Lesezeit ca. 13 Min.
arrow_back

ULTRASTARKER AUFSCHLAG


Logo von connect
connect - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 04.11.2022

MOTOROLA EDGE 30 ULTRA & FUSION

MOTOROLA EDGE 30 ULTRA

Preis:899 Euro

Maße:162 x 74 x 8 mm

Gewicht:199 Gramm

• Design und Verarbeitung spitze

• OLED mit 144 Hz und exzellenter Darstellungsqualität

• modernes SoC mit umfangreicher Connectivity (Wi-Fi 6E)

• Desktop-Modus unterstützt

• Tripelkamerasystem mit 200 Megapixeln und vielen Möglichkeiten

• überragende Akkulaufzeit

• gute Akustik

• üppiger Lieferumfang mit 120-Watt-Schnelllader und Schutzhülle

- • niedrige IP-Zertifizierung

• kein Always-on-Display

-Urteil: sehr gut (425 Punkte)

Artikelbild für den Artikel "ULTRASTARKER AUFSCHLAG" aus der Ausgabe 12/2022 von connect. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: connect, Ausgabe 12/2022

Die US-Traditionsmarke Motorola blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, deren jüngstes Kapitel 2014 aufgeschlagen wurde, als Google die Smartphone-Sparte von Motorola an den chinesischen Tech-Riesen Lenovo verkauft hat. Seitdem ist Motorola vor allem im Einsteiger- und Mittelklassesegment unterwegs, innovative und teure Produkte wie die Neuauflage des RAZR blieben die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von connect. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2022 von Preisfragen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Preisfragen
Titelbild der Ausgabe 12/2022 von Alles stabil bei Google. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alles stabil bei Google
Titelbild der Ausgabe 12/2022 von Kein Wackeln und kein Ruckeln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kein Wackeln und kein Ruckeln
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Kein Wackeln und kein Ruckeln
Vorheriger Artikel
Kein Wackeln und kein Ruckeln
APPLE HÄLT KURS
Nächster Artikel
APPLE HÄLT KURS
Mehr Lesetipps

... Ausnahme. Aber dass Motorola eigentlich mehr kann, wurde bereits Mitte 2021 mit der Einführung des Desktop-Modus Ready For auf dem Moto G100 deutlich. Im Herbst 2022 folgte dann der Paukenschlag auf einer glamourösen Veranstaltung in Mailand: Mit dem Edge 30 Ultra hat man nun erstmals seit vielen Jahren ein Highend-Smartphone für den Massenmarkt vorgestellt. Es wird flankiert vom Edge 30 Fusion, einem Modell der gehobenen Mittelklasse, das ebenfalls sehr vielversprechend ist. Die Frage lautet nun: Kann Motorola Highend auf einem mit Samsung oder Apple vergleichbaren Niveau? Und kann sich das Fusion neben den Preisbrechern von Xiaomi und Co. behaupten?

Handschmeichler in Vollendung

Der Punkt für das Gehäuse geht klar an Motorola, selten sind uns Phones begegnet, die so gut in der Hand liegen. Das gilt in besonderer Weise für das Fusion, das mit nur sieben Millimetern ultraflach ist und obendrein auch zu den leichtesten Phones mit 6,6-Zoll-Display gehört, die die Welt bisher gesehen hat. Bei beiden Phones ist das Glas auf der Vorderund Rückseite an den langen Rändern abgerundet. Das sorgt nicht nur für ein symmetrisches Design, sondern hat auch handfeste Vorteile: Vorne geht das Display randlos in den Rahmen über, hinten schmiegt sich die Rundung der Hand regelrecht an. Zur optimalen Ergonomie gesellt sich eine sehr gute Haptik.

Ein Aluminiumrahmen vermittelt hohe Stabilität, und das angeraute Glas auf der Rückseite ist griffig und unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Während das Ultra nur klassisch in Schwarz und Weiß erhältlich ist, gibt es das Fusion in vier Farben, eine davon mit einer Rückseite aus Kunstleder statt Glas. Die Verarbeitung ist tadellos. Der einzige Wermutstropfen ist hier die niedrige IP-Zertifizierung: IP52 garantiert allenfalls Schutz vor Spritzwasser, was auf diesem Preisniveau zu wenig ist.

Beim Ultra ist das Display etwas größer (6,55 statt 6,67 Zoll) und qualitativ auch etwas besser, wobei die Unterschiede gering sind, sodass man im Alltag nichts davon merken wird. Beide OLEDs bieten eine Topqualität und eine besonders schnelle Bildwiederholrate von 144 Hertz. Vorteile gegenüber den sonst üblichen 120 Hertz sehen wir nicht, Schriften und Bilder gleiten beim Scrollen in beiden Fällen weich über den Bildschirm. Unter dem Display werkelt beim Ultra mit dem Snapdragon 8+ Gen 1 der modernste Prozessor von Qualcomm. In Kombination mit 12 GB RAM ist das Phone zu Höchstleistungen fähig. Das gilt auch für das günstigere Schwestermodell, wobei Motorola hier nicht auf ein aktuelles Fabrikat setzt, sondern mit dem Snapdragon 888+ auf ein Highend-SoC aus dem Vorjahr. In Benchmarks hat das Ultra entsprechend die Nase vorne (vor allem die Grafikleistung ist höher), was auch daran liegt, dass der Arbeitsspeicher kleiner ist. Im Alltag sind die Unter- schiede allerdings kaum spürbar, auf beiden Phones reagiert die Motorola-Oberfläche My UX immer schnell und fließend auf Eingaben. Wir halten die Strategie von Motorola, in der Mittelklasse einen Topprozessor aus dem Vorjahr zu benutzen, für sehr clever, denn bei Halbleitern sind die Generationssprünge in der Spitzengruppe sehr klein.

MOTOROLA EDGE 30 FUSION

Preis:599 Euro

Maße:158 x 72 x 7 mm

Gewicht:175 Gramm

+ • ultraflach und kompakt

• Design und Verarbeitung spitze

• OLED mit 144 Hz und exzellenter Darstellungsqualität

• performantes SoC mit moderner Connectivity (Wi-Fi 6E)

• Desktop-Modus unterstützt

• starke Hauptkamera

• überragende Akkulaufzeit

• gute Funkeigenschaften und Akustik

• üppiger Lieferumfang mit Schnelllader und Schutzhülle

- • kein Qi

• niedrige IP-Zertifizierung

• kein Always-on-Display

-Urteil: gut (413 Punkte)

Motorola Edge 30 Ultra im Kameratest

Mehr Pixel hat keiner, doch gelingt es dem Motorola Edge 30 Ultra auch, die enorm hohe Sensorauflösung in überlegene Bildqualität umzusetzen? Oder steckt in den 200 Megapixeln am Ende doch mehr Marketing als Technik?

Sofern genug Licht vorhanden ist, stechen die Aufnahmen mit 200 Megapixeln die 12-MP-Fotos aus. Die Detailtreue ist mit der maximalen Auflösung besser (3), und die Bildabstimmung wirkt trotz sichtbarer Anpassungen nicht zu übertrieben. Ganz anders ist der Bildeindruck bei den Fotos mit 12 Megapixeln: Sie sind schon bei viel Licht sehr knackig abgestimmt (1), was viele Strukturen unnatürlich erscheinen lässt.

Mit nachlassendem Licht verstärkt die Signalverarbeitung des Motorola Edge 30 Ultra die Eingriffe bei den 12-MP-Bildern (2) noch einmal, um Verluste auszugleichen. Die Aufnahmen mit 200 Megapixeln (4) lassen qualitativ stärker als die 12-MP-Bilder nach und zeichnen die Motive etwas detailärmer, aber ihre Abstimmung wirkt weiterhin natürlicher.

■ Die Weitwinkelkamera

Das Weitwinkelmodul kann mit 200 oder mit 12 Megapixeln fotografieren. Über alle drei Helligkeitsstufen ist die kleinere Auflösung der hohen überlegen, weil sie mit wenig Licht besser zurechtkommt. Insgesamt erhält die Hauptkamera die Gesamtnote „gut“ Passen die Lichtverhältnisse, sind die hochaufgelösten JPEGs detailreicher als die mit 12 Megapixeln. Letztere liefern gerade noch sehr gute Qualität – das ist für die Hauptkamera normalerweise kein Problem – und ihre Signalverarbeitung zeigt eine recht plakative Abstimmung. Die Optimierungen fallen in 200-MP-Fotos, die bei viel Licht aufgenommen wurden, weniger stark auf. Auch ihre Detailauflösung ist in der Regel sichtbar besser, Artefakte und Rauschen sind kein Problem; lediglich vereinzelt hatten sie mit feinen, regelmäßigen Strukturen mehr Probleme als die 12-MP-Aufnahmen.

Mit diesen Leistungen verdient sich das Motorola Edge 30 Ultra im 200-MP-Modus gerade noch die Note „überragend“. Das Xiaomi 12S Ultra (connect 10/2022) liefert mit seinem 1-Zoll-Sensor und 50 Megapixeln bei viel Licht noch detailreichere Aufnahmen.

Lässt das Licht nach, gewinnt die 12-MP-Auflösung. Schon bei wenig Licht ist sie überlegen. Der Qualitätsverlust bei nachlassendem Licht ist – nicht zuletzt dank noch aggressiverer Abstimmung – gering, die Qualität noch immer gut. Die 200-MP-Fotos dagegen verlieren deutlich an Zeichnung, besonders in feinen Strukturen. Wird es richtig dunkel, sind sind sie teilweise zeichnungsfrei und 200 Megapixel somit keine Option. Doch auch 12 Megapixel überzeugen nicht rundum: Grobes bleibt zwar erhalten, aber Feinheiten gehen verloren.

■ Das Zweifachtele

Im Labor nehmen wir alle Aufnahmen mit demselben Maßstab auf – das Tele ist also weiter vom Motiv ent- fernt. So erreicht das optische Modul des Edge 30 Ultra nur bei viel Licht knapp ein „gut“ und in Summe lediglich die Note „befriedigend“. Im Vergleich aller Aufnahmen mit demselben Abbildungsmaßstab liefert das optische Tele in allen Lichtsituationen eine schwächere Qualität als die Hauptkamera.

Wenn man jedoch die Distanz nicht verändert und den Szenenausschnitt größer abbildet, entpuppt sich das Zweifachtele bei viel Licht als gute Wahl: Selbst die korrespondierenden Ausschnitte aus den 200-MP-JPEGs der Hauptkamera sind kaum detailreicher, die entsprechenden Ausschnitte aus den 12-MP-Fotos der Hauptkamera sind sichtbar unterlegen.

Bei wenig Licht nimmt die Detailzeichnung der Zoom-Bilder ab. Abhänging von den jeweiligen Bedingungen ist die Kamera mit Einschränkungen brauchbar. In der Dunkelheit gehen zu viele Details verloren.

■ Das Superweitwinkelmodul

Die detailreichsten Aufnahmen schießt das Superweitwinkelmodul bei viel Licht und mit der 50-MP-Auflösung. Der Randabfall schränkt den Nutzen etwas ein. Nimmt das Licht ab, verlieren die 50-MP-Bilder schnell an Zeichnung, dann sind 12 Megapixel die bessere Option. Allerdings lassen auch sie bei schwindendem Licht zu stark nach, um fotografisch interessant zu sein. Im Dunkeln sollte man das Superweitwinkelmodul gar nicht verwenden. Insgesamt erreicht es in der 12-MP-Einstellung nur die Note „befriedigend“.

■ Fazit

200 Megapixel sind eine Ansage, aber am Ende nur eine Zahl, die wenig sichtbare Vorteile bringt. Bei viel Licht liefert die Weitwinkelkamera in der 200-MP-JPEG-Einstellung sehr gute Bilder. Aber eine Verbesserung gegenüber Topgeräten mit 50-MP- oder 108-MP-Sensoren sehen wir nicht. Bei wenig Licht ist die Auflösung von 12 Megapixeln besser. Insgesamt liefert die Weitwinkelkamera nur mittelmäßige Ergebnisse.

Das Tele- und das Superweitwinkelmodul arbeiten bei viel Licht gut bis sehr gut. Bei Dunkelheit sind sie keine Option, dazwischen je nach der Lichtmenge nutzbar.

Sofern die Motive gleich groß abgebildet werden, kann das optische Zweifachzoom mit der Hauptkamera nicht mithalten. Bei viel Licht (1) liefert es dennoch gute Qualität und kann in vielen Situationen das passende Werkzeug sein. Der positive Eindruck wird von einer viel zu aggressiven Signalabstimmung getrübt. Bei nachlassendem Licht (2) baut das Tele merklich ab – je nach tatsächlicher Lichtmenge kann es immer noch nützlich sein, aber eben eingeschränkt. Das Superweitwinkel kann mit zwei Auflösungen arbeiten. Die Bilder mit 12 Megapixeln (3) sind bei viel Licht bereits gut, die mit 50-MP-Auflösung (4) zeigen aber mehr Details. Allerdings fallen in den Fotos mit hoher Auflösung seltsame Artefakte auf, wenn man die Aufnahmen vergrößert – hier könnte die Signalabstimmung eine Nachjustage vertragen.

Bei My UX handelt es sich im Prinzip um ein unverbasteltes Android mit wenigen Modifikationen und ohne Bloatware. Motorola macht damit einiges anders als die Konkurrenz – und das ist nicht nur positiv gemeint. Warum man auf eine Always-on-Anzeige verzichtet, ist nicht nachvollziehbar, zumal sogar Apple mittlerweile deren Vorteile eingesehen und zu einer der zentralen Neuerungen von iOS 16 gemacht hat. Bei Motorola bleibt der Bildschirm schwarz, nur bei Bewegungen und eingehenden Nachrichten werden die Infos im Stile einer

200 Megapixel

Das Weitwinkelobjektiv mit dem hochauflösenden Isocell-Sensor von Samsung steht mit knapp vier Millimetern am weitesten heraus und dominiert die Rückseite, darunter sind das Zweifachtele (links) und das Ultraweitwinkel positioniert.

Always-on-Anzeige schwarz auf weiß eingeblendet. Clever: Wenn man hier auf die Symbole tippt, dann werden im oberen Bereich des Bildschirms weitere Details eingeblendet, beim Tipper auf das Whatsapp-Icon etwa die Nachricht(en). Ein guter Ansatz, der aber nicht Vorteile einer „echten“ Always-on-Anzeige aufwiegen kann. Vermisst haben wir zudem Features, die herstellerübergreifend zum guten Ton gehören, wie App-Cloning und ein passwortgeschützer Privatbereich. Dafür kann sich die Konkurrenz in anderen Bereichen eine Scheibe von Motorola abschneiden. Legendär ist die Hackgeste, mit der man die Taschenlampe ein- und ausschalten kann. Motorola hat mehrere solcher Gesten implementiert, so kann man etwa eine App öffnen, indem man zweimal mit dem Finger auf die Rückseite klopft. Wir haben hier Google Wallet hinterlegt, sodass an der Kasse ein Klopfer reicht, um zu bezahlen. Motorola bündelt diese Funktionen in der App „Moto“, hier findet man auch die Einstellungen zur Randbeleuchtung: Bei verpassten Nachrichten kann man die Displayränder des OLED dezent pulsieren lassen.

Wi-Fi 6E und aptX HD

Eine weitere bekannte Motorola-Geste ist der Handgelenkschüttler, der die Kameravorschau öffnet. Die gefällt mit einer durchdachten Struk- tur und einer dezenten Optik, die gut zum Look-and-Feel der Oberfläche passt. Hervorheben möchten wir die Porträtaufnahmen mit Hintergrundunschärfe, bei denen das Ultra mit seiner Teleoptik seine Vorteile ausspielt. Auch bei Selfies hat das teurere Modell mit seinem hochauflösenden 60-MP-Sensor die Nase vorn. Videos nehmen beide Modelle mit 8K auf, das ist die höchste Auflösung, die bei Smartphones derzeit technisch möglich ist.

Motorola 30 Fusion im Kameratest

Im Fusion verbaut Motorola eine günstigere Kameraaustattung als im Ultra: ein Weitwinkel mit50 MP-Sensor und ein 12-MP-Superweitwnkel.

Wenn es um die Auflösung geht, so kann die Hauptkamera des Fusion mit den maximalen 50 Megapixeln keine Vorteile gegenüber den 12-MP-Bildern entwickeln. Bei viel Licht wirken die 50er (3) allerdings etwas milder abgestimmt – und eignet sich deswegen etwas besser für Porträts. Die 12-MP-Fotos (1) sind viel zu hart eingestellt. Dafür kann die Kamera im 12-MP-Modus sehr gut das Niveau halten – bei wenig Licht sind die qualitativen Einbuße moderat (2). Da Motorola Fusion ohne optisches Tele daherkommt, zoomt das Gerät mit der Hauptkamera. Im direkten Vergleich bei gleichem Abbildungsmaßstab haben die Zweifachzooms (4) auch bei viel Licht keine Chance gegen das Weitwinkel (1). Doch an sich ist das digitale Zoom ordentlich umgesetzt und kann auch bei wenig Licht genutzt werden.

■ Die Weitwinkelkamera

Im Zweikampf maximale gegen reduzierte Auflösung können sich insgesamt die Bilder mit 12 Megapixeln durchsetzen - sie holen in Summe ein „sehr gut“ und gar ein „ausgezeichnet“ bei viel Licht. Bei viel Licht erreichen sier eine sehr hohe Auflösung. Die Signalverarbeitung der Hauptkamera greift merklich in die Kontraste und Kantenbehandlung ein: damit werden die Aufnahmen „schärfer“, aber auch künstlich. Bei weniger Licht kann die Kamera das Niveau gut halten und liefert sehr gute, aber erneut zu plakative Bilder. In der Dunkelheit ist dafür der Leistungsabfall vergleichbar groß: manche Texturen werden fast vollständig „wolkig“ gerechnet.

■ das Zweifachzoom

Auch für Zooms ist beim Fusion die Hauptkamera zuständig. Diese Aufgabe bewältigt sie insgesamt “befriedigend“. In der Dunkelheit ist es zu schwach, aber bei viel und wenig Licht wird das digitale Zoom überzeugend umgesetzt – wobei in beiden Fällen je ein Punkt auf die Note „gut“ fehlt.

■ Das Superweitwinkel

Das Superweitwinkel hollt bei viel Licht die Note „gut“. Be wenig Licht fällt die Auflösung sichtbar, Artefakte kommen hinzu. Über „ausreichend“ kommt das Modul nicht hinaus. In der Dunkelheit empfehlen wir die Kamera nicht.

■ Fazit

Die Hauptkamera von Motorola 30 Fusion performt besser mit der reduzierten 12-MP-Auflösung. Bei viel und wenig Licht kann die Kamera mit „überragender“ sowie „sehr guter“ Bildqualität überzeugen. Leider stört die übertrieben aggressive Bildabstimmung. Das digitale Tele und das Superweitwinkel überzeugen beide bei viel Licht, das Tele bleibt auch bei wenig Licht ordentlich. In der Dunkelheit sind aber beide zu schwach.

Weil Motorola auf einen großen App-Überbau verzichtet und die Oberfläche sich am nativen Android-System orientiert, ist der Speicherverbrauch viel geringer als etwa bei Samsung oder Xiaomi. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass 128 GB (wovon 109 GB verfügbar sind) für ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse knapp kalkuliert sind, zumal keine Speichererweiterung möglich ist. Das Ultra ist dagegen mit 256 GB an- gemessen ausgestattet. Beide Modelle werden ausschließlich in der uns zum Test vorliegenden Speicherkonfiguration verkauft. Dual-SIM ist möglich über zwei Nano-SIM-Karten, die Option eSIM fehlt. Die wäre beim Oberklasse-Modell angemessen gewesen, genauso wie ein Steckplatz für microSD. Bei der Connectivity kann der Nutzer dagegen aus dem Vollen schöpfen, denn beide Phones unterstützen nicht nur schnelles 5G, sondern auch den neuesten Wi-Fi-Standard 6E, der das 6-GHz-Band und damit ein neues Spektrum für Wi-Fi erschließt. Wie unsere Daten aus dem Testlab zeigen, hat Motorola die WLAN-Antennen sehr gut abgestimmt, der maximale Durchsatz liegt im GigaBit-Bereich, und auch die für den Alltag relevantere Messung mit Dämpfungsfeldern, die einen Abstand von etwa 20 Metern zum Router simulieren, werden über 300 Mbit/s erreicht, was ein sehr guter Wert ist. Auch im Nahfunkbereich sind die Motorolas sehr gut aufgestellt. Neben dem aktuellen Bluetooth-Standard 5.2 wird das volle Codec-Paket von Qualcomm unterstützt, HiRes-Audio kann man also nicht über LDAC, sondern auch über aptX HD hören. Der gute Eindruck setzt sich bei den Lautsprechern fort, denn beide Modelle unterstützen Dolby Atmos und liefern ein ausgewogenes Klangbild, ohne dass die Höhen überbetont werden. Unsere Messungen zeigen allerdings auch, dass das Ultra eine höhere Lautstärke erreicht und zudem mehr Reserven im Bassbereich hat: Es klingt satter und voller.

50 Megapixel

Die Hauptkamera (oben) schafft „nur“ 50 Megapixel und steht mit 2,5 Millimetern auch nicht so weit ab, überzeugt aber mit starker Fotoqualität. Eine Teleoptik fehlt, dafür sind ein Ultraweitwinkel und ein Tiefensensor eingebaut.

Mit Turbolader und Schutzhülle

Die pappkartonbraunen Verpackungen machen deutlich, dass auch Motorola einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legt. Im Gegensatz zu Samsung und Apple setzt man dieses Thema allerdings nicht zum Nachteil des Kunden ein. Während die genannten Unternehmen seit geraumer Zeit nur noch ein kurzes USB-C-Kabel mitliefern, legt Motorola druckvolle Netzteile und transparente Silikon-Schutzhüllen in die Box. Der 125-Watt-Schnelllader bringt das Ultra in 24 Minuten wieder auf 100 Prozent. Das Fusion ist mit 68 Watt spürbar langsamer unterwegs, damit aber immer noch schneller als die Oberklasse-Smartphones anderer Hersteller. Häufiges Nachladen ist aber gar nicht erforderlich, die Laufzeit ist bei beiden Modellen mit 10:35 Stunden (Ultra) beziehungsweise 11:07 Stunden (Fusion) sehr gut. Das Ultra kann auch kabellos aufgeladen werden, hier sind bis zu 50 Watt möglich, wenn man einen speziellen Qi-Charger von Motorola dazukauft. Beim Fusion verzichtet Motorola auf Qi, auch um die ultraflache Bauform zu realisieren.

Die Funkeigenschaften bewegen sich auf einem guten Niveau, wobei das Fusion relativ deutlich vorne liegt, mit einer höheren Empfindlichkeit und einer stärkeren Sende- leistung. Für die Akustik gilt das nicht, die ist bei beiden Phones im positiven Sinne unauffällig. Beide verdienen eine klare Empfehlung. Wer ein besonders handliches Smartphone mit einer sehr guten Hauptkamera zum fairen Preis sucht, ist beim Fusion genau richtig. Das Edge 30 Ultra ist dagegen ein würdiges Flaggschiff, das ganz oben mitspielt und sich bis auf die IP-Zertifizierung keine Schwächen leistet. Der Preisabstand von 300 Euro ist gerechtfertigt. Diese Abstufung spiegelt auch der Software-Support wider: Während Motorola für das Ultra drei System-Updates und fünf Jahre lang Sicherheitspatches bietet, ist beim Fusion nach zwei System-Updates und drei Jahren Sicherheitspatches Schluss. Das ist nicht so lange wie bei Samsung, aber ein guter Zeitraum.

Andreas Seeger

Der Desktop-Modus „Ready For“ ersetzt einen Computer

Beide Phones lassen sich sehr einfach mit einem TV oder Monitor verbinden.

■ Ready For erinnert an Samsung DeX: Wenn man das Smartphone mit einer externen Anzeige verbindet, wird eine Oberfläche aktiviert, die die Möglichkeiten des größeren Bildschirms sehr gut nutzt. Viele unterschiedliche Szenarien sind möglich, vom Filme schauen über Videochats (über die Smartphone-Kamera) bis hin zum Spielen von Android-Games, idealerweise mittels per Bluetooth gekoppeltem Controller. Herzstück von Ready For ist aber eine vom Computer gewohnte Desktop-Ansicht mit einer Statuszeile und mehreren parallel geöffneten Apps. Sind Maus und Tastatur (wieder per Bluetooth) angeschlossen, kann man mit den Phones arbeiten wie mit einem PC. Die Verbindung gelingt am einfachsten kabellos über den Miracast-Standard, der von den meisten TVs unterstützt wird. Einen Monitor schließt man am besten per USB-C auf HDMI-Adapter an. Diese Verbindung ist allerdings nur mit dem Ultra möglich, weil es DisplayPort unterstützt. Mit dem Fusion ist man auf Miracast beschränkt.

* Schließen Sie über den Affiliate-Link einen Kauf ab, erhält unser Verlag eine Provision. Es entstehen keine Zusatzkosten.

Displaymessung Edge 30 Ultra

■ Das an den langen Rändern gekrümmte OLED liefert eine überzeugende Vorstellung ab. Die Blickwinkelstabilität ist sehr gut, die Kontrastausbeute absolute Spitzenklasse. Auch die Leuchtkraft lässt keine Wünsche offen. Das Tüpfelchen auf dem i ist der starke Boost mit 1115 cd/m2Candela.

Displaymessung Edge 30 Fusion

■ Das OLED fällt in allen Messbereichen etwas ab, aber da das Niveau so hoch ist, gehört es immer noch zu den besten Panels in dieser Preisklasse, vor allem die Kontrastausbeute bei 500 Lux ist stark. Genauso wie der Boost: 1058 cd/m2sind in der Mittelklasse rekordverdächtig.