometer Strecke weiter entlang des Bodensees nach Lindau, die betrieblich eng mit der Südbahn verknüpft sind und daher auch Bestandteil des Elektrifizierungsprojekts Südbahn. Ebenfalls mit einbezogen sind die kurzen Stichstrecken Laupheim West – Laupheim Stadt (2,5 km) und Friedrichshafen Stadt – Friedrichs - hafen Hafen (0,8 km).

Teilweise 160 km/h möglich

Insgesamt werden dabei rund 4.000 Masten aufgestellt und etwa 250 Kilometer Oberleitung gespannt. Zudem wird an 35 Straßenüberführungen und 38 Bahnübergängen gearbeitet. Gleise werden abgesenkt und Stützmauern gebaut. Drei Straßenbrücken sowie zwei Geh- und Radwegverbindungen entstehen neu. Abschnittsweise wird auch die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h angehoben.

Das Projekt schließt eine seit vielen Jahrzehnten bestehende Elektrifizierungslücke zwischen der Achse Stuttgart – München und dem westlichen Österreich sowie der Ostschweiz. Zudem darf sich die touristisch und wirtschaftlich starke Region Bodensee/ Oberschwaben auf eine spürbare Aufwertung des Verkehrsangebots freuen.

Baustart im März 2018

Seit dem Baubeginn im März 2018 wurden die Arbeiten zunächst von Nord nach Süd vorangetrieben – teils unter monatelangen Totalsperrungen. Zwi- schenzeitlich hängt der Fahrdraht von Ulm bis zur nördlichen Bahnhofsgrenze von Aulendorf. Bis zur Aufnahme des elektrischen Betriebs im Dezember 2021 stehen noch weitere Sperrungen unterschiedlicher Streckenabschnitte an. So haben im September dieses Jahres die Arbeiten im großen Stil zwischen Friedrichshafen und Lindau begonnen. Im März 2020 geht es zwischen Aulendorf und Ravensburg los. Der Abschnitt Ravensburg – Friedrichshafen wird schließlich ab September 2020 in Angriff genommen. Nur während kurzer Phasen ist die Gesamtstrecke durchgehend befahrbar.

Elektrifizierungsarbeiten auf der Südbahn am 30. März 2019: 363 137 der BKE ist mit einer Ramme der Firma Spitzke bei Hochdorf unterwegs. Vorne lagern Betonteile für den Kabelkanal


Am 25. Februar 2019 hängt in Laupheim Stadt bereits der Fahrdraht, als 644 059 dort als Regionalzug unterwegs ist. Die Stichbahn geht genauso unter Strom wie der Abzweig nach Friedrichshafen Hafen


Mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs wird sich in Nonnenhorn ein gänzlich anderes Bild ergeben. Am 18. April 2019 herrschte noch das alte Flair, als 628 255 als RB von Friedrichshafen nach Lindau auf Gleis 1 zur Kreuzung einfährt


Bereits im vergangenen Frühjahr ist letztmalig das IC-Zugpaar 118/119 zwischen Innsbruck und Münster gefahren, das im Abschnitt Lindau – Friedrichshafen – Ulm aus zwei 218 und ÖBB-Wagen gebildet war.

Eine besondere Abschiedsvorstellung gab die Dieseltraktion auf der Südbahn im zurückliegenden Sommer: Wegen Bauarbeiten zwischen Singen und Hattingen (Baden) wurde von Ende Juli bis Mitte September ein Teil des ansonsten über Singen – Stuttgart rollenden Güterverkehrs über die Südbahn und die westliche Bodenseegürtelbahn umgeleitet. Dabei kamen 232 von DB Cargo ebenso zum Einsatz wie altrote V 100-Doppeltraktionen der Umwelt- und Transportlogistik GmbH (U+TL) sowie modernere Loks der Hohenzollerischen Landesbahn und weiterer Unternehmen.

Wer in den nächsten Monaten nochmals einen Besuch an der Südbahn plant und dabei noch keine Oberleitung sehen will, dem seien die genannten Abschnitte Aulendorf – Ravensburg und Ravensburg – Friedrichshafen empfohlen.

In den bereits elektrifizierten Abschnitten bietet die Strecke zwar weniger Ursprünglichkeit, dafür aber einen interessanten Interimszustand mit teils älteren Dieselfahrzeugen unter der nagelneuen Oberleitung. Der genaue Fahrzeugeinsatz bleibt jedoch abzuwarten, da die Anbindung an das Werk Ulm auf unterschiedliche Weisen geschieht – abhängig davon, welche Streckenabschnitte gerade befahrbar oder gesperrt sind.

Lindau komplett „umgekrempelt“

In Lindau-Aeschach trifft das Projekt Südbahn auf ein weiteres großes Vorhaben: Die Strecke (München –) Geltendorf – Lindau wird derzeit ebenso elektrifiziert (LM berichtete ausführlich). Auch dieses Projekt liegt im Zeitplan, der Fahrdraht hängt bereits auf weiten Strecken und es stehen weitere Sperrungen an.

Damit verbunden ist auch der Komplettumbau der Bahnanlagen in Lindau. Die meisten Formsignale in Lindau-Reutin sind bereits gefallen, die dortigen Gleisanlagen wurden in Vorbereitung des neuen Hauptbahnhofs grundlegend umgebaut. Rund um Lindau stehen auch bereits zahlreiche neue Ks-Lichtsignale. Das elektronische Stellwerk Lindau soll im Dezember dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Die Aufnahme des elektrischen Betriebs zwischen München und Lindau ist für Dezember 2020 geplant, also ein Jahr früher als auf der Südbahn.
Felix Löffelholz


Felix Löffelholz

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Claudius Bernhard (2)

Felix Löffelholz